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65_II_183

BGE 65 II 183

Bundesgericht (BGE) · 1939-03-22 · Deutsch CH
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Prozessrecht. N° 38.

a la Cour de Justice « pour statuer sur les domma.ges-

interets dus au demandeur, par la defenderesse et sur

les depens des instances cantonales ».

Le 9 juin 1939, la Cour de Justice a renvoye la cause

au Tribunal de premiere instance pour statuer,sur les

dommages~interets et les depens de premiere instance et

condamne la defenderesse aux depens d'appel.

La S. A. Sadec a adresse au Tribunal federal, le 6juillet

1939, une demande d'interpretation par la quelle elle

concluait a. ce qu'll plot au Tribunal :

« dire s'il n'est pas exact que l'amt du 22 mars 1939

dans la cause Casimir BaUmer cjSadec S. A. comportait

qu'aucune decision sur les depens ne fftt prise par 1es

instances inferieures avant la decision au. fond et en

relation avec cette derniere ».

Considemnt en droit :

que, conformement a l'art. 99 al. 2 OJ, « L'interpre-

tation d'un amt du Tribunal federal qui renvoie la cause

au Tribunal cantonal ne peut etre demandoo qu'entant

que ce dernier n'a pas encore rendu son jugement)),

que, fondoo sur l'arret du Tribunal federal du 22 mars

1939, la Cour de Justice civile a prononce sans recours

cantonal possible sur les depens d'appel,

que, sur ce point, l'arret du 22 mars 1939 ne peutdonc

plus, conformement a la disposition precitoo, faire l'objet

d'une demande d'interpretation,

qu'il sera neanmoins loisible a la .S. A. Sadec de sou-

mettre au Tribunal federni, le cas ecMant, la question

des depens d'appel en meme temps que le fond,

pa?' cu moti/8, le TTibunal /6Ural

declare la demande d'interpretation irrecevable.

Prozessrecht. N° 39.

39. Urtell der I. Zivllabtellung vom is. November 1939

i. S. Heimat A.-G. gegen Sommer.

, 183

Btreitwert, Art. 59 OG: Massgebend ist das wirkliche vermögens-

rechtliche Interesse der Parteien.

Valeur litigieuse, art. 59 OJ: C'est l'interet patrimonial rOOl

des parties qui est determmant.

Valore litigioso, Art. 59 OGF: Determinante e l'effettivo inte-

resse patrimoniale delle parti.

A. -

Der Kläger Sommer schloss am 30. November

1934 mit der beklagten Bausparkasse einen Darlehens-

vertrag über Fr. 14,000:- ab zwecks Ablösung von

Grundpfandschulden. Er leistete Anzahlungen im Betrage

von insgesamt Fr. 216.-. Dann steUte er die Zahlungen

ein und erklärte, den Vertrag wegen Täuschung, eventuell

wegen Irrtums anzufechten. Die Beklagte bestritt die

Berechtigung der Vorwürfe des Klägers und erklärte

ihrerseits den Rücktritt vom Vertrage wegen Nicht-

erfüllung der Zahlungsverpflichtungen durch den Kläger.

B. -

Mit der vorliegenden Klage verlangt der Kläger

die Feststellung der Unverbindlichkeit des Darlehens-

vertrages und die Verpflichtung der Beklagten zur Rück-

erstattung seiner Anzahlungen von Fr. 216.- sowie

Fr. 6.- für ein Zeitungsabonnement, nebst 5 % Zins seit

den Einzahlungsdaten.

.

Die Beklagte beantragte Abweisung der Klage und

erhob Widerklage auf Bezahlung von Fr. 273.60 nebst

5% Zins seit 20. November 1935.

C. -

Das Obergericht des Kantons Aargau schützte

mit Urteil vom 6. Oktober 1939 die Klage im vollen Umfang

und wies die Widerklage ab.

D. -

Gegen dieses Urteil reichte die Beklagte die

Berufung an das Bundesgericht ein mit dem erneuten

Antrag auf Abweisung der Klage und Gutheissung der

Widerklage. Sie beziffert den Streitwert auf Fr. 14,000.-.

184

Prozesarecbt. N° 39.

