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47_III_117

BGE 47 III 117

Bundesgericht (BGE) · 1921-01-01 · Deutsch CH
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Sanierung von Hotelunternehmungen. N0 35.

35. A.uszug aus dem Besohluss vom aa. September lSa1

i. S. Bürer.

Die Ausdehnung des Pfandnachlassverfahrens auf andere

als zum Fortbetrieb des Hotelgewerbes notwendige oder

mit solchen gemeinsam verpfändete Grundstücke durch

die Nachlassbehörde ist für das Schätzungsverfahren nicht

verbindlich.

Gemäss Art. 19 HPfNV werden zur Durchführung

des Pfandnachlassverfahrens Geldmittel der Eidgenos-

senschaft in Anspruch genommen. Die Ausdehnung

des Verfahrens .auf andere als Hotelgrundstücke würde

daher eine bestimmungswidrige Verwendung von Bundes-

mitteln nach sich ziehen. Demnach kann es den Nach-

lassbehörden nicht zustehen, im Einverständnis mit den

Beteiligten das Pfandnachlassverfahren auch mit Bezug

auf andere als zum Fortbetrieb des Hotelgewerbes not-

wendige oder mit solchen gemeinsam. verpfändete

Grundstücke zu eröffnen, und wenn es dennoch ge-

schieht, ist ihr Entscheid für das Schätzungsverfahren

nicht massgebend. Vielmehr ist es Aufgabe des mit der

Leitung des Schätzungsverfahrens betrauten Bundes-

gerichtes, eine bestimmungswidrige Verwendung von

Bundesmitteln dadurch zu verhindern, dass es das

Schätzungsverfahren gegebenenfalls

auf

diejenigen

Grundstücke einschränkt, für welche das Pfandnach-

lassverfahren überhaupt zuiässig ist. Dies trifft bezüg-

lich der Villa Julia und des Wohnhauses mit Scheune

nicht zu (vergl. Beschlüsse der Schuldbetreibungs- und

Konkurskammer vom 24. Mai und 1. Juni), und sie

können deshalb für das P fan d nachlassverfahren

weiter nicht in Betracht fallen. Mit Recht hat daher

die

Schätzung~k(jmmisdon eine Schätzung derselben

nicht vorgenommen.

• ••

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A. Schuldbetreibungs- und KonkursrechL.

PoursuiLe et faillite.

I. ENTSCHEIDUNGEN DER SCHULDBETREIBONGS-

UND KONKURSKAMMER

ARRßTS DE LA CHAMBRE DES POURSU ITES

ET DES FAILLITES.

36. Arret du SO juillet 1921 dans la cause Flotron et consorts.

Art. 19 LP. La decision du commissaire au sursis refusant

de laisser participer aux deliberations un creancier qui n'a

pas fait sa production eu tcmps utile, n'est pas une mesun'

susceptible d'etrc defCree au Tribunal fMeraI.

La societe anonyme «(Fabrique d'Ebauches "t a Lancy

(Geneve). ayant obtenu un sursis concordataire, un delai

a He fixe aux creanciers. conformement a l'art. 300 LP.

ppur indiquer leurs creances au commissaire. Dn certain

nombre de creanciers n'ont pas produit dans le delai fixe.

Le 14juin 1921.lorsde l'assembleedescreanciers.parl'or-

gaue de leur representant, Me Nahrath, ils ont neanmoins

sollicite du commissaire l'autorisation de prendre part

aux deliberations. Le commissaire ayant refuse de faire

droit a cette demande. Hs ont porte plainte a l'auto rite

de surveillance en concluant a ce qu'il fUt enjoint au

commissaire de tenir compte dans son rapport des voix

qu'ils avaient donnees pour l'acceptation du concordat.

Par decision du 9 juillet 1921.l'autorite de surveillance

des offices de poursuite pour dettes et de faillite du can-

ton de Geneve a rejete la plainte. estimant qu'en presence

AS 47 In -

1922

9

118

Scbuldbeueibungs- und Konkursrecht. N° 36.

du texte formel de rart. 300 LP le commissarre ne pou-

vait proceder autrement qu'ill'avait fait.

