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Prozessrecht. N° 70.
lungsanspruch endgültig benrteilt. Sodann handle es
sich bei Zulassung oder NichtZUlassung eines Fegt-
. stellungsanspruehes nach der neueren PraxiS des BUndes-
gerichts (AS 42 n 699) um die Anwendung materiellen
Bundesrechts.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
.
1. -
Es kann zunächst keinem Zweifel unterliegen,
dass der angefochtene Beschluss ein Haupturteil im
Sinne des Art. 58 OG ist, denn der eingeklagte Fest-
stellungsanspruch wird dadurch endgültig beurteilt.
VergL WEISS, Berufung S.44.
2. -
Bei Beantwortung der Frage sodann, ob die
vorliegendß..>Klage als Feststellungsklage zulässig sei oder
nicht, muss zunächst darauf hingewi~en werden, dass
es grundsätzlich Sache des kantonalen Prozessrechtes ist,
die Voraussetzungen zu bestimmen, unter denen eine
Partei Anspruch auf richterliche Beurteilung eines
Rechtsverhältnisses hat. Wie aber bereits in dem vom
Kläger zitierten Entscheid, AS 42 II 699, ausgeführt
wurde, hangen diese Voraussetzungen mit der materiellen
Gestaltung der Rechtsverhä1tniss~ oftmals so eng zusam-
men, dass sie bei der Gesetzgebung von ihr nicht gänzlich
getrennt werden können. Die Privatrechtsgesetzgebung
des Bundes enthält denn auch zahlreiche ausdrücklich
und implicite aufgestellte Normen in dieser Hinsicht.
Soweit dieser Zusammenhang vorhanden ist, sind diese
Bestimmungen allfälligen kantonalen Vorschriften über-
geordnet. Wo dagegen solche Zusammenhänge fehlen
und dementsprechend auch keine bundesrechtlichen
Grundsätze bestehen, ist das kantonale Prozessrecht frei
und das Bundesgericht nicht kompetent, bezügliche
Entscheidungen der kantonalen Gerichte zu überprüfen.
ln diesem Sinne ist der in dem oben zitierten Urteil
aufgestellte Satz, die Frage der Zulässigkeit von Fest-
stellungsklagen und insbesondere die Frage des Fest-
stellungsinteresses werde grundsätzlich vom Bundesreeht
Pro'Zessrecht. N° 71.
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geregelt..einzuschränken. Allerdings enthalten verschiedene
Bundesgesetze, insbesondere ZGB, OR und SchKG eine
Anzahl Bestimmungen über die Zulässigkeit der Fest-
stellungsklage, namentlich auch der hier in Frage ste-
henden negativen Feststellungsklage. Vergl. ZGB Art. 28
Abs. 1, 29 Abs. 2, 75, 121,684 ff.; OR Art. 876 Abs. 2;
SchKG Art. 285 ff., 109. Allein an einer Bestimmung,
wonach die Feststellungsklage allgemein dem Bundes-
recht unterstehen soll, fehlt es.
Im vorliegenden Falle nun ist nicht einmal behauptet
worden, die Privatrechtsordnung, das heisst die Nor-
mierung des in Frage stehenden Werkvertrages oder Ver-
zichtes enthalte auch Bestimmungen für eine bezügliche
negative Feststellungsklage. Die Vorinstanz konnte daher
ohne Verletzung von Bundesrecht die kantonalrechtlichen
Bestimmungen über die Voraussetzungen von Fesstel-
lungsklagen zur Anwendung bringen und ihren Ent-
scheid insbesondere vom Nachweis eines lnteres.ses an
der sofortigen Feststellung abhängig machen. Dement-
sprechend ist aber die Berufungsvoraussetzung des
Art. 56 OG. Verletzung eidgenössischen Rechtes. nicht
gegeben.
Demnach erkennt das Bundesgericht :
Auf die Berufung wird nicht eingetreten.
71. Ä.J.'rit da 1& IIe seetion civila du 17 septembre 1919
dans la cause Xe 3. contre faillite Leubi, Pramet lG Oe.
Moderation de notes d'honoraires d'avocat:
il n'y apas lieu a taxation,lorsque les honoraires de l'avocat
ont ete mis par le TF a la charge de la partie adverse.