Das Bunde8gericht zieht in Erwägung :

Bei der Berechnung des Berufungsstreitwertes in ver-

mögensrechtlichen Streitigkeiten ist nach Art. 59 OG auf

das vermögensrechtliche Interesse abzustellen, welches

für die Parteien unmittelbar vor dem Entscheid der

Vorinstanz auf dem Spiele stand. Auf Grund dieser Über-

legung ist das Bundesgericht dazu gelangt, z. B. in Kollo-

kationsstreitigkeiten als Streitwert nicht den Nominal-

betrag der streitigen Forderung, sondern die mutmass-

liche Konkursdividende zu betrachten (BGE 65 III 28,

65 II 41), und in Erbschaftsstreitigkeiten zwischen der

Erbengemeinschaft und einzelnen Erben den auf diese

entfallenden Anteil der streitigen Forderung von der

Streitsumme abzuziehen (BGE 65 II 89).

Wendet man das diesen Fällen zu Grunde liegende,

oben genannte Prinzip auch auf den vorliegenden Fall an,

so ergibt sich ohne weiteres, dass der Auffassung der

Beklagten, der Streitwert betrage Fr. 14,000.-, nicht

zugestimmt werden kann. Wie die Vorinstanz, die sich

mit der Frage des Streitwertes bei der Festsetzung der

ausserrechtIichen Entschädigung zu befassen hatte, zu-

treffend ausführt, ist der Darlehensvertrag nach der

A.uffassung beider Parteien dahingefallen, so dass sich

der Streit nicht etwa um die Auszahlung oder Nichtaus-

zahlung der Darlehenssumme von Fr. 14,000.- dreht.

Streitig ist vielmehr einzig noch, ob die Beklagte dem

Kläger wegen Unverbindlichkeit des Vertrages seine

AnzalIlungen von Fr. 216.- + Fr. 6.- zurückzuerstatten

habe, oder ob der Vertrag durch den Rücktritt der Beklag-

ten aufgehoben sei und sie deshalb vom Kläger den für

diesen Fall vorgesehenen Beitrag an die Propaganda-

kosten in der Höhe von Fr. 490.- abzügJich seiner Ein-

zalIlungen fordern könne. Der Streitwert beträgt somit

für die Hauptklage Fr. 222.-, für die Widerklaga

Fr. 490.-, erreicht also den erforderlichen Berufungs-

lIIotorfo.lrrzeugverkebr. N° 40.

1M

streitwert von Fr. 4000.-, bezw. Fr. 8000.- bei weitem

nicht. Auf die Berufung ist daher nicht einzutreten.

Demnach erkennt da8 Bunde8gericht :

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

Vgl. auch Nr. 21. -

Voir aussi n° 21.

VI. MOTORFAHRZEUGVERKEHR

cmCULATION DES VEIDCULES AUTOMOBILES

40. ARet de Ja Ire Seetion elvlle du 28 septewbre 1939

dans la causa Sarteur c. Zufierey.

ReBp0n8abiliti du detenteur d'un vekicule automobile:

Application de l'art. 37 LA dans un CRS Oll un accident causa par

l'emploi d'un camion automobile s'est produit sur un chantier,

a. l'endroit Oll ce chantier d6bordait sur la «voie publique»

(art. I LA); consid. 1.

Faute des ouvriers qui etaient charges de guider le chauffeur par

signes; consid. 2.

Ces ouvriers etaient-ils des « tiers» (art. 37 aI. 2 i.f. et aI. 6 LA),

dont la faute attenue la responsabilite du d6tenteur l'Consid. 3.

Haltbarkeit dß8 Autohalters :

Anwendbarkeit von Art. 37 MFG auf einen durch einen Lastwagen

verursachten Unfall auf einem Werkplatz, der auf eine öffent-

liche Strasse übergreift (Art. 1 MFG); Erw. 1.

Verschulden der Arbeiter, welche den Lenker durch Zeichen zu

führen hatten; Erw. 2.

Waren die Arbeiter« Dritte 11 (Art. 37 Abs.2 i.f. und Abs. 6 MFG),

deren Verschulden die Haftbarkeit des Halters mildert ?

Erw.3.

Responsabilitd del detentore di un autoveicolo :

Applicazione delI'art. 37 LCAV nel caso di un infortunio causato

da un autocarro nella parte di un cantiere che sporge sulla

strada pubblica (art. 1 LCAV); consid. 1.

Colpa degli operai ehe dovevano guidare iI conducente mediante

segni; consid. 2.

Questi operai erano dei «terzi» (art. 37 cp. 2 i.f. e cp. 6 LCA),

la cui colpa mitiga la responsabilita. del detentore ? Consid. 3.