opencaselaw.ch

54_III_235

BGE 54 III 235

Bundesgericht (BGE) · 1928-01-01 · Français CH
Source Original Export Word PDF BibTeX RIS
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

234

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N0 53.

d'un Iegs fait a l'Etat par Ch. Wuilleret, depot qui

aurait confere une creanee directe au Iegataire contre

Ia banque. L'Etat a cru devoir faire valoir cette pre-

tention en revendiquant Ia somme de 7000 fr. Mais a

tort. Si sa these etait juste, il aurait du faire valoir sa

creance par voie de production et en demander Ia eollo-

cation. Il n'y avait pas matiere a revendication, celle-ci

ne pouvant avoir pour objet que des biens en possession

de Ia masse; les creances contre Ie failli ne peuvent

donner lieu qu'a une intervention et une eolIoeation a

titre de creaneiers de la masse (v. JAEGER, notes 4 et 6

sur art. 197 LP). La revendication de l'Etat n'avait done

pratiquement aucune portee, de meme Ia mention

de cette revendication dans l'etat de collocation.

Les hoirs Wuilleret. ayant produit une creance de

7083 fr. 40 dans Ia faHlite, l'administration devait

examiner le bien-fonde de cette produetion, et dans cet

examen elle aurait pu tenir eompte de Ia revendication

formuIee par l'Etat, en l'interpretent dans ce sens que

le revendiquant contestait Ia creanee des hoirs WuiHeret.

Si l'administration partageait eette maniere de yoir,

elle aurait du ecarter la production des recourants.

Elle n'en arien fait. Au. contraire, elle a admis l'inter-

vention et a colloque detinitivement le creanee pro-

duite. L'etat de eollocation, passe en force, reeonnait

les heritiers de Ch. 'Vuilleret comme creanciers de la

masse en faillite.

Cet etat de eollocation constitue en faveur des recou-

rants un titre equivalent a un jugement et leur don ne

envers l'admil1istration de Ia faillite le droit d'exiger Ie

paiement du dividende provisoire de 58%, sans egard

ä Ia pretention de l'Etat qui tend en realite a remettre

en question l'etat de collocatioll devenu inattaquable

et a faire declarer que Ia creance a ete inserite a

tort au nom des recoural1ts, Je veritable titulaire elant

l'Etat.

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. No 54.

235

Par ces moli/s,

la Chambre des Poursuites et des Faillites

declare le recours bien fonde, annule Ia decision attaquee

et admet les conclusions de Ia plainte du 2 avril 1928.

54. Auszug aus dem Entscheide vom la. September 1928

i. S. Hürlimann.

Loh n p f ä n dun g,

B e r e c h nun g

des

E x i -

s t e n z m i n i m ums. S c h K GAr t. 9 3.

Die Betreibungsbehörden haben diejenigen Elemente, die

für die Festsetzung der dem Betreibungsschuldner als

unpfändbar zu belassenden Lohnquote von Bedeutung sind,

von Amt e s weg e n zu' eruieren.

Ein von der Ehefrau des Betreibungsschuldners in die Ehe

gebrachtes une hel ich e sKi n d ist als zur «Familie »

des Betreibungsschuldners gehörig zu zählen, wem' es

von diesem in die Familiengemeinschaft aufgenommen

worden ist. Dessen Unterhaltskosten sind daher bei der

Berechnung des Existenzminimnms des Betreibungsschuld-

llers mitzuberücksichtigen. Doch hat sich der Betreibungs-

schuldner diejenigen Beträge anrechnen zu lassen, die er

vom ausserehelichen Vater des Kindes oder allenfalls von

der bezüglichen Armenbehörde effektiv bezieht.

Saisie de salaire. Calcut de la quolili insaisissable. Art. 93 LP.

Les preposes aux poursuites doivent faire d'office les investi-

gations voulues pour determiner la qualite insaisissable

du salaire du debiteur.

L'enfant illegitime de la femme du debiteur fait partie de

la « famille II de ce dernier si le debiteur a accueilli l'enfant

dans son menage. Les frais d'entretien de l'enfant entrent

alors en ligne de compte dans le calcul du montant insaisis-

sable; par contre le prepose doit aussi prendre eu conside-

ration la somme que le debiteur re!(oit effectivement du

pere naturel de l'enfant ou, le cas echeant, de l'assistance.

Pignoramento di salari. -

Minimo pignorabile. Art. 93 LEF.

