opencaselaw.ch

48_III_100

BGE 48 III 100

Bundesgericht (BGE) · 1922-01-01 · Deutsch CH
Quelle Original Export Word PDF BibTeX RIS
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

-100

Schuldbetreibungs- und Konkw-arecllt. N-27.

27. Intscheld vom 90. Jull111 i. S.G100l'.

SchKG Art. 74: Ist der dem Sohn des Betreibungsbeamten

mündlich erklärte. vQn jenem aber nicht weitergegebene

Rechtsvorschlaggültig ?

A. -

Auf Verlangen des A. Eichenberger stellte das

Betreibungsamt Unterkulm dem A. Gloor daselbst am

8. März einen- Zahlungsbefehl zu. Am 17. März zwischen

5 und 6 Uhr abends begab sich der Schuldner -auf das

Amtsbureau des Betreibungsamtes, das sich im Wohn-

hause des Betreibungsbeamten befindet, um mündlich

Rechtsvorschlag zu erheben, und erklärte, weil der Be-

treibungsbeamte abwesend war, den Rechtsvorschlag

dessen Sohn. Da dieser jedoch vergass, seinem Vater

hievon Mitteilung zu - machen, bemerkte das Betrei-

bungsamt auf dem Zahlungsbefehldoppel für :den

<'iläubiger, es sei kein Rechtsvorschlag erhoben worden,

itnd stellte auf dessen Verlangen dem Schuldner am

~. April die Konkursandrohung zu. Hiegegen führte der

iSchuldner Beschwerde mit dem Antrage, « das Betrei-

'bungsamt zu beauftragen, die Konkursandrohung zu

a~nullieren und dem Betreibenden einen Zahlungs-

befehl mit Rechtsvorschlag zuzustellen. »

-- B. -

Durch Entscheid vom 22. Mai hat die ober-

gerichtliche Aufsichtskommission 'über die Betreibungs-

und Konkursämter des Kantons Aargau die Beschwerde

abgewiesen, mit der Begründung, der Schuldner habe

dem ni c h t auf dem Betreibungsamt angestellten Sohn

des Betreibungsbeamten den Rechtsvorschlag auf eigene

Gefahr hin erklärt.

C. -

Diesen ihm am 1. Juni zugestellten Entscheid

hat der Schuldner am 13. Juni an das Bundesgericht

weitergezogen.

Die Schuldbetr- und Konkurskammer zieht in Erwägung :

1. -

Da die Rekursfrist durch die Pfingstbetreibungs-

ferien für den Schuldner bis zum 14. Juni verlängert

Sehuldbetreibungs- und Konkursrecht. N0 27.

101

wurde (AS 41 III S. 202 f.), ist der Rekurs rechtzeitig

eingelegt.

2. -

Art. 74 SchKG sieht vor, dass der Betriebene

beim Betreibungsamt mündlich Rechtsvorschlag er-

heben kann. Hieraus folgt die Verpflichtung des Be-

treibungsbeamten, während _ der üblichen Geschäfts-

stunden für die Entgegennahme solcher mündlicher

Erklämngen zur Verfügung zu stehen oder für den

Fall seiner Abwesenheit eine Drittperson damit zu be-

auftragen. Trifft der Betriebene, welcher sich während

der ordentlichen Geschäftsstunden auf das Betreibungs-

amt begibt, um Rechtsvorschlag zu erheben, dort

zwar den Betreibungsbeamten nicht selbst an, wohl

aber einen seiner Familienangehörigen, der, obwohl

nicht Angestellter - des Amtes,

sich zur Entgegen-

nahme des Rechtsvorschlages zu Handen des Betrei-

bungsamtes dennoch bereit erklärt, wie es vorliegend

zutraf, so darf jener infolgedessen dieser -Person seine

Rechtsvorschlagserklämng abgeben, ohne prüfen zu

müssen, ob sie vom Betreibungsbeamten zur Ent-

gegennahme solcher Erklärungen beauftragt worden

ist. Gibt alsdann die betreffende Person dem Betrei-

bungsbeamtennicht oder nicht rechtzeitig Kenntnis

vom Rechtsvorschlag, so vermag dies doch dessen

Wirksamkeit nicht zu beeinträchtigen, gleichgültig, ob

ihr wirklich Auftrag zu dessen Entgegennahme erteilt

worden ist oder nicht, weil der Schuldner ja alles ge~

tan hat, was. ihm zugemutet werden kann, um seine

Erklärung dem Betreibungsamt zukommen zu lassen.-

Die Beschränkung der Legitimation zur

Entgegen~­

nahme solcher Erklärungen auf Angestellte des Be-

treibungsamtes würde in ländlichen Verhältnissen, wo

der Betreibungsbeamte nipht über Angestellte verfügt,

anderseits aber _ natürlich auch nicht jederzeit zu den

. üblichen Geschäftsstunden persönlich auf dem Amts-

bureau anwesend sein kann, den Verkehr des Schuldners

mit dem Betreibungsamte in unerträglicher, durch

102 Schuldbetreibungs- und Konkursrecbt' (Zivilabtellungen). N° 28.

nichts zu rechtfertigender Weise erschweren. Dem

Schuldner kami nicht zugemutet werden, die Legitima-

tion desjenigen, der sich ihm auf dem Bureau des Be-

treibungsbeamten zur Entgegennahme von Mitteilungen

bereit erklärt, jeweilenerst noch näher zu untersuchen.

