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46_II_271

BGE 46 II 271

Bundesgericht (BGE) · 1920-01-01 · Deutsch CH
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Obligationenrecht. N° 4U.

encore; non seulement le fabrieant ne pourrait plus

disposer a son gre de son patrimoine, mais la Societe

serait en outre investie du droit de deeider, a l'egard de

ses membres qui sont eux-memes des societes, si elles

pourront ou non se liquider en remettant a un tiers

Ieur enterprise, c'est-a-rure si elles devront ou non eon-

tinuer a exister. II s'agirait ainsi d'une restrietion tres

considerable de la Jiberte des societaires et, pour ad-

mettre qu'ils se la sont imposee, on ne saurait pro-

ceder par voie d'interpretation extensive d'une dispo-

sition qui a trait a une interdiction d'un autre genre et

d'une moindre portee. En pareille matiere, le societaire

doit etre exacternent renseigne par les statuts ou les

conventions annexes sur retendue des sacrifices aux-

quels il consent en vue de la realisation du but social,

et la Societe ne peut s'eil prendre qu'a elle-meme si dans

la suite il se revele que ceux qu'elle a exiges de ses mem-

bres etaient insuffisants (cf. dans ce sens arret du

Tribunal federal du 16 septembre 1920, Frey contre

Schweizerischer Heizerverband). En terminant, et sans

vouloir d'ailleurs attribuer une import an ce deeisive a

cette circonstance, on doit obsetver qUe la Societe para!t

s'etre rendu compteelle-meme q~e le cas d'une cession

d'une fabrique de bOltes a une fabrique de montres

n'etait pas couvert par le texte' de rart. III, puisqu'elle

a juge necessaire, en cours de pro ces, d'en faire l'objet

d'une convention additionncRe qui comble la lacune

que presentait a cet egard la convention du 11 juin

1910. I1 est superflu de rechercher, en l'espece, si l'inter-

diction resultant desormais de rette convention addition-

nelle limite la liberte des societaires « dans une mesure

contraire aux lois et aux mreurs») (art. 27 CCS); i1

suffit de constater qu'elle ne decoulait pas de la con-

vention anb::rieure signee par les defendeurs et que·

ceux-ci ne peuvent donc pas etre accuses de l'avoir

enfreinte.

Prozessrecht. N° 50.

271

Le Tribunal jMeral prononce:

Le recours est admis et Je jugement cantonal est

rMorme dans ce sens que la demanderesse est deboutee

de ses conclusions.

V. PROZESSRECHT

PROCEDURE

50. Urteil der I. Zivilabteilung vom 27. September 1920

i. S. 13ühler gegen lIuwller.

Berufungssumme. Art. 59 OG.

A. -

Der Kläger behauptet, dem Beklagten im März

1919 400 bis 500 Liter Schnaps verkauft zu haben,

welche er, nachdem der Beklagte deren Annahme ver-

wtrlgert hatte, mit richterlicher Bewilligung öffentlich

versteigerte. ben Erlös hinterlegte er nach Abzug der

Steigerungskosten mit 1776 Fr. beim Gerichtspräsideuten

von Muri und erhob gegen den Beklagten Klage auf

Bezahlung des Kaufpreises von 3119 Fr. 94 Cts. nebst

5% Zins seit dem 31. Mai 1919, wobei die hinterlegte

Summe in dem Werte, den sie bei Rechtskräftigwerden

des Urteils habe, dem Kläger auf Anrechnung seiner

Forderung zuzuweisen sei. Der Beklagte bestritt den

Kaufabschluss· und lehnte jede Zahlungspflicht ab.

