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60_III_122

BGE 60 III 122

Bundesgericht (BGE) · 1934-09-17 · Deutsch CH
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Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. No 33.

neben dem Kasten Anspruch, erheben könne, hat die

Vorinstanz aus Gründen entschieden, denen das Bundes-

gericht nur beistimmen kann. Indessen ist die endgültige

Auswahl unter den im Rekursantrag genannten Gegen-

ständen der Vorinstanz vorzubehalten, an welche die

Sache ja ohnehin zurückgewiesen werden muss zur Ent-

scheidung darüber, ob der Konkursverwaltung zu bewil-

ligen sei, ein billigeres Ersatzstück zur Verfügung zu

stellen.

Demnach erkennt die 8chuldbetr.- u. Konkur8kammer:

Der Rekurs wird dahin begründet erklärt, dass die

Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurück-

gewiesen wird.

33. Entscheid vom 17. September 1934 i. S. Wyss.

Es ist nicht bundesrechtswidrig, wenn eine kantonale Aufsichts-

behörde ihren eine verspätete Beschwerde gutheissenden

Entscheid von sich aus aufhebt, sobald sie ihres Versehens

gewahr wird.

Ne viole pas le droit federaIl'autoriM de surveillance qui annule

de son propre chef, aussitöt qu'elle s'est aper9ue de son

erreur, Ia decision par laque11e elle a admis une plainte formee

trop tard.

Un 'autoritä. di vigilanza, ehe, appens accortssi deI suo errore,

annulia di moto proprio una decisione co11a quale ha ammesso

un ricorso tardivo, non lede il diritto federale.

Durch Entscheid vom 26. Juni 1934 hat die kantonale

Aufsichtsbehärde eine am 17. Mai geführte Beschwerde

gegen eine am 27. April 1933 aufgenommene und am

10. Mai 1933 zugestellte Retentionsurkunde teilweise

gutgeheissen, im übrigen aber abgewiesen.

Dagegen hat die kantonale Aufsichtsbehörde dann am

10. Juli 1934 « in Wiedererwägung ihres Entscheides vom

26. Juni 1934 in Erwägung ..., dass die Schuldnerin erst

am 17. Mai 1934 Beschwerde geführt hat und die nützliche

Schuldbetreibnngs- und Konkursrecht. No 33.

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Frist in diesem Zeitpunkt bei weitem überschritten war »,

ihren Entscheid vom 26. Juni 1934 aufgehoben und ist

auf die Beschwerde der Rekurrentin nicht eingetreten.

Hiegegen richtet sich der vorliegende Rekurs vom 17.

Juli 1934.

Die 8chuldbetreibung8- und Konkur8kammer

zieht in Erwägung .-

Die Vorinstanz hat bei ihrer Entscheidung vom 26.

Juni die Beschwerde als rechtzeitig geführt angesehen,

weil sie davon ausgegangen ist, dass die Retentionsurkunde

am 27. April 1934 aufgenommen und daher erst wenige

Tage vor der Beschwerdeführung zugestellt worden sei.

Wegen dieser im Widerspruch sowohl zur bei den Akten

liegenden Retentionsurkunde als auch zur Vernehmlassung

des Betreibungsamtes stehenden tatsächlichen Annahme

hätte der Vermieter den Entscheid der Vorinstanz mit

Erfolg an das Bundesgericht weiterziehen können. Indes-

sen kann keine Verletzung von Bundesgericht darin

gefunden werden, dass die Vorinstanz wen Entscheid

von sich a,us aufgehoben hat, sobald sie ihr Versehen

gewahr wurde, zumal es noch vor Ablauf der Rekursfrist

geschehen zu sein scheint. Wäre er übrigens auch schon

formell rechtskräftig gewesen, so würde er ja an dem

Mangel gelitten haben, dass die Vorinstanz die in den

Akten liegende Tatsache der nicht erst wenige Tage,

sondern mehr als ein Jahr vor der Beschwerdeführung

erfolgten Zustellung der Retentionsurkunde aus Versehen

gar nicht gewürdigt hat, welcher Mangel nach dem Bun-

deszivilprozessrecht (Art. 192 Ziff. 1 lit. c) einen Nichtig-

keitsgrund darstellt. Welches die Gründe der Nichtigkeit

kantonaler Beschwerdeentscheide seien, wird freilich zu-

nächst vom zutreffenden kantonalen Beschwerdeverfah-

rensrecht

bestimm~t.

