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Prozessrecht. NI} 52.
unter diesen engen Begriff der Zivilrechtsstreitigkeit fällt,
auch soweit damit die Haftung der Beklagten für ein
widerrechtliches Verhalten ihrer Organe und Beamten
. geltend gemacht wird. Denn die Personen, für die sie
angeblich verantwortlich sein soll, standen und' stehen zu
ihr nicht in einem privatrechtlichen, sondern in einem
,dem öffentlichen Recht angehörigen Verhältnis (BGE 50 I,
S. 75 und die dort zit. Judikatur, 55 II S. 210). Dazu
kommt, dass nach ZGB Art. 59 für die Haftung' der
öffentlichrechtlichen Körperschaften der Kantone, zu
denen die Beklagte gehört, ausdrücklich das kantonale
öffentliche Recht vorbehalten wird.
An dieser Lösung wird auch dadurch nichts geändert,
dass die Frage der Haftung der Gemeinde auf dem Wege
einer Rückforderungsklage, wegen Bezahlung einer Nicht-
schuld aufgeworfen wurde. Allerdings hat das Bundes-
gericht in seinem staatsrechtlichen Urteil vom 15. Juli
1927 und vorher schon in seinem Entscheid vom 30. Ja-
nuar 1908 i. S. NestIe and Anglo Swiss Condensed Milk
Company (BGE 34 I S. 61) erkannt, dass Art. 86 SchKG
nur privatrechtliche Forderungen im Sinne habe und nur
bei der Zahlung solcher infolge Betreibung dem Betrie-
'benen von Bundesrechts wegen das Mittel der Rück-
forderung im ordentlichen Prozess wegen Nichtschuld
einräume. Allein im vorliegenden Fall kann aus der
Natur des Prozesses als Rückff?rderungsprozess deshalb
kein Schluss auf die Natur des Rechtsstreites im Sinne
des Art. 56 OG gezogen werd(lD, weil SchKG Art. 86 gar
nicht unmittelbar angewendet worden ist. Vielmehr hat
der Kanton lediglich davon Gebrauch gemacht, dass es
ihm freisteht, wie das Bundesgericht festgestellt hat (BGE
53 I S. 257 ff.), eine gleiche Klage dem Betriebenen auch
für Ansprüche zu gewähren, die dem kantonalen öffent-
lichen Recht (im Sinne des Bundesrechts) -angehören.
Demnach erke'nnt 008 Bunde8gerwkt :
Auf die Berufung wird nicht eingetreten.
Versicherungsvertrag. NI} 53.
VI. VERSICHERUNGSVERTRAG
CONTRAT D'ASSURANCE
53. Auszug aus dem Urteil der II. Zivila.bteilung
vom a. Juni 1930 i. S. Keyer
gegen Assicuratrice Italiana. S. A.
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VVG 14: 'Auch bei der Unfall-, überhaupt Personenversicherung
kann für den Fall grobfa.hrlässiger Herbeiführung des befürch·
teten Ereignisses die Haftung des Versicherers durch die
allgemeinen Versicherungsbedingungen ausgeschlossen werden.
Mit der vorliegenden Klage verlangt d~r Kläger als
Zessionar der aus der Unfallversicherung des Ernst Kalt
bei der Beklagten begünstigten Erben desselben Zahlung
der Versicherungssumme von 10,000 Fr. Die Beklagte
schützt folgende allgemeine Versicherungsbedingung vor :'
«Ausgeschlossen sind Unfälle durch eigene grobe Fahr-
lässigkeit. »
A U8 deri Erwägungen :
Durchaus abwegig ist der auch in der heutigen Ver-
handlung wieder eingenommene Standpunkt, der Aus-
schluss grobfahrlässig selbstverschuldeter Unfälle von der'
Versicherung, bezw. die Art und Weise, wie er stattgefun-
den habe, sei rechtswidrig bezw. unsittlich und verstosse
gegen Treu und Glauben. Ist zwar zuzugeben, dass der
Katalog der zwingenden Bestimmungen am Schlusse des
VVG kein absolut erschöpfender ist, so'lässt sich doch
dem Wesen der Unfallversicherung oder allgemeiner der
Personenversicherung kein Anhaltspunkt dafür entneh-
men, dass im Gebiete dieser Versicherung nicht nur Art. 14
Abs. 4 VVG, wie Art. 98 VVG vorsieht, sondern auch
Art. 14 Abs. 2 nicht zuungunsten des Versicherungs-
nehmers oder des Anspruchsberechtigten abgeändert wer-
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Versicherungsvertrag. No 54.
den dürfe, wie der Kläger meint. Sodann erweckt es kein
Bedenken, dass der Ausschluss unauffällig im Rahmen der
allgemeinen Versicherungsbedingungen stattgefunden hat .
