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2t2 Staatsrecht.
51. Urteil vom 28. November 1948 i. S. Sutter' gegen Hunold undKantoml~rlcht des Kantons Sehwyz. Legitimation zur 8taatsrechtlichen Beschwerde (Art. 88 OG). Wer. wegen Ehrverletzung' Klage auf Bestrafung des Täters erhoben hat, ist zur staatsrechtlichen Beschwerd~ gegen ejn freisprechendes Urteil selbst dann nicht legitimiert, wenn' die Klage .nach dem massgebendenkantonalen ,&echt. i~Zivilpro zessverfahren durchzuführen ist. QualiU powr agir par la voie dtu recour8 de dro.it public (art. 880J). Celui qui porte plainte penale pour delit contre l'honneur n'a pas qualiM pour former un recoursde droit public' contre urr Jugement. d'acquittement, mame lorsqut;l, d'apres le droit. cahtonal applicable, l'affa.ire doit atre im!truite selon les regles de la procedure civile. . . Veste per interporre ricorso di diritto pubblico (art. 88 OGF); Chi sporge querela penale p~r un reato contro l'on()re non,lla veste per inoltrare un ricorso di diritto pubblico contro una sentenza di assoluzione, anche se, giusta'il diritto cantoilale applica.bile; la causa. dev'essereistruita secondo le norme delJ:a procedura civile. A. - Der Beschwerdeführer Johann Sutter-Leu reichte gegenEmil HunoldcKlage wegen Ehrverletzungein .. Das Bezirksgericht March erklärte den Beklagten der üblen Nachrede im Sinne von Art, 173 StGB schuldig, nahm aber von. einer Bestrafung Umgang" auferlegte die Gerichts- kosten beiden Parteien je zur Hälfte und schlug die ausser- rechtlichen Kosten wett. Sutter legte· gegen diesen Ent- scheid Berufung ein mit dem Antrag, der Beklagte sei zu bestrafen und zur ;Bezahlung sämtlicher Gerichtskosten sowie einer Parteientschädigtmg an den Kläger zu verur- teilen.Das Kantonsgericht von Schwyz wies die Berufung ab und sprach den Beklagten, der nicht appelliert hatte, von Amteswegen von Schuld und Strafe frei unter Auf~ erlegung der zweitinstanzlichen Kosten an den Kläger. B. - Mit rechtzeitiger staatsrechtlicher Beschwerde beantragt Sutter; dieses Urteil des Kantonsgeriohts sei aufzuheben mit der Massgabe, dass der Beklagte der üblen Nachrede scbuldig zu erklären und zu bestrafen sei. Nach schwyzerischer Rechtsauftassung habe der Staat an der Verfolgung von Ehrverletzungen kein eigenes Interesse. Verfahren. N!' 51. 293 Das komme darin zum Ausdruck, d.ass :Ehrverletzungs- klagen ohne Vorbehalt imZivilprozessverfahren(§·2ZPO) und daher gemäss der Verhandlungsmaxime (§§ 15~ ff. ZPO) durchzuführen seien.' Das' Kantonsgericht habe durch die.' Freisprechung gegen die klare Vorschrift des § 157 ZPOverstossenund dem Bekla~n in willkürlicher Weise mehr zugesprochen, als er selbst verlangtihabe. Zudem habe es den Tatbestand willkürlich gewürdigt. Das . Bundeagericht zieht in Erwägung : Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 69 I 17ff.; 70 I 78 ff.) ist der durch eine strafbare Handlung Geschädigte nicht legitimiert, gegen einen Einstellungs,. beschluss oder ein .freisprechendes Urteil staatsrechtliche Beschwerde zu erheben; selbst wenn er im kantonalen Ver:- fahren als ,Privatstrafkläger allein an· Stelle des' nicht·in Funktion tretenden öffentliohen Anklägers aufgetreten ist;; Im Urteil BGE 69 189 H. wurde entschieden,: dass zu sol:- cher Beschwerde auch derjenige grundsätzlich nicht legi- timiert sei, der wegen Ehrverletzung geklagt habe, doch wurde dabei offen gelassen, ob dies auch gelte, wenn die Ehrverletzung im Zivilprozessverfahren zu' verfolgen ist. Da das nach § 2 Abs.l schwyz. ZPO für die vom Beschwer- deführer eingeklagte Ehrverletzung zutrifft, muss die Frage heute entschieden werden. Sie ist zu bejahen. Der Staat hat allerdings· an der' Verfolgung von Ehrverletzungen irl der Regel nur' ein geringes Interesse. Das älldert jedoch nichts daran, dass die auf Bestrafung des Täters gerichtete Klage des Verletzten, selbst wenn sie nach dem mass': gebenden kantonalen Recht . im Zivilprozessverfahren durchzuführen ist, eine Strafklage darstellt' (weshalb z. B. dem Beklagten von jeher die Berufung auf Art. 59 BVver- sagt wurde.; BGE 14 S. 28, BURCK.1IARDT, Koniin. zux 1}V R549).Der mit dieser Klage geltend gemachte sog~ Straf- anspruch ist nach dem StGB.