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68_III_172

BGE 68 III 172

Bundesgericht (BGE) · 1942-10-09 · Deutsch CH
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Rechtliche Schutzmaasnahmen für die Hoteliudustne. N0 46.

falls auf Ablauf der 8tundungsmassnahmen hin, geöffnet

werden könnte, oder· es müssen doch die nötigen Mittel

vorhanden oder zugesichert sein, ja irgendwie zur Verfü-

gung der durch die Stundung in Mitleidenschaft gezogenen

Gläubiger oder eines Treuhänders gestellt werden, so dass

spätestens auf den Ablauf der Stundung hin das Hotel zur

Wiederaufnahme des Betriebes bereit gestellt werden kann.

Hiefür müsste sogar eine blosse Verpachtung genügen,

wenn einem hinreichend zuverlässigen Pächter der volle

Unterhalt auferlegt werden könnte, oder wenn der Pacht-

zins in erster Linie hiefür angelegt würde. Allein in dieser

Beziehung vermag die Rekurrentin auch nicht den gering-

sten Anforderungen zu entsprechen... (wird näher ausge-

führt).

Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkur8kammer:

Der Rekurs wird abgewiesen.

46. Auszug aus dem Entscheid vom 9. Oktober 1942

1. S. Hold und Genossen.

Hote1schutzverordnung vom 19. Dezember 1941 :

Die Voraussetzungen gemiiss Art. 1 sind von der Nachlassbehörde

von ~tes. wegen zu prüfen, llD;abhängig von der Stellungnahme

der GläubIger und der SchweIzerischen Hoteltreuhand-Gesel1-

schaft.

Würdigkeit ~es Hoteleigentümers (Art. 1, b) als besondere Voraus-

setzung.

-

Ordonnance instituant des mesures juridiques temporaires en

faveur de I'industrie höteliere et de la broderie du 19 decembre

1941 :

L'autorite da concordat doit d'office rechercher si les conditions

posees A l'art .. l er sont rea.lisees, quelle que soit I'attitude prise

par les creanciers et la Societe fiduciaire suisse pour l'hötellerie.

Le proprietaire de I'hötel doit notamment ren<lre 'vraisemblable

qu'il est digne d'une aide (art. l er leUre b).

Ordina.nza 19 dicembre 1941 ehe istituisce misure giuridiche

tel!lP?ran~ a favore del1'industria degli alberghi e di quella

del.ncaml:

L'autoritA dei coneordati deve esa.minare d'ufficio se sono soddi-

~atte le cond~ioni .previste dall'art. I, qualunque sia la posi-

ZlOne press. dal creditori e della SoeietA fiduciaria dell'industria

svizzera degli alberghi.

In particolare il prorrietario dell'albergo deve rendere verosimile

eh'egli EI degno d aiuto (art. 1 lett. b).

Rechtliche Schutzmassnahmen für die Hotelindustrie. No 46.

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A'U8 den ErwiJ,gungen :

Im Anschluss an bisherige Krisenerlasse billigt die

Verordnung vom 19. Dezember 1941 den Eigentümern

von Hotels besondere Schutzmassnahmen zu, wozu ange-

sichts der Notlage dieses Gewerbes nicht einmal eine zu-

stimmende Gläubigermehrheit gefordert wird. Um solcher

Hilfe, die sich als Ausnahmerecht darstellt, teilhaftig zu

werden, muss der Gesuchsteller bestimmte Voraussetzun-

gen erfüllen, nämlich :

« a) dass er ohne eigenes Verschulden infolge der Wirt-

schaftskrise seine Verpflichtungen nicht mehr oder nicht

mehr voll erfüllen kann;

b) dass er der HUfe würdig erscheint;

c) dass die beantragten Massnahmen geeignet sind, ihm

die Fortführung oder die Bereitstellung des Betriebes zu

ermöglichen. » (Art. 1 der Verordnung).

Diese Voraussetzungen sind vom Gesuchsteller glaubhaft

zu machen. Sie sind also nicht einfach zu vermuten.

Wenn Tatsachen, welche eine dieser Voraussetzungen in

Frage stellen, aus den Akten hervorgehen, hat die Nach-

lassbehörde dies von Amtes wegen zu beachten und nötigen-

falls Abklärung zu schaffen, so gut wie hinsichtlich der

Voraussetzungen der Genehmigung eines Nachlassvertra-

ges nach Art. 306 Ziffer 1 SchKG. Das gilt insbesondere

auch bei Beurteilung der Sanierungswürdigkeit. Der Ge-

danke wäre unerträglich, dass öffentliche Mittel einem

Hotelier zugute kommen sollten, der unwürdig ist. Diese

allgemeinen Interessen hat die Nachlassbehörde zu wahren,

gleichgültig ob die Gläubiger ebenfalls darauf Bedacht

nehmen oder nicht, und gleichgültig ob die SHTG an den

fu Betraoht kommenden Tatsachen Anstoss nimmt oder

nicht. Hiet liegen übrigens bestimmte Behauptungen von

Bürgen Vor, die sich den Gesuchsbegehren schon vor der

Nachlä13sbehörde ausdrücklich widersetzten, und deren

Afittagsrecht ausser Zweifel steht (vgl. Art. 35-39, 41,

42, 44, 45 der Verordnung).

