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64_II_329

BGE 64 II 329

Bundesgericht (BGE) · 1938-01-01 · Deutsch CH
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Motorfahrzeugverkeilr. N° 52.

il a ere distr~t ou bien sa glace avant etait couverte

d'une buee. Dans l'un et l'autre cas, son imprudenceest

indiscutable. Lorsqu'un conducteur roule da nuit a 100 km.

a l'heure, son attention doit etro tendue jusqu'a l'extreme

porree de ses phares, puißque c'est aussi a 100 km. a l'heure

ou davantage que se rapprochera l'objet mobile ou immo-

bile qui surgira dans la lumiere. Les phares du demandeur

etaient excellents; ils eclairaient tres bien a 200 metros.

Or la machine de Trossi se trouvait a 150 m. environ du

chemin prive de Nid Fleuri lorsque l'avant de la voiture

d'Andreen sortait. Si donc le demandeur avait prere toute

son attention a la route Oll si la glace n'avait pas ere embuee,

il aurait eu le temps de manoouvrer de maniere a eviter la

collision ou du moins d'etro exempt de faute.TI aurait pu

ramener sa vitesse a. une allure normale et manifester

assez tot par le klaxon sa volonre d'exercer le droit de

priorire. Qua si, neanmoins, Andre avait alors essaye de

forcer le passage, toute la faute serait retombee sur lui.

Les deux parties sont donc en faute.

8. -

La faute. concomitante du defendeur fait reduire

l'indemnire en vertu de l'article 44 CO pour la partie du

dommage subi par la sociere cedante et en vertu des

articles 38 et 37 al. 3 LA pour le dommage subi par le

demandeur personnellement.

Peu importe que le proces soit conduit par la S. A.

Garage et ateliers du Kursaal ou par le cessionnaire Trossi;

le defendeur peut naturellement opposer a ce dernier les

exceptions et objections qu'il a contre lui personnellement

(art. 169 CO).

La faute du defendeur apparait sensiblement moins

grave que celle du demandeur. C'rculer a la vitesse de

100 km. a l'heure sans voir ou sans regarder a plus d'une

trentaine de metros devantsoi constitue une faute des

plus lourdes. Un partage des responsabilites a raison de

2/3 a la charge du demandeur et de 1/3 a la charge du

defendeur tient compte equitablement des circonstances.

9. -

(Determination des dommages-inrerets.)

MarkenHchlltz. N° 53.

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Par ces moti/s, le T1"ibunal lifUral

admet partiellement le recours et reforme le jugement de

la Cour civile vaudoise dans ce sens que le defendeur est

condamne a payer au demandeur 829 fr. 45 avec inreret

a 5 % des le 17 novembre 1935.

vrr. MARKENSCHUTZ

PROTECTION DES MARQUES DE FABRIQUE

53. Auszug aus dem Urteil dar I. Zivilabtei1\Ulg

vom 21. Juni 1938 i. S. Katal A.-G. gegen Spinner.

M a r k e n r e eh t. -

Wie der ein t rag u n g

einer g e -

lös c h te n

M ar k e, Art. 10 MSchG.

Bedeutung der

Sperrfrist. Die Sperrfrist greüt nur Platz, wenn der frühere

Inhaber der Marke durch Gebrauch ein materielles Marken-

recht erworben hat. Verzicht auf die Sperrfrist zu Gunsten

bestimmter oder beliebiger Dritter.

A. -

Der Kläger will ein Verfahren zur Verflüssigung

von Kampfer erfunden haben, das er der Organa S. A.

zur Verfügung stellte. Diese hinterlegte am 15. November

1935 beim eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum

u. a. folgende Fabrik- und Handelsmarken für medizi-

nische, pharmazeutische, chemische und kosmetische Prä-

parate: Ketosol (Nr. 87,083), Ketochin (Nr. 87,084) und

Spiroketon (Nr. 87,086).

Durch Vertrag vom 4. Oktober 1935 verzichtete die

Organa S. A. zu Gunsten des Klägers auf alle Ansprüche an

seinem Verfahren sowie auf die von ihr hinterlegten Marken.

Der Kläger liess am 7. Oktober 1936 beim eidgenössischen

Amt für geistiges Eigentum die Marken Ketosol(Nr.89,614),

Ketochin (Nr. 89,615) und Spiroketon Nr. 89,616) für me-

dizinische Präparate auf seinen Namen eintragen.

