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Strafrecht.
Objekte befinde,n, die daraus angeschafft wurden, sei es,
dass Schulden getilgt wurden, die, wenn noch bestehend,
abzuziehen wären ....
Demnach erkennt das Bundesget'icht :
Die Klage wird in dem Sinne gut,geheissen, dass der
Kläger für das Steuerjahr 1936 neu zu veranlagen und dass
dabei die Steuerfreiheit der Kapitalabfindung der l\filitär-
versicherung im Sinne der Erwägungen zu berücksichtigen
ist.
c. STRAFRECHT -
DROIT PEN..\L
I. MARKENSCHUTZ
PROTECTION DES MARQUES DE FABRIQUE
Vgl. Nr. 40. -
Voir n° 40.
II. MUSTER- UND MODELLSCHUTZ
PROTECTION DES DESSINS ET MODELES
INDUSTRIELS
40. Auszug aus dem Urteil des Xassationshofs vom
a5. Oktober 1937 i. S. S. Masson '" OIe gegen G. und W. SanClmeier.
M ar k e n s c hut z : Be w u s s t sei n der Re c h t s w i dI-
r i g k e i t ist Voraussetzung der Strafbarkeit.
Mus t e r - und Mo delI s c hu t z: Neu h e i t s zer s t ö -
ren d ist auch der G e b rau c h des Musters durch· den
I n hab e r vor der Hin t e r 1 e gun g; MMG Art. 12
Ziffer 1.
A. -
Die Firma Masson & Cie hat am 12. Juli 1934 für
eine von ihr fabrizierte schwarze Zigarre mit hellem Mund-
stück im schweizerischen Markenregister eine kombinierte
Wort- und Bildmarke eintragen lassen, die neben der Be-
zeichnung c(Masson Negerli» eine Abbildung der Zigarre
I
Muster- und Modellschutz. No 40.
20ä
enthält, bei der das helle Mundstück angedeutet ist. Für
die besondere Form der Zigarre hatte der Rechtsvorgänger
der Herstellerin am 29. Juni 1934 den Muster- und Modell-
schutz erwirkt.
B. -
Die Firma Sandag, Cigarrenfabrik A.-G. in Bein-
wiI, hat eine Zigarre gleicher Form und Farbe unter der
auf den Zigarrenkistchen aufgedruckten Bezeichnung
« Negerli» in den Verkehr gebracht. Da Masson & Cle
sich dadurch sowohl in ihrem Recht auf die Marke, wie
auf das Muster verletzt fühlten, erhoben sie gegen die
verantwortlichen Organe der Sandag Strafklage gemäss
Art. 24 MSchG und Art. 24 ff. MMG.
O. -
Sowohl das Bezirksgericht Kulm, wie das Ober-
gericht des Kantons Aargau haben jedoch die beiden
Angeklagten freigesprochen ...
D. -
Gegen das Urteil des Obergerichtes vom 11. Juni
1937 hat die Firma Masson & Cle die Kassationsbeschwerde
an das Bundesgericht ergriffen mit dem Antrag auf Auf-
hebung des angefochtenen Entschejdes und Verurteilung
der Angeklagten gemäss den vor der ersten Instanz ge-
stellten Begehren ...
Die Beschwerdegegner haben Abweisung der Beschwerde
beantragt.
Der Kassationshof zieht in Erwägung :
1. -
Ob die Bezeichnung «Negerli», angewendet auf
Zigarren, eine des Markenschutzes fähige Phantasiebe-
zeichnung sei, kann in diesem Strafverfahren dahingestellt
bleiben. Denn angesichts der verbindlichen Feststellungen
der Vorinstanz über den in der dortigen Gegend geläufigen
Gebrauch des Wortes « Negerli» zur Bezeichnung von
etwas Dunke:tr.rbigem ist auf jeden Fall den Angeklagten
zugute zu halten, dass sie darin vorwiegend eine Qualitäts-
bezeichnung gesehen haben. Dann ist aber das Bewusst-
sein der Rechtswidrigkeit, welche Voraussetzung der
Strafbarkeit einer allenfalls vorliegenden Markenrechts-
verletzung ist, zu verneinen.
2. -
Auch die behauptete strafbare Verletzung von
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I::Itrahecht.
