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408 Obligationenrecht. No 68. von 65,000 Mark in Stuttgart zu befreien, so kann das Bundesgericht diese Entscheidung nicht überprüfen. Uebrigens könnte der Ersatzanspruch des Klägers. auch wenn das Bundesgericht in der Lage wäre, darauf einzutreten, nicht zugesprochen werden. Allerdings hat die Rechtssprechung wiederholt erklärt, dass wo eine Schuldsumme in einer Währung ausgedrückt wird, die am Erfüllungsort keinen gesetzlichen Kurs hat, der Wert der geschuldeten Leistung sich nach dem Werte jener Währung am Erfüllungsort zur Verfallzeit bemisst, und dass der Schuldner diesen Wert zu bezahlen hat (Schweiz. Jur.-Zeit. Bd.12 S.375). Diese Voraussetzungen aber treffen hier·nicht zu. Laut Vertrag war die Beklagte vielmehr verpflichtet in der gesetzlichen Währung des Erfüllungsortes zu bezahlen. Um trotzdem auf die Ver- grosserung der Kursdifferenz zwischen Mark und -Schwei- zerfranken abstellen zu können, hätte der Kläger dartun müssen, dass er, wie er das in der Tat behauptet hat, bei rechtzeitiger Zahlung den gesamten Betrag sofort in Schweizerfranken angelegt hätte. Diesen Beweis ist er schulduig geblieben. Allerdings kann er als Indiz für di{' Annahme, dass er die Umwechslung in Schweizerfranken vorgenommen hätte, seinen Aufenthalt in der Schweiz anführen. Allein dem steht entgegen, dass er sich ja aus- drücklich und trotz seines Aufenthaltes in der Schweiz Rückzahlung in Stuttgart ausbedungen hat. Dazu kommt, dass Deutschland bekanntermassen zur Vermeidung der Kapitalflucht die Verbringung deutscher Kapitalien ins Ausland verboten hat. Unter diesen Umständen wäre es Sache des Klägers gewesen, dafür Beweis anzuerbietell, dass es ihm im Mai 1919 möglich gewesen wäre, die 65,000 Mark in die Schweiz zu verbringen. In der bundesgerichtlichen Verhandlung hat der Kläger sodann seine Forderung noch damit begründet, dass seit dem Fälligkeitstermin die Kaufkraft der Mark in Deutschland selbst gesunken sei. Diese Behauptung ist jedoch in keiner \Veise substanziiert und übrigens auch Prozessrecht. Ne 69. 409 vor den kantonalen Instanzen gar nicht angebracht worden. Es braucht daher die im übrigen offenbar negativ zu beantwortende Frage, ob eine derartige interne Geld- entwertung Grundlage eines Ersatzanspruches aus ver- zögerter Leistung sein kann, nicht geprüft zu werden. . Endlich kann sich der Kläger auch nicht auf das UrteIl des Bundesgerichts in Sachen Zumurtecca gegen Litzka vom 22. Dezember 1919 berufen, weil dieses von einem an- deren Tatbestand ausgeht, indem dort laut Vertrag eine Markleistung in der S c h w e i z versprochen war. Demnach erkennt das Bundesgericht: Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Obergerichts Zürich vom 24. April 1920 bestätigt. Vgl. auch NI'. 53. - Voir aussi n° 53. V. PROZESSRECHT PROCEDURE
69. Arret da la. Ire Saction civile du S novembre 1920 dans la cause Bussy contre Oulevay. ~e constitue pas un jugement au fond (art. 58 OJF). le. juge- ment qui se borne a trancher la question de prmClpe e~ ordonne la continuation de la m~me procedure en ce qm concerne la question des dommages-interHs. Attendu: que, par exploit du 15 mai 1920, Oulevay a assigne Bussy devant la Cour de Justice civile du canton de Ge- neve pour obtenir: 10 ]a radiation de la marque N° 35 438 AS 4.6 11 - 1910 410 Prozeurecht. N° 69. deposee par Bussy et 2° 1500 fr. a titre de dommages- interets ; que Je defendeur a conclu au