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46_II_445

BGE 46 II 445

Bundesgericht (BGE) · 1920-01-01 · Deutsch CH
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ObHlatlMlenreeht. N- 76

s'acquitter en mains de cette administration de cequ'il

devait a la demanderesse. Cette derniere avait donc

un interet manifeste a la main-Ievee du sequestre, et

cela est si vrai que, Iors de Ia premiere main-Ievee par-

tieUe, on la voit (lettre du 14 deeembre 1915) feliciter

Ie Comptoir d'Escompte « du resultat tres favorable de

ses premieres reclamations ». Elle comprenait done bien

que c'etait finalement pour son compte et a son profit

a elle que Ie Comptoir d'Escompte se defendait a Berlin.

En meme temps, il est vrai, elle prHendait n'avoir pas

a le relever des depenses qu'il encourait; mais, en l'ab-

sence d'une stipulation particuliere qui, en l'espece, fait

defaut. 1e mandant ne peut beneficier des avantages de

l'execution du mandat a l'exclusion des charges qu'elle

implique (art. 402 a1 1 CO). C'est en vain que la deman-

deresse invoquerait la disposition de l'al. 2 de l'art. 402

CO aux termes duquel le mandant ne repond pas

du dommage subi par le mandataire s'il prouve que ce

dommage est survenu sans sa faute. Cette disposition

vise le dommage survenu fortuitement au cours de l'exe-

cution du mandat, mais non pas les frais necessaires que

le mandataire a du faire pour executer sa mission et qui,

au contraire, d'apres l'al. I, tombent a la charge du man-

dant (cf. HAFNER, Note 6 sur art: 400 CO). Ici il ne stagit

nullement d'un cas fortuit dont le Comptoir d'Escompte

aurait ere Ia victime; pour sauvegarder les interets de

la demanderesse, il devait bien immobiliser des fonds

et recourir aux services d'un avocat; c'etait la urie

consequence ineluetable de Ia resistance qu'il avait

opposee. avec l'assentiment de la demanderesse, aux

injonctions de l'administration forcee. Les sommes qu'il

a eu a debourser de ce chef (baisse du cours du Mark

pendant Ia duree du sequestre et note d'honoraires de

l'avocat) constituent done bien des « frais faits pour

l'execution reguliere du mandat» (art. 400 al. 1) et la

demanderesse est tenue des lors de les lui rembourser.

Leur quotite n"'a pas etecontestee et est d'ailleurs suffi-

Obligationenrecht. Ne 77.

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samment etablie par les pieces du dossier

de sorte

qu'il y a lieu d'admettre purement et simplement le

compte fourni par Ia Societe recourante.

Le Tribunal fidiral prononce :

Le recours est admis et l'arret cantonal est reforme

dans ce sens que la demanderesse est deboutee de ses

conclusions -

acte lui etant toutefois donne de I'offre

de Ia Societe defenderesse de lui payer pour solde la

somme de 13655 fr. 70 avec interets des le 30 juin 1917.

77. Urteil der I. ZivilabteUung vom 30. November 19aO

i. S. Stephani gegen Junclt.

W e c h seI r e c h t. Art. 818 OR. Die in einem uneigentlichen

Domizilwechsel angegebene Zahlstelle ist für die Vorweisung

des Wechsels zur Zahlung und die Protesterhebung mass-

gebend.

A. -

Am 25. Juni 1919 stellte der Kläger Stephani

ei~en auf 5500 Fr: lautenden Wechsel an eigene Order

aus, welcher am 27. September 1919 zahlbar und an

die Adresse von Emil Sattler, Kaufmann, Volkmar-

strasse 9, Zürich 6 gerichtet war. Sattler akzeptierte

den Wechsel. Der Kläger übergab ihn mit Blankoindossa-

ment dem Beklagten Jundt-Metzler; dieser indossierte

ihn an M. Zehnder-Simmen in Zürich, und letzterer an

Th. Engler, ebenfalls in Zürich.

