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58_III_113

BGE 58 III 113

Bundesgericht (BGE) ·III · 1932-07-04 · Deutsch CH
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28. Entscheid vom 4. Juli 1932 i. S. lIildebra.nd.

A d m ass i er u n g von Re c h te n des Kridars im Kon-

kurs: ist nur dann unzulässig, wenn kein Zweifel an der

Unübertragbarkeit dieser Recht{3 besteht (in casu: Rechte

aus einem vom Kridaren «erfundenen» Rezept).

Droits du failli 8U8ceptibles de faire partie de la ma1Jse: Ne doivent

etre exclus da l'inventaira que les droits dont l'incessibilite

est hors da discussion (en l'espece: les droits decoulant d'une

formule pretenduement decouverte par le failli).

Diritti del fallito ehe possono essere attratti alla massa: Saranno

esclusi dall 'inventario soltanto quei diritti la cui trasmissibilita.

e esclusa

(neUa specie: diritti derivanti d'una ricetta

« inventata » dal fallito).

Im Konkurse über das Vermögen des Rekurrenten

meldete die Einkaufsgenossenschaft der Schweiz. Coiffeur-

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Sc:huldbetreibungg. und Konkursrecht. ~o 28.

meister eine Forderung von 6300 Fr. an, für welche sie

ein Faustpfandrecht an einem Rezept des Kridars zur

Herstellung einer Rasiercreme geltend machte; der

Anspruch wurde definitiv kolloziert.

Als das Konkursamt dieses Faustpfand versteigern

wollte, erhob der Rekurrent dagegen Beschwerde mit der

Begründung, die Admassierung des Rezeptes sei nichtig,

weil es sich dabei um ein Persönlichkeitsrecht und nicht

um einen Vermögensbestandteil handle. Auch wenn man

annehmen wollte, das Rezept sei eine Erfindung, so sei

es mangels Patentierung kein Vermögensrecht, sondern

reines, unabtretbares Persönlichkeitsrecht.

Die obere kantonale Aufsichtsbehörde hat die Beschwerde

als verspätet erklärt ....

Mit rechtzeitig erhobenem Rekurs wiederholt der

Rekurrent vor Bundesgericht seinen Antrag, die Ver-

steigerung des Rezeptes aufzuheben.

Die SchUldbetreibungs- und Konkurskammer

zieht in Erwägung :

Allerdings kann nur zur Masse gehören und verwertet

werden, was übertragbar ist.

Ob aber ein zur Masse

gezogenes Recht übertragbar ist, ist eine Frage des mate-

riellen Zivilrechtes, nicht des Betreibungsrechtes, und daher

dem Entscheid der Aufsichtsbehörden grundsätzlich ent-

zogen. Nur wenn von einer Übertragbarkeit ganz offen-

sichtlich keine Rede sein könnte, wäre die Admassierung

des Rechtes als nichtig zu behandeln und eine Verstei-

gerung infolgedessen als unzulässig zu erklären. Eine

solche manifeste Unübertragbarkeit liegt indessen hier

nicht vor: Der Rekurrent hat ja selbst durch die Ver-

pfändung bekundet, dass er eine Verwertung des Rezeptes

(die nur durch Übertragung auf einen Dritten erfolgen

kann) als möglich erachtete. In der Tat kann eine Über-

tragung nicht zum vorneherein als unmöglich erklärt

werden, da es sich, wie es scheint, um eine wirtschaftlich

verwertbare Arbeitsmethode handelt. Unter diesen Um-

Schui<lbetreilmngs- und Konknrnrcoht. Xo 29.

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ständen dürfen die Konkurs- und Aufs:ichtsbehörden aber

dem Entscheid des Richters nicht dadurch vorgreifen,

dass sie die Verwertung dieses Objektes verbieten; vielmehr

muss es dem Rekurrenten überlassen bleiben, allenfalls

gegenüber dem Erwerber, welcher nach der Steigerung

als Inhaber des Rezeptes auftreten und dasselbe ausbeuten

will, durch eine Vindikations-

oder Feststellungsklage

die Unübertragbarkeit geltend zu machen und ihm die

Verwertung des Rezeptes zu untersagen.

Wieso in der Admassierung und Verwertung des Re-

zeptes eine verbotene Verletzung der Geheimsphäre des

Rekurrenten liegen soll, ist unerfindlich. Wenn die Rechte

aus einem solchen Rezept wirklich einen Teil der Persön-

lichkeit des Eigentümers bilden, so hat jedenfalls der

Rekurrent durch die Verpfändung auf den Schutz seiner

Geheimsphäre nach dieser Richtung wieder verzichtet.

Ein solcher Verzicht ist, weil weder gegen das Recht noch

gegen die Sittlichkeit verstossend, rechtsgültig.

Damit erweist sich die Einsprache gegen die Verstei -

gerung als unbegründet.

Demnach ~erkennt die SchUldbetr.-u. Konkurskammer :

Der Rekurs wird abgewiesen.