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60_I_239

BGE 60 I 239

Bundesgericht (BGE) · 1934-01-01 · Deutsch CH
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Staatsrecht.

das zu tun, sofern zu prüfen ist, ob eine staatsrechtliche

Beschwerde durch die Zulässigkeit der Berufungausge-

schlossen werde. Im vorliegenden Falle braucht indessen

der Staatsgerichtshof eine solche Feststellung, die ja im

allgemeinen nicht seine Aufgabe ist, nicht vorzunehmen.

Wenn für einen staatsrechtlichen Beschwerdegrund die

Berufung an das. Bundesgericht zulässig ist, sofern der

hiefür erforderliche Streitwert vorliegt, und derjenige, der

die staatsrechtliche Beschwerde ergreifen will, selbst der

Ansicht ist, dass diese Voraussetzung zutreffe, so darf

man, ihm zumuten, in erster Linie die Berufung zu erldären

und die staatsrechtliche Beschwerde damit nur vorsorglich

für den Fall zu verbinden, dass das Bundesgericht als

Berufungsinstanz auf die Berufung wegen mangelnden

Streitwertes nicht eintreten sollte. Falls nicht auf diesem

Wege die Unrichtigkeit der Auffassung des Beschwerde-

führers über den Streitwert dargetan oder deren Unrich-

tigkeit nicht sonst liquid ist, so darf. der Staatsgerichtshof

bei der Behandlung der staatsrechtlichen Beschwerde

auf diese Auffassung abstellen. . Im vorliegenden Falle

geht aber die Rekurrentinselbstdavon aus, dass ein 4000

Fr. übersteigender Wert im Streite liege, und es geht auch

aus den Akten nicht hervor, dass diese.Annahme offenbar

unrichtig wäre .. .Na Berufung kann die vorliegende Be-

schwerdeeingabe nicht behandelt werden, da die Form. ...

vorschrift des Art. 67 OG nicht beachtet worden ist.

übrigens beruht der angefochtene Entscheid des Re-

gierungsrates nicht geradezu auf Willkür, wenn er auch

erhebliche Bedenken erweckt.

Demnach erkennt das Bundesgemht :

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

V gl. auch Nr. 30 und 32. -

Voir aussf nOs 30 et 32.

Registersachen. N° 35.

B. VERWALTUNGS-

UND DISZIPLINARRECHTSPFLEGE

JURIDICTION ADMINISTRATIVE

ET DISCIPLINAIRE

I. REGISTERSACHEN

REGISTRES

35. Auszug aus dem Urteil der I. Ziruabteüung

vom as. Juni 1934 i. S. Eckenstem-Karfort

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gegen Burkhard und Hofammann und Justizkommission

dea Eantons Ba.selland.

Auf 1 Ö 8 U n gei n e r

K 0 11 e k ti v -

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Korn. -

man d i t g e s e 11 s c h a f t ':

Die Eintragung der Auflösung im Ha n dei sr e gis t er ist

in jedem Falle obligatorisch. Art . .iJ79 u. 611 OR.

Die Auflösung der Kommanditgesellschaft muss. nach

der Vorschrift von Art. 579 OR, die gemäss Art. 611 auch

für sie gilt, im Handelsregister eingetragen werden.

Freilich hat der Bundesrat in seinem Entscheid vom

28. Mai 1904 i. S. Naser (BBl. 1904 III 735;, STAMPA,

Sammlung' von Handelsregisterentscheiden No. 42) eine

anderi, . Auffassung vertreten. Es stand dort die Wieder-

eintragung einer gelöschten Gesellschaft zur Prüfung,

wobei auch Bemerkungen abfielen über den Eintrag der

Auflösung einer Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft,

und zwar in dem Sinne, dass der Eintrag der Auflösung

nur dann zu erfolgen habe, wenn die Verjährungsfrist des

240

Verwaltlmgs- und Disziplinarreehtspflege.