Der Wechsel wurde bei Verfall nicht eingelöst. Auf

Grund eines auf dem Wechsel enthaltenen Vennerks:

«zahlbar· im Domizil M. Zehnder-Simmen Zürich I»

erhob am 29. September 1919 der Protestbeamte des

Notariatskreise5< Zürich-Altstadt im.· Auftrag Englers

Protest. bei M. Zehnder-Simmen, Münsterterrasse, Zü-

446

Obligationenrecht. N° 77,

rich I. DieProtesturkunde sagt, der Beamte habe « mit

der Aufforderung zur Einlösung dem Bezogenen und

Akzeptanten Herrn Emil Sattler, Kaufmann, wohn-

haft Volkmarstrasse 9 in Zürich 6, im Domizile der

Firma M. Zehnder-Simmen, Illkasso-Bureau, an der

Münsterterrasse in Zürich I, woselbst der Wechsel

zahlbar sei, vorweisen wollen; er habe jedoch daselbst

weder die DomiziIiatin, Frau M. Zehnder-Simmen, noch

deren Ehemann, noch sonst jemand angetroffen, von

dem er bezüglich des 'Vechsels hätte Bescheid erhalten

können. »

Der Beklagte löste darauf den 'Vechsel ein und for-

dert seinerseits 'vom Kläger Bezahlung. Da dieser der

Aufforderung nicht nachkam, hob der Beklagte am

8. Oktober 1919 gegen ihn Betreibung an. Der Kläger

schlug Recht vor, worauf am 3. November 1919 dem

Beklagten auf Grund 'des Wechsels die provisorische

Rechtsöffnung erteilt wurde.

B. -

Am 13. November 1919 reichte der Kläger die

vorliegende Klage ein, mit dem Begehren, die Forderung

des Beklagten von 5534 Fr. 70 Cts., nebst 6 Ofo Zins seit

27. September 1919, sei abzuerkennen. Zur Begründuhg

macht er geltend, der Vl echsel sei kein Domizilwechsel,

wie der Protestbeamte unrichtigerweise angenommen

habe, sondern ein uneigentlicher Domizilwechsel; er

hätte daher dem Bezogenen selber in seiner WohnuIig

zur Zahlung vorgewiesen werden' sollen, und nicht nur

der Zahlstelle. Da· dies nicht geschehen sei, liege kein

gültiger Protest vor, weshalb dem Beklagten ein Regress:..

anspruch nicht zustehe. Zudem sei der Zahlstellenver-

merk noch nicht auf dem 'Vechsel gestanden, als der

Kläger denselben unterzeichnet habe, sondern erst

später beigefügt worden. Eventuell hafte der Kläger

dem Beklagten nur für die Hälfte der Wechselsumme ';

denn die Parteien hätten durch ihre 'Vechselnnter-

schrift gemeinsam für den Bezogenen .. Sattler Bürg-

schaft leisten. wollen.

ObUgaUonenrecht. Ne 77.

4H

Der Beklagte beantragte in erster Linie Abweisung

der Klage, eventuell Bestätigung der Rechtsöffnung

für die Hälfte der Forderung. .

C. -

Während das Zivilgericht Basel-Stadt durch

Urteil vom 12. März 1920 die Klage gänzlich abgewiesen

hatte, hat das Appellationsgericht am 8. Juni 1920, in

Gutheissung des klägerischen Eventualstandpunktes.

die Forderung des Beklagten zur Hälfte, d. h. bis auf

den Betrag von 2767 Fr. 35 Cts., nebst 6 Ofo Zins seit

27. September 1919, aberkannt.

D. -

Der Kläger hat gegen letzteres Urteil die Beru-

fung an das Bundesgericht erklärt und Gutheissung der

Klage in vollem Umfange beantragt.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1. -

Die für das Schicksal der Berufung wichtige

Frage, ob der Zahlstellen vermerk schon bei der Aus-

stellung des Wechsels sich auf diesem befunden habe~

ist eine Frage der Beweiswürdigung, die sich als solche

der Nachprüfung durch das Bundesgericht entzieht.

Der Kläger macht aber geltend, die Vorinstanz habe

die Beweislast umichtig verteilt: nicht er habe zu

beweisen, dass jener V u'merk erst später beigefügt

worden sei sondern der Beklagte, dass er gleichzeitig

.

'

.

mit dem übrigen Text des Wechsels geschneben worden

sei. Allein abgesehen davon, dass letzterer Beweis nach

den für das Bundesgericht verbindlichen .FeststellungeQ.

der kantonalen Instanzen als erbracht betrachtet wer-

den muss, könnte der klägerischen Auffassung über die

Beweislastverteilung nicht beigepflichtet werden. Denn

der Wechselschuldner haftet ~us dem Wechsel, wie er

lautet; folglich hat er eine angebliche, nachträgliche

Veränderung der Wechselurkunde nachzuweisen.

