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53_II_348

BGE 53 II 348

Bundesgericht (BGE) · 1920-05-18 · Deutsch CH
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348

Prozessrecht. N0 59.

tractee en France par une societe fran~aise envers une

autre societe fran~aise, est regie sans nul doute par Ie

droit fran~ais;

qu'il en est de m~me de la pretention subsidiaire du

demandeur a des

dommages-inter~ts pour execution

imparfaite du contrat de cautionnement;

Considerant au surplus que la lettre du 18 mai 1920

constituait evidemment une oflre de cautionnement,

qui n'a lie definitivement la defenderesse qu'au moment

de son acceptation par le Credit commercial de France;

que l'acceptation de roffre Hant intervenue en France,

c'est en France que le contrat a He conclu;

qu'il en faut inferer que les parties ont entendu sou-

mettre les effets du contrat au droit fran~ais, quand

bien m~me les dettes d'argent sont en droit fran~ais

des dettes querables et non des dettes portables;

Considerant que dans ces conditions le recours en re-

forme du Credit commercial de France est irrecevable;

que d'ailleurs le jugement attaque ne parait point

critiquable au fond;

Le Tribunal tideral prononce

Il n'est pas entre en matiere sur le recours.

.

59. Urtiiil der I. Zivila.bteilung vom 14. September lSa7

i. S. S. Guggenheim und Genossen

gegen Leih- und Spa.rkasse Diessenhofen in Liq.

Sub i e k t i v e K 1 a gen h ä n fun g (Art. 6 und 43 BZP) :

Zulässigkeitsvoraussetzungen.

A. -

Die Leih- und Sparkasse Diessenhofen in Liq.

-

eine im Jahre 1865 gegründete A.-G. -

machte vor

dem Kriege ihre Hauptgeschäfte in Deutschland. Infolge

des deutschen Währungszerfalles während und nach dem

Kriege musste sie gegen Ende 1919 ihre Zahlungen ein-

Prozessrecht. No 59.

349

stellen. Am 30. Oktober 1920 schloss sie mit ihren Gläu-

bigern einen gerichtlichen Nachlassvertrag ab (Stun-

dung für fünf Jahre bei Verzinsung der Forderungen

zu 2%). Nach Ablauf der Stundungsdauer (Oktober

1924) trat sie in Liquidation. Dabei nahmen die Liquida-

toren den Standpunkt ein, dass den Markgläubigern -

zu denen auch die Kläger gehören -

keine Liquidations-

dividende gebühre, weil die Mark wertlos geworden sei.

B. -

Mit der vorliegenden, gestützt auf Art. 52 Ziff. 1

OG direkt beim Bundesgericht eingereichten gemein-

~chaftlichen Klage verlangen die Kläger Aufwertung

Ihrer Markforderungen (Obligationen, Sparkassaeinlagen

und ~ontokorrentguthaben) im Umfange von 40% des

Nommalbetrages und Ausrichtung der den andern Gläu-

bigern zukommenden Liquidationsdividende auf den

aufgewerteten Forderungsbeträgen (49,320 Fr. für die

Kläger Nr. 1-3; 22,806 Fr. für den Kläger Nr. 4 und

14,641 Fr. für den Kläger Nr. 5) nebst 5% Zins seit

1. März 1925 für eine Teildividende von 10%. Im ein-

zelnen wird ausgeführt :

1. Die Kläger Nr. 1-3 hätten der Beklagten Hypo-

theken in Bayern abgetreten und vermittelt. Für diese

Hypothekarforderungen hätten sie die gesamtverbind-

liche Bürg- und Selbstzahlerschaft übernommen und

zur weitem Sicherheit der Beklagten 15 Inhaberobliga-

tionen ihres Institutes im Nominalbetrage von 100,000

Mark als Faustpfand übergeben. Diese Obligationen

seien von ihnen am 4. Februar 1911 um 100,000 voll-

wertige Mark von der Beklagten erworben worden.

Die Kläger Nr. 1-3 seien kraft eines zwischen ihnen be-

stehenden GesellschaftsverhältnissesEigentümer dieser

Papiere zu gesamter Hand.

2. Dem Kläger Nr. 4 schulde die Beklagte:

Obligationen

. . . . . . . . . . . .

M. 26,200.-

Sparhefteinlagen . . .

