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45_II_463

BGE 45 II 463

Bundesgericht (BGE) · 1919-01-01 · Deutsch CH
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462 Prozessrecht. N° 70. lungsanspruch endgültig benrteilt. Sodann handle es sich bei Zulassung oder NichtZUlassung eines Fegt- . stellungsanspruehes nach der neueren PraxiS des BUndes- gerichts (AS 42 n 699) um die Anwendung materiellen Bundesrechts. Das Bundesgericht zieht in Erwägung: .

1. - Es kann zunächst keinem Zweifel unterliegen, dass der angefochtene Beschluss ein Haupturteil im Sinne des Art. 58 OG ist, denn der eingeklagte Fest- stellungsanspruch wird dadurch endgültig beurteilt. VergL WEISS, Berufung S.44.

2. - Bei Beantwortung der Frage sodann, ob die vorliegendß..>Klage als Feststellungsklage zulässig sei oder nicht, muss zunächst darauf hingewi~en werden, dass es grundsätzlich Sache des kantonalen Prozessrechtes ist, die Voraussetzungen zu bestimmen, unter denen eine Partei Anspruch auf richterliche Beurteilung eines Rechtsverhältnisses hat. Wie aber bereits in dem vom Kläger zitierten Entscheid, AS 42 II 699, ausgeführt wurde, hangen diese Voraussetzungen mit der materiellen Gestaltung der Rechtsverhä1tniss~ oftmals so eng zusam- men, dass sie bei der Gesetzgebung von ihr nicht gänzlich getrennt werden können. Die Privatrechtsgesetzgebung des Bundes enthält denn auch zahlreiche ausdrücklich und implicite aufgestellte Normen in dieser Hinsicht. Soweit dieser Zusammenhang vorhanden ist, sind diese Bestimmungen allfälligen kantonalen Vorschriften über- geordnet. Wo dagegen solche Zusammenhänge fehlen und dementsprechend auch keine bundesrechtlichen Grundsätze bestehen, ist das kantonale Prozessrecht frei und das Bundesgericht nicht kompetent, bezügliche Entscheidungen der kantonalen Gerichte zu überprüfen. ln diesem Sinne ist der in dem oben zitierten Urteil aufgestellte Satz, die Frage der Zulässigkeit von Fest- stellungsklagen und insbesondere die Frage des Fest- stellungsinteresses werde grundsätzlich vom Bundesreeht Pro'Zessrecht. N° 71. 463 geregelt..einzuschränken. Allerdings enthalten verschiedene Bundesgesetze, insbesondere ZGB, OR und SchKG eine Anzahl Bestimmungen über die Zulässigkeit der Fest- stellungsklage, namentlich auch der hier in Frage ste- henden negativen Feststellungsklage. Vergl. ZGB Art. 28 Abs. 1, 29 Abs. 2, 75, 121,684 ff.; OR Art. 876 Abs. 2; SchKG Art. 285 ff., 109. Allein an einer Bestimmung, wonach die Feststellungsklage allgemein dem Bundes- recht unterstehen soll, fehlt es. Im vorliegenden Falle nun ist nicht einmal behauptet worden, die Privatrechtsordnung, das heisst die Nor- mierung des in Frage stehenden Werkvertrages oder Ver- zichtes enthalte auch Bestimmungen für eine bezügliche negative Feststellungsklage. Die Vorinstanz konnte daher ohne Verletzung von Bundesrecht die kantonalrechtlichen Bestimmungen über die Voraussetzungen von Fesstel- lungsklagen zur Anwendung bringen und ihren Ent- scheid insbesondere vom Nachweis eines lnteres.ses an der sofortigen Feststellung abhängig machen. Dement- sprechend ist aber die Berufungsvoraussetzung des Art. 56 OG. Verletzung eidgenössischen Rechtes. nicht gegeben. Demnach erkennt das Bundesgericht : Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

