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Obligationenrecht. No 68.
von 65,000 Mark in Stuttgart zu befreien, so kann das
Bundesgericht diese Entscheidung nicht überprüfen.
Uebrigens könnte der Ersatzanspruch des Klägers.
auch wenn das Bundesgericht in der Lage wäre, darauf
einzutreten, nicht zugesprochen werden. Allerdings hat
die Rechtssprechung wiederholt erklärt, dass wo eine
Schuldsumme in einer Währung ausgedrückt wird, die
am Erfüllungsort keinen gesetzlichen Kurs hat, der
Wert der geschuldeten Leistung sich nach dem Werte
jener Währung am Erfüllungsort zur Verfallzeit bemisst,
und dass der Schuldner diesen Wert zu bezahlen hat
(Schweiz. Jur.-Zeit. Bd.12 S.375). Diese Voraussetzungen
aber treffen hier·nicht zu. Laut Vertrag war die Beklagte
vielmehr verpflichtet in der gesetzlichen Währung des
Erfüllungsortes zu bezahlen. Um trotzdem auf die Ver-
grosserung der Kursdifferenz zwischen Mark und -Schwei-
zerfranken abstellen zu können, hätte der Kläger dartun
müssen, dass er, wie er das in der Tat behauptet hat, bei
rechtzeitiger Zahlung den gesamten Betrag sofort in
Schweizerfranken angelegt hätte. Diesen Beweis ist er
schulduig geblieben. Allerdings kann er als Indiz für di{'
Annahme, dass er die Umwechslung in Schweizerfranken
vorgenommen hätte, seinen Aufenthalt in der Schweiz
anführen. Allein dem steht entgegen, dass er sich ja aus-
drücklich und trotz seines Aufenthaltes in der Schweiz
Rückzahlung in Stuttgart ausbedungen hat. Dazu kommt,
dass Deutschland bekanntermassen zur Vermeidung der
Kapitalflucht die Verbringung deutscher Kapitalien ins
Ausland verboten hat. Unter diesen Umständen wäre
es Sache des Klägers gewesen, dafür Beweis anzuerbietell,
dass es ihm im Mai 1919 möglich gewesen wäre, die
65,000 Mark in die Schweiz zu verbringen.
In der bundesgerichtlichen Verhandlung hat der Kläger
sodann seine Forderung noch damit begründet, dass
seit dem Fälligkeitstermin die Kaufkraft der Mark in
Deutschland selbst gesunken sei. Diese Behauptung ist
jedoch in keiner \Veise substanziiert und übrigens auch
Prozessrecht. Ne 69.
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vor den kantonalen Instanzen gar nicht angebracht
worden. Es braucht daher die im übrigen offenbar negativ
zu beantwortende Frage, ob eine derartige interne Geld-
entwertung Grundlage eines Ersatzanspruches aus ver-
zögerter Leistung sein kann, nicht geprüft zu werden.
.
Endlich kann sich der Kläger auch nicht auf das UrteIl
des Bundesgerichts in Sachen Zumurtecca gegen Litzka
vom 22. Dezember 1919 berufen, weil dieses von einem an-
deren Tatbestand ausgeht, indem dort laut Vertrag eine
Markleistung in der S c h w e i z versprochen war.
Demnach erkennt das Bundesgericht:
Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des
Obergerichts Zürich vom 24. April 1920 bestätigt.
Vgl. auch NI'. 53. -
Voir aussi n° 53.
V. PROZESSRECHT
PROCEDURE
69. Arret da la. Ire Saction civile du S novembre 1920
dans la cause Bussy contre Oulevay.
~e constitue pas un jugement au fond (art. 58 OJF). le. juge-
ment qui se borne a trancher la question de prmClpe e~
ordonne la continuation de la m~me procedure en ce qm
concerne la question des dommages-interHs.
