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408 Markenschutz. No 77. Eine Bezeichnung aber, die nach ihrer begrifflichen Bedeutung in Beziehung auf eine bestimmte Ware der- gestalt einen offensichtlichen, für jedennann verständ- lichen Hinweis auf deren Zweckbestimmung enthält, kann als Marke nicht geschützt werden, auch wenn sie vom Zeicheninhaber in diesem Zusammenhange neu im Verkehr eingeführt worden ist. Ebenso verschlägt es nichts, dass sie, wie das Handelsgericht auf Grund der von seinen sachverständigen Mitgliedern gemachten Erhebungen feststellt, während ihrer langjährigen Be- nutzung in den beteiligten Verkehrskreisen tatsächlich die Anerkennung als Kennwort für Hustenbonbons der Beklagten erlangt hat. Dieser Umstand, der allenfalls aus dem Gesichtspunkte des unlauteren Wettbewerbes von Bedeutung sein könnte, vennag den Mangel der Schutzfähigkeit nicht zu beheben. Denn als deskrip- tives und damit Gemeingut bildendes Zeichen kann der Ausdruck « Rachenputzer» von einem Gewerbetrei- benden nicht zu seinem besonderen Gebrauche mono- polisiertwerden ; vielmehr bleibt er dermarkenrecht- lichen Aneignung schlechthin entzogen (vgl. BGE 52 II 306; DUNANT, Marques de fabrique et de commerce S. 128). Demnach erkennt das Bundesgericht : In Gutheissung der Berufung wird' das Urteil des Handelsgerichts des Kantons· Bern vom 6. Juni 1928 aufgehoben und die von den Beklagten am 24. September 1910 unter Nr. 28,134 beim eidg. Amt für geistiges Eigentum hinterlegtr. Marke « Rachenputzer ~ als un- . gültig erklärt. OFDAG Offset-, Formular- und Fotodruck AG 3000 Bern I. FAMILIENRECHT DROIT DE LA FAMILLE
78. Auszag aus dem 'Urteil der Ir. Zivilabteilung vom 16. .Dezember 192B
i. S. Bug und Scha.tZmaml gegen Schatzmann. A n fee h tun g der Ehe li ehe r k I ä run g. Art. 262 ZGB. Die Einhaltung der Klagefrist ist eine Voraussetzung des Klagerechtes ; sie muss daher vom KHiger behauptet werden, jedenfalls muss sie beim Fehlen einer solchen Behauptung aus den Akten hervorgehen. Art. 262 ZGB schreibt vor, dass der dia Ehelicherklä- . rung eines Kindes Anfechtende seine Klage binnen drei Monaten, nachdem jen~ ihm bekannt geworden ist, ein- zuleiten hat. Es handelt sich hier um eine Verwirkungs- frist, deren Nichteinhaltung den Verlust des Klage- rechtes zur Folge hat und die von Amtes wegen zu berücksichtigen ist. Da die Einhaltung der Frist eine Voraussetzung des Anspruchs ist, muss sie vom Kläger behauptet werden; jedenfalls muss sie beim Fehlen einer solchen Beha!lptung aus den Akten hervorgehen. Im vorliegenden Fall fehlt es nun nicht nur an Ausfüh- rungen des Klägers darübel, wann er Kenntnis von der Ehelicherklärung erlangt habe; die Akten enthalten auch keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass dies innert drei Monaten vor Klaganhebung, d. h. ~rst nach dem
22. August 1926 der Fall gewesen sei. Im Gegenteil. Zwar wurde der Entscheid über die Ehelicherklärung seinerzeit dem Kläger nicht von Amtes wegen zuge- stellt, jene Akten enthalten wenigstens keinen derartigen Ausweis. Allein mit Rücksicht auf die grosse Bedeu- AS ·110 Familiem-echt. N° 79. tung, die der Entscheid fü) die heiden Beklagten gegen- über dem Kläger hatte, darf vermutet werden, dass die Beklagte Hug seinerzeit nicht zögerte, ihn dem Kläger mitzuteilen. Es muss dies umso eher angenommen werden, als die Beklagte in jener Zeit beim Kläger ge- wohnt hat: Der Kläger liess in seiner Replik selbst ausführen, die Beklagte sei im Mai 1926 von ihm weg- gezogen. Es erscheint als ganz unwahrscheinlich, dass die Parteien während längerer Zeit miteinander in täg- lichem Verkehr standen, ohne dass dabei die Ehelich- erklärung je zur Sprache kam. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass der Kläger spätestens im Mai 1926 Kenntnis von der Ehelicherklärung erhielt. Die am 22. November 1926 eingereichte Klage erweist sich daher als verspätet,
