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73_I_394

BGE 73 I 394

Bundesgericht (BGE) · 1947-12-19 · Deutsch CH
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Verwaltungs- und Diniplinarreoht.

Er war nicht die Folge des Dienstes, sondern der konstitu-

tionellen Psychose (vgl. mw S. 162). Auch er begründet

somit keinen Anspruch auf Ersatzbefreiung.

Demnach erkennt da8 Bunde8gericht :

Die Beschwerde wird abgewiesen.

61. UrteU vom 19. Dezember 1947 i. S. Daetwyler gegen eldg.

Steuerverwaltung.

Oouponabgaoo und Quellenwehrsteuer : 1. Anstände zwischen dem

Couponschuldner und dem Regresspflichtigen über die Abwäl-

zungspflicht werden von der eidg. Steuerverwa.ltung entschieden.

2. Die Entscheidungsbefugnis der Verwaltung ist beschränkt auf

das öffentlich-rechtliche Streitverhältnis und auf die zu seiner

Beurteilung wesentlichen Vortragen.

.

3. Die Möglichkeit einer Verrechnung der Regreasschuld mit einer

bestrittenen zivilrechtlichen Forderung an den regressberech-

tigten Steuerpflichtigen ist keine solche Vorfrage.

Droit de timbre BUr 168 OO'UpOnB et imp6t de dBlense nationale a la

sQUrce: 1. Las differends qui surgissent entre le debiteur et

le crea.ncier du coupon concemant l'obligation du transfert de

l'impöt sont tranchees par l'administration federale des con-

tributions.

2. La competence de l'administration est limitee A l'examen du

differend de droit public et des questions prejudicielles qu'elle

doit trancher pour pouvoir prendre sa decision.

3. Ne constitue pas une question prejudicielle celle de savoir si

le crea.ncier du coupon peut opposer A Ba dette resuItant de

l'obligation du transfert la compensa.tion avec une pretention

de droit civil qu'iI invoque contre le debiteur du coupon ml\js

qui est contestee par celui-ci.

Diritto di boUo BUlle cedole e impoBta alla lonte : 1. Le contestazioni

tra i1 debitore e il creditore della cedola relative aI trasferi-

mento deU'imposta sono decise dall'Amministrazione federa1e

delle contribuzioni.

.

2. La competenza dell'Amministrazione federale delle contribuzioni

e limitata. all'esame della contestazione di diritto pubblico e

dei punti pregiudiziali ehe deve risolvere per potersi pronuneiare.

3. Non e un punto. pregiudiziale quello di sapere se il creditore

della cedola possa opporre al BUO debito derivante dall'obbligo

deI trasfenmento la compensazione con una pretesa di diritto

civile ch'egli invoca contro il debitore della cedola, il quale

pero la contesta.

A. -

Die Bermann Daetwyler A ... :G. ist von der eidg.

Steuerverwaltung mit Verfügung vom 19. Februar 1946

Bundesrechtliohe Abgaben. N° 61.

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verhalten worden, für verschiedene Steuertatbestä.nde aus

den Geschä.ftsjahren "1940, 1942/43 und 1943/44 Coupon-

abgaben und Quellenwehrsteuern zu entrichten und auf

den heutigen Beschwerdeführer als den Regresspflichtigen

zu überwälzen. In der Betreibung gegen den Beschwerde-

führer hat das Obergericht des Kantons Aargau der

Aktiengesellschaft die Rechtsöffnung verweigert, weil der

Hinweis auf die Abwälzungspflicht im Schreiben der eidg.

Steuerverwaltung vom 19. Februar 1946 keinen Titel für

die Beanspruchung der definitiven Rechtsöffnung begrün-

de; der Regresspflichtige sei im Steuerfeststellungsver-

fahren weder zahlungspflichtig erklärt worden, noch

Partei gewesen. Auch eine Anerkennung der Zahlungs-

pflicht liege, mindestens im Verhältnis zwischen der

regressberechtigten Aktiengesellschaft und dem Regress-

pflichtigen, nicht vor.

Die Aktiengesellschaft wandte sich daraufhin an die

Steuerverwaltung. Diese erliess einen Feststellungsent-

scheid dahingehend, dass der Beschwerdeführer Bermann

Daetwyler der Hermann Daetwyler Aktiengesellschaft

die auf ihn zu überwälzende Couponabgabe und Quellen-

wehrsteuer schulde, Uild bestätigte den Entscheid im

Einspracheverfahren. Der Beschwerdeführer hatte sich

der Feststellung des Anspruches der Aktiengesellschaft

mit der Behauptung widersetzt, die Forderung sei durch

Verrechnung mit privaten Gegenansprüchen an die Gesell-

schaft getilgt worden.

