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Prozessrecht. N0 59.
tractee en France par une societe fran~aise envers une
autre societe fran~aise, est regie sans nul doute par Ie
droit fran~ais;
qu'il en est de m~me de la pretention subsidiaire du
demandeur a des
dommages-inter~ts pour execution
imparfaite du contrat de cautionnement;
Considerant au surplus que la lettre du 18 mai 1920
constituait evidemment une oflre de cautionnement,
qui n'a lie definitivement la defenderesse qu'au moment
de son acceptation par le Credit commercial de France;
que l'acceptation de roffre Hant intervenue en France,
c'est en France que le contrat a He conclu;
qu'il en faut inferer que les parties ont entendu sou-
mettre les effets du contrat au droit fran~ais, quand
bien m~me les dettes d'argent sont en droit fran~ais
des dettes querables et non des dettes portables;
Considerant que dans ces conditions le recours en re-
forme du Credit commercial de France est irrecevable;
que d'ailleurs le jugement attaque ne parait point
critiquable au fond;
Le Tribunal tideral prononce
Il n'est pas entre en matiere sur le recours.
.
59. Urtiiil der I. Zivila.bteilung vom 14. September lSa7
i. S. S. Guggenheim und Genossen
gegen Leih- und Spa.rkasse Diessenhofen in Liq.
Sub i e k t i v e K 1 a gen h ä n fun g (Art. 6 und 43 BZP) :
Zulässigkeitsvoraussetzungen.
A. -
Die Leih- und Sparkasse Diessenhofen in Liq.
-
eine im Jahre 1865 gegründete A.-G. -
machte vor
dem Kriege ihre Hauptgeschäfte in Deutschland. Infolge
des deutschen Währungszerfalles während und nach dem
Kriege musste sie gegen Ende 1919 ihre Zahlungen ein-
Prozessrecht. No 59.
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stellen. Am 30. Oktober 1920 schloss sie mit ihren Gläu-
bigern einen gerichtlichen Nachlassvertrag ab (Stun-
dung für fünf Jahre bei Verzinsung der Forderungen
zu 2%). Nach Ablauf der Stundungsdauer (Oktober
1924) trat sie in Liquidation. Dabei nahmen die Liquida-
toren den Standpunkt ein, dass den Markgläubigern -
zu denen auch die Kläger gehören -
keine Liquidations-
dividende gebühre, weil die Mark wertlos geworden sei.
B. -
Mit der vorliegenden, gestützt auf Art. 52 Ziff. 1
OG direkt beim Bundesgericht eingereichten gemein-
~chaftlichen Klage verlangen die Kläger Aufwertung
Ihrer Markforderungen (Obligationen, Sparkassaeinlagen
und ~ontokorrentguthaben) im Umfange von 40% des
Nommalbetrages und Ausrichtung der den andern Gläu-
bigern zukommenden Liquidationsdividende auf den
aufgewerteten Forderungsbeträgen (49,320 Fr. für die
Kläger Nr. 1-3; 22,806 Fr. für den Kläger Nr. 4 und
14,641 Fr. für den Kläger Nr. 5) nebst 5% Zins seit
1. März 1925 für eine Teildividende von 10%. Im ein-
zelnen wird ausgeführt :
1. Die Kläger Nr. 1-3 hätten der Beklagten Hypo-
theken in Bayern abgetreten und vermittelt. Für diese
Hypothekarforderungen hätten sie die gesamtverbind-
liche Bürg- und Selbstzahlerschaft übernommen und
zur weitem Sicherheit der Beklagten 15 Inhaberobliga-
tionen ihres Institutes im Nominalbetrage von 100,000
Mark als Faustpfand übergeben. Diese Obligationen
seien von ihnen am 4. Februar 1911 um 100,000 voll-
wertige Mark von der Beklagten erworben worden.
Die Kläger Nr. 1-3 seien kraft eines zwischen ihnen be-
stehenden GesellschaftsverhältnissesEigentümer dieser
Papiere zu gesamter Hand.
2. Dem Kläger Nr. 4 schulde die Beklagte:
Obligationen
. . . . . . . . . . . .
M. 26,200.-
Sparhefteinlagen . . .
»
8,988.20
Kontokorrentguthaben . . . . .