2. ~ Der Wechsel, um den es sich handelt, ist kein

Domizilwechsel im Sinn d~s Art. 743 OR,sondern ei~

sog. uneigentlicher Domizil-. oder Zahlstellenwechsel,

weil als Zahlstelle kein vom Wohnort des Bezo~enell

448

Obligationenrec~t. Ne 77.

(Zürich)

v~rsc!riedener Ort angegeben ist,; vielmehr

befindet sieb auch die Zahlstelle in Zürich,allerdings

in einem anderen Notariatskreise. Doch kann auf diesen

Umstand, wie schon das erstinstanzliehe Urteil zu-

treffend ausgeführt bat, angesichts der Fassung des Art.

743 OR nichts ankommen. Danach war der Wechsel

dem Bezogenen zur Zahlung vorzuweiseri(vgl. HAFNER,

Anm.ll zu Art. 764 OR). Laut der Protesturkunde hat

der Protestbeamte ihn auch tatsächlich dem Bezogenen

und Akzeptanten Sattler, mit der Aufforderung zur Ein·

lösung, präsentieren wollen, aber im Domizil der Firma

M. Zehndj!r-Simmen.' Es frägt sich daher, ob nach dem

Gesetz der Wechsel dem Bezogenen dort zur Zahlung

habe vorgewiesen werden dütf~n, und ob der daseJbst

aufgenommene Protest rechtsgültig sei.

Die Entscheidung dieser Frage ergibt sich, entgegen

der Auffassung. der Vorinstanz, nicht schon aus Art.

818 Abs. 1 OR; denn wenn das Gesetz vorschreibt, dass

die bei einer bestimmten Person vorzuoehmenden wech-

selmässigen Akte, insbesondere die Präsentation zur

Zahlung und die Protesterhebung, in deren GeschäftS-:

lokal (oder in Ermangelung eines solchen in deren Woh-

nung) stattzufinden haben, so ist darunter ihr wirk·

liches, ordentliches Geschäftslokal zu verstehen. Allein

Art~ 818 bestimmt weiter in Abs. 2, dass jene Akte mit

beiderseitigem Einverständnis auch an einem anderen

Orte, z. B. an der Börse, geschehen können; dabei

kommt es auf das Einverständnis des Bezogenen einer-

seits und des Ausstellers des Wechsels andererseits an.

Für die Annahme eines solchen Einverständnisses ist

nun hier entscheidend, dass im W e c h seI s el b e r

eine vom GeschäftslokaJ und der Wohnung des Be-

zogenen verschiedene Zahlstelle des nämlichen Orts

angegeben' ist, und nach. den Feststellungen der kan-

tonalen Instanzen dieser Vermerk sich bereits auf dem

Wee~seI -befand, als der Kläger,jlm ausgestellt und der

Bezogene ihn akzeptiert hat; hieraus folgt. zwingend;

ObJigationenl't'cht.;-;. 78

449

dass beide sich mit der Zahlstelle: «M. Zehnder-

Simmen Zürich I» einverstanden erklärt haben. Dass

eine im Wechsel selbst angegebene Zahlstelle für die

Vorweisung desselben zur Zahlung und die Protester-

hebung massgebend ist, nimmt auch HAFNER an (Komm.

a. a. 0., sowie Anm. 6 zu Art. 818), und diese Auffassung

entspricht offenbar einzig den Bedürfnissen des Ver-

kehrs. Vergl. Deutsche Wechselordnung, revid. Art. 43

und Anm. 7 hiezu im Komm. STAUB-STRANZ, 8. Auflage

S. 140 f.

3. -

Da somit der erhobene Protest als gültig zu

betrachten ist, so erweist sich die Regressforderung des

Beklagten wechselmässig als begründet. Die weitere

Frage der zivilrechtlichen Haftung des Klägers aus

eingegangener Bürgschaft ist vor Bundesgericht nicht

mehr streitig, und das angefochtene Urteil deshalb im

vollen Umfange zu bestätigen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des

Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom

8. Juni 1920 bestätigt.

78. Arrit 4, la Ire nction 4u G 4'cembte 1920

dans la cause Ivarcl et COJlIOI'tI contre Aucbnthaler

.t CODIOI'tI.

ßesponsabilite des administrateurs d'une societe anonyme;

art. 674, 670, 671 et 41 CO.

A. -Le 18 mars 1908 a eu lieu, a Lausanne, l'assemblee

constitutive de la Societe anonyme du Grand Hotel de

la Paix, societe au capital de500 000 fr. divise en 1000

aetions de 500 fr. La redaction des statuts de la Societe