Die Beklagte, die sich ebenfalls mit der Herstellung und

dem Vertrieb chemisch-pharmazeutischer Präparate be-

330

Markenschutz. No 53.

fasst, hinterl~gte am 23. April 1937 für ihre Produkte u. a.

die Marken:. Ketol (Nr. 90,400), Ketachin (Nr. 90,401)

und Spirokellal (Nr. 90,402).

B. -

Im . vorliegenden Prozess verlangt der Kläger

Ungültigerklärung der Marken der Beklagten, die Beklagte

vermittelst Widerklage Ungültigerklärung der Marken des

Klägers.

Das Handelsgericht des Kantons Zürich hat durch Urteil

vom 5. Oktober 1937 die Marken der Beklagten Ketal,

Ketachin und Spiroketal als ungültig erklärt und dem-

gemäss -ihre Löschung verfügt; die Widerklage ist abge-

wiesen worden.

C. -Gegen dieses Urteil hat die Beklagte beim Bun-

desgericht Berufung eingelegt mit den - Anträgen, die

Klage sei abzuweisen und die Widerklage sei gutzuheissen.

Das Bundesgericht hat die Berufung abgewiesen und

das angefochtene Urteil bestätigt.

A U8 den Erwägungen :

5. -

Nach Art. 10 MSchG besteht für die Wiederein-

tragung einer gelöschten Marke eine Sperrfrist von fünf

Jahren in dem Sinne, dass ein Dritter die gleiche Marke

für gleichartige -Erzeugnisse erst nach Ablauf dieser Frist

hinterlegen kann. Dritter ist jede andere -Person als der

ursprüngliche Hinterleger oder dessen Rechtsnachfolger,

wobei eine Rechtsnachfolge. gemäss Art. 11 nur dann vor-

liegt, wenn die Marke mit dem Geschäfli übertragen wird,

dessen Erzeugnissen sie zur Unterscheidung dient. Die

Bestimmung des Art. 10 will dem bisherigen Marken-

inhaber die Möglichkeit einräumen, die Marke innerhalb

von fünf Jahren wieder eintragen zu lassen und damit

Dritten die Aneignung solange zu verwehren. Daneben

bezweckt die Bestimmung den Schutz allgemeiner Inte-

ressen, insofern, als das kaufende Publikum vor Täu-

schung bewahrt werden soll.

Die Organa S. A. hat die von ihr hinterlegten Marken

am 1. August 1936 löschen lassen. Der Kläger hinter-

legte seine Marken am 1. August 1936, die Beklagte die

Markenschutz. N° 53.

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ihrigen am 23. April 1937. Beidseitig erfolgte also die Hin-

terlegung vor Ablauf der fünf jährigen Sperrfrist des

Art. 10 MSchG. Dabei sind die Marken des Klägers mit

den von der Organa S. A. gelöschten völlig identisch,

während sich die Marken der Beklagten zugegebenermassen

von denjenigen des Klägers und damit auch von denjenigen

der Organa S. A. jedenfalls nicht in rechtsgenüglicher

Weise unterscheiden. Insoweit wäre also Art. 10 MSchG

anwendbar und zwar auch gegenüber den Marken der

Beklagten; denn - diese Bestimmung kann ihren Zweck

nur erfüllen, wenn sie nicht bloss auf gleichlautende Mar-

ken, sondern auf alle Zeichen bezogen wird, die von den

gelöschten nicht hinlänglich abweichen.

(Anschliessend wird die Frage geprüft, ob die Zulässig-

keit der neuen Eintragungen nicht durch die Entscheidung

der Verwaltungsbehörde präjudiziert sei. -

Materiell

erachtet das Bundesgericht sowohl-die neuen Eintragungen

des Klägers als diejenigen der Beklagten unter dem Ge-

sichtspunkte von Art. 10 MSchG als zulässig, aus folgenden

Gründen :)

a) Aus dem Grundsatz, wonach das Markenrecht durch

den Gebrauch erworben wird und die Eintragung lediglich

deklaratorische Bedeutung hat, ergibt sich die Folgerung,

dass die Sperrfrist des Art. 10 nur dann Platz greift, wenn

der Hinterleger bis zum Zeitpunkt der Löschung durch

Gebrauch des Zeichens ein materielles Markenrecht er-

worben hat. War dies nicht der Fall, hat ein Geschäflis-

betrieb überhaupt nicht bestanden oder war das einge-

tragene-Zeichen nie in den Verkehr gelangt, so bestand nur

ein Scheinrecht und lag gar kein Grund vor, andern

Interessenten die Neueintragung der gelöschten Marken

zu verweigern. Auch öffentliche Interessen erheischen in

einem solchen Falle die Anwendung der Sperrfrist nicht,

da das Zeichen seine Funktion als Herkunftsausweis nicht

ausgeübt hat und infolgedessen die Gefahr einer Täu-

schung des Publikums ausgeschlossen ist (vgl. hiezu

HAGENS, Warenzeichenrecht,Anm. 38 zu § 4, PmZGER-

HEINEMANN, Das deutsche Warenzeichenrecht, Anm. 30 ff.