Unwürdigkeit ist nun stets dann anzunehmen, wenn der

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Besondere Nachlaasverfahren (Banken). N0 47.

Hotelier die Ausgaben nicht auf das äusserste einschränkt,

bevor er seinen Gläubigern Opfer zumutet, sei es dass er

unnötige Neuinvestitionen oder zu gros se Bezüge für sich

selbst macht. Wer auf Kosten der Gläubiger gross lebt, ist

der Sanierung nicht würdig.

.. . . . . .. . .. . . .. . .. . . . ..

.. . .. . .. .

Ob die geschilderten Tatsachen kausal waren für die

Nachlassbedürftigkeit, ist unerheblich. Die Frage nach der

Würdigkeit (Art. 1 lit. b der Verordnung) ist unabhängig

von der Frage, ob der Gesuchsteller seine Notlage ver-

schuldet habe (Art. llit. a). Die Würdigkeit bestimmt sich

darnach, ob der Gesuchsteller nach seiner bisherigen Hand-

lungsweise den besondern Schutz verdient. Das ist abzu-

lehnen, wenn er Vermögen oder Erträgnisse des Geschäftes

ungeachtet bestehender Verbindlichkeiten für Unnötiges

ausgegeben, insbesondere wenn er zu hohe Privatbezüge

gemacht hat. Letzteres fällt übrigens teilweise ausserdem

unter Art. 18 b der Verordnung.

C. Besondere Nacblassverfahren (Banken).

ProeMures speciales de concordat (Banques).

WEISUNGEN DER SCHULDBETREIBUNGS-

UND KONKURSKAMMER

INSTRUCTIONS DONNEES PAR LA CHAMBRE

DES POURSUITES ET DES FAILLITES

47. Instructions donnecs par la Chambre des poursuitcs etdes

laHlites du Tribunal federal a la Commission de liquidation

de la Banque de Montreux, Ie 28 novembre 1942.

Art. 42 de l'oraonnance du Tribunal jediral concernant la proce-

dure de concordat pour les banques et les caisses d'epargne du

11 avril 1935.

'

1. Si les liquidateurs estiment pouvoir utiliser d'une maniere

plus profitable pour la masse las dividendes provisoires qui

Besondere Nachlassverfahren (Banken). N° 47.

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salon l'art. 42 al. 1 devraient ~tre normalement consignes, il

leur est loisible de le faire sous leur responsabiliM, mais ils

restent tenus de les payer aux ayants droit a premiererequi-

sition.

2. Le delai de prescription de dix ans prevu a l'art. 42 al. 2 com-

mence a courir pour chaque creancier du jour on nait son droit

a la perception' du dividende. En cas de distributions provi-

soires chacune d'elles fait courir un delai special. Tant que la

liquidation n'est pas terminee, c'est aux liquidateurs et non pas

a l'office des faillites a procMer a la repartition des dividendes

c prescrits Ja.

Verordnung des Bundesgerichts vom 11. April 1935 betreffend daIJ

Nachla88Verfahren von Banken und SparkaIJsen:

1. zu Art. 42 Abs. 1: Glauben die Liquidatoren, Beträge aus

Abschlagsverteilungen, die nach dieser Vorschrift zu hinter-

legen sind, nützlicher im Interesse der Liquidation veDVenden

zu können, so tun sie es auf eigene Verantwortung. Sie bleiben

zur Auszahlung an die Berechtigten auf erstes Begehren ver-

pflichtet.

2. zu Art. 42 Abs. 2 : Die hier vorgesehene Verjährung von 10 Jah-

ren beginnt für jeden Gläubiger vom Tage der Entstehung seines

Bezugsrechtes an zu laufen. Mit jeder Abschlagsverteilung

kommt eine besondere Frist in Gang. Die u verjährten» Betreff-

nisse können, solange die Liquidation dauert, durch die Liqui-

datoren statt durch das Konkursamt verteilt werden.

Regolamento 11 aprile 1935 del Tribunale federale concernente

la procedura del concordato per le banehe 6 113 caBS6 di risparm,io :

1. ad art. 42 cp. 1 : Se i liquidatori ritengono di poter impiegare

in modo pin utile aHa massa dividendi provvisori ehe secondo

quest'articolo debbono essere depositati, possono impiegarli

sotto loro responsabilita, restando tenuti a versarli immediata-

mente agli interessati su loro richiesta.

2. ad art. 41 cp. 2 : La prescrizione di dieci anni comincia a decor-

rere per ogni creditore dal giorno in cui nasce il suo diritto alIa

riscossione. In oaso di distribuzioni provvisorie, ciascuna di

esse da inizio ad un termine speciale di prescrizione: I dividendi

prescritti possono essere distribuiti, finche dura la liquidazione,

dai liquidatori invece ehe dall'ufficio dei fallimenti.

Par requete du 20 octobre 1942, la Commission de liqui-

dation de la Banque de Montreux a demande a. la Chambre

des poursuites et des faillites du Tribunal federal de deci-

der:

« a) que les dividendes non pervus et non encore pres-

crits et dus par la Banque de Montreux en liquidation

concordataire ne devront etre consignes a la Caisse can-

tonale des depots et consignations on aupres de la Banque

Nationale Suisse qu'apres la clöture de la liquidation,

» b) que les dividendes prescrits sont acquis a. la Banque

de Montreux en liquidation concordataire et seront repartis