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73_II_171

BGE 73 II 171

Bundesgericht (BGE) · 1947-01-01 · Deutsch CH
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1'10 Sachenrecht. N0 28. dass die in diesem Schreiben enthaltene Mitteilung gemäss der 'Überschrift « An die Erbengemeinschaft Glanzmann » an sämtliche BeJ4agte gerichtet, für sie' alle b~t gewesen sei. Die Ausübungserklärung der Klägerin muss aber als sämtlichen Bekla.gten zugegangen gelten, auch wenn die Empfänger der erwähnten Schreiben den übrigen Beklagten davon keine Kenntnis gaben. ~r streitige Miteigentumsanteilgehört den Beklagten als Gliedern einer Erbengemeinschaft. Wer einer Erbengemeinschaft eine Erklärung abzugeben hat, kann das mit Wirkung für alle gegenüber einem einzelnen Miterben tun, solange ihm wenigstens nicht bekannt ist, dass eine bestimmte Person mit der Vertretung der Erben oder der Verwaltung der Erbschaft betraut ist (vgl. Art. 65 Abs. 3 SchKG). Auf jeden Fall gilt dies für Erklärungen. die der Regel nach nicht· ohne Gefahr aufgeschoben werden können, bis die Namen und Adressen aller· Er:OOn bekannt Sind, wie umgekehrt der einzelne Miterbe befugt ist, als Ver- treter der Erbengemeinschaft zu handeln und namentlich auoh in ihrem Namen zu klagen, wo es darum geht, eine ihr laufende kurze Frist zu wahren oder sonstwie drohenden Schaden durch rasches Handeln von ihr abzuwenden (BGE 58 II 195 ff.). Eine solohe. Erklärung steht hier in Frage. Die Mitteilung an die Erst-, Dritt- und Viert- beklagte wirkte also auch für den Zweitbekla.gten. Die Vorinstanz findet im übrigen IQit Recht, dass es den Beklagten, die die Klägerin pflichtwidrig nioht vom Verkaufe in Kenntnis gesetzt hatten, schlecht anstehe, sich darüber zu beschweren, dass die Klägerin ihnen die Ausübungserklärung nicht gehörig mitgeteilt habe. Das :Vorkauf8l'OOhtist demnach fristgemäss und in :richtiger Weise ausgeübt worden.

6. - Wie schon in BGE 42 II 35 E. 5 ausgesprochen, macht die nachträgliche Aufhebung des Kaufvertrages mit dem Dritten die Erklärung des Vorkaufsbereohtigten, dass er sein Recht ausübe, nicht unwirksam. Dieser Grundsatz gilt ,auch dann, wenn jener Vertrag gemäss BMB der Obligationenrecht. N° 29. 1'71 behördlichen Genehmigung bedurfte. Die Erwägungen, aUf denen er beruht, treffen auch in diesem F8lIe zu. Der Aufhebungsvertrag vom 21. September 1946 ist also für den vorliegenden Rechtsstreit bedeutungslos.