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Schuldbetreibungs- und Konkursrecht.

zu § 4, SELIQSOHN, Gesetz zum Schutz der Warenbezeich-

nung, 3. Auflage, Anm. 27 und 28 zu § 4).

Die Prozessakten enthalten nun keinerlei Anhaltspunkte

dafür, dass die Organa S. A. die eingetragenen Zeichen

tatsächlich verwendet hat. Sie hat sich auf die Vervoll-

kommnung des Verfahrens beschränkt, ohne die Präpa-

rate und die Marken in Verkehr zu bringen. Die Voraus-

setzungen für die Anwendung der Sperrfrist des Art. 10

MSchG haben somit bei der Löschung der für die Organa

S. A. eingetragenen Marken gefehlt, und es stand jeder-

mann die Möglichkeit einer neuen Eintragung der gleichen

Marken offen.

b) Aber auch angenommen, die Organa S. A. habe die

Marken vor der Löschung tatsächlich in Verkehr gebracht

gehabt, war jedenfalls der Kläger gleichwohl an die Sperr-

frist des Art. 10 nicht gebunden.

Nach allgemeiner neuerer Lehre kann der Inhaber der

Marke bei Löschung auf die Anwendung der Sperrfrist

verzichten, sei es zu Gunsten bestimmter oder beliebiger

Dritter, sodass diesen die neue Eintragung von Anfang an

freisteht (vgl. insbesondere HAGENS und PmZGER-HEINE-

MANN a.d.a.O.). Vorbehalten bleibt nur der Schutz des

getäuschten Käufers gemäss Art. 27 MSchG; seiner Klage

kann der Verzicht des bisherigen Markeninhabers nicht

entgegengehalten werden.

Die Organa S. A. hat einen solchen Verzicht am 27. Juli

1936 gegenüber dem Kl~er ausgesprochen. Auch bei

der Annahme, dass sie durch den Gebrauch materielle

Markenrechte erworben habe, wären demnach die neuen

Eintragungen zu Gunsten des Klägers nicht nach Art. 10

MSchG anfechtbar.

VIII. SCHULDBETREIBUNGS-

UNDKONKURSRECHT

POURSUITE ET FAILLITE

Vgl. Nr. 45 und 46 und IlI. Teil Nr. 36.

Voir nOS 45 et 46 et IIle partie n° 36.

1. FAMILIEN RECHT

DROIT DE LA FAMILLE

54. Extrait da l'arret da la. lIe Section civile

du 3 novembre 1935 dans la cause 'rensi contre 'ransi.

Demande en separat.ion da corps formee par un epoux de natio-

naHte italienne. Exc('ption de litispendance tiree du fait

qu'une meme action introduite par l'autre epoux etait deja

pendante en HaHe. Arrct de dessaisissement. Recours de droit

civil. Art. 87 OJF; Conv{'ntion italo-suisse du 3 janvier 1933.

Ne tombe pas sous le ooup des dispositions de l'art. 87 O.JF

l'arret par lequel un tribunal, sans contester sa competence,

refuse cependant de se prononcer sur une action en separation

de corps introdnite par nn epoux etranger, par le motif qu'une

meme action a ete ant~rieurement introduite par l'alltre epoux

devant un tribunal de son pays d'origine.

Resunu! des faits :

Dame Tensi, d'origine suisse mais Italienne par son

mariage, a obtenu du President du Tribunal de la Singine

l'autorisation de se creer llil domicile separe. Le 18 novem-

bre 1936, elle a ouvert, devant le Tribunal du lieu Oll

elle avait fait election de domicile, une action en separa-

tion de corps. Le mari a oppose a la demande l'exception

de litispendance tiree du fait qu'il avait lui-meme intro-

duit une meme action le 25 aout precedent devant le

Tribunal de Milan. Dame Tensi a combattu cette excep-

tiOll en soutenant que son mari avait egalement transfere

son domicile en Suisse et que de ce fait les tribunaux

italiens etaient in competents.

Le Tribunal de premiere instance, admettant que le

mari qui etait egalement domicilie en Suisse n'avait

ouvert action en ItaUe que pour mettre sa femme en

etat d'inferiorite, sachant en effet qu'une ouverture