Sachverhalt
In der Grundpfandverwertungsbetreibung Nr. 82
des Betreibungsamtes Zufikon für eine Forderung der
Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 59.
235
Allgemeinen Ersparniskasse, Aarau, gegen Peter Acklin
in Aarau beschwerte sich der Dritteigentümer der
fraglichen Grundpfänder, Bart. Frey in Zufikon, bei der
untern kantonalen Aufsichtsbehörde über Schuldbetrei-
bung und Konkurs, weil das Betreibungsamt Zufikon,
trotzdem ihm, Frey, eine Nachlasstundung gewährt
worden sei, das von der Gläubigerin gestellte Verwer-
tungsbegehren entgegengenommen und durch Verfü-
gung vom 28. Oktober 1925 die Steigerung auf den
16. Dezember 1925 angesetzt habe.
R. -
Mit Entscheid vom 11. November 1925 hob
die untere kantonale Aufsichtsbehörde die angefochtene
Verfügung des Betreibungsamtes vom 28. Oktober
auf, wogegen die Gläubigerin an die obere kantonale
Aufsichtsbehörde rekurrierte mit dem Begehren: das
Betreibungsamt Zufikon sei anzuweisen, die Verwer-
tung gegen Acklin unverzüglich anzuordnen, bezw. es
sei der 16. Dezember 1925 als bereits angesetzter Stei-
gerungstag zu bestätigen.
C. -
Dieser Rekurs wurde von der oberen kantonalen
Aufsichtsbehörde mit Urteil vom 27. November 1925
rlahin gutgeheissen, dass sie die Verfügung des Betrei-
bungsamtes vom 28. Oktober 1925 bestätigte und
dieses anwies, die Verwertung gegen den Schuldner
Acklin unverzüglich anzuordnen.
D. -
Hiegegen hat der Dritteigentümer Frey recht-
zeitig den Rekurs an das Bundesgericht erklärt mit
dem Begehren: es sei in Aufhebung des angefochtenen
Ulteils die Verwertungsanordnung des Betreibungs-
amtes zu sistieren.
Die Schuldbetreibungs- und Konkurskemmer
zieht
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
59. Entscheid vom 16. Dezember 1925 i. S. Frey.
SchKG Art. 297, VZG Art. 88 Abs. 3. In einer Betreihung
auf Grundpfandverwertung kann die Verwertung des
Grundpfandes nicht stattfinden, wenn dieses von einem
Dritten zu Eigentum angesprochen wird, dem eine Nach-
lasstundung gewährt worden ist.
A. -
In der Grundpfandverwertungsbetreibung Nr. 82
des Betreibungsamtes Zufikon für eine Forderung der
Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 59.
235
Allgemeinen Ersparniskasse, Aarau, gegen Peter Acklin
in Aarau beschwerte sich der Dritteigentümer der
fraglichen Grundpfänder, Bart. Frey in Zufikon, bei der
untern kantonalen Aufsichtsbehörde über Schuldbetrei-
bung und Konkurs, weil das Betreibungsamt Zufikon,
trotzdem ihm, Frey, eine Nachlasstundung gewährt
worden sei, das von der Gläubigerin gestellte Verwer-
tungsbegehren entgegengenommen und durch Verfü-
gung vom 28. Oktober 1925 die Steigerung auf den
16. Dezember 1925 angesetzt habe.
R. -
Mit Entscheid vom 11. November 1925 hob
die untere kantonale Aufsichtsbehörde die angefochtene
Verfügung des Betreibungsamtes vom 28. Oktober
auf, wogegen die Gläubigerin an die obere kantonale
Aufsichtsbehörde rekurrierte mit dem Begehren: das
Betreibungsamt Zufikon sei anzuweisen, die Verwer-
tung gegen Acklin unverzüglich anzuordnen, bezw. es
sei der 16. Dezember 1925 als bereits angesetzter Stei-
gerungstag zu bestätigen.
C. -
Dieser Rekurs wurde von der oberen kantonalen
Aufsichtsbehörde mit Urteil vom 27. November 1925
rlahin gutgeheissen, dass sie die Verfügung des Betrei-
bungsamtes vom 28. Oktober 1925 bestätigte und
dieses anwies, die Verwertung gegen den Schuldner
Acklin unverzüglich anzuordnen.
D. -
Hiegegen hat der Dritteigentümer Frey recht-
zeitig den Rekurs an das Bundesgericht erklärt mit
dem Begehren: es sei in Aufhebung des angefochtenen
Ulteils die Verwertungsanordnung des Betreibungs-
amtes zu sistieren.
Die Schuldbetreibungs- und Konkurskemmer
zieht in Erwägung:
Die Vorinstanz steht auf dem Standpunkt, dass durch
die dem Dritteigentümer persönlich erteilte Nach-
lasstundung die Rechte der Gläubigerin gegen ihren
Schuldner nicht geschmälert worden seien, sodass die
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Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. No 59.
Verwertung der fraglichen Grundpfänder, unbeküm-
mert um jene Nachlasstundung, anzuordnen und durch-
zuführen sei. Sie stutzt sich hierfür auf die Bestimmung
des Art. 88 Abs. 3 VZG. Diese Argumentation geht
jedoch fehL Art. 88 Abs. 3 VZG erklärt gegenteils aus-
drücklich -
entsprechend den vom Bundesgericht in
BGE 42 III S. 29 ff. und S. 315 ff. aufgestellten Grund-
sätzen, -wonach der Dritteigentümer neben dem Schuld-
ner als Betriebener (als passives Subjekt der Betreibung)
anzusehen ist -
dass im Betreibungsverfahren gegen
den Dritteigentümer Art. 297 SchKG, d. h. die Vor-
schrift, dass während der Dauer einer Nachlasstundung
eine Betreibung weder angehoben noch fortgesetzt
werden kann, ebenfalls anwendbar sei. Wenn im letzten
Satz von Art. 88 Abs. 3 VZG, den die Vorinstanz offenbar
im Auge hatte, bestimmt ist, die Betreibung gegen den
persönlichen Schuldner werde, von dem Falle des Art.
100 VZG abgesehen, von derjenigen gegen den Dritt-
eigentümer nicht berührt, so ist dariJ.it nur gesagt, dass
der Gläubiger trotz einer dem Dritteigentümer gewähr-
ten Stundung das Verwertungsbegehren an sich stellen
kann und innert der gesetzlichen Frist des Art. 154
SchKG auch stellen muss, ansonst die Betreibung
erlischt. Dagegen kann die Verwertung selber solange
nicht stattfinden, als dem Dritteigentümer Stundung
gewährt wurde.
Demnach erkennt die Schuldbetreibungs-
und Konkurskarruner :
Der Rekurs wird gutgeheissen.
Zwangstiquitl UM Silmenmg von F..i5enbahmmtemehnnmgen. N&60. 237
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URTEILE DER ZIVILABTEILUNGEN
ARRETS DES SECTIONS CIVILES