7. - Die Beklagten sind nach alledem verpflichtet, ihren Viteigentumsanteil gemäss den Bestimmungen· des Kaufvertrages mit Tanner auf die Klägerin zu übertragen, sofern die zuständige Behörde diese 'Übertragung geneh- migt. Diese Genehmigung hat schon die Vorinstanz vor- behalten, indem sie erklärte, der mit Tauner vereinbarte VOl"behalt der regierungsrätliohen Genehmigung wirke auch gegenüber der Klägerin. Demnach erkennt das BurulesgerWht : Die Berufung wird abgewiesen und das -Urteil des Obergerichtes des Kantons Luzem vom 23. April 1947 bestätigt. IV. OBLIGATIONENRECHT DROIT DES OBLIGATIONS 2t. urteß der J. Zivilabteilunu vom 4. November 1947 i. S. Witwe Aldo Bertozzl gegen Karrer &: CIe. A.-G. pritJateB K~geackäft im Verkekr 11", Italien. Tat- t.md Recht8frage bei der Ermittlung des Vertra.gswillens (Erw. 2). Die von den zuständigen schweizerischep Behörden erlassenen öfJenIl~ Vor8C1l4iften gelteli zwingendaJs still- schweigend vereinbarter VmragsinhaU (Erw. 3). AUf Grund dieser Vorschriften besteht zwischen dem schweize- rischen Importeur und dem schweizerischen Exporteur ein als Erj6Jlung81J(W8pf'eCMn zu qualifizierendes Vertragsverhältnis. in dessen Rahmen Einreden aus dem Verhältnis zwischen dem italienischen und dem schweizerischen ExpOrteur nicht zulässig sind. (Erw. 4). ~ de compemation privee dans Ze commerce av6C l'Italie. Patt et Moit da.ns la. recherche de 1a volonte eontra.ctuelle (consid. 2). Les~tWn8 de Moit public emctees par les autorites suisses Obligationenrecht. N0 29. ·~mpeten~ doivent ~tre' considerOOs comme faisant;·pa4'Iie. intBgrante . du ~ e~ v~rt.u ~l'un~ clause.tacite (consi~.>3). Sm Ja base de c~ prescnptlOns, il eXlSte entre l'importate1ir' et: J'exportateur suisses u,n. lien contractnel ayant 1e . caraO~ , d'~e prome88t; d'~ et qui, connne telle, ne pennet~' s.1 unportateur suisse d'elever des exceptions tirees deS teIatioIiS' entre l'exportateur italienet l'exportateur suisse (consid. 4). Oper~~'rJi comp6fl8az~ pri,vata nel commeroW con Ntalia. Questioni d~ tatto e que8tiOni di di,ri,tto neUo stabilire qua.Je e Ja volonts. d.ell~ parti con~ra.enti (consid; 2). .... . Le . 'n.0'I'm6 di' diritto pubblwo ema.na.te daUe competenti auOOrit8. SVlZze~ de.bbono considerarsi come parte integra.nte deI con- tratoo m Ylrtu d'una. c1a.~Jatacita.(consid. 3). Sulla.. ~ di qu~te norme, eslSte tra. l'unportatore e l'esporta,tOre SVlZzerl .~: .VlDC?lo contrattua.Je ehe ha il camttere, .d'una. promeaaa !l tl8tlOUZf..one e ehe,' come .tal~, non c~nsente all'iniJildr- taOOre sVlZzero dl soUeva.re eccezlOUl a motlvo delle relazlOni tra l'esportatore italiano e quello svizzero (consid. 4). A. - In zahlreichen Staaten ist aus devi~enpolitischen Gründen durch öfIentlichrechtliche Vorschriften·die Frei- heit zum Abschluss von Handelsgeschäften mit dem: Ausland aufgehoben oder doch erheblich eingeschrähkt worden. Insbesondere darf in vielen Staaten nur beim Vorhandensein genügender Devisen Ware aus dem Aus- land importiert werden. Damit die Möglichkeit der Durch- führung eines Importgeschä:ftes nicht vom mehr oder weniger zufalligen. Vorhandensein genügender Devisen abhängig ist, hat sich im zwischenstaatlichen Wirtschafts- verkehr der Abschluss sogenannter privater Kompensa- tionsgeschäfte herausgebildet. Diese spielen auch dort eine grosse Rolle, wo eine Ordnung des Zahlungsverkehrs zwar zwischenstaatlich vereinbart wurde, aber wegen Kursschwierigkeiten . oder aus andem Gründen nicht fuIik~ tloniert, so ·zuständigen schweizerischen Stelle festgesetzten PreJSen, fmnkQ Schweizergrenze unverzollt, muss vollmitentsprechen ,qne lad6fenderesse«Au Prip.- tempslJS. A. avait a,pportee a sa raison de commerce et Obligationenrecht •. N° 30. 181: fait inscrire le 7 septembre 1945', L'art. 944 al. 1 CO exige notamment que la raison de commerce ({ soit conJ forme a. la verite» et ({ ne puisse indnire enerreur». D'apresTart. 44 aLl OBC, « la raison ne ddit pas contenir de designation· setvant nniquement de reclame » Il appartient'enpremiere ligne·a l'autorite administra- tive preposee an registre du commerce d'assurer, lors de l'inscription d'nne raison· nonvelle, le respect de pres- criptions qui sont inspirees par le sonci de l'interet pnblic (BO 56 I 360). Mais, independamment du contröle admi- nistratif, le titulaire d'nne raison de commerce reguliere- ment inscrite (BO 66 II 265) ale droit d'attaquer devant le jnge une inscription qui contrevient a la loi ou a ror~ donnance, a condition qn'il soit dans le cas d'etre lests par cette inscription. L'art~ 956 al. 2 CO dispose en effet qne « celui qui snbit nn prejudice du fait de l'usage indu d'une raison de commerce peut demander au juga d'y mettreoo». L'«usage indu» vise non seulement l'USU:r~ pation d'nne raison da commerce existante ort l'emploi d'nne raison qui ne se distingne pas suffisamment d'nne raison anterienrement inscrite, mais tonte violation des regles sur la, formation .. des raisons de comm~rce, et par exemple l'emploi de designations inexactes (BO 40 II 130/131 cons. 3). Par ailleurs, l'nsage d'une raison de commerce, meme legitime d'apree les regles sm le registre du commerce, pent constitner un acte de concurrence deloyab1e, au sens de la loi federMe du30>septe1nbre 1943 qui reprime «( tout abua de la concurrence economique result.ant d'une tromperie ou d'un autre procede contraire aux regles de la bonne foi:» (art. l er a1. 1 LCD). Le concurrent qui, de ce fait, est atteint OU menace dans sesinterets materiels peut exercer les actions prevues par l'art. 2 LCD, notam- ment l'action en cessation de l'acte de concurrence deloyale et l'action en suppression de l'etat de fait qui en resuIte. ('Je8 actions appartiennent au concurren1i en sus de celle dont il dispose en vertu de l'a~. 956 a1. 2 CO, (}()mme