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64_III_133

BGE 64 III 133

Bundesgericht (BGE) ·III · 1938-01-01 · Italiano CH
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Volltext (verifizierbarer Originaltext)

32. Entscheid vom a7. September 1988 i. S. Schütz-Bamseyer.

Pfändungsgruppe (Art. 110/111 SchKG):

-

Treten nur einzelne Gruppengläubiger gegen Drittansprachen

an gepfändeten Gegenständen auf, so kommt der Erfolg ihrer

Bestreitung oder Klage nur ihnen zugute.

-

Eine von einzelnen Gruppengläubigern durch Beschwerde

erzielte Änderung der Pfändung selbst (z. B. Erhöhung der

pfändbaren Lohnquote) hat dagegen Wirkung für die ganze

Gruppe.

Kollokationaplan iIn Pfändungsverfahren, Anfechtung (Art. 148

SchKG): Der mit dem Kollokationsplan verbundene Ver-

teiIungsplan ist auf dem Weg der Beschwerde anzufechten

(Art. 17 ff. SchKG).

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S .. huldbctrE'ibungs- und Konkursr .. dlt. N0 :12.

Panicipation a Ia:,saisie (art. 110/111 LP) :

-

Lorsque, seuls, certains creanciers ont conteste une tierce

revendication, :ils sont aussi sauls a profiter du succes de Ieur

initiative.

-

En revanche, Iorsque certains creanciers ont obtenu par plainte

une modification de Ia saisie (par exemple une a~entation d;

Ia quotite saisissabIe), Ieur initiative profite a. toute Ia. serie.

ColIoc::"tion apres ~aisie, contestation (art. 148 LP) : C'est par Ia

VOle de Ia plamte (an. 17 88. LP) qu'il convient d'attaquer

le tableau de distribution joint au plan de collocation.

Partecipazione al pignoramento (an. 110/111 LEF):

-

Quando soltanto certi creditori hanno contestato una riven-

dicazione di un terzo, essi soli profittano deI successo della

loro contestazione.

-

Invece, se certi creditori hanno ottenuto, mediante reclamo

una modifica deI pignoramento (p. es. un aumento del1~

quota ~ignorabile di saIario), ne profitta. tutto iI gruppo.

Graduatol'la neUa proced~ di pignoramento, contestazione

(an. 148 LEF) : Lo stato di ripa.rto annesso alla graduatoria

va impugnato mediante reclamo (art. 17 e seg. LEF).

Gottlieb Siegrist erlangte in zwei Betreibungen gegen

Berthold Schütz am 24. Juni 1937 Lohnpfändung in

Monatsbeträgen von Fr. 40.-, unter Vorbehalt des vom

Schuldner gemeldeten Anspruches des Heinrich Wenker,

dem er monatliche Lohnbeträge von Fr. 120.- bis und

mit dem Februar 1938 abgetreten habe. Siegrist bestritt

diesen Drittanspruch mit Erfolg, indem Wenker die ihm

gemäss Art. 107 SchKG gesetzte Klagefrist unbenutzt

verstreichen liess. Ferner erzielte Siegrist auf dem Be-

schwerdeweg die Erhöhung der pfändbaren Lohnquote.

An dieser Lohnpfändung nahm des Schuldners Ehefrau

mit einer grössern Forderung teil, ohne sich auch ihrerseits

dem von Wenker erhobenen Anspruch zu widersetzen oder

wegen zu hoher Bemessung des Existenzminimums des

Schuldners Beschwerde zu führen.

Im Kollokations- und Verteilungsplan vom 7. Juli 1938

wird der Reinertrag der Lohnpfändung beiden Gläubigern

gleichmässig, entsprechend der Summe ihrer Forderungen

zugewiesen. Die Ehefrau des Schuldners ist damit einver-

standen, Siegrist dagegen will ihr nur eine Teilnahme am

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 32.

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Ertrag der ursprünglich gepfändeten Lohnquoten von je

Fr. 40.- und erst seit dem Monat März 1938 zugestehen,

weil die von ihm erstrittenen Änderungen auch nur ihm

zugute zu kommen hätten. Die kantonale Aufsichtsbe-

hörde hat seine dahin zielende Beschwerde am 5. August

1938 zugesprochen. Frau Schütz rekurriert an das Bundes-

gericht mit dem Antrag, der kantonale Entscheid sei auf-

zuheben.

Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

zieht in Erwägung :

1. -

Der im Pfändungsverfahren aufgestellte Kollo-

kationsplan ist nach Art. 148 SchKG durch gerichtliche

Klage gegen die Beteiligten anzufechten. Wird freilich

eine Änderung der Kollokation der eigenen Forderung

verlangt, so braucht nicht gegen andere Gläubiger vorge-

gangen zu werden, und es steht alsdann der Beschwerde-

weg offen (BGE 31 II 814 und seitherige Entscheidungen).

Unter diesem Gesichtspunkte möchte als zweifelhaft er-

scheinen, ob Siegrist mit seiner Beschwerde gegen den

Kollokations- und Verteilungs plan das Richtige vorgekehrt

habe; denn er verlangt eine Verbesserung seiner Rechts-

stellung in der Weise, dass die angeschlossene Gläubigerin

Frau Schütz von der Teilnahme am Erlös in bestimmter

Hinsicht ausgeschlossen werde. Nun ist aber Gegenstand

seines Begehrens gar nicht die Kollokation als solche, viel-

mehr sind die Forderungen beider Gruppengläubiger nach

Bestand, Betrag und Rang unbestritten, und die Beschwer-

de richtet sich nur gegen die vom Betreibungsamte ver-

fügte Art der Verlegung des Erlöses auf die einzelnen

Forderungen und Gläubiger. Somit hat Siegrist nicht den

Kollokationsplan selbst, sondern den damit verbundenen

Verteilungsplan angefochten. Das hatte in der Tat durch

Beschwerde zu geschehen. Die Streitpunkte beschlagen

denn auch Fragen, die nicht in einen Kollokationsprozess

gehören, sondern der Entscheidung durch die Vollstrek-

kungsbehörden unterliegen müssen.

