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:-;chuldbetreibungs. und Konkursrecht. Xo 69.
durch die Vermögensabtretung erfüllten Nachlassver-
trages entgegensteht.
Ob die Betreibung (nach Beseitigung des hier bereits
erhobenen Rechtsvorschlages) mit Rücksicht auf die
Löschung des Handelsregistereintrages (und einen all-
fälligen Ablauf der in Art. 39 Abs. 3 SchKG genannten
Frist) seinerzeit auf Pfändung fortzusetzen ist oder ob
das Betreibungsamt nach Anleitung von BGE 55 III 146
und 56 III 134 vorzugehen hat, ferner ob auf Grund dieser
Betreibung dann auch auf die durch den Nachlassvertrag
abgetretenen Aktiven gegriffen werden kann, all das
bildet nicht Gegenstand der vorliegenden Beschwerde.
Donnach erkennt die Sch~J,ldbet1·.-
11, Konku1'skam1nm':
Der Rekurs wird im Si.nne der Erwägungen gutgeheissen
uud der angefochtene Entscheid aufgehoben.
uf!. Extrait da Parret a.u 18 decembre 1933
dans la eause Fraschina.
L'automobiIe cl'un medecin de campagne est insaisissable. Art. 92
eh. 3 LP.
Das Automohil eines Landarztes ist unpfändbar, Art.. 92 Ziff. 3
SchKG.
L "automobile di un merlico di campagna non e pignorabiIe. Art. 92
cifra 3 J.EF,
Extraits des cOnBiderants:
Aux termes de l'art. 92 ch. 3 LP, les outils, instruments
et livres necessaires au debiteur et a sa famille pour
l'exercice de leur profession sont insaisissables.
On doit eonsiderer eomme necessaires au debiteur,
au sens dudit article, les instruments' qui, d'apres les
eoneeptions loeales, sont indispensables pour Iui permettre
d'exereer sa profession d'une fa~lOn rationnelle et de
soutfmir la concurrenee (JAEGER, n. 9 ad art. 92).
Sd",ldlJclreihullW;. I",tl Konkursre"ht. Xo 70.
27f+
ßn l'espece, le debiteur est etabli dans le chef-lieu
d'nn district rural. POUl' juger si l'objet saisi Iui est indis-
pensable, il faut donc comparer sa situation h ceUe d'un
medecin de campagne en general et non pa;~, comme le
fait l'autorite cantonale, a celle cl'un medecin cantonal,
officiellement charge de traitements de longue duree, et
qui peut aisement exercer ses fonctions avec les moyens
de loeomotion que l'Etat et les services publies mettent
,\ sa disposition (sie dans le cas publie dans RO 54 III 50).
01' le medecin de campagne peut etre appeIe, a toute
heure du jour et de la nnit, a sc rendre, sans perdre un
instant, au chevet de malades habitant ades distanees
<"onsiderables. POUl' exercer sa profession, il a done abso-
lument besoin d'un vehieule rapide et ne saurait en etre
reduit a louer une voiture, dans chaque eas urgent, ce
qni n'est pas toujours possible dans une petite localite
agricole et serait d'ailleurs trop peu economique.
Enlever son auto a un medeein de campagne serait donc
le mettre dans la quasi-ineapacite d'exereer eonsciencieuse-
ment sa profession; en tout cas, eela le mettrait dans un
etat d'inf6riorite evidente par rapport a ses eonfreres,
et eette raison suffit pour que Iedit objet doive etre declare
i nsaisissable, couformement a ce qui a ete expose plus
haut.
70, Entscheid vom 20. Dezember 1933
i. S. Erben Ba.ns Brllgger.
o run d p fall d ver wer tun g s b e t r e i b U II g.
Der Dritteigentiimer der verpfändeten Liegenschaft kann auf
die nachträgliche Zustellung eines Zahlungsbefehls lmd Ver·
schiebung der Verwerhmg um weitere 6 Monate (Art. 100
VZG) verzichten.
Poursuite en realisation de gage imrnobilier.
Le tiers propriE~taire de l'immeublehypotheque peut renOl1.cer
a Ia notifieation d'un commandement de. payer et au renvoi
de la vente pendantun nouveau tlelai de six mois selon I'art. 100
Ord. real. forcee des imm.
280
Schuldbetroibungs- und Konkursrecht. No 70.
Esecuziollc in via di realizzazione del pegno.
JI terzo proprietario deI fondo ipotecato puo rinunciare allu
not.ifieR deI precetto esecutivo e al rinvio della vendita pel<
un 1ll10\"O tennine di sei mesi (art.. 100 RFF).
