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94 Staatsrecht. damit den Grundsatz. verletzt, dass da,s eidgenössische Recht dem kantonalen vorgeht (Art. 2 Überga,ngsbest.
z. BV). Sein Kostenentscheid ist daher aufzuheben. Demnach erkennt da8 Bundesgericht : Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Kostenentscheid des Obergerichts des Kanf,ons Glarus vom 13. März 1946 aufgehoben und die Sa.che zum "neuen Entscheid über die Kosten &ll dieses zurückgewiesen. VI. ORGANISATION DER BUNDESRECHTSPFLEGE ORGANISATION JUDICIAIRE FEDERALE
18. 4.uszug aus dem. Urtell vom 18. Juni 1846 i. S. :Kölb«mer gegen Huber. Art. 860G: Letztinstanzlichkeit eines kBIltonalen Entscheides erst nach Erschöpfung auch der ausserordentlichen kBlltOlialen Rechtsmittel (in caeu der Rechtsverweigerungsbeschwerde). Art. 86 OJ: Une dooision n'est prise en derniere insta.i:tce que lorsque les moyens extraordinaires da droit ca.ntonal ont aussi eM epuises (en l'espece, le recours pour deni de justice). Art. 86 OGP : Una decisione e emBIlata in ultima istanza soltBIlto se BIlche. i rimedi straordinari di diritto .cBIltonale sono stati esauriti (in concreto, il riCOrBO per diniego di giustizia). Die staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung ver- f&Ssungsmässiger Rechte ist gemäss Art. 86 OG -abge- sehen von den darin ausdrücklich bezeichneten Ausnah- men - erst zulässig, nachdem der Beschwerdeführer· von den kantonalen Rechtsmitteln Gebra.uch gemaoht hat. Da,s gilt insbesondere bei Beschwerden aus Art. 4 BV. Der kantonale Instanzenzug im Sinne dieser Vorschrift ist aber nioht schon dann erschöpft, wenn gegen. den Ent- soheid kein k&ntonalesRechtsmittel mehr besteht, das die Prozessreohtstheorie als ordentliohes bezeichnet, sondern. Organisation der BundesrechtspHege. N° 19. 96 erst, wenn der Beschwerdeführer auoh dieausserordent- lichen Rechtsmittel ergriffen hat, mit denen eine Heilung der Verfa,ssungswidrigkeit möglich gewesen wäre. Zu die- sen Rechtsmitteln gehört die Nichtigkeitsbeschwerde we- gen Verletzung klaren Re'Chts oder offensiohtlich willkür- licher tatsächlicher Feststellungen, ferner, falls Willkür geltend gemaoht werden will, auch eine Rechtsverwei- gerungsbeschwerde, mit der materielle Reohtsverw-eige- rung, d~ h. offensiohtliche Verletzung, Missachtung klaren Rechts gerügt werden kann. DM galt schon unter der Herrschaft des aOG (vgl. für dieNichtigkeitsbeschwerde BGE 51 I 51 ; Urteile vom 18. Januar 1935 i. S. Stift Bero- münster, 5. Oktober 1942 L S. Buchmann und 28. August 1944 i. S. Bühlmann;. für die Rechtsverweigerungsbe- sohwerde BGE 67 I 213 Erw. 1 ; Urteil vom 26. Mai 1939
i. S. Sturzenegger; GIAOOHETTI, Verfassungsgerichtsbar- keit S. 129 f. ; PETER, Die Erschöpfung des kantonalen Inst&nZenzuges S. 84 f.). Gleiohes gilt für Art. 86 00, der lediglich die bisherige Praxis bestätigt (Urteile vom
10. Dezember 1945 i. S. Vogel, 11. März 1946 i. S. Lang,
8. April 1946 i. S. Protakta). Der Entsoheid in 'BGE 51 III 193, auf den der Besohwerdeführer sich für seine ab- weichende Meinung beruft, bezieht sich auf die zivilrecht- liehe Besohwerdedes Art. 87 aoo, für die - ebenso wie für die 'Berufung ---,- der kantonale Entscheid nach bishe- rigem wie nach geltendem Reoht sohon da.nn.letztinstanz- lieh ist, wenn kein ordentliohes Rechtsmittel mehr zur Verfügung steht.