Indessen ist es keinesfalls eine

Verletzung von Bundesrecht, wenn eine kantonale Auf-

sichtsbehärde einen eigenen Fehler als Grund der Nichtig-

keit wer Entscheidung gelten lässt, der nach dem Bundes-

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Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (Zivilabteilungen). N0 34.

zivilprozessrecht diese :Bedeutung hätte. Und da ferner

das :Beschwerdeverfahren nicht als reiner Parteiprozess

unter den am' :Betreibungsverfahren beteiligten Personen

ausgestaltet ist, lässt es sich auch nicht von :Bundesrechts

wegen beanstanden, wenn eine kantonale Aufsichtsbehörde

einen Nichtigkeitsgrund, sobald sie ihn erkennt, selbst

von Amtes wegen zur Anwendung bringt und ihre darauf

gestützte Entscheidung einfach aufhebt, auch ohne dass

dies von dem dadurch benachteiligten :Beteiligten durch

ein bezügliches Revisionsgesuch besonders verlangt wor-

den ist.

Demnach erkennt die SchUldbetr.- u. Konkurskammer :,

Der Rekurs wird abgewiesen.

II. URTEILE DER ZIVILABTEILUNGEN

ARR:I!:TS DES SECTIONS CIVILES

34. Arrät da 1& IIme Section ci riie du 28 juin 1934

dans la cause Mettler contre von Steiger.

Action en repetition de l'indu.

L'action en repetition de l'indu exercee par letiers debiteur

qui pretend ne pas devoir Ja somme qu'il a payee au creancier

saisissant n'est recevable contre le creancier saisissant que si

ce dernier a poursuivi le tiers debiteur en son nom personnel

et en qualite de cessionnaire de la creance saisie, c'est-il.-Wre

s'il a et6 fait application de l'art. 131 aI. 1.

Dans le cas de l'art. 131 al. 2, au contraire, I'action du tiers debi-

teur ne peut etre dirigee que contre le debiteur principal.

(Art. 86, 131 al. 1 et 2 LP).

Die Rückforderungsklage seitens des Drittschuldners, der

die an den Pfändungsgläubiger bezahlte Summe nicht zu

schulden behauptet, ist .gegen den Pfändungsgläubiger nur

zulässig, wenn dieser den Drittschuldner in seinem eigenem

Namen und als Zessionar der gepfändeten Forderung betrieben

hat, d. h. wenn Art. 131 Aha. I SchKG angewandt worden ist.

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (Zivilabteilungen). No 34.

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Im Falle des Art. 131 Abs. 2 dagegen kann die Rückforderungs-

klage des Drittschuldners nur gegen den Hauptschuldner

gerichtet werden.

(Art. 86, 131 Abs. 1 und 2 SchKG).

Azione in rVpetizione dell'indebito.

L'azione in ripetizione delI' indebito promossa da! terzo debitore,

che pretende di non dovere la somma da esso pagata al credi-

tore pignorante, e proponibile contro il creditore pignorante

solo se costui ha promosso l'esecuzione contro il terzo debitore

in proprio e in qualitA di cessionario deI credito pignorato :

in altri termini, solo se e stata fatta applicazione deU' art.

131 cap. 1 LEF. NelI' ipotesi invece delI 'art. 131 cap. 2,

l'azione precitata puo essere intentata solo contro il debitore

principale (Art. 86, 131 cap. 10 e 2° LEF).

A. -

Le demandeur MettIer, ingenieur a Geneve, etait

au service de la Maschinenfabrik Rosswein A. G. (par

abreviation: Romag) a Rosswein (Saxe). Des difficultes

etant survenues entre parties, un proces s'est engage

entre elles devant le Tribunal de St-Gall. TI a ere termine

par une transaction conclue le 20 mai 1926 sous les anspices

du President et homologuee par le Tribunal. Cette tran-

saction porte en resume ce qui suit :

1. Le contrat de travail est resilie.

2. Mettler s'engage a payer a Ia Romag pour solde de

tons comptes 5000 fr., payables par acomptes trimestriels

de 500 fr.

3. Les brevets de MettIer demeurent la propriere de

la Romag.

4. Mettier est libre de travailler a sa guise. S'il veut

vendre des machines fabriquees d'apres les brevets cedes

a la Romag, celle-ci les Iui livrera a un prix de faveur qui

sera inferieur de 5 % aux prix qu'elle fait a ses represen-

tants a l'etranger.

B. -

Le defendeur Walther A. von Steiger, ingenieur

a Zurich, se pretendant creancier de la Romag, a fait

sequestrer a Geneve en mains de MettIer la creance de sa

debitrice Romag contre MettIer. A la suite de ce sequestre

il a fait notifier un commandement de payer de 5000 fr.

a la Romag; il a obtenu la main-Ievee de l'opposition;