79. Extrait de l'arrit de la IIe SecHon civile du Ei octobre 1928 dans la cause Gassner contre Andrist. .Art. 177 al. 3 ee. Intercession de la {emme. L'art. 177 al. 3 ce vise tous Ies engagements pris par Ia femme envers des tiers dans I'interet de son mari, quand bien meme ces engagements ne se caracterisent point en Ia forme comme des actes d'intercession. -- Lorsque l'acte ne se presente pas en Iui-mcme comme une intercession, il incombe a Ia femme qni excipe de l'art. 177 al. 3 de prouver que le tiers contractant a sn ou du. savoir qne Ie contrat etait conclu dans l'interet du mari uniquemenL - Seull'interCt juridique entre en consideration, a I'exclusion de tous autres avantages materiels ou moraux. - S'agissant d'un emprunt contracte solidairement par Ia femme et le mari, il faut rechercher quel a He l'emploi des fonds empruntes, et si le tiers contractant a connu cet emploi (consid. 1). La circonstance que l'emprullt a etecontracte solidairemeni par Ia femme et le mari n'est nullement dCcisive (consid.2). Resume des taUs : Les epoux Gassner etaient locataires, a Anieres, d'une villa. Comme le proprietaire de cette villa manifestait l'intention de la vendre, Gassner se proposa de l'acheter Familienrecht. N°' 79. 411 parce que sa femme, de sante deIicate, desirait continuer a vivre a la campagne. En consequence, il conclut avec le proprietaire un pacte d'emption (ou de preemption), aux termes duquel il pouvait acquerir l'immeuble dans un delai de deux ans et s'obligeait, s'il nc l'achetait pas, a payer une dedite de 5000 fr. Al' expiratioll de ce delai, Gassller chercha ase pro;::urer les . fonds necessaires a l'achat et trouva, par l'inter- mediaire de Me Meyer de Stadelhofen, un preteur a court terme qui les lui avanc;a. Il put acquerir la villa; mais il ne fut pas en mesure de rembourser lepret al' echeance. Les epoux Andrist intervinrent alors, a la demandc des epoux Gassner, ou de sieur Gassner, et se declarerent disposes a avancer les sommes necessaires pour le rem- hoursemellt du pret. . En date du 1er juillet 1920, les epouxAndrist passerent avec les epoux Gassner une « convention » qui stipulait entre mltres : « M. et Mme Victor Gassner reconnaissent conjointe- » ment et solidairement a'voir rec;u de ~I. et Mme William » Andrist la somme de 28 000 fr., somme reconnue ct II legitimement due conjointement et solidairement entre )) eux au preteur.» » M. et Mme Victor Gassner s'ellgagent conjointement » et solidairement a rendre et a rembourser M. et Mme » William Andrist de la somme de 28 000 fr. dans un » delai de trois ans maximum, moyennant versement..<; ) trimestriels de 1500 fr .... Eil date du 4 juillet 1922, Gassner a ete declare eil faillite. Andrist fut colloque pour une somme de 32 065 fr. 65 ; il ne re<;ut aucun dividende. Le 15 decembre, les epoux Andrist firent notifier a dame Gassner un commandement de payer pour le montant de 26 000 fr., solde du pret consenti le 1 er juillet
1920. La Cour de Justice civile pronon<;a, le 12 mars 1923, la maill-Ievee de l'opposition formee par dame Gassner.