deboute du demandeur et reconventionnellement 10 a la radiation' des marques NOB 32125 et 32126 transferees au nom d'Oulevay et 20 au paiement par le demandeur de 5000' fr. de dom- mages-interets ; . que, par jugement du 4 juin 1920, la Cour de Justice civile, considerant que roffre de preuves de Bussy etait sans pertinence et que le transfert des marques au nom d'Oulevay Hait valable, a ecarte l'offre de preuves du defendeur. ordon.ne Ia radiation de Ia marque N° 35438, deboute Ie defendeur de sa demande recollventionnelle, reserve le surplus du fond et les depens jusqu'a la solution definitive du proces et ~chemine le demandeur a faire la preuve du dommage allegue ; que le defendeur a recouru en reforme au Tribunal fMeral en reprenant ses conclusions et en soutenant que le jugement attaque du 4 juin 1920 a Ie caractere d'un juge- ment au fond. Considerant en droit : que, d'apres la jurisprudence du Tribunal fMeral, ne constituent pas des jugements an fond dans le sens de l'art. 58 OJF les prononces qui ne statuent pas sur toutes les conclusions des parties au proces ; que tel est bien le cas enl'espece ; que si. en effet, le jugement qui se borne a trancher la question de principe et reserve a une procMure ulterieure, c'est-a-dire a un nOUlJeau proces, la question du dommage, presente le caractere d'un jugement au fond, il en est au- trement lorsque, comme en l' espece, la question du dommage n'a pas He reservee a une procMure separee, mais doit etre tranchee dans le meme proces (RO 30 II p. 433 et 458 ainsi que l'arret du 3 juin 1920 dans la canse GiHy ct consorts contre Bosio-L'Orsa). Par ces molils, le Tribunal lederal prononce : 11 n'est pas entre en matiele sur le recours. fl , I Prozessrecht. No 70. 411
70. Urteil der II. Zivila.bteilung vom 10. November 1920
i. S. Societe anonyme pour le Commerce de matieres premieres gegen FurIer. SchKG. Art. 230: Die infolge Konkurseröffnung erloschene Prozessvollmacht lebt bei Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven nicht wieder auf. OG 75, 214, 224: Prozesskosten und -entschädigungspflicht des Anwalts, der ohne Vollmacht die Berufung erklärt. A. - Anfangs 1919 reichte die Societe anonyme pour le Commerce de matieres premieres beim Kantonsgericht von Nidwalden Klage auf Bezahlung von 2250 Fr. gegen Theodor FurIer ein. Gegen Ende des gleichen Jahres geriet sie in Konkurs. Im Januar 1920 wurde das Konkurs- verfahren gemäss Art. 230 SchKG eingestellt und in der Folge geschlossen. E. - Am 26. Juni hat das Obergericht VOll Unterwalden nid dem 'Wald « die Klage mangels einer rechtsfähigen Klägerschaft als erledigt abgeschrieben », mit der Be- gründung, die klägerische Aktiengesellschaft habe durch den KonkUrs und' die dadurch bedingte Löschung der Firma im Handelsregister ihre Persönlichkeit verloren und es mangle somit an einer rechtsfähigen Klägerschaft. C. - Gegen dieses Urteil hat Fürsprech L., der am
14. Januar 1919 zur Prozessführung bevollmächtigt worden war, die Berufung erklärt mit dem Antrage, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und das Obergericht anzuhalten, die Streitsache materiell zu beurteilen. Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1. - Gemäss Art. 405 Abs. 1 und 35 Abs. 1 OR erlö- schen Auftrag und Ermächtigung zur Stellvertretung mit dem Konkurs des Auftrag- bezw. Vollmachtgebers. Die von der Klägerin dem Anwalte L. erteilte Prozessvoll- macht hat demnach seit der Konkurseröffnung über