Vu la note d'honoraires de 500 fr. au total presente
par Me R, avocat a Geneve, a I'Administration de Ia
faillite Leube, Premet &: oe,
AS 45 111- ur,
3!
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Prozessrecht. N° 71.
Vu le requete' de Me R.' tendant ä. ce que le 'rribuilal
federal taxe lesdits honoraires, "-.
Considerant que la note se rapporte a deux inst~nce
succersives qui se sont terminees l'une par arret du Tri-
bunal fMeral du 14 mai 1914, l'autre par arret du Tri-
bunal fMeral du 6 mai 1919;
qu'en ce qui concerne la premiere -
dans laquelle
les frais ont ete mis a la charge de la faHlite Leube,
Premet & Oe, laquelle doit par consequent payer son
avocat Me R., ~ il Y a lieu, en tenant compte et de la
valeur litigieuse et de l'etendue de la reponse au re-
cours, de fixer a 60 fr. les honoraires dus pour l'instance
federale;
que par contre dans l'instance qui s'est tenninee
par arret du 6 mai 1919 l~s frais ont ete mis a la charge
du .recourant Poncet qui a He condamne a payer 40 fr.
a la faillite Leube, Premet & Oe a titte d'indemnite
extrajudiciaire;
que cette somme represente la totalite des honoraires
dus pour cette instance a l'avocat de 1a faillite (voir art. 24
loi proc. civ., cf. art. 85 OJF) et qu'il n'y a donc plus lieu
a moderation, le Tribunal fMeral n'Hant appele a fixer
les honoraires de l'avocat que lorsque c'est le client qui
doit les supporter et non pas lorsqu'ils ont ete mis a la
charge de la parÜe adverse (art, 222 a1. 3 OJF).
Le Tribunal federnl prononce:
1. Les honoraires dus a Me R. pour la reponse au l:ecours
dans la Jre,instance (arn~tdu 14 mai 1914) sont fixes
a la somme de 60 fr.
2. 11 n'est pas entre en matiere sur la demande de
moderation en tant qu'elle se rapporte aux honoraire<;
du') pour la 2me instance (arret du 6 mai 1919).
Vgl. N.r. 61. -
Voir n° 61.
Elektrische Anlagen N° 72.
VI. ELEKTRISCHE ANLAGEN
INSTALLATIONS ELECTRIQUES
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72. Orteil eier staatsrechtlichen Abteilung vom· 7. Juni 1919
i. S. Schweiz.liclgenosienschaft
('1'elagraphen- und. '1'elephonverwaltu1lg)
gegen BAltische :BahnA.-G.
Verhältnis der Art. 17 und 10 EIG zu einander. -
Auslegung
von Art. 1 7 A b s. 5 E I G : er ist nie h t analog auf Tel e-
g rap h e n leitungen anwendbar.
'
A. -
Die Einführung des elektrischen Betriebes auf
den Linien St. Moritz-Schuls und Samaden-Pontresina
der Rhätischen Balm machte mit Rücksicht auf die
längs dieser Bahnlinie verlaufenden öffentlichen Tele-'
graphen- und teilweise auch Telephonleitungen Siche-
rungsmassnahmen im Sinne des Bundesgesetzes betreffend
die elektrischen Schwach- und Starkstromanlagen vom
24. Juni 1902 (EiG) nötig. Diese wurden von der Eidg.
Telegraphen- und Telephonverwaltung nach Verständi-
gung mit der Bahnverwaltung, wobei jedoch die Frage der
endgültigen Kostentragung ausdrücklich vorbehalten
blieb, angl.}ordnet und ausgeführt. Die Kosten betrugen,
laut Rechnungsaufstellung vom September 1915, ins-
gesamt 49,6,67 Fr. 16 Cts. Unter Hinweis auf Art. 17 EIG
verlangte die Eidg. Telegraphen- und Telephouverwal-
tung, es seien ihr hievon allgemein 2/s zu ersetzen, die
Bahnverwaltung aber lehnte die Beitragspflicht mit
Bezug auf die Kosten: einerseits der Wegverlegung, von
der Bahn, der Telegraphenlinie Cresta-Bevers und der
Telephonlinie Cresta-Celerina, und anderseits der Ver-
rloppelung des Telegraphendrahtes NI'. 599 St. Moritz-