A. -
Am 9. November 1932 liessen die Rekurrenten
dem Heinrich Baumgartner einen Zahlungsbefehl (für
Betreibung auf Grundpfandverwertung) für 2600 Fr.
zust.ellen und verlangten nach Beseitigung eines vom
Schuldner erhobenen Rechtsvorschlages am 12. Juni 1933
die Verwertung. Da jedoch der Schuldner das I)fand-
objekt am 5.Mai 1933 einem JosefMeyer hatte zufertigen
lassen -
eine Verfügungsbeschränkung war damals im
Hypothekarprotokoll noch nicht eingetragen -, lehntp
das Konkursamt Rothenburg es ab, dem Verwertungs-
begehren Folge zu leisttm, bevor dem neuen Eigentümer
ein Zahlungsbefehl zugestellt und rechtskräftig geworden
und die Sechsmonatefrist abgelaufen sei (Art. 100 VZG).
B, -
Hiegegen führten die Rekurrenten Beschwerde
mit dem Antrag, das Amt zum Vollzug der Verwertung
anzuhalten. Von der ersten Instanz abgewiesen, wieder-
holten sie diesen Antrag vor der oberen kantonalen Auf-
sichtsbehörde und legten gleichzeitig eine Erklärung des
neuen Eigentümers der Liegenschaft vor, wonach dieSel'
« auf die Zustellung eines Zahlungsbefehls und die damit
eintretende Stundung von 6 Monaten)} verzichtet und
seinerseits rasche Durchführung der Verwertung wünscht.
O. -
Mit Entscheid vom' 31. Oktober 1931 hat die
obere kantonale Aufsichtsbehörde die Beschwerde abge-
wiesen mit der Begründung, das Amt habe Art. 100 VZG
richtig angewendet. Die Frage, ob die erst jetzt vorgelegte
Erklärung des Dritteigentümers bei der Entscheidung des
Rekurses zu berücksichtigen sei, erledige sich schon damit,
dass das Gesetz für die Möglichkeit eines solchen Verzichtes
keine Handhabe biete. Und ob Meyer nach Zustellung
eines Zahlungsbefehls auf die Einhaltung der Sechsmo-
natefrist verzichten könne, sei in diesem Verfahren, an
dem Meyer nicht beteiligt sei, nicht zu untersuchen.
Schuldbotl'eilJung.'. und Konkursrecht. N0 70.
281
D. -
Diesen Entscheid haben die Rekurrenten recht-
~eitig an das Bundesgericht weitergezogen.
Die SchUldbetreibungs- und KonkuTskammer
zieht in Erwä.gung :
Die Vorschrift des Art. 100 VZG, dass dem Dritteigen-
tümer der verpfändeten Liegenschaft (nachträglich) ein
Zahlungsbefehl zuzustellen sei, bezweckt, dem Dritteigen-
tümer die Möglichkeit zu verschaffen, durch Bestreitung
der Forderung oder des Pfandrechtes die Verwertung
seines Eigentums zu verhindern. Und die weitere Bestim-
mung, dass die Verwertung erst 6 Monate nach Zustellung
dieses Zahlungsbefehls vorgenommen werden
< dürfe, will
wiederum dem Dritteigentümer ermöglichen, sein Eigen-
tum zu behalten, indem sie ihm eine angemessene Zeit-
spanne gewährleistet, sei es nun für Unterhandlungen
mit dem Gläubiger und dem persönlichen Schuldner, sei
es für die Bereitstellung der zur Abfindung des Gläubigers
erforderlichen Geldmittel. In beiden Fällen handelt es
sich aber ausschliesslich um die Wahrung von Interessen
des DritteigentÜIDers; irgendwelche Interessen weiterer
Personen oder der Öffentlichkeit schlechthin stehen dabei
nicht auf dem Spiel. Infolgedessen darf diesem Art. 100
Abs. 1 VZG nicht zwingender Charakter in dem Sinn
beigemessen werden, dass der Dritteigentümer des Pfandes
nicht auf die Zustellung des Zahlungsbefehls und auf die
Hinausschiebung der Verwertung verzichten könnte. Hin-
sichtlich des Verwertungszeitpunktes ergibt sich übrigens
die Zulässigkeit des Verzichtes des DritteigentÜIDers aus
Art. 33 Abs. 2 SchKG: Der DritteigentÜIDer, dem ein
Zahlungsbefehl zugestellt werden muss, ist Schuldner
im Sinn dieser Bestimmung. -
Verlangt werden muss
lediglich, dass der Verzicht ausdrücklich und deut-
lich erklärt werde; das ist aber im vorliegenden Fall
geschehen.
Dass die Erklärung des DritteigentÜIDers hier nicht
berücksichtigt werden dürfe, weil sie erst nach AusfaIlung
282
Sdmldhctroibungs- und Konkursrecht. N0 71.
des erstinstanzlichen Entscheides abgegeben' wurde, hat
die Vorinstanz nicht festgestellt.