Musterschutzrec1;1tell ist von der Vorinstanz mit Recht
abgelehnt worde,n. Nach den verbindlichen Feststellungen
des angefochtenen U rteiIs waren Zigarren nach dem hinter-
legten l\luster bereits vor der Hinterlegung in Händler-
kreisen und beim rauchenden Publikum bekannt. Dies
genügt, um dem hinterlegten Muster die Neuheit abzu-
sprechen, obne die es von Anfang an nicht schutzlahig
war. Insbesondere ist die Ansicht der Beschwerdeführerin
rechtsirrtümlich, dass eine der Eintragung vorgängige
Verwendung des Musters durch sie selbst nicht neuheits-
schädlich sein könne. Massgebend ist nach dem klaren
Wortlaut und Sinn des Art. 12 Ziffer I MMG einzig, ob
das betreffende Muster im Publikum oder in beteiligten
Verkehrskreisen tatsächlich
b e k a n n t
gewesen ist.
Unter welchen Umständen diese Bekanntheit zustandege-
kommen ist, hat keine Bedeutung (vgl. BGE 54 II S. 60 ff.,
wo die Neuheit eines Modells verneint wurde, das lediglich
durch Vertrauensmissbrauch in den beteiligten Kreisen
bekannt geworden war, sowie BGE 56 II S. 236, wo die
Neuheit eines Musters verneint wurde, weil der Inhaber
es vor der Hinterlegung in erheblichem Umfang verwen-
det hatte). Fehlt es aber an einem geschützten Muster
oder Modell, so ist eine Verletzung begrifflich ausgeschlos-
sen.
Demnach erkennt der Kassationshof :
Die Beschwerde wird abgewiesen.
ID. ORGANISATION DER BUNDESRECHTSPFLEGE
ORGANISATION JUDICIAIRE FEDERALE
41. Arrit da 1& Cour de cassatlon penale du 24 mai 1937
dans la cause Eisanegger
contre Tribunal d'accusatlon du canton da Vaud.
Dans les causes penales de droit federal deferees aux tribunaux
cantonaux en conformiM de la loi federale sur la procedure
penale du 15 juin 1934, la question de la condamnation de
Organisation der Blmdesrechtspflege. N0 41.
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l'inculpe aux frais de procooure et d'execution estregie dans
tous les cas par le droit cantonal, que la delegation emane du
Conseil federal ou soit prevue par une loi.
A. -
Par decision du II aont 1936, le Departement
federal de justice et police a defere au Canton de Vaud
la cause penale Fleischhauer, Eisenegger et consorts pre-
venus d'avoir viole l'art. 2 de l'arreM federal du 21 juin
1935 tendant a garantir la snrete de la Confederation. L'en-
quete s'est terminee par un non-lieu; les frais ont eM mis
pour les deux tiers a la charge de Fleischhauer et pour le
tiers a la charge d 'Eisenegger .
B. -
Les prevenus ont recouru contre ce prononce, en
tant qu'illes condamnait aux frais. Statuant le 19 janvier
1937, le Tribunal d'accusation du Canton de Vaud a d6clare
le recours de Fleischhauer irrecevable et a rejete le recours
d 'Eisenegger.
O. -
Par acte du 12 ferner, Eisenegger s'est pourvu
en nullite contre cet amt aupres de la Cour de cassation
du Tribunal federal, en demandant a etre liMre des frais
mis a sa charge. Le recourant pretend que les juges des
deux instances cantonales ont, « par leurs decisions, vi()Ie
le droit federal applicable en l'espece ... »
Oonsiderant en droit :
Le recourant invoque, pour justifier la recevabilite de
son pourvoi, l'arret Birkhäuser, RO 60 I 64 SB, clans lequel
le Tribunal. federal avait, a la suite d'arrets anMrieurs,
declare que, dans les causes penales qui doivent etre jugees
d'apres les lois federales et que le Conseil f6deral defere
aux tribunaux cantonaux, le droit federal etait egalement
applicable a la question des frais. Cette jurisprudence se
fondait sm l'al'tf. 156 OJ qui prescrivait que l'accuse devait
payer les frais de procedure et d'execution a teneur des
10is cantonales; s'il ne pouvait le faire, s'iI etait acquitM
ou s'll n'etait pas donne suite a l'action penale, la Caisse
federale remboursait les frais au canton, a l'exception de
certaines indemniMs et taxes. Le Tribunal federal a con-
sidere que cette disposition reglait la questiOll des frais, non