Demnach erkennt die Schuldbetr.- und Konkurskammer :

Der Rekurs wird gutgeheissen, der Rechtsvorschlag

gültig erklärt und die Konkursandrohung aufgehoben.

H. URTEILE DER ZIVILABTEILUNGEN

ARRE:.TS DES SECTIONS CIVILES

28. Estratto aena sentenza 29 marzo 1922

aena II· Bezion8 civile nella causa 'l'ononi contro lurger.

Ipoteca . degli imprenditori ed operai iscritta a favore deI

subappaltatore. -

TI concordato ottenuto dall'imprendi-

tore principale e opponibile al suo subappaltatore, il quale

dovra quindi, nei confronti' dell'imprenditore, subire la

riduzione concordataria, quantunque il suo credito sia

validamente assistito dall'ipoteca sullo stabile 'costruito

a sensi delI'art. 837 eif. 3 ces.

A. -

Bernarda Guerino in Castione incaricava l'im-

presario Tononi della costruzione di una casa ad uso

albergo secondo i piani dell'Arch. Rusconi in Bellinzona,

in base ad un preventivo deI 24 marzo e ad un capitolato

generale deI 10 aprile 1916. Tononi assumeva l'opera

« a forfait» per il prezzo globale di 25,000 fchi. Con

contratto 8 maggio 1916 basato, per certe categorie di

lavori, su prezzi unitari, Tononi subappaltava a Furger

Gaspare in Mesoceo l'eseeuzione delle opere da falegname.

Verso la fine di quell'anno, i lavori essendo quasi finiti,

,\.

Scbuldbetrelbungs- und Konkursrecht (ZivllabteUungen). N0 28. 103

il proprietario oeeupava la parte ultimata, riell'altra

maneavano ancora, tra altri lavori meno importanti,

i pavimenti, i quali' furonü eolloeati dal Furger solo nel

febbraio 1917.

In questo turno di tempo Tononi chiedeva, sulla base

deI 20 0/0, un concordato ehe fu omologato il 2 aprile

1917 e al quale Furger non aderi j il suo eredito vifu

iscritto per 4140 fchi. 45 dietro indieazioni deI debitol"e.

B. -

Con petizione 10 maggio 1917 Furger conveniva

in giudizio davanti il Pretore di Bellinzona l'impresario

Tononi ed il proprietario Bernarda, chiedendo loro il

pagamento solidale di 5619 fehi. 92 eogli aeeessori a

dipendenza dei lavori loro prestati. Contemporaneamente,

in via provvisionale, esso domandava ed otteneva l'auto-

rizzazione di far iserivere, per la somma suddetta, l'ipo-

teca legale degli imprenditori sullo stabile in base agli

art. 883 e 839 CCS. L'iserizione avvenne eon deereto

provvisionale dei 4 maggio 1917. Nel corso dell'istanza,

l'attore modifieava le sue conclusioni nel senso ehe,

rinuneiando alla pretesa di solidarieta dei convenuti,

ehiedeva che il credito di eomplessivi 5619 fchi. 92 fosse

ripartito, per 5175 fchi. 69 ~a earico di ~Tononi, e per

444 fehi. 23 a carico di Bernarda.

11 convenuto Tononi ammetteva subito di dovere all'at-

tore 4140 fehi. 54, vale a dire l'importo rieonoseiuto nel

coneordato, ma domandava che questa somma dovesse

essere pagata solo nella ragione deUa pereen~uale eon-

eordataria deI 20 %; eontestava in secondo luogo ehe

il credito Furger fosse validamente assistito dall'ipoteca

provvisoriamente iseritta il4 maggio 1917, di cui doman-

dava la eaneellazione asserendo, tra 'altro, che essa era

stata iseritta tardivamente a sensi den'art. 839 CCS.

Bernarda, dal canto suo, rispondeva allegando :. A ver

esso nulla ordinato a Furger, ne aver mai eontrattato

con lui ne per forniture ne per lavori; non essergli quindi

debitore di nulla. Conchiudeva domandando il rigetto

puro e semplice della petizione.