19. Auszug aus dem. Urteil vom 27. Mal 1~ i. S. Hengge gegen Hohl. Bei Beschwerden wegen Verweigerung der Rechtsöffnlmg ~ diese bei BegrüDdetheit der Beschwerde vom Bundesgencht nur da.nn selbst erteilt, wenn ihm freie Öberprüfung zusteht, nicht auch bei Beschwerden aus Art. 4 BV. Le Tribunal federaJ. saisi d'un recours contre un refus de· mam- levee n'accorde Iui m~me Ja mainlevee. en cas d'admission du
Staatsrecht. recours, que lorsqu'illui appartient de revoir librement le litige. Il n'a pasqualite pour l'accorder lorsque le recours est simple- letnent fonde sur l'art. 4 Const. fed. Il 'lTibunale federale, adito con un ricorso contro il rmuto deI ngetto dell'opposizione, a.ccorda, nel caso di accoglitnento deI .ricorso, questo rigetto, soltanto se puo sindacare liberamente Ia contestazione e non anche se si tratti d 'un ricorso basato sulI'art. 4 CF. Bei staatsrechtlichen Beschwerden wegen Verw~igerung von Rechtsöffnung, bei denen dem Bundesgericht freie Überprüfung zusteht, wird bei Gutheissung der Be- schwerde die Sache nicht zur AusfäDung eines neuen· Ent~ scheides an die kantonalen Instanzen zurückgewiesen, sondern bei klarer Rechtslage die Rechtsöffnung mit dem Entscheid über die Beschwerde erteilt, so bei Beschwerden aus Art. 61 BV, wo das Bundesgericht bei Verweigerung der Rechtsöffnung für ein ausserkantonaJes Urteil über die richtige oder unrichtige Anwendung der Art. 80 und 81 SchKG zu befinden hat (BGE 38 I 506 und die dort ge- nannten früheren Urteile; 42 I 101; 53 I 64 Erw. 5, 71· I 27 Erw. 6), ferner bei Beschwerden wegen Verletzung einer konkordatsmässigen Vollstreckungsverpfiichtung (BGE 51 I 447, 54 1 31, 130) oder eines staatsvertragllchen Voll- streckungsanspruchs (BGE 39 I 632, 57 I 438). Wo,wie bei Verweigerung der Rechtsöffnung fm ein im Kanton selbst erlassenes Urteil bloss zu prüfen ist, ob die Verwei- gerung der Rechtsöffnung Art. 4 BY verletzt, steht der Gewährung derselben durch das Bundesgericht selbst der grundsätzlich kassatorische Charakter der· staatsrecht- lichen Beschwerde aus Art. 4 BV entgegen (BGE 69 I 150 Erw. 1). In diesen FäDen ist nach der neuern Rechtspre- chung des Bundesgerichts, auch bei im übrigen klarer Rechtslage, die Sache bei Begründetheit der Beschwerde zu neuer Entscheidung an die kantonale Instanz zurück- zuweisen (Urteil vom 29. Januar 1945 i. S. Consorzio strada forestale Locamo-Monti, nicht veröffentJicht). Das gegenteilige Urteil in BGE 57 I 266 ist dadurch überholt~ Auf die Beschwerde ist daher insoweit nicht einzutreten, Organisation der Bundesrechtapflege. N° 20. -97 aJsd.&mit verlangt wird, das Bundesgericht habe im 4ie Beträge, für die die Rechtsöftnung zu Unrecht verweigert WUJ.iie, die verlangte Rechtsöftnung selbst zu bewilligen.
20. Extralt de I'uret du 15 ami 1946 dans la. Cause Soclete des cafetiers ct restaurateurs du eanton de Geneve contre Conseß d'Etat du canton de Geneve. QualiU powr agir par la wie du recour8 de droit public (art. 4 et 32 quat. CF ; art. 88 OJ). Las aubergistes et leurs associations professionnelles n'ont pas quaJite pour attaquer par la voie du recours de droit public, en alleguant l'absence de besoin, la. decision par laque11e l'autO- rite ca.ntona.le accorde la. patente pour l'ouverture d'une nou- velle auberge (cha.ngement de jurisprudence). Legitimation zur BtaatBreehtZichen Be&ehwerde (Art. 4 und 32~ quater BV, 88 00). . Wirte und Wirteverbände sind nicht legitimiert, die Erteilung des Patentes IUr einen neuen Wirtschaftsbetrieb mit der staats- rechtlichen Beschwerde wegen willkürlicher Annahme eines Bedürfnisses anzufechten (Äilderung der Rechtsprechung). Veste per in'lerpOrre 1'ioor80 di diritto pubblioo (art. 4 e 32 quat. CF; art. 88 OGF). Gli· a.lbergatori· e le loro associazioni professiona.li non hanno veste per impugna.re medi~te ricorso di diritto pubblico, allega.ndo l'assenza d'un bisogno, la decisione con la. qua.le l'autoritli ca.ntonaJe accorda la. patente per l'apertura d'un nuovo rieto- l'&llte (ca.mbiamento di giurisprudenza.). Risume des faita : La 4 janvier 1946, ]e Conseil d'Etat du canton de Geneve a autorise la Socit~te oooperative suisse de oonsommation
8. ouvrir un restaurant· populaire et 8. servir des boissons aJoooliques « aux personnes qui prendront le dej~uner ou le diner, mais cela exclusivement aux heures de ces deux repas ». Contre cette decision, la Societe des oafetiers etrestau- rateurs du oanton de Geneve a forme un reoours de droit publio. Elle allegue que le Conseil d'Etat aurait applique arbitrairement la loi genevoise, selon laquelle l'ouverture de nouveaux debits de boissons aloooliques n,e peut etre 7 AS 72 I - 1946