71. Ä.J.'rit da 1& IIe seetion civila du 17 septembre 1919 dans la cause Xe 3. contre faillite Leubi, Pramet lG Oe. Moderation de notes d'honoraires d'avocat: il n'y apas lieu a taxation,lorsque les honoraires de l'avocat ont ete mis par le TF a la charge de la partie adverse. Vu la note d'honoraires de 500 fr. au total presente par Me R, avocat a Geneve, a I'Administration de Ia faillite Leube, Premet &: oe, AS 45 111- ur, 3! 464 Prozessrecht. N° 71. Vu le requete' de Me R.' tendant ä. ce que le 'rribuilal federal taxe lesdits honoraires, "-. Considerant que la note se rapporte a deux inst~nce succersives qui se sont terminees l'une par arret du Tri- bunal fMeral du 14 mai 1914, l'autre par arret du Tri- bunal fMeral du 6 mai 1919 ; qu'en ce qui concerne la premiere - dans laquelle les frais ont ete mis a la charge de la faHlite Leube, Premet & Oe, laquelle doit par consequent payer son avocat Me R., ~ il Y a lieu, en tenant compte et de la valeur litigieuse et de l' etendue de la reponse au re- cours, de fixer a 60 fr. les honoraires dus pour l'instance federale ; que par contre dans l'instance qui s'est tenninee par arret du 6 mai 1919 l~s frais ont ete mis a la charge du .recourant Poncet qui a He condamne a payer 40 fr. a la faillite Leube, Premet & Oe a titte d'indemnite extrajudiciaire ; que cette somme represente la totalite des honoraires dus pour cette instance a l'avocat de 1a faillite (voir art. 24 loi proc. civ., cf. art. 85 OJF) et qu'il n'y a donc plus lieu a moderation, le Tribunal fMeral n'Hant appele a fixer les honoraires de l'avocat que lorsque c'est le client qui doit les supporter et non pas lorsqu'ils ont ete mis a la charge de la parÜe adverse (art, 222 a1. 3 OJF). Le Tribunal federnl prononce:

1. Les honoraires dus a Me R. pour la reponse au l:ecours dans la Jre,instance (arn~tdu 14 mai 1914) sont fixes a la somme de 60 fr.

2. 11 n'est pas entre en matiere sur la demande de moderation en tant qu' elle se rapporte aux honoraire<; du') pour la 2me instance (arret du 6 mai 1919). Vgl. N.r. 61. - Voir n° 61. Elektrische Anlagen N° 72. VI. ELEKTRISCHE ANLAGEN INSTALLATIONS ELECTRIQUES 465

72. Orteil eier staatsrechtlichen Abteilung vom· 7. Juni 1919

i. S. Schweiz.liclgenosienschaft ('1'elagraphen- und. '1'elephonverwaltu1lg) gegen BAltische :BahnA.-G. Verhältnis der Art. 17 und 10 EIG zu einander. - Auslegung von Art. 1 7 A b s. 5 E I G : er ist nie h t analog auf Tel e- g rap h e n leitungen anwendbar. ' A. - Die Einführung des elektrischen Betriebes auf den Linien St. Moritz-Schuls und Samaden-Pontresina der Rhätischen Balm machte mit Rücksicht auf die längs dieser Bahnlinie verlaufenden öffentlichen Tele-' graphen- und teilweise auch Telephonleitungen Siche- rungsmassnahmen im Sinne des Bundesgesetzes betreffend die elektrischen Schwach- und Starkstromanlagen vom

24. Juni 1902 (EiG) nötig. Diese wurden von der Eidg. Telegraphen- und Telephonverwaltung nach Verständi- gung mit der Bahnverwaltung, wobei jedoch die Frage der endgültigen Kostentragung ausdrücklich vorbehalten blieb, angl.}ordnet und ausgeführt. Die Kosten betrugen, laut Rechnungsaufstellung vom September 1915, ins- gesamt 49,6,67 Fr. 16 Cts. Unter Hinweis auf Art. 17 EIG verlangte die Eidg. Telegraphen- und Telephouverwal- tung, es seien ihr hievon allgemein 2/s zu ersetzen, die Bahnverwaltung aber lehnte die Beitragspflicht mit Bezug auf die Kosten: einerseits der Wegverlegung, von der Bahn, der Telegraphenlinie Cresta-Bevers und der Telephonlinie Cresta-Celerina, und anderseits der Ver- rloppelung des Telegraphendrahtes NI'. 599 St. Moritz-