GIi ufficiali di esecuzione debbono procedere d'ullicio alle

indagini necessarie per determinare la quota di salario

impignorabile.

236

Schuldbetreibullgs- und Konkursrecht. N° 54.

Il figlio illegitimo deHa moglie deI debitore fa parte deHa

famiglia di quest'ultimo se fu aeeolto neHa eomunione domes-

tiea. Le spese di allevamento dell'infante eadono quindi

in eonsiderazione per Ia determinazione dena quota pigno-

rahile: d'altro canto, l'ufficio dovra eonsiderare come

elemento di reddito i sussidi ehe il debitore pereepisee

effettivamente dal padre delI'infante 0 dana pubbliea assis-

tenza.

Die Rekurrentin (die ihren geschiedenen Ehemann

für Unterhaltsbeiträge für zwei ihr gerichtlich zuge-

sprochene Kinder betreibt) bemängelt, dass man bei

der Feststellung des Existenzminimums des Betreibungs-

schuldners dessen Behauptung, wonach der

auss~r­

eheliche Vater des unehelichen Kindes seiner zweiten

Ehefrau nichts an den Unterhalt dieses Kindes leiste,

Rechnung getragen habe. Der Betreibungsschuldner

wäre für diese Behau-ptung beweispflichtig gewesen.

Dieser Beweis sei nicht geleistet worden, und es hätte

daher die Behauptung nicht berücksichtigt werden

dürfen. Diese Einrede hält nicht stich. Die Betreibungs-

behörden haben diejenigen Elemente, die für die Fest-

setzung der einem Schuldner als unpfändbar zu belas-

senden Lohnquote von Bedeutung sind, von Amtes

wegen zu eruieren. Dazu gehört _aber insbesondere auch

die Feststellung des Umfanges der dem Betreibungs-

schuldner zur Verfügung stehenden Einkünfte. Die

Vorinstanz war daher nicht nur berechtigt sondern sogar

verpflichtet, die ihr unabgeklärt erscheinende Frage

nach dem Umfange der vom unehelichen Vater des

unehelichen Kindes der zweiten Ehefrau des Betrei-

bungsschuldners an letztem geleisteten Beiträge abzu-

klären bezw. abklären zu lassen. Dabei ist allerdings

richtig, dass sich der Betreibungsschuldner auch all-

fällige von einer Armenbehörde an die Unterhalts-

kosten dieses Kindes geleistete Beträge anrechnen lassen

müsste. Doch geht es nicht an -

wie die Rekurrentin

glaubt -, bei der Festsetzung des Existenzminimums

des Betreibungsschuldners die für dieses Kind aufzu-

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 54.

237

wendenden Unterhaltskosten überhaupt von vorne-

herein unberücksichtigt zu lassen, weil der Betreibungs-

schuldner verpflichtet wäre, die bezüglichen Mittel,

sofern sie nicht vom ausserehelichen Vater aufgebracht

werden, von der zuständigen Armenbehörde zu erheben.

Das Bundesgericht hat schon früher entschieden, dass

zur Familie eines Schuldners im Sinne von Art. 93

SchKG nicht immer notwendigerweise nur diejenigen

Personen zu zählen sind, denen gegenüber eine gesetz-

liche Unterhaltspflicht des Betreibungsschuldners be-

steht, sondern dass hiezu allenfalls auch ein fremdes

Kind gerechnet werden muss, wenn dieses auf Grund

besonderer Umstände in Familiengemeinschaft mit dem

Betreibungsschuldner lebt und von diesem aufgezogen

wird (vgl. BGE 51 III S. 226 ff.). Das trifft zweifellos

auch für ein von der Ehefrau des Schuldners in die

Ehe gebrachtes aussereheliches Kind zu, wenn dieses

vom Schuldner bei Eheabschluss in die Familie aufge-

nommen worden ist. Ist aber somit das hier fragliche

Kind im Sinne von Art. 93 SchKG zur Familie des Be-

treibungsschuldners zu zählen, so bleibt für die von der

Rekurrentin angestellte Erwägung kein Raum. Das

schliesst jedoch selbstverständlich nicht aus, dass der

Betreibungsschuldner sich diejenigen Beträge anrechnen

zu lassen hat, die er vom ausserehelichen Vater dieses

Kindes oder allenfalls von der bezüglichen Armenbe-

hörde -

wenn diese überhaupt hiefür angegangen

worden ist -

e f fe k t i v bezieht.