Demnach erkennt die Schuldbetr.-u. J(onkurs1(ammcr:
Der Rekurs wird gutgeheissen, der angefochtene Ent-
scheid aufgehoben und das Konkursamt Rothenburg
angewiesen, dem Verwertungsbegehren der Rekurrentell
die gecsetzliche Folge zn geben.
71. Entscheid vom ao. Dezember 1933 i. S. Xnärri.
Retention von Sachen des Untermieters für
die Mietzinsforderung des (Ober-) Vermieters:
\Verden Retentionsobjekte . als :Eigentum eines Untermieters
bezeichnet, so hat das Betreibungsamt. den UntermietE'l'
unter gleichzeitiger Zustellung einer Abschrift der Reten-
tionsurklmde anzuweisen, künftig seine Untermietzin8en dem
Betreibungsamt. nicht mehr dem Unt.ervermieter zu bezahlen
(Erw. 4).
Dem Uni.ermieter läuft die Frist zur Beschwerde gegen die Reten-
tion von Kompetenzstücken (erst) vom Empfang dieser Ab-
schrift der Retentionsurkunde an, es wäre denn, er habe
schon vorher in . Kenntnis der Retention ausdrücklich auf
den Kompetenzanspruch verzichtet (Erw. 3).
Nach rechtzeitiger Anhebung der Betreibung auf Faustpfandver-
wertung können die Retentionsobjekte in amtliche Verwahrung
genommen werden (Erw. 2).
Droit de retention portant sur des meubles du sous-locaf.ctire et garall-
tissant le loym' dl1 au baiUeur principal :
Lorsque des objets sur lesquels nn droit de retention est invoqu~
sont designes comme etant la propriete d'un sous-locataire,
l'office des poursuites est tenu de notiiier ll. oe dernier une
copie de l'inventaire en le sommant en meme temps de payer
desormais son propre loyer non plus an locataire principal,
mais ll. l'office (consid. 4).
Le deIa.i ponr porter plainte contre Ia. retention d'objets insaisis-
sables ne court ll. l'encontre du sous-Iocataire qu'll. partir de
la reooption de Ia copie de I'inventaire, a. moins que Ie sous-
locataire, ayant dejll. eu connaissance de la retention, n'ait
expressement renonce a. invoquer l'insaisissabiJiM (consid, 3).
SchuldbeÜ'eibungs- und Konkursrecht. No 71.
Une fois la poursuite en realisation de gage dfunent introduite,
les objets sur Iesquels porte Ie droit de retention peuvent
etre places sous la garde de l'office (consid. 2).
Uiritto di ritenzionc su mobili del subcondttitore (t garanzia,fpl
canone del primo locatol"e.
Ove gli oggetti, sui quali e riventlicato UI1 diritto di ritenzione,
siano designati quaIi proprieta deI subconduttore, l'ufficio
e tenuto di notifieargli una copia deI verbale di ritenzione
ingiungendogli di ilolvere il eanone, non piü al jJrimo locatore,
ma aU' ufficio.
Il termine di reclamo contl'O la rit~mzione di heni impignorabili
non comincia, nei riguardi deI subconduttol'e, ehe dal momento
deI ricevimento di detta copia, a meno ehe il subconduttore
non abbia rinunciato e8pressamente all'esecuzionc dell'impigno-
rabilitll. dopo aver avuto eonoseenza deI vantato diritto di
ritenzione.
Introdotta regolamente l'e<.ecuzione in realizzazione di pegno,
i beni ehe formano oggetto deI diritto di ritenzione possono
essere dati in custodia dell'ufficio.
A. -
Fräulein Lydia Witschi hatte von der Bau- und
Verwertungs-
A.-G. in Bern eine WohntUlg gemietet
und einen Teil derselben dem Rekurrenten untervermietet.
Am 19.JuID 1933liess die Bau- undVerwertungs-A.-G.für
fällige und laufende Mietzinse eine Couch und 2 Fauteuils
im Schätzungswert von 200 Fr. retinieren. Nach einem
Vermerk in der Retentionsurkunde bezeichnete die Schuld-
nerin diese Möbel als Eigentum des Rekurrenten, der sich
mit den Untermietzinsen seit April 1933 im Rückstand
befinde. Dem Rekurrenten wurde keine Abschrift der
Retentionsurkunde zugestellt. -
Als die Schuldnerin am
1. November auszog, ordnete das Betreibungsamt die
amtliche Verwahrung der Retentionsobjekte an.
B. -
Hiegegen führte der Rekurrent Beschwerde mit
der Begründung, die Retentionsobjekte seien sein Eigen-
turn und die Couch sei für ihn als Bettstelle unentbehrlich;
gegen das Retentionsbegehren habe er seinerzeit nicht
Einspruch erhoben, weil er damals mit seinen Mietzinsen
im Rückstand gewesen sei.
O. -
Mit Entscheid vom 24. November 1933 hat die
kantonale Aufsichtsbehörde die Beschwerde hinsichtlich