Art. 585 für die Klage gegen die Gesellschafter zu laufen

beginnen solle. Diese Ansicht ist angesichts des klaren

Gesetzestextes, der die Eintragungspflicht schlechthin und

unbedingt aufstellt, nicht haltbar. Um die vom Gesetz-

geber getroffene Regelung anzuwenden, braucht auch

nicht nach Gründen gesucht zu werden, welche sie recht-

fertigen. Tatsächlich sind jedoch solche Gründe vorhan-

den . wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, haben die

Glä~biger ein Interesse daran, von der Auflösung Kenntnis

zu erhalten, weil dieselbe die Verteilung des Gesellschafts-

vermögens einleitet und ihnen nach Art. 564 das Recht zur

Klage gegen die einzelnen Gesellschafter gibt.

Ebensowenig lässt die Annahme, die Eintragung der

Auflösung sei fakultativ, sich auch auf Art. 580 OR stützen.

Wenn dort die Eintragung der L i q u i d a tor e n nicht

für jeden Fall vorgeschrieben ist, so hat das seinen guten

Grund darin, dass mangels anderer vertraglicher oder

richterlicher Anordnung die schon eingetragenen Geschäfts-

führer von Gesetzes wegen zu Liquidatoren berufen sind.

Aus diesem Grund kann sich die Beschwerdeführerin

auch nicht darauf berufen, dass durch Ziff. 4 des Nach-

trages zum Gesellschaftsvertrag die Eintragspflicht für

die Auflösung wegbedungen worden sei. Da an der Ein-

tragung ein öffentliches Interesse besteht, ist die Frage,

ob sie vorzunehmen sei oder nicht, der Parteidisposition

entzogen; Art. 579 OR, d~r die Eintragung vorschreibt,

ist zwingender Natur.

36. A.rret de la Ire .eotion clvi1edll 8 juillet 1934 dans Ja

cause Boy contre OfBce federal du registre du commerce.

RegiBt"e du commerce. Art. 4 de l'Ordonnance II du Conseil federal

du 16 decembre 1918 completant le Reglement du 6 ma.i

1890.

Inadmissibilite du mot «Veritas 1> comme adjonction a. Ja raison

individuelle d'un

commer~nt s'oecupant de recherches,

enquetes et police privee.

Registersa.chen. N° 36.

241

A. -

Par lettre du 19 avrill934, le recourant, Rene Roy,

gerant a Lausanne, s'est adresse a 1'0ffice federal du

registre du commerce pour lui demander s'il pouvait se

servir du mot {(Veritas» comme raison sociale pour un

bureau de renseignements, enquetes et recherches.

La 21 du meme mois, 1'0ffice lui a repondu dans las

termes suivants : «Nous avons l'honneur de vous faire

savoir qu'une raison anonyme peut etre utilisee seulement

par une personne morale et non par une raison individuelle,

sociere en nom collectif ou en commandite. Quant a

l'expression ((Veritas», elle ne figure pas encore, pour

autant que nous avons pu le constater, comme partie de

la raison d'une personne morale deja inscrite. Cependant,

nous avons des doutes quant a savoir si elle peut etre

admise pour un bureau de renseignements, enquetas ou

recherches. TI nous semble que ce mot se qualifie comme

une exageration servant surtout a la reclame ... I).

Le 23 avrilI934, le recourant a ecrit a l'Office qu'il s'etait

probablement mal exprime et que son intention etait sim-

plement de transformer son affaire actuelle en. un bu:e~u

de renseignements, enquetes, recherches, police pnvee,

pour lequel il d6sirait employer Ja mention « Veritas»,o~

{(Bureau Veritas» a titre plutöt ((de marque ou de desI-

gnation complementaire ». Il signalait en outre qu'il

existait a sa connaissance deux bureaux s'occupant

d'affaires analogues et qui se servaient deja de la desi-

gnation: ((Veritas ».

Le 25 avril, 1'0ffice a fait savoir au recourant qu'il

reservait sa reponse en attendant de connaitre l'avis

des cercles commerciaux.

Le 4 mai, 1'0ffice a informe le recourant qu'il avait

consulre la Chambre de commerce vaudoise qui avait

donne un preavis negatif.

Le 7 mai, l'Office a ecrit an recomant la lettre suivante :

((Nous avons l'honneur de revenir a vos lettres des 12,

23 et 26 avril ... La representation competente du commerce

et de l'industrie a laquelle nous avions transmis l'affaire,