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51_II_116

BGE 51 II 116

Bundesgericht (BGE) · 1925-02-24 · Deutsch CH
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116 Familienrecht. N° 23. sehr wohl auf einen Ausgang mit dem Beklagten zurück- geführt werden kann. Aus all diesen Gründen hat die Vorinstanz daher mit Recht die Einrede aus Art. 314 Abs. 2 ZGB abgewiesen.

2. - (Höhe der Unterhaltsbeiträge) •.• Demnach erkennt das Bundesgericht : Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Appellationsgerichtes des Kantons Basel-Stadt vom

24. Februar 1925 bestätigt.

23. Auszug loH dem Urten cler II. Zl\'Ü&btei1ung vom li.Mal 1925 i. S. E1111iger gegen Eulliger. Wegen tiefer Zerrüttung kann eine Ehe geschieden werden, wenn der schuldlose oder weniger schuldige Ehegatte auf den Schutz des Art. 142 Abs. 2 ZGB verzichtet und in die Scheidung einwilligt. Art. 142, 158 Ziff. 3 und 4 ZGB. Mit Rücksicht auf das vorwiegende Verschulden des Klägers ist angesichts der Bestimmung des Art. 142 Abs. 2 ZGB ohne weiteres klar, dass gegen den Willen der Beklagten die Scheidung nicht ausgesprochen werden könnte. Diese hat nun aber' in einem Schreiben an ihren Vertreter dem Bundesgericht erklärt, erkannt zu haben, dass der Entschluss ihres Mannes, nicht mehr zu ihr zurückzukehren, un~errückbar sei, und dass sie mit ihren Versöhnungsversuchen keinen Erfolg haben werde; Zweck ihres Briefes sei daher, ihren Anwalt wissen zu lassen, ;« dass sie ihren Widerstand aufgebe und in die Scheidung einwillige, falls es das Rechte sein sollte». Damit stimmt die Beklagte dem Scheidungs- begehren des Klägers bei. Dass dies im Verlaufe des Rechtsstreites noch zulässig ist, bedarf keiner weitern Begründung; nichts hindert eine beklagte Partei, ein gegen sie gestelltes Rechtsbegehren während des Rechts- streites wie gleich bei dessen Beginn anzuerkennen, Familienrecht. N° 23. 117 und auf Grund dieser Anerkennung muss das Begehren zugesprochen werden, sofern nicht etwa aus Erwä- gungen der öffentlichen Ordnung auf das Zugeständnis einer Partei nicht abgestellt werden darf. Das ist bei der Ehescheidungsklage im Allgemeinen der Fall, indem nach Art. 158 Ziff. 3 und 4 ZGB Parteierklärungen für den Richter nicht verbindlich sind und diesem viel- mehr die freie Beweiswürdigung zusteht. Das gilt jedoch nur für Zugeständnisse der Parteien hinsichtlich der geltendgemachten Scheidungsgründe, da eine Scheidung nur ausgesprochen werden darf, wenn sich der Richter durch seine Beweiserhebungen vom Vorhandensein eines Scheidungsgrundes überzeugt hat. So wäre es für das Schicksal der Scheidungsklage bedeutungslos, wenn die Beklagte das Vorliegen der vom Kläger behaupteten tiefen Zerrüttung anerkannt hätte; dadurch wäre der Richter noch nicht der Pflicht enthoben worden, sich von der Tatsächlichkeit des Zerwürfnisses der Parteien zu überzeugen; denn die öffentliche Ordnung verlangt, dass nur auf Grund eines tatsächlich vorliegenden Scheidungsgrundes geschieden werde. Die Einschrän- kung des Art. 142 Abs. 2 ZGB jedoch, dass der über- wiegend schuldige Ehegatte trotz der tiefen Zerrüttung der Ehe die Scheidung nicht verlangen kann, ist nicht der öffentlichen Ordnung wegen eingeführt, sondern lediglich zum Schutze des schuldlosen oder weniger schuldigen Ehegatten. Diesem soll, auch wenn im übrigen hinreichende Scheidungsgrunde vorliegen, gegen seinen Willen die Auflösung der Ehe nicht aufgedrungen wer- den können; es soll ihm aber unverwehrt bleiben, auf diesen gesetzlichen Schutz zu verzichten und, statt die Scheidungsklage selber zu stellen, einfach das Scheidungsbegehren des andern Ehegatten anzuerken- nen,. sofern nur die tiefe Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses im Sinne von Art. 142 ZGB tatsächlich vorliegt. Diesen Standpunkt hat das Bundesgericht schon unter der alten Ehegesetzgebul1g in seinem Urteil 118 Familienrecht. N° 24. vom 22. Mai 1877 i. S. Heyne (BGE 3 S. 380 Erw. 4) eingenommen~ und soweit er im Urteil vom 12. Septem- ber 1907 i. S. v. FI. (BGE 33 II 393 Erw. 3) verlassen worden ist, kann an dieser Änderrung der Rechtsprechung nicht festgehalten werden (Unriehtig daher GMÜR, Anm. 48 und 52 zu Art. 142 und EGGER, Anm. 5 litt. a) am Schluss zu Art. 142 ZGB).