B. -

Hermann Daetwyler erhebt die Verwaltungs-

gerichtsbeschwerde mit dem Antrag, den Einspracheent-

scheid aufzuheben. Er macht geltend, der Abgabebetrag

und die Pflicht der Aktiengesellschaft, die Abgabe auf

ihn zu überwälzen, würden nicht bestritten. In Diskussion

stehe einzig, ob die Forderung der Aktiengesellschaft

durch Verrechnung mit fälligen Gegenforderungen getilgt,

die Überwälzung also bereits erfolgt sei. Hierüber zu

entscheiden stehe der eidgenössischen Steuerverwaltung

nicht zu, da sich ihr Entscheid nur auf Anstände über

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Verwaltungs. und Disziplill8lTeeht-

den Abzug des Abgabebetrages durch den Couponschuld-

ner beziehen könne (Art. 2, Abs. 2 CG). Da hier weder

die ~bgabe, noch die überwälzungspflicht jemals bestritten

gewesen seien, liege überhaupt kein Anstand im Sinne

des Gesetzes vor. -

Wenn man aber annehmen wollte,

es bestehe ein Anstand, so fehle es gleichwohl an der

Voraussetzung für eine Entscheidungskompetenz der

Steuerverwaltung. Denn es gehe um die zivilrechtliche

Frage, ob die Verreohnung vollzogen sei. Wenn sich die

Steuerverwaltung mit dieser Frage befassen wolle, so

müsse sie sie ganz beurteilen, die zivilrechtliche Berech-

tigung der «beiderseits geltend gemachten Verreohmlu"gs-

einreden» behandeln. Eine Beschränkung der Verrechnung

nach Art. 125, Ziff. 3 OR komme hier nicht in Frage, sie

wäre auch unangebracht.

Das Bundesgericht hat die Beschwerde abgewiesen.

A'U8 den Erwäpngen :

1. -

Nach Art. 2, Abs. 2 CG entscheidet die eidgenös-

sische Steuerverwaltung Anstände über den Abzug des

Abgabebetrages durch den Couponschuldner. Ein solcher

Anstand liegt hier vor. Er ergab sich daraus, dass das

Obergericht des Kantons Aargau aus Gründen verfahrens-

rechtlicher Natur den Feststellungen der eidgenössischen

Steuel'\Terwaltung über die Abwälzungspflicht (Brief'vom

19. Februar 1946) die .Anerkennung als Rechtsöftnungs-

titel gegenüber dem Beschwerdeführer versagte. Die

Steuerpflichtige hatte Anspruch darauf, dass die Feststel-

lung der SteuerverwaJtung ergänZt, ihre Regressforderung

von der Verwaltung in einer Form umschrieben werde,

die eine anstandslose Durchsetzung ihrer Abwälztmgs-

pflicht im Rechtsöftnungsverfahren ermöglichte. Die' Ver-

waltung war, nach Art. 2, Abs. 2 CG und Art. 3, Abs. 1

St V, verpflichtet,

de~ Feststellungsentscheid auf ein

Begehren der Steuerpflichtigen hin zu erlassen.

Der Beschwerdeführer hätte das administrative Fest-

stellungsverfahren und die damit verbundenen Umtriebe

Bundesreohtliohe Abgaben. N° 61.

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allerdings dadurch vermeiden können, dass er seine

Regresspflicht vor dem Rechtsöffnungsrichter im Grund-

satz und dem Betrage nach unzweideutig anerkannt und

damit die formellen Bedenken behoben hätte, die den

Rechtsöffnungsrichter zur Verweigerung der Rechtsöffnung

aus Gründen führten, die im Verfahren über die Festsetzung

der Abgabe und über die mit der Abgabeentrichtung ver-

bundenen öffentlichrechtlichen Pflichten lagen. Es hätte

dies der Haltung entsprochen, die er 'jetzt im Beschwerde-

verfahren vor Verwaltungsgericht einnimmt. Nach der

Begründung des Entscheides im Rechtsöffnungsverfahren

fehlte es jedoch an einer genügenden Anerkennung der im

öffentlichen Recht begründeten grundsätzlichen Schuld-

pflicht.

Die eidgenössische Steuerverwaltung war daher zu

dem Entscheide über die Abwälzungspflicht zweüellos

zuständig. Der Beschwerdeführer bestreitet mit 'Recht

nicht~ dass unter Anständen über den « Abzug)) des

Abgabebetrages auch solche über nachträgliche Geltend-

machung des Regressanspruches gehören.

2. -

Die Verwaltung hat es auch mit Recht Q.bgelehnt,

die zivilrechtliche Berechtigung der Verrechnungseinrede

und der dagegen erhobenen Einwendungen zu beurteilen;

sie hat die Parteien hiefm mit Recht an den Zivilrichter

verwiesen (Ziff. 3 des Einspracheentscheides). Die Aus-

führungen unter Ziffer 4 und 5 des Entscheides enthalten

Ansichtsäusserungen, zusätzliche Bemerkungen. Der Ent-

scheid (Feststellung der Schuld aus obligatorischer Über-

wälzung) beruht auf der in Ziffer 1 bis 3 der Erwägungen

enthaltenen Begründung.

