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60_III_235

BGE 60 III 235

Bundesgericht (BGE) · 1934-01-01 · Deutsch CH
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Schuldb!>treibungs. und Konkursrecht. No 60.

sein. Kann a~r der Ersteigerer (gleichwie der eintreibende

Gläubiger) nicht ohne weiteres Eigentümer der an ihn her-

auszugebenden Sache werden, wie die Vorinstanz selbst

zugibt, so versteht sich keineswegs von selbst, dass er sie

verwerten dürfe, sondern könnte er das Recht zur Ver-

wertung nur daraus herleiten, dass er (oder der eintrei-

bende Gläubiger) die hrausgegebene Sache zunächst dem

Betreibungsamt zur Pfändung herausgäbe, entsprechend

dem oben zum Konkursformular Nr. 7 Gesagten. Alsdann

müsste aber mit der Geltendmachung von Drittansprüchen

im Widel'spruchsverfahren gerechnet werden, welche die

Vorinstanz einfach aufopfern zu wollen scheint. Indessen

lässt sich bei dieser,Perspektive überhaupt kein dem Werte

der Sache einigermassen entsprechendes Steigerungsange-

bot erwarten, weshalb diese Verwertungsart nicht im

\\Tiderspruch zu den eingangs angeführten Vorschriften

zum Schaden des Schuldners zugelassen werden darf. ER

ist auch gar nicht nötig, den Umweg über die Verwertung

des Herausgabeanspruches zu machen; denn wenn die

herauszugebende Sache nicht dem Betriebenen gehört, so

führt die Verwertung doch zu nichts, und wenn sie ihm

gehört, so kann sie nach den bereits angeführten Vor-

schriften vom Betreibungsamt direkt gepfändet, behälldigt

und verwertet werden. Die Art. 122 ff. SchKG sehen

überhaupt nur den « Verkauf » der beweglichen Sachen und

der Forderungen vor, und unter letzteren sind ebenso-

wenig wie bei dem bereits erörterten Art. 91 SchKG

Herausgabeansprüche zu verstehen.

Zu den Vermögensbestandteilen anderer Art, für die

gemäss Art. 132 SchKG das Verwertungsverfahren in

jedem einzelnen Falle von den Aufsichtsbehörden beson-

ders zu bestimmen wäre, kann ein Herausgabeanspruch

nicht gerechnet werden, da die beispielsweise Aufzählung

der Nutzniessung und des Anteiles an Gemeinschaftsver-

mögen zeigt, dass hierunter ganz andere Rechtsverhältnisse

zu verstehen sind.

Kann somit auf keine Weise zur Verwertung des ge-

JYfaud"adll'lS8ycl'fahl't'll. N° 61.

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pfändeten Anspruches geschritten werden, so ist nicht

bloss die rechtzeitig angefochtene Überweisung zur Ein-

treibung, sondern auch die Pfändung, obwohl nicht binnen

zehn Tagen mit Beschwerde angefochten, als nichtig, weil

keine Grundlage für eine anschliessende Verwertung bil-

dend, aufzuheben. Mit den Arresten braucht man sich

nicht mehr zu befassen, weil sie durch die Pfändung er-

setzt worden sind und übrigens infolge Erlösehens der

Prosequierungsbetreibung gemäss Art. H8 Abs. 2 SchKG

ohnehin dahingefallen wären.

Demnach erkennt die Schuldbetr- u. Konku?'skammer :

Der Rekurs wird dahin begründet erklärt, dass die An-

weisung gemäss Art. 131 Abs. 2 SchKG und die Pfändung

aufgehoben werden.

B. PfandnachlassverfahreD, Nachlass yon HotelpachLzinsan.

Procedure de concordaL hypothecaire, remise de fermagas d'hötels.

ENTSCHEIDUNGEN DER SCHULD·

BETREmUNGS- UND KONKURSKAMMER

ARRli:TS DE LA CHAMBRE DES POURSUITES

ET DES FAILLITES

61. Extrait de l'arret du 16 octobra 1934 dans Ia cause

Societ& immobiliere da 1& Tour de Longemalle S. A.