»
11,054.75
Total M. 46,242.95
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Prozessrecht. N° 59.
und dem Kläger Nr. 5 :
Obligationen . . . .
Sparhefteinlagen . . .
. Kontokorrentguthaben
M. 15,000.-
»
6,990.60
»
7,696.-
Tot91 M. 29,986.60
Diese Anlagen seien in den Jahren 1911-1919 vor-
wiegend in vollwertiger alter Markwährung erlolgt.
In prozessualer Beziehung wird der Antrag gestellt,
das Gericht wolle in Anwendung von Art. 43 BZP die
subjektive Klagenhäufung zulassen und die Klagean-
sprüche im gleichen Verlahren beurteilen. Die Voraus-
setzungen dieser Bestimmung seien erfüllt, da die An-
sprüche aller Kläger aus der nämlichen Tatsache (Geld-
anlagen bei der Beklagten) abgeleitet und auf die gleichen
Rechtsgründe gestützt würden.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1. -
In erster Linie ist zu prüfen, ob die Verbindung
der mehreren gegen die Leih- und Sparkasse Diessen-
hofen in Liq. angehobenen Klagen (subjektive Klagen-
häufung) zulässig sei. Dies kann vorab nicht zweifel-
haft sein bezüglich der Ansprüche der Kläger Nr. 1-3.
Nach den Anbringen der Klage sind diese unter sich
in einem Gesellschaftsverhältnis stehenden Kläger an
den Obligationen, die sie für die von ihnen solidarisch
verbürgten Hypothekarlordet:,ungen als Faustpfand be-
stellt haben, zu gesamter Hand berechtigt. Es besteht
also unter ihnen hinsichtlich der Gegenstand des Streites
bildenden Forderungen eine rechtliche Gemeinschaft,
wie sie Art. 6 BZP als Voraussetzung der Streitgenossen-
schaft fordert. Der Verfolgung ihrer Ansprüche im Wege
einer gemeinsamen Klage steht daher nichts entgegen.
2. -
Dagegen gebricht es an den Voraussetzungen
für die Verbindung auch der Klagen Nr. 4 und 5. Gemäss
Art. 43 BZP, auf den sich die Kläger stützen, können
mehrere Personen, welche nicht Streitgenossen sind
(Art. 6 BZP), nur ausnahmsweise zur Ersparung von
Prozessrecht .. N° 59.
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Kosten in einem Verlahren klagen, wenn die von ihnen
erhobene Ansprache aus der nämlichen Tatsache abge-
leitet und auf die gleichen Rechtsgründe gestützt wird.
Das Gesetz verlangt darnach als Voraussetzung der
Vereinigung eine Einheit des Klagefundamentes in
tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht, d. h. eine mate-
rielle Konnexität in dem Sinne, dass die verbundenen
Ansprüche tatsächlich und rechtlich denselben Ent-
stehungsgrund aufweisen (vgl. MATTI, Streitgenosen-
schaft S. 36 f.). Eine Bestimmung nach Art des § 60
DZPO, wonach die Verbindung verschiedener Prozesse
auch im Falle blosser Gleichartigkeit der Ansprüche
und ihrer tatsächlichen und rechtlichen Gründe zu-
lässig ist (sog. unechte Streitgenossenschaft), kennt der
BZP nicht.
Der nach Art. 43 BZP erforderliche Zusammenhang
fehlt nun hier schon in tatbeständlicher Hinsicht, indem
jede der mehreren Forderungen der Kläger Nr. 4 und 5
(Obligationen,
Spareinlagen,
Kontokorrentguthaben)
auf einem besondern, von den andern unabhängigen
tatsächlichen Grunde beruht. Es liegt mithin nicht ein
und dieselbe Tatsache vor, sondern eine Mehrzahl ver-
schiedener Tatsachen, die der Anzahl der in Frage
stehenden Forderungen entspricht. Angesichts dessen
entfällt die Frage nach der Identität der Rechtsgründe.
Hinzuweisen ist lediglich darauf, dass der Rechtsgrund
für die Ansprüche der Kläger Nr. 4 und 5 nicht in den
(von allen Klägern gemeinsam angerufenen) Rechts-
grundsätzen über die Markaufwertung liegt. Denn die
« nämliche » Tatsache der Markenwertung kann nur den
Grund dafür abgeben, wieviel eventuell die Beklagte in
Franken umgerechnet zu bezahlen habe, nicht aber
dafür, dass die Bank überhaupt Schuldner sei.