• Mag auch der Ausschluss grobfahrlässig selbstverschul-
deter Unfälle aus der Unfallversicherung hierzulande nicht
üblich sein, so ist doch eine kaum weniger empfindliche
Einschränkung der Versicherung durch Ausschlussklauseln
am Anfang der allgemeinen Versicherungsbedingungen
allgemein üblich, sodass von einem Verstecktsein der hier
streitigen Klausel schlechterdings nicht gesprochen werden
kann.
"Übrigens dürfte
diese Ausschlussklausel
den
Prämiensatz der Beklagten beeinflussen und daher gemäss
Art. 20 Abs. 2 OR ohnehin nicht einfach zum Nachteil
der Beklagten angenommen werden, der Versicherungs-
vertrag enthalte diese Klausel nicht und gelte ohne sie.
54. Extrait da l'arret da la. IIe Section civile du 10 juillet 1930
dans la cause l'ierra l'ra.z contre l'Assicura.trice Ita.1ia.na..
1. La violation de l'art. 3 aI. 1 LCA n'entraine pas d'autra
consequence que celle qui est prevqe a. l'aJ. 2 de cet articla
(consid. I).
2. Lorsqu'une proposition d'assurance est caduque, l'envoi da
Ia police au proposant n'equivaut pas a une acceptation,
mais a une nouvelle offre de contrat emanant de l'assureur
Iui-meme, et, a defaut de convention contraire, les conditions
de cette offre (c'est-a-dire celles de 180 police) constituent les
conditions memes du contrat (consid. I).
3. L'a,rt. 12 801. 1 ne donne au preneur d'assurance que le droit
de demander la rectification de la police pour la mettre en
accord avec les conventions intervenues entre les parties.
La preuve de ces conventions incombe au preneur d'assurance
(consid. 2).
II ressort des do8siers en lait :
A. -
En novembre 1927, Edouard Deleze, dont le
demandeur Praz etait l'associe et est actuellement le
successeur, a conclu un contrat d'assurance de corps
Versicherungsvertrag. N0 54.
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d'automobiles; dite assurance «caseo ». L'assurance devait
s'etendre au risque d'incendie du vehicule. Deleze signa
la proposition et la remit a la sociere sans que les
conditions generales du contrat lui eussent ere commu-
niquees.
Le formulaire de police qui lui fut delivre contient entre
autres, la clause suivante :
« L'assurance ne porte que sur le vehicule propriete du
preneur d'assurance, conduit par lui-meme ou parceux
de ses employes ou les membres de Ba famille qui sont
munis d'un permis regulier de conduire.)
B. -
Endooembre 1928, Praz remit l'automobile assuree
au garagiste Gagliardi, a Sion, aux fins de procMer a une
revision. Au cours d'un essai que faisait Gagliardi sur la
route de Sion a Bramois, le vehicule prit feu et :hit comple':
tement detruit.
La compagnie, invoquant la clause de la police repro-
duite Sous lettre A ci-dessus, refusa ses prestations a raison
de ce sinistre.
O. -
Praz a intente a l'Assicuratrice Italiana une action
tendant au paiement d'une indemnite de 5000 fr.
E. -=- Le Tribunal cantonal du Valais a deboute le de-
mandeur.
F. -
Praz ~ recouru en reforme au Tribunal federal, en
reprenant ses conclusions de premiere instance.
Stafiuant sur ces laits et considerant en droit :
1. -
Le recourant soutient qu'on ne peut lui opposer
la clause de la police prevoyant la liberation de l'assureur
dans les cas Oll la voiture sinistree n'etait pas conduite par
le proprietaire ou par quelqu'un de sa maison. Cette
clause n'est pas contenue dans la proposition signee par
Edouard DeIeze, mais bien dans les conditions generales
d'assurance, auxquelles celle-la renvoie expressement.
Praz soutient, il est vrai, que ces conditions generales ne
peuvent etre invoquees contre lui, par le motif qu'elles