»

8,988.20

Kontokorrentguthaben . . . . .

»

11,054.75

Total M. 46,242.95

350

Prozessrecht. N° 59.

und dem Kläger Nr. 5 :

Obligationen . . . .

Sparhefteinlagen . . .

. Kontokorrentguthaben

M. 15,000.-

»

6,990.60

»

7,696.-

Tot91 M. 29,986.60

Diese Anlagen seien in den Jahren 1911-1919 vor-

wiegend in vollwertiger alter Markwährung erlolgt.

In prozessualer Beziehung wird der Antrag gestellt,

das Gericht wolle in Anwendung von Art. 43 BZP die

subjektive Klagenhäufung zulassen und die Klagean-

sprüche im gleichen Verlahren beurteilen. Die Voraus-

setzungen dieser Bestimmung seien erfüllt, da die An-

sprüche aller Kläger aus der nämlichen Tatsache (Geld-

anlagen bei der Beklagten) abgeleitet und auf die gleichen

Rechtsgründe gestützt würden.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1. -

In erster Linie ist zu prüfen, ob die Verbindung

der mehreren gegen die Leih- und Sparkasse Diessen-

hofen in Liq. angehobenen Klagen (subjektive Klagen-

häufung) zulässig sei. Dies kann vorab nicht zweifel-

haft sein bezüglich der Ansprüche der Kläger Nr. 1-3.

Nach den Anbringen der Klage sind diese unter sich

in einem Gesellschaftsverhältnis stehenden Kläger an

den Obligationen, die sie für die von ihnen solidarisch

verbürgten Hypothekarlordet:,ungen als Faustpfand be-

stellt haben, zu gesamter Hand berechtigt. Es besteht

also unter ihnen hinsichtlich der Gegenstand des Streites

bildenden Forderungen eine rechtliche Gemeinschaft,

wie sie Art. 6 BZP als Voraussetzung der Streitgenossen-

schaft fordert. Der Verfolgung ihrer Ansprüche im Wege

einer gemeinsamen Klage steht daher nichts entgegen.

2. -

Dagegen gebricht es an den Voraussetzungen

für die Verbindung auch der Klagen Nr. 4 und 5. Gemäss

Art. 43 BZP, auf den sich die Kläger stützen, können

mehrere Personen, welche nicht Streitgenossen sind

(Art. 6 BZP), nur ausnahmsweise zur Ersparung von

Prozessrecht .. N° 59.

351

Kosten in einem Verlahren klagen, wenn die von ihnen

erhobene Ansprache aus der nämlichen Tatsache abge-

leitet und auf die gleichen Rechtsgründe gestützt wird.

Das Gesetz verlangt darnach als Voraussetzung der

Vereinigung eine Einheit des Klagefundamentes in

tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht, d. h. eine mate-

rielle Konnexität in dem Sinne, dass die verbundenen

Ansprüche tatsächlich und rechtlich denselben Ent-

stehungsgrund aufweisen (vgl. MATTI, Streitgenosen-

schaft S. 36 f.). Eine Bestimmung nach Art des § 60

DZPO, wonach die Verbindung verschiedener Prozesse

auch im Falle blosser Gleichartigkeit der Ansprüche

und ihrer tatsächlichen und rechtlichen Gründe zu-

lässig ist (sog. unechte Streitgenossenschaft), kennt der

BZP nicht.

Der nach Art. 43 BZP erforderliche Zusammenhang

fehlt nun hier schon in tatbeständlicher Hinsicht, indem

jede der mehreren Forderungen der Kläger Nr. 4 und 5

(Obligationen,

Spareinlagen,

Kontokorrentguthaben)

auf einem besondern, von den andern unabhängigen

tatsächlichen Grunde beruht. Es liegt mithin nicht ein

und dieselbe Tatsache vor, sondern eine Mehrzahl ver-

schiedener Tatsachen, die der Anzahl der in Frage

stehenden Forderungen entspricht. Angesichts dessen

entfällt die Frage nach der Identität der Rechtsgründe.

Hinzuweisen ist lediglich darauf, dass der Rechtsgrund

für die Ansprüche der Kläger Nr. 4 und 5 nicht in den

(von allen Klägern gemeinsam angerufenen) Rechts-

grundsätzen über die Markaufwertung liegt. Denn die

« nämliche » Tatsache der Markenwertung kann nur den

Grund dafür abgeben, wieviel eventuell die Beklagte in

Franken umgerechnet zu bezahlen habe, nicht aber

dafür, dass die Bank überhaupt Schuldner sei.