Nach dem Grundsatze des Art. 42 BZP (objektive
Klagenhäufung) wären die Kläger Nr. 4 und 5 freilich
befugt, alle ihnen gegen die Beklagte zustehenden An-
sprüche im nämlichen Verlahren geltend zu machen;
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Prozess recht. N° 60.
doch muss jeder von ihnen im Wege einer gesonderten
Klage vorgehen.
Demnach erkennt das Bundesgericht:
Auf die gemeinsame Klage wird, soweit die Kläger
F. Orsinger-Wrehrle und A. Walter betreffend, nicht
eingetreten.
60. Arret da 1a IIe Seetion civile du 15 septembre 1927
dans la cause L.esagretain contre Panier.
Art. 87 chiffre 1 OJF. Le recours de droit civil est exclu dans
les causes susceptibles d'un recours en reforme.
Attendu qu'Alfred Panier a ouvert action a Jules
Lesegretain en coneluant a ce qu'il plaise au Tribunal
cantonal neuchätelois prononcer que le contrat conelu
entre parties le 6 mars 1923 a ete et est resilie par le
fait et la faute du defendeur, et condamner celui-ci
a payer au demandeur la somme de 14772 fr. a titre
de dommages-inter~ts, avec interet legal a 6 % des le
27 avril 1923;
que le defendeur a conelu a liberation des fins de la
demande;
que par jugement du 9 mars 1927, rendu en application
du droit dvil franc;ais, le Tribunal cantonal neuchätelois
a declare la demande bien fondee en principe et conaamne
Lesegretain a payer au demandeur 24 121,50 fr. franc;ais,
a titre de dommages-inter~ts, avec interets a 5 % des
le 27 avril 1923;
que, par acte depose en temps utile, Jules Lesegretain
a interjete un recours de droit civil en demandant au
Tribunal federal d'annuler le jugement attaque et de
renvoyer la cause a l'instance cantonale pour statuer a
nouveau;
qu'invoquant l'art. 87 chiffre 1 OJF, le recourant fait
grief a l'instance cantonale d'avoir applique le droit
franc;ais a une cause qui relevait du droit suisse;
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Prozessrecht. N° 61.
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Considirant en droit:
qu'aux termes de l'art. 87 OJF. seules les causes non
susceptibles d'un recours en re/orme peuvent faire l'objet
d'un recours de droit civil;
qu'en l'esptke l'on se trouve en presence d'un juge-
ment au fond rendu par la derniere instance cantonale
dans un proces civil dont la valeur litigieuse est supe-
rieure a 4000 fr. (art. 58 et 59 OJF);
qu'a l'avis du recourant, l'instance cantonale aurait
viole la loi federale en appliquant les dispositions du
droit franc;ais a une cause qui relevait d'apres lui du
droit fMeral des obligations (art. 56 et 57 OJF);
que, des lors, Lesegretain pouvait et devait interjeter
un recours en nf/orme pour soumettre au Tribunal
fMeral la question du droit applicable au contrat
litigieux;
qu'en consequence, son recours de droit civil est
irrecevable (cf. arr~ts non publies Hoirs Roulin contre
Justice de paix de Mouret, du 27 juin 1912, et Meng
contre Bundi, du 7 juillet 1927);
le Tribunal /ederal prononce:
Il n'est pas entre en matiere sur le recours.
61. Auszug a.us dem 'lJ'rtsil der n. Zivilabteilung
vom 29. September 1927
i. S. Zürcher gegen Erben. IIeierla.
1 Hau p t u r t eil: Eine Prozessabweisung wegen un-
genauer Parteibezeichnung ist kein Haupturteil. Die Vor-
schrift genauer Parteibezeichnung ist eine prozessrechtliche
Vorschrift, also kantonalen Rechts. Art. 58 Abs. 1 und Art. 57
Abs. lOG.
2. Ein Anspruch gegen Erben ist nicht gegen die Erbschaft
(Erbengemeinschaft) sondern gegen die einzelnen Erben
persönlich (als Streitgenossen) zu richten. Art. 602 ZGB;
Art. 49 SchKG ist eine Sondervorschrllt .