B, -

Das Bezirksgericht Muri hat mit Urteil vom

8. März 1920 die Klage geschützt. und das Obergericht

des Kantons Aargau hat dieses Urteil am 14. Juni 1920

bestätigt. Dagegen hat der Beklagte die Berufung an

272

Pro_recht. N0 50.

das Bundesgericht erklärt mit dem Antrage, das Urteil

des Obergerichts sei aufzuheben und die Klage abzu-

weisen, eventuell sei mit der Fällung des Urteils zuzu-

warten, bis der Entscheid des Volkswirtschaftsdeparte-

ments, an das sich der Beklagte zwecks Einleitung eines

Strafuntersuches gegen den Kläger gewendet hat, vor-

liege, eventuell sei der Streitfall zur Beweisergänzung

an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung :

Es ist von Amtes wegen zu untersuchen, ob nach

Massgabe der R.echtsbegehren, wie sie vor der letzten

kantonalen Instanz noch streitig waren, der Streitwert

den Betrag der Berufungssumme von 2000 Fr. erreicht.

Die Klage geht auf Erfüllung des Kaufvertrages, indem

der Kläger Bezahlung des Kaufpreises verlangt. Nach

ständiger Praxis des Bundesgerichtes ist bei Erfüllungs-

klagen aus gegenseitigen Verträgen, wie beim Kauf, der

Wert der dem Kläger obliegenden Gegenleistung, also

bei Klagen auf Zahlung des Kaufpreises der Wert der

vom Verkäufer zu übergebenden Ware, nicht in Ab-

rechnung zu bringen. Wenn daher die Kaufsache nicht

versteigert worden wäre und die Klage einfach auf

Bezahlung des Kaufpreises lautete, so wäre der Streit-

wert gleich dem eingeklagten Kaufpreise zu setzen. Das

gleiche wäre der Fall, wenn der klagende Verkäufer

zwar die Kaufsache hätte versteigern lassen, allein in

der Weise klagte, dass er' den vollen Kaufpreis verlangt

und dem beklagten Käufer den Steigerungserlös an

Stelle der Kaufsache zur Verfügung stellte. Das hat

jedoch der Kläger im vorliegenden Falle nicht 'getan.

Er erklärt zwar in der Klage, der hinterlegte Betrag sei

an Stelle der gekauften Ware getreten; allein in seinem

Rechtsbegehren stellt er den Antrag, die hinterlegte'

Summe sei ihm, dem Kläger, auf Anrechnung seiner

Forderung zuzuweisen. Damit erklärt er, eine Kompen-

sation zwischen dem vom Beklagten geschuldeten Kauf-

Kriegsverordnungen. N0 51.

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preise von 3119 Fr. 94 Cts. und dem von ihm geschuldeten

Erlös der Kaufsache vorzunehmen. Er bietet dem Be-

klagten den an Stelle des Kaufsobjektes getretenen

Erlös nicht an, sondern er macht selber darauf Anspruch,

wogegen dann der Beklagte nur noch soviel zahlen soll,

als der Kläger zu fordern hat, nachdem ihm die Hinter-

Jage zugewiesen worden ist, d. h. 3119 Fr. 94 Cts. ab-

züglich 1776 Fr. = 1343 Fr. 94 Cts.

Die erste Instanz hat denn auch so entschieden. Der

Beklagte wurde zwar zur Bezahlung von 3119 Fr. 94 Cts.

verurteilt, aber dem Kläger wurden auf Anrechnung

dieser Forderung die hinterlegten 1776 Fr. zugewiesen.

Auf diesen Betrag hat der Beklagte nie Anspruch er-

hoben, und der Streit drehte sich daher sowohl vor der

ersten als vor der zweiten Instanz lediglich um den

Restbetrag von 1343 Fr. 94 Cts.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

VgL auch I. Teil Nr. 38. -

Voir aus si Ire partie n° 38'

VI. KRIEGSVERORDNUNGEN

ORDONNANCES DE GUERRE

51. tTrteil der I. Zivilabteilung vom 7. Juni 1920

i. S. Blu1n gegen Eidgenossenschaft.

BRB vom 11. April 1916 betr. Bestandesaufnahme und Be-

schlagnahme von Waren. Rechtliche Natur und Wirkungen

der Beschlagnahme; Rechtsfolgen bei Wiederaufhebung.

Voraussetzungen der Enteignung.

A. -

Die klägerische Firma Max Blum & Oe, Herren-

kleiderfabrik in Zürich, hat am 1.Juni 1918 259 und 411