Remise de jermages et loyers d'hOtels.

L'art. 53 bi~ de l'arrete fedeml du 30 septembre 1932 (arrete

fooeral du 27 mars 1934) ne peut etre invoque par celui qui,

lors de la signature du brul, pouvait et devait prevoir la crise.

En s'engageant dans de teIles condit,ions, il conunet une faute.

~36

l'fRllllnftchlassverfahren. No 6 J.

Nachlass t'OIl Hot,.elmiet- wld -pachtzinsen.

'Ver beim AbschJnss des Miet- oder Pacht vertrages cl i e Kr i se

voraussehen konllt,e und musst.e, kann den

Schutz des Art. 53 bis des ßundesbeschlusses vom 30. September

1932 (ßundeshesehluss vom 27. März 1934) nicht. anruf61l.

Im Eingehcn der Miete oder Pacht unt.er >lolchen Umständen

liegt ein Ver;mlmlden.

Condono di lifti e pigioni d'albergo.

L'art. 53 bis deI decreto federale 30 settembre 1932 (decreto fed.

27 marzo 1934) non pUD essere invocat.o da colui che aU'atto

della firma deI contratto di Iocaziolle 0

d'affitto poteva e

(loyeya prevedere 111. crisi. lmpegnandosi in siffatte l'ondizioni

egli ha agito colposamente.

La disposition de l'article 53 bis de l'arrete fooeral du

30 septembre 1932 s'inspire de motifs d'equite. Partant

de l'idee que Ia crise actuelle, qui a eu et qui a encore de

si fächeuses relJercussions sur l'industrie höteliere, etait

un phenomime qui depassait toutes previsions, on a estime

qu'il n'etait pas equitable de contraindre les Iocataires

d'hötels a payer integralement des loyers qui avaient ete

fixes dans des circonstances toutes differentes, s 'il etait

etabli que, par suite de la crise et sans qu'il y eflt eu faute

de leur part, ils venaient a se trouver dans l'impossibilite

da faire face aleurs engagements. Pour pouvoir bemHicier

d'une reductiol1 du loyer, il faut donc en tout premier lieu

que la erise puisse etre consideree comme une circonstance

que les part.ies n'avaient pas~prevue, ni ne pouvaient pre-

voir. De meme que celui qui a, en pleine crise, achete un

hötel a un prix superieur a sa valeur ne peut pretendre se

mettre au benefice du concordat hypothecaire s'il se trouve

de ce fait dans l'impossibilite d'assurer le service des

interets de ses dettes hypothecaires, de meme aussi celui

qui, en pleine crme, loue un hötel ades conditions trop

onereuses n'est pas recevable a invoquer la disposition

de l'article 53 bis pour obt~mir une reduction du loyer.

Aussi bien pourrait-on dire, dans l'un et l'autre cas, que

celui qui agit de cette favon ne rempIit pas Jes conditions

posees a l'article ler du meme arrete, car c'est incontesta-

blement une faute que de se lancer dans une industrie alors

l'fal1dnaehlassverfahren. No 62.

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qu'elle traverse une crise et que personne n'en peut pre-

voir l'evolution. Celui qui agit de la sorte commet un acte

hasardeux et dont il doit supporter lui-meme les risques.

Il serait mal venu a se plaindre du prejudice que la crise

Iui cause, meme en cas d'aggravation; il a vouIu courir

les chances de l'aventure et doit seul en subir les COIll'le-

quences.

62 . .A.rrit du 9 novembre 1934 dans la causa Societe

immobiliere Kalagnou Square 4.

Remise de lermages ct [oycrs,d'h6tels.

LeB mesures prevues par l'art. 53 bis da I'arreie f6 le gelitten hat.

Remissione di canoni ed alfitli d'albe1·go.

1 provvedimenti previst.i dall'art. 53 bis

dena pattuizione <lei contratto di locazione 0 d'affitto ehe i

locali dovevano essere dest,inati al servizio dell'albergo 0 della

pensione.

Mancanza di colpa dedotta dal fatto ehe l'esercizio non ha comin-

ciato 11. soffrire deUa crisi ehe nel 1934.