· öffentlich-rechtlicher Natur und stebt, a.ls Befugirls und Pflicbt zur·Verh@gung eiJ;tel' Strafe,ausscbliesslich dem Staate zu,unabhängig vom 18' Staatareoill;. Verfahren, das die Kantone. zu seiner Geltendmachung zur Verfügung stellen. Daher kann der in seiner Ehre Verletzte, wenn er im Wege des Zivilprozesses vorzugehen hat, wohl dur~h Rückzug der Klage (worin zugleich ein Rückzug des Strafantrags liegt,Art. 31 StGB) von der Verfolgung des Täters absehen, ist aber, wenn der Täter einmal rechtskräftig verurteilt wurde, nicht befugt, auf die Voll- streckung des Urteils zu verzichten. Geht es somit auch bei der im Zivilprozessverfahren durchgeführten Ehrver- letzungsklage ausschliesslich uni den staatlichen Straf- anspruch, so kann ein Urteil, das diesen verneint, aus den in BGE 69 I 17 ff. und 89 ff. näher ausgeführten Gründen vom Kläger nicht durch staatsrechtliche Beschwerde ange- fochten·werden. Dass ihm kantonale Rechtsmittel und die Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des Bundes- gerichts zur Verfügung stehen, ist be1anglos, denn die Legi- timation zur staatsrechtlichen Beschwerde ist davon unab- hängig ; sie beurteilt sich selbständig nach den dafür auf- gestellten Vorschriften des OG (BGE 69 119 E. 1 am Ende, 59 I 80). Demnach erkennt das B'Undesgeri~kt : Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
62. Arr~t du 5 deoombre UMS dans la cause Nleoletcontre Cour de eassadon penaIe du canton de Frlbourg. Recowr8 de droit public; delai. . Que faut,il entendre par notification d'office au sens de l'art. 89 a1.20J t L'envoi, prescrit par l'art.272 aI. 1 PPF, d'une expedition dem .d6cision ne Iui est pas assimilabie. Prist zur Btaat8rechtlichenBeschwerde. . Nachträgliche. Zustellung der ~tscheidungsgr?nd~ ~on Amtes ,wegen (Art. 89 Aha. 2 OG). NIcht als solche gilt dIe m Art. 272 Aha. 1 BStrP vorgeschriebene . Zustellung einer schriftlichen Ausfertigung des Entscheids; Termine per l'inoltro ~ ricor8o di diritto pubblieo. ehe ·cosa devesi intendere per notificazione d'ufficio a' sensi dell'art.89cp. 2 OGF? . L'invio (prescritto dall'art. 272 cp. 1 PPF) deI testo scritto della dooisione non e una notifica.zione a' sensi dell'art. 89 cp. 2 OOF. Verfahren. N0 52. Le Tribunal criminel de Ja GIAne a condamne Meinrad Nicolet, le 3 mai 1946, 8,14 mois d'emprisonnement en vertu de l'art. 122CP. Par arret du 16 juin 1946, la Cour de cassation panale du canton de Fribourg a rejete le reooui's forme par le prevenu. Nicolet s'est pourvu. en nullite, le 4 juillet 1946, 8, ItL Cour de' cassation . du. Tribunal federal. Invoquant l'art. 4 CF, il adepose, en outre.le 11 septembre 1946, un reoours de droit public. Ilreleve notamment qu'une expedition oomplete de l'arret attaque ne lui' a et6 oommuniquee que le 12 aoilt. Le ProC1Irelir general du canton de Fribourg' a conclu 8, l'irrecevabiliteet, 'subsidiairement, au rejet du reoours. OO'MüUranten droit:
1. - Statuant que l'acte de recours doit, etre depose dans les trente jours des la communication, « selon .le droit can~nal », de l'arrete ou de la decision attaques, l'art. 89 a1. 1 de la loi federale d'organisation judiciaire du 16.decembre 1943 a oonsacre la jurisprudence fondee 'sur Pancien art. 178 eh. 3 OJ (RO 63 I 21, 39 I 55). 01,', le Tribunal federal avait juge que, s'agissant de prononces penaux, la lecture du dispositif en audience· publique equivalait, selon la proeedure fribourgeoise, 8, la eom.mu- nication prevue par cedernier article et constituait,des lors, le point de d6part du delai da reoours (arret Vieceli et Burgi du 9 juin 1933). Il en est done de meme sous l'empire de l'art.89 a1. 1 OJ nouv. Presents 8, l'audience du 26 juin 1946, Nicolet et son mandataire ont assiste 8, la lecture du dispositif de l'artet rendu. Le delai de reeours institue par l'art .. 89 a1. 1 OJ a oommence de oourir ce jour-la. Interrompu pa],' les feries judiciaires (art. 34 a1. 1 OJ), il expirait le 27 &out 1946, alors que le recours a ettS remis a la poste le 11 septembre.
2. - Nicolet conteste neanmoins avoir agi tardive- ment. Ayant re9u, le 12 aout, une expedition complete de l'arrete defer6, il invoque le 2e a1. de l'art. 89 OJ.