:Mit den Einwendungen des Beschwerdeführers hätte

sich die Verwaltung nur zu befassen gehabt, wenn sie

eine VUtfmge zur Entscheidung des öffentlichrechtlichen

8treiWt;tMltnisses betroffen hätten. Der Beschwerdeführer

hätelfi@h zivilreohtliohen Anspruch an die Regressgläubi-

19M zur Verrechnung gestellt. Der Anspruch war aber

~tritten. Es handelte sich daher darum, ob er begründet

398

Verwaltungs- und Disziplin&lTeCht.

sei oder nicht. Das war eine selbständige zivilrechtliche

Streitfrage, die das zwischen den Regressparteien bestehen-

de öfientlich-rechtliche' Schuldverhältnis als solches nicht

berÜhrte. Der Beschwerdeführer hat mit seiner Einwen-

dung im Grunde genommen eine Widerklage erhoben, die

nur deshalb nicht als solche in Erscheinung tritt, weil

in diesem Verfahren der Gegenanspruch zur Verrechnung

gesteUt ... nur bis zur Höhe der eingeklagten öfientlich-

rechtlichen Forderung geltend gemacht wurde. Da es

sich aber um ein bestrittenes Zivilrechtsverhältnis han-

delt, zu dessen Beurteilung der administrative Richter

nicht zuständig ist, und nicht um eine Vorfrage zur Ent-

scheidung über die öfientlich-rechtliche Verpflichtung,

kann die Verrechnungseinrede in diesem Verfahren nicht

geltend gemacht werden. Der' Beschwerdeführer ist für

seine zivilrechtlichen Ansprüche an die Regressgläubigerin

an den zuständigen Zivilrichter zu verweisen.

62. Arr~t du 7 novembre 19-17 dans Ia ca,use Administration

de l'impöt pour Ja defense nationale du Canton de X contre A~

Imp8t pour la deffAUJ6 nationale. Le Mnetice que l'associe retire

de Ja cession de. tout ou partie de sa part dans une socieM

en nom collectif est imposable au titre de revenu.

Wehrsteuer : Gewinne, die der Teilhaber ~ einer KollektivgeSeU-

schaft bei Veräusserung seiner Beteiligung erzielt, bilden

Bestandteile des anrechenbaren Einkommens (Art. 21 Abs. 1

Iit. d WStB).

Imposta per la difesa nazionale: L'utile ehe il somo consegue

daDa cessione di tutta la sua quota 0 d'una parte di essa in

una societa in nome collettivo e imponibile quale reddito.

A. -

L'intime A. est entre en 1934 comme associe

dans la Banque A., B. et Cie, societe en nom collectif.

Au debut de l'annee 1941, la sooMte ne comptait que deux

associes: A., qui d6tenait 97,75 % du ca.pital, et B., qui

detenait le solde. -

Le ler juillet 1941, un nouvel associe,

C., est entre dans la societe. Celle-ci ayant decide de main-

Bundesrechtliehe Abgaben. N° 62.

399

tenir son ca.pital inchange a 250.000 fr., A. accepta de

reduire sa participation' pour permettre l'entree dans la

banque du nouvel associe. C'est ainsi que les parts des

trois associes furent fixees a 48,5 % pour A., a 48,5 %

pour C. et a 3 % pour B. En compensation de cette renon-

ciation a une partie de ses droits, A., en plus de la resti-

t1}.tion d'une partie de son apport, per9Ut de C. une somme

de 100.000 francs. Le l er juillet 1942; un nouvel assocM,

D., entra a son tour dans la societe. Sa part fut fixee a

10 % et obtenue par une reduction correspondante des

parts de A. et de C., le ca.pitaI social restant fixe a 250.000

francs. Outre sa part au capital, le nouvel associe versa

a chacun des associes A. et C. un montant de 12.500

francs.

B. -

Les deux montants de 100.000 et de 12.500 fr.

touches par A. lors de l'entree des deux nouveaux associes,

soit 112.500 fr., furent ajoutes par l'autorite de taxation

a son revenu imposable pour la 2e periode de l'impöt

pour la defense nationale.

Apres une reclamation qui fut rejet6e, A. porta l'afiaire

devant la Commission cantonale de recours (CCR).

Cette demiere, par decision du 17 juillet 1946,. donna

raison a. A. et annula l'impositiondes montants verses

au contribuable par C. et D.

A l'appui de sa decision, la ceR re1evait que les sommes

litigieuses avaient ete versees a. A. personnellement et

non a. Ja SocietEi en nom collectif A., B. et Cle et qu'il

s'agissait des lors ~'un benefice en capital ne pouvant

etre. impose chez un contribuable non astreint a. tenir

des livres, comme c'etait le cas pour A. en ce qui conceme

ses afiaires personnelles.

O. -

L'Administration ca.ntonale de l'impöt pour la

defense nationale a forme en temps utile un recours de

droit administratif, en concluanta. ce qu'il plaise au

Tribunal fedeml annuler la dooision attaquee et dire que

A. sera impose sur les sommes de 100.000 et de 12.500 fr.

re~lUes de C. et de D.