24. Ixtrait cis l'arrit cie la IIe Seotion civils ciu 18 mai 1926 dans la cause ciame P .-B. contre ciame P .-B. Est nulle, comme contraire a I'ordre public et a la morale, la convention par laquelle un epoux se fait promettre par son conjoint une somme d'argent en echange de son consente- ment au divorce. Resume des taits : Les epoux P.-B., de nationalite italienne, separes de corps depuis le 7 decembre 1903, ont signe le 19 septeIl1;bre 1913 deux conventions, l'une ayant pour objet le regle- ment de leurs intert;ts civils, la seconde, designee comme convention additionnelle et ayant la teneur suivante : « Monsieur P. ayant !'intention de faire transformer en divorce la separation de corps prononcee entre lui et Madame B., celle-ei s'engage a faire tout ce qui sera en son pouvoir pour faciliter cette transformation. Madame B. prend l'engagement de ne pas s'opposer a l'action en divorce et a donner tous consentements et signatures en vue des formalites necessaires pour rendre le divorce possible. Monsieur P. prend l'engagement de verser a Madame B. le jour apres un second mariage une somme de huit mille francs. Si Monsieur P. jugeait qu'un changement de natio- nalite devenait necessaire pour l'obtention du divorce, Madame B. prend l'engagement de ne pas s'opposer a ce changement, et de s'y associer. Familienrecht. No 24. 119 Elle recevra, dans ce cas, une somme de mille francs comme acompte de celle de huit mille francs, le jour ou le changement de nationalite sera obtenu ... » En juillet 1922, sieur P., qui avait entre temps acquis la nationalite fiumaise, a fait eiter sa femme devant le Tribunal de la ville de Fiume pour ouir dissoudre par le divorce le mariage conelu entre eux. Dame B. a offert de se rendre a Fiume si sa presence yest necessaire, moyennant que son mari lui fasse l' avance des frais de voyage. Refus du mari. Le 15 septembre 1922, le Tribunal de Fiume, jugeant par deraut, s'est declare compHent, sur la constatation que les parties etaient toutes deux de nationalite fiu- maise, et a prononce le divorce. Le 11 janvier 1924, sieur P. a introduit devant la Cour d'appel de Florence une action tendanta faire deelarer le jugement en divorce executoire en Italie. Dame P. s'est jointe aces conclusions. Par arrH du 10 mars 1923, la Cour d'appel de Flo- rence a deboute sieur P. de ses conelusions, en consi- derant principalement que dame P.-B. n'ayant pas perdu en ce qui la concerne la nationalite italienne qu'elle avait acquise par son mariage avec un Italien, la demande etait contraire a une disposition du Titre preliminaire du code civil italien. Le 19 juin 1923, sieur P., designe comme originaire de Fiume et divorce de dame B., a epouse, a C., demoiselle R. Le 21 juin 1923, dame P.-B. a introduit une poursuite en payement de 8000 fr., « somme devenue exigible par le second mariage de M. P., convention du 19. 9. 13 », avec interet au 5 % du 20. 6. 23. Opposition ayant ete faite, dame P.-B. a requis et obtenu la main-levee provisoire. Le 19 juillet 1923, sieur P. a intente l'action en libe- ration de dette. Suspendue le 20 septembre par le deces de sieur P., l'instance a ete reprise par dame P.-B. contre dame P.-R., heritiere instituee de P.