Nach dem Grundsatze des Art. 42 BZP (objektive

Klagenhäufung) wären die Kläger Nr. 4 und 5 freilich

befugt, alle ihnen gegen die Beklagte zustehenden An-

sprüche im nämlichen Verlahren geltend zu machen;

352

Prozess recht. N° 60.

doch muss jeder von ihnen im Wege einer gesonderten

Klage vorgehen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

Auf die gemeinsame Klage wird, soweit die Kläger

F. Orsinger-Wrehrle und A. Walter betreffend, nicht

eingetreten.

60. Arret da 1a IIe Seetion civile du 15 septembre 1927

dans la cause L.esagretain contre Panier.

Art. 87 chiffre 1 OJF. Le recours de droit civil est exclu dans

les causes susceptibles d'un recours en reforme.

Attendu qu'Alfred Panier a ouvert action a Jules

Lesegretain en coneluant a ce qu'il plaise au Tribunal

cantonal neuchätelois prononcer que le contrat conelu

entre parties le 6 mars 1923 a ete et est resilie par le

fait et la faute du defendeur, et condamner celui-ci

a payer au demandeur la somme de 14772 fr. a titre

de dommages-inter~ts, avec interet legal a 6 % des le

27 avril 1923;

que le defendeur a conelu a liberation des fins de la

demande;

que par jugement du 9 mars 1927, rendu en application

du droit dvil franc;ais, le Tribunal cantonal neuchätelois

a declare la demande bien fondee en principe et conaamne

Lesegretain a payer au demandeur 24 121,50 fr. franc;ais,

a titre de dommages-inter~ts, avec interets a 5 % des

le 27 avril 1923;

que, par acte depose en temps utile, Jules Lesegretain

a interjete un recours de droit civil en demandant au

Tribunal federal d'annuler le jugement attaque et de

renvoyer la cause a l'instance cantonale pour statuer a

nouveau;

qu'invoquant l'art. 87 chiffre 1 OJF, le recourant fait

grief a l'instance cantonale d'avoir applique le droit

franc;ais a une cause qui relevait du droit suisse;

I

\

I'

I

I

Prozessrecht. N° 61.

353

Considirant en droit:

qu'aux termes de l'art. 87 OJF. seules les causes non

susceptibles d'un recours en re/orme peuvent faire l'objet

d'un recours de droit civil;

qu'en l'esptke l'on se trouve en presence d'un juge-

ment au fond rendu par la derniere instance cantonale

dans un proces civil dont la valeur litigieuse est supe-

rieure a 4000 fr. (art. 58 et 59 OJF);

qu'a l'avis du recourant, l'instance cantonale aurait

viole la loi federale en appliquant les dispositions du

droit franc;ais a une cause qui relevait d'apres lui du

droit fMeral des obligations (art. 56 et 57 OJF);

que, des lors, Lesegretain pouvait et devait interjeter

un recours en nf/orme pour soumettre au Tribunal

fMeral la question du droit applicable au contrat

litigieux;

qu'en consequence, son recours de droit civil est

irrecevable (cf. arr~ts non publies Hoirs Roulin contre

Justice de paix de Mouret, du 27 juin 1912, et Meng

contre Bundi, du 7 juillet 1927);

le Tribunal /ederal prononce:

Il n'est pas entre en matiere sur le recours.

61. Auszug a.us dem 'lJ'rtsil der n. Zivilabteilung

vom 29. September 1927

i. S. Zürcher gegen Erben. IIeierla.

1 Hau p t u r t eil: Eine Prozessabweisung wegen un-

genauer Parteibezeichnung ist kein Haupturteil. Die Vor-

schrift genauer Parteibezeichnung ist eine prozessrechtliche

Vorschrift, also kantonalen Rechts. Art. 58 Abs. 1 und Art. 57

Abs. lOG.

2. Ein Anspruch gegen Erben ist nicht gegen die Erbschaft

(Erbengemeinschaft) sondern gegen die einzelnen Erben

persönlich (als Streitgenossen) zu richten. Art. 602 ZGB;

Art. 49 SchKG ist eine Sondervorschrllt .