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48_II_135

BGE 48 II 135

Bundesgericht (BGE) · 1922-01-01 · Deutsch CH
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134 Prozessrecht. No 20. entre les actionnaires et la societe au sujet de ,( l'inter- pretation des statuts ou d'autres affaires de la sorietch seraient tranchees definithrement par le Tribunal c.anto- Dal saint-gallois. Mais envisageant le probleme d'un point de vue general. le Tribunal federal a deja proclpme a cette occasion, en se referant a la doctrine, la possibilite de renoncer valablement, par oonvention, meme avant la reddition du jugement au droit de recours ordinaire ouvert contre ledit jugement. 11 n'y a pas lieu de se de- ~art~r ~e ce princ~pe. Si r on admet en effet que les par- bes lOUlssent du hbre exercice de leurs droits et actions on ne voit pas ce qui pourrait les empecher. dans les ma: tieres ou l'ordre public n'est pas interesse, de renoncer au droit de faire reformer telle sentence a laquelle elles declarent d'avance vouloir se soumettre. (Voir egale- ment WEISS, Die' Berufung an das Bundesgericht in Zivilsachen, p. 93 et 94.) Y a-t-il eu en l' espece renonciation au droit de recours ? ~a ~est~on doit etre incontestablement tranchee par 1 affIrmatIve. A moins de faire totalement abstraction du mot « souverainement », il n'est pas possible en effet de l'interpreter autrement que dans le sens d'une renon- ?iation formelle au droit de recours. Dire que tel tribunal l~gera « souverainement » c'est dire qu'il jugera en der- mer ressort et que sa decision sera definitive. Quant a l' objet de la cORtestation, il resulte a l' evi- dence du dossier qu' elle avait trait a !'interpretation du contrat et qu'elle rentrait ainsi dans le 'cadre des « diffi- cultes l) visees par la clause en question. Le Tribunal fidiral prononce: 11 n'est pas entre en matiere sur le recours. Prozessrecht. N° 21.

21. Auszug aus eiem Urteil eier n. Zivilabteüung vom 8. Mirz 1922 i. S. Schenker gegen Dr. S. 131) Art. 222 0 G. Mo der a t ion s beg ehr end e r obsiegenden Partei gegenüber ihrem A n wal t: Das Bundesgericht kann .auf das besondere Mandatsverhältnis zwischen Anwalt und Klient nicht ein- treten. Es hat nur festzustellen, welche Honorierung nach bundesrechtlichen Grundsätzen angemessen ist. Dabei ist es nicht an die Taxen des Art. 222 gebunden. Berech- nungsfaktoren.

1. - Auf das Moderationsbegehren ist insoweit nicht einzutreten, als es die Rechnung vom 20. Dezember 1921 beschlägt, weil die dort geforderten Beträge nicht die Prozessführung des Gesuchsgegners vor Bundes- gericht betreffen. Ebensowenig kann ferner auf die Frage eingetreten werden, ob der Anwalt Init seiner Mandantin eine besondere Honorarvereinbarung ge- troffen habe. Das Bundesgericht hat im Moderations- verfahren lediglich festzustellen. welche Honorierung an sich nach bundesrechtlichen Grundsätzen angemes- sen sei, das zwischen Anwalt und Klient bestehende spezielle Mandatsverhältnis, die daraus resultierenden Ansprüche und Einreden dagegen, kann es nicht über- prüfen. Dementsprechend war auch im früheren Recht und in den Entwürfen zum jetzigen OG die Festsetzung der Entschädigung des Anwaltes zunächst ausdrück- lich gegenseitiger Uebereinkunft vorbehalten (Art. 17 des Gesetzes betreffend die Kosten der Bundesrechts- pflege vom 25. Juni 1880). Dieser Vorbehalt wurde erst bei der redaktionellen Bereinigung des OG weggelassen, und zwar nur, weil er als selbstverständlich betrachtet wurde.