Attendu:
que, par exploit du 15 mai 1920, Oulevay a assigne
Bussy devant la Cour de Justice civile du canton de Ge-
neve pour obtenir: 10 ]a radiation de la marque N° 35 438
AS 4.6 11 -
1910
410
Prozeurecht. N° 69.
deposee par Bussy et 2° 1500 fr. a titre de dommages-
interets;
que Je defendeur a conclu au deboute du demandeur
et reconventionnellement 10 a la radiation' des marques
NOB 32125 et 32126 transferees au nom d'Oulevay et
20 au paiement par le demandeur de 5000' fr. de dom-
mages-interets;
.
que, par jugement du 4 juin 1920, la Cour de Justice
civile, considerant que roffre de preuves de Bussy etait
sans pertinence et que le transfert des marques au nom
d'Oulevay Hait valable, a ecarte l'offre de preuves du
defendeur. ordon.ne Ia radiation de Ia marque N° 35438,
deboute Ie defendeur de sa demande recollventionnelle,
reserve le surplus du fond et les depens jusqu'a la solution
definitive du proces et ~chemine le demandeur a faire la
preuve du dommage allegue;
que le defendeur a recouru en reforme au Tribunal
fMeral en reprenant ses conclusions et en soutenant que le
jugement attaque du 4 juin 1920 a Ie caractere d'un juge-
ment au fond.
Considerant en droit :
que, d'apres la jurisprudence du Tribunal fMeral, ne
constituent pas des jugements an fond dans le sens de
l'art. 58 OJF les prononces qui ne statuent pas sur toutes
les conclusions des parties au proces;
que tel est bien le cas enl'espece;
que si. en effet, le jugement qui se borne a trancher la
question de principe et reserve a une procMure ulterieure,
c'est-a-dire a un nOUlJeau proces, la question du dommage,
presente le caractere d'un jugement au fond, il en est au-
trement lorsque, comme en l'espece, la question du dommage
n'a pas He reservee a une procMure separee, mais doit
etre tranchee dans le meme proces (RO 30 II p. 433 et
458 ainsi que l'arret du 3 juin 1920 dans la canse GiHy
ct consorts contre Bosio-L'Orsa).
Par ces molils, le Tribunal lederal prononce :
11 n'est pas entre en matiele sur le recours.
fl
, I
Prozessrecht. No 70.
411
70. Urteil der II. Zivila.bteilung vom 10. November 1920
i. S. Societe anonyme pour le Commerce de matieres premieres
gegen FurIer.
SchKG. Art. 230: Die infolge Konkurseröffnung erloschene
Prozessvollmacht lebt bei Einstellung des Konkursverfahrens
mangels Aktiven nicht wieder auf.
OG 75, 214, 224: Prozesskosten und -entschädigungspflicht
des Anwalts, der ohne Vollmacht die Berufung erklärt.
A. -
Anfangs 1919 reichte die Societe anonyme pour
le Commerce de matieres premieres beim Kantonsgericht
von Nidwalden Klage auf Bezahlung von 2250 Fr. gegen
Theodor FurIer ein. Gegen Ende des gleichen Jahres geriet
sie in Konkurs. Im Januar 1920 wurde das Konkurs-
verfahren gemäss Art. 230 SchKG eingestellt und in der
Folge geschlossen.
E. -
Am 26. Juni hat das Obergericht VOll Unterwalden
nid dem 'Wald « die Klage mangels einer rechtsfähigen
Klägerschaft als erledigt abgeschrieben », mit der Be-
gründung, die klägerische Aktiengesellschaft habe durch
den KonkUrs und' die dadurch bedingte Löschung der
Firma im Handelsregister ihre Persönlichkeit verloren
und es mangle somit an einer rechtsfähigen Klägerschaft.
C. -
Gegen dieses Urteil hat Fürsprech L., der am
14. Januar 1919 zur Prozessführung bevollmächtigt
worden war, die Berufung erklärt mit dem Antrage, das
angefochtene Urteil sei aufzuheben und das Obergericht
anzuhalten, die Streitsache materiell zu beurteilen.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1. -
Gemäss Art. 405 Abs. 1 und 35 Abs. 1 OR erlö-
schen Auftrag und Ermächtigung zur Stellvertretung
mit dem Konkurs des Auftrag- bezw. Vollmachtgebers.
Die von der Klägerin dem Anwalte L. erteilte Prozessvoll-
macht hat demnach seit der Konkurseröffnung über