opencaselaw.ch

61_III_132

BGE 61 III 132

Bundesgericht (BGE) · 1935-09-20 · Deutsch CH
Quelle Original Export Word PDF BibTeX RIS
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

132

Schuldbetreibungs. und Konkursl'echt. No 38.

schehen soll, innerhalb der eingangs erwähnten Schranken

neuerdings der, Gläubigerversammlung zu.

Demna,ch erkennt die Schuldbetr.- u. Konkurskammer :

Der Rekurs wird im Sinne der Motive gutgeheissen.

38. Auszug a.us dem Entscheid. vom 20. September 1935

i. S. Studer.

Eine wegen missbräuchlicher oder trolerischer Beschwerdeführung

gemäss Art. 63 Geb.T. auferlegte Bus s e kann bei Nichter-

hältlichkeit nie h tin G e f ä n g n iss t r a f e u m g e -

wandelt werden.

L'amende infligee pour cause de plainte abusive ou dictee par un

esprit de chicane (art; 63 du tarif des frais) ne peut etre con-

vertie en emprisonnement en cas d'impossibiliM de la faire

rentrer.

Una multa inflitta per un ricorso abusivo 0 interposto per angheria

(art. 63 deUa tariffa) non puo essere convertita neUa pena della

prigione qualora non si possa ottenerne il pagamento.

Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer nicht nur

wegen trölerischer Beschwerdeführung, sondern auch wegen

Verletzung des Anstandes neben den Kanzleikosten eine

Busse auferlegt, die zu bestätigen ist. Dagegen kann Art. 8

des Bundesstrafrechtes, wonach bei Ausfallung von Geld-

bussen für den Fall, dass dieselben nicht innerhalb der

Frist von 3 Monaten erhältlich sind, oder im Falle der

Zahlungsunfähigkeit des Verurteilten in dem Urteil zu-

gleich die Umwandlung in Gefangnisstrafe ausgesprochen

werden soll, nur angewendet werden, wenn die Geldbusse

in Anwendung des Bundesstrafrechtes ausgefällt worden

ist oder doch in Anwendung eines Erlasses, in dem der

erste Abschnitt des Bundesstrafrechtes anwendbar erklärt

ist oder auf den er vi elleicht sonst sinngemäss Anwendung

finden mus s. Weder das eine noch das andere trifft

auf bloose Ordnungsbussen zu.

Schuldbetreibungs. und Konkursrooht. No 39.

39. Entscheid vom al. September 1935

i. S. Xantonalbank von Bern.

133

War in den Steigerungsbedingungen vorgesehen, dass getrenn t

ver p f ä n d e t e

G run d s t ü c k e

sam t h a f t

v e r-

s t e i ger t werden, so kann ein Pfandgläubiger nicht nach-

träglich Beschwerde gegen den Zuschlag auf den Gesamtruf

hin führen aus dem Grunde, dass er vom Erlös weniger als

die auf sein Pfand einzeln angebotene Summe erhalte. Ver-

ordnung über die Zwangsverwertung von Grundstücken

Art. 108, 118.

Lorsque 1es conditions des encheres prevoyaient 1a pos8ibilite de

vendre en bloo des immeubles lormant des gages distincts, un

creancier hypothecaire n'est pas recevab1e a. attaquer une

ad~udication prononcee pour la totaIiM des immeubles, en-

sUlte d'une offre globale, en invoquant comme motif que la

somme qui lui est revenue est inferieure a. l'offre qui avait

me faite pour celui des immeubles qui etait engage en sa

faveur. ORI art. 108 et 118.

Se le condizioni dell'incanto prevedevano la possibilita. di vendere

in blocco dei fondi costituenti dei pegni distinti, un creditore

ipotecario non ha quaIita. per impugnare un 'aggiudicazione

della totalita. dei fondi, in seguito ad offerta globale, allegando

ehe l'importo assegnatogli e inferiore all'offerta ehe era stata

fatta per il fondo costituitogli in pegno. Regolamento sulla

realizzazione di fondi (RRF) art. 108 e 118.

A. -

Im summarischen Konkursverfahren über K.

Lütolf-Kohler in Reuti, Hasliberg, brachte das Konkurs-

amt Oberhasli gleichzeitig folgende Liegenschaften auf

die Steigerung :

Nr. 759 Hotel Viktoria mitZugehör undNr. 1617 Wasser-

kraft, im Schätzungswert von 95,000 Fr.; Nr. 761 Wohn-

haus mit Postbureau, im Schätzungswert von 20,000 Fr.;

Nr. 760 Wiesenland, im Schätzungswert von 400 Fr.;

Nr. 736 Verkaufsmagazin, im Schätzungswert von 5000 Fr.

In den Steigerungsbedingungen war vorgesehen: « Nr.

759 und 1617 werden gemeinsam ausgerufen, die andern

Grundstücke einzeln. Auf Wunsch folgt ein Gesamtausruf.

Die Einzelangebote haften bis zum Ergebnis des Gesamt-

ausrufes. » In der Steigerungsverhandlung stellte die