C'est contre cette decision qu'est dirige le present

recours. Les recourants soutiennent que l'instance can-

tonale a donne de l'art. 300 LP une interpret:>tion trop

formaliste et rigoureuse et qu'il suffit en realite que les

creanciers se presentent a l'assemblee durant Ia delibe-

ration pour avoir le droit de participer aux votations.

Considerant en droit :

C'est aux autorites de concordat qu'il incombera de

trancher definitivement Ia question de savoir si le projet

de concordat areuni les majorites legales et s'U y a lieu

de tenir compte a cet egard des voix et des creances des

recourants. Cela etant, -le Tribunal federal n'a evidemment

pas qualite pour donner au commissaire des diredions

sur Ia fa!;on de supputer les suffrages emis Iors de l'as-

semblee. Ce la equivaudrait en effet a prejuger Ia ques-

tion du succes de Ia procedure de concordat, alors que

cette question doit arriver intacte devant l'autorite

chargee d'en juger.

Au surplus, i1 y a lieu de relever egalement que Ia

mesure critiquee ne constitue 'pas une decision suscep-

tible de faire l'objet d'un recours au Tribunal federal

(art. 19 LP), car le rapport que le commissaire aura a

presenter a l'autorite de c9ncordat n'est, comme Ia loi

l'indique elle-meme, qu'un « avis)1, destine sans doute

a eclairer les juges mais que ceux-ci sont libres de suivre

ou de rejeter.

La Chambre des Pourslliles el des Faillites prononce:

Il n'{'st pas entre en matii're sur le recours.

Scbuldbetreibungs- und Kunkursrecht. N° 37.

37. Auszug a.us dem Entscheid vom 11. Oktober 1921

i. S. de Wene ..

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Kompetenz der Schuldbetreibungs-

und

K 0 n kur s kam m er, olme dass ein Rekurs vorliegt. an

die K 0 n kur s ä m t e r all g e m ein eWe i s u n gen

z u e r t eil e n. In ein einzelnes Konkursverfahren kann

das Bundesgericht dagegen nur auf Grund eines gegen die

Verfügung eines kantonalen Amtes gerichteten Rekurses

eingreifen.

Das Bundesgericht hat allerdings die Oberaufsicht

über das ganze Betreibungswesen und ist daher befugt

sich im allgemeinen über die Amtsführung der Aemter

ohne speziellen Rekurs durch Inspektionen zu orien-

tieren und gestützt darauf 'Weisungen zu erteilen. In

ein einzelnes Konkursverfahren dagegen kann es nur

. eingreifen auf Grund eines gegen die Verfügung eines

kantonalen Amtes gerichteten Rekurses. Hievon darf,

wenn nicht das Verfahren anarchisch werden soll, nicht

abgegangen werden. Die Kantone alleiR haben die

Disziplinarbefugnis über die Konkursbeamten, sie al-

lein auch sind für die Geschäftsführung der Beamten

verantwortlich. Wenn .daher zwar ihnen das Rt.cht

zugestanden werden mag, ohne dass Beschwerde er-

hoben worden wäre, in ein pendentes Verfahren einzu-

~eifen, um eine Schädigung zu verhüten oder schon

gestifteten Schaden nach Möglichkeit wieder gutzu-

machen und damit auch ihre Haftung zu vermeiden,

so kann dagegen, da eine solche Ersatzpflicht für den

Bund nicht in Frage kommt, dem Bundesgericht, das

keinerlei Disziplinarbefugnis hat, dessen Aufgabe sich

vielmehr darauf beschränkt, für die gleichmässige An-

wendung des Gesetzes zu sorgen, eine solche Kompe-

tenz nicht zustehen. Dazu kommt übrigens im vorlie-

genden Fall, dass das Konkursverfahren gegen den

Beschwerdeführer bereits abgeschlossen ist. Schon aus

diesem Grunde erscheint daher ein Eingreifen des Bundes-

gerichts ausgeschlossen.