136

Schuhlbetreibungs- lind Konkursrecht. N° 32.

2. -

Der kahtonalen Aufsichtsbehörde ist darin beizu-

stimmen, dass der Erfolg der Bestreitung des von Wenker

erhobenen Dritianspruches nur dem bestreitenden Gläu-

biger Siegrist zugute zu kommen hat. Die Stellungnahme

zu Drittansprachen an Pfändungsgegenständen ist Sache

jedes einzelnen an der Pfändung beteiligten Gläubigers.

Die Pfändungsgruppe hat keinen Gesamtwillen, und die

auf Abwehr von Drittansprüchen gehenden Vorkehren

einzelner Gläubiger betreffen nur sie selbst, sofern sie nicht

als Stellvertreter für andere handeln, was hier nicht in

Frage kommt. Wer die Drittansprache anerkennt, sei es

ausdrücklich oder mangels Benützung einer Bestreitungs-

oder Klagefrist, ist dabei zu be haften; der von weniger

nachgiebigen Gruppengläubigern allenfalls erstrittene Er-

folg fällt diesen allein zu.

Anders verhält es sich dagegen mit der durch Beschwerde

veranlassten Erhöhung der pfändbaren Lohnquote. Die

Änderung des Pfändungsbeschlages zufolge Anordnung der

Aufsichtsbehörde ist nicht nur zugunsten des Gläubigers

wirksam, der als Beschwerdeführer aufgetreten war. Die

Beschwerde nach Art. 17 SchKG ist kein Rechtsbehelf zur

Verbesserung der Lage nur gerade des beschwerdeführen-

den unter Ausschluss anderer beteiligter Gläubiger. Rich-

tet sie sich nicht etwa nur gegen einen jenen allein betref-

fenden Akt (der Zustellung und derg!.), sondern gegen eine

Massnahme, die, wie die hier in Frage stehende Lohn-

pfändung, mit Wirkung auch für weitere Gläubiger ge-

troffen worden ist, so muss ebenso die Aufhebung oger

Änderung durch die Aufsichtsbehörde Wirkung für alle

Beteiligten haben. Eine und dieselbe Pfändung kann nicht

zugunsten des einen Gruppengläubigers aufgehoben oder

geändert werden und dagegen für den oder die andern

Gruppengläubiger so, wie sie bestand, aufrecht bleiben.

Die Schwierigkeiten einer derart doppelspurigen Weiter-

führung des Verfahrens lassen eine solche Lösung als uner-

wünscht erscheinen, auch wo sie nicht geradezu unmöglich

durchzuführen wäre. Dazu tritt die grundsätzliche Er-

wägung, dass die Aufgabe der Aufsichtsbehörden bei der

l'khul treihuug~- lind KOllknrR ... '~ht. XO :12.

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Beurteilung von Beschwerden, ebenso wie wenn sie von

Amtes wegen einschreiten, darin besteht, für ein den ge-

setzlichen Vorschriften entsprechendes Verfahren zu sor-

gen. Wo kein Fehler in Frage kommt, der von Amtes

wegen zu berichtigen wäre, hat die Aufsichtsbehörde aller-

dings nur auf Beschwerde und demgemäss auch nur im

Rahmen der Beschwerdeanträge zu entscheiden. Auch in

diesem Falle aber ist Gegenstand der Überprüfung die

angefochtene Massnahme als solche, nicht nur hinsichtlich

ihrer Wirkungen für den Beschwerdeführer. Wird sie

rechtskräftig aufgehoben oder geändert, so kann sie, über-

haupt oder in der bisherigen Gestalt, für niemand mehr

Bestand haben. Das Beschwerderecht gibt nur Anspruch

auf Berichtigung des Vollstreckungsverfahrens, nicht auch,

wo an der angefochtenen Verfügung Mehrere beteiligt sind,

auf einen ausschliesslichen « Beschwerdegewinn » entspre-

chend einem Prozessgewinn.

Die Rekurrentin hat somit am Ertrag der Lohnpfändung

seit dem Monat März 1038 ohne Einschränkung teilzu-

nehmen, und am Ertrag des früher eingezogenen bezw. nach

Massgabe der verschiedenen Beschwerdeentscheide einzu-

ziehen gewesenen Lohnes insoweit, als er monatlich

Fr. 120.- überstieg. Das Betreibungsamt hat demgemäss

einen neuen Verteilungsplan aufzustellen.

Ob sich der Rekursgegner Siegrist in günstigerer Lage

befände, wenn die Rekurrentin nicht der gleichen, sondern

einer vorgehenden Pfändungsgruppe angehörte, ist ohne

Belang. Daher mag auch dahingestellt bleiben, ob sie

solchenfalls bei ungenügender Deckung in ihrer Gruppe

nicht hätte Nachpfändung verlangen oder sich der von

Siegrist erwirkten erweiterten Lohnpfändung anschliessen

können.

Demnach erkennt die Schuldbel1·.- u. Konkurskammer :

Der Rekurs wird im Sinne der Erwägungen teilweise

gutgeheissen und der angefochtene Entscheid insoweit

aufgehoben.