2. - Nun hat aber die zweite, Zivilabteilung in zwei neueren Entscheidungen i. S. R. gegen Faillite Leube, Premet & Oe (AS 45 II 463) und i. S. Gujer und Weiss gegen Schopfer, Urteil vom 10. November 1921, in dem 136 Prozessrecht. N° 21. vorliegenden analogen Fällen sich auf den Standpunkt gestellt, für das Verhältnis zwischen der obsiegenden Partei und ihrem Anwalt falle eine Moderation nicht in Betracht,·weil die der unterliegenden Partei auferlegte ~tschädigung bestimmt sei, die gesamten Auslagen der obsiegenden zu decken, woraus folge, dass die in Art. 222 OG aufgestellten Taxen so bemessen seien, dass sie alle zulässigen Anwaltsgebühren umf~sen. Allein an dieser Auffassung kann bei erneuter Prüfung nicht festgehalten werden. Allerdings bestimmt Art. 24 BZP, der nach Art. 85 OG auch für das OG gilt, ausdrücklich, die ~terliegende Partei habe der obsiegenden a 11 e durch den Rechts- streit verurs~chten notwerdigen Kosten zu ersetzen. Es scheint sich daher in der Tat der Schluss aufzudrän- gen, dass, vorbehältlieh des Nachweises weiterer durch den Klienten speziell verursachter nicht notwendiger Bemühungen, oie vom Gericht der unterliegenden Par- tei auferlegte Entschädigung dem entspricht, was die obsiegende ihrem Anw~lt zu bezahlen hat, und dass daher die in Art. 222 Abs. 1 OG aufgestellten Taxen auch für das Verhältnis dieser .letzteren Geltung haben. Dem steht jedoch entgegen, dass Art. 222 Abs. 1 OG seine Taxen nur im Hinblick auf die Belastung der unterliegenden Partei festsetzt, und dass Abs. 3 von Art. 222 ganz allgemein fü~ das Verhältnis von Anwalt und Partei eine besondere Festsetzung der Honorare vorsieht und nicht etwa auf jene Taxen verweist, was doch das einfachste gewesen wäre, wenn man sie grund- sätzlich als die Gesamtheit des Betrages der notwen- digen Auslagen betrachtet hätte. Trotz der formellen Hinübernahme des Art. 24 BZP will daher das OG auf die Taxierung der Entschädigung der obsiegenden Partei einerseits und die Festsetzung des Honorars für ihren Anwalt anderseits verschiedene Grundsätze zur Anwendung bringen. Hiefür Fpricht übrigens auch eine Vergleichung des Prozessrecht. N° 21. 137 schon zitierten Art. 17 des BG betreffend die Kosten der Bundesrechtspflege mit der neuen Bestimmung des Art. 222 OG. Das erstzitierte Gesetz stand un- bestrittenermassen auf dem Boden, dass das Honorar des Anwaltes der obsiegenden Partei durch die von der unterliegenden Partei zu zahlende Entschädigung gedeckt werden müsse, und brachte das dadurch deutlich und klar zum Ausdruck, dass es bestimmte, wenn die Anwaltsentschädigung einer Partei der Gegenpartei auferlegt werde, so habe das Gericht «( die Rechnung des Anwaltes» festzusetzen. Diese eindeutige Formu- lierung, wie sie sich ähnlich übrigens auch in zahlrei- chen Gesetzen solcher Kantone findet, die der obsie- genden Partei vollen Kostenersatz gewährleisten, hätte der Gesetzgeber im OG sicherlich nicht fallen gelassen, wenn er nicht auch seine grundsätzliche Stellung- nahme geändert hätte. Dass bei Aufstellung der Taxen des Art. 222 Abs. 1 OG nicht schlechthin auch das Honorar des Anwaltes fest- gesetzt werden wollte, ergibt sich aber endlich auch aus dem Umstande, dass dieser Abs. 1 nur den Anwalt der obsiegenden Partei überhaupt erwähnt. Dieser allein wäre daher an die Taxen gebunden, wogegen der Vertreter, der den Prozess verliert, nicht auf sie beschränkt bliebe.

3. - Ueber die Grundsätze, die der Taxierung der An- waltsentschädigung zu Grunde zu legen sind, gibt Art. 222 Abs. 3 OG keinerlei Anhaltspunkte. Dagegen können immerhin die Taxen des Abs. 1, wenn sie auch nicht schlechthin massgebend sind, eine gewisse Grundlage für die Honorarbemessung abgeben,' da in ihnen doch zum Ausdruck gelangt, was der Gesetzgeber mit Rück- sicht auf die bei Erlass des Gesetzes bestehenden Ver- hältnisse als angemessene Entschädigung betrachtet hat. Im ferneren sind, wie das Bundesgericht schon in mehreren Entscheiden für Fälle, in denen eine Par- tei ihren Anwalt selber entschädigen musste, ausge- 138 Prozessrecht. No 21. sprochen hat, die Schwierigkeiten tatsächlicher und rechtlicher Art, die der Prozess bot, und die Wichtig- keit des Streitgegenstandes und sodann allfällig auch besondere Bemühungen, die der Klient von seinem An- walte verlangte, zu berücksichtigen (AS 33 I S. 366; 33 II S. 714, Urteil i. S. Vuille und Dunant gegen Stattel- mann vom 14. Juli 1913). Hievon ausgehend ist darauf hinzuweisen, dass der vorliegende Fall einfacher Natur war, - das Ur- teil des Bundesgerichts wurde im wesentlichen beein- flusst durch die Feststellung der Vorinstanz über den Beweiswert des ärztlichen Gutachtens, - und dass das eingentliche Streitinteresse nur zirka 10,000 Fr. ausmachte. Ein Grund, wesentlich über die in Art. 222 Abs. 1 OG enthaltenen Taxen hinauszugehen, besteht unter diesen Umständen nicht. Vielmehr ist das eigent- liche Honorar mit zirka 300 Fr. jedenfalls reichlich be- messen. Dazu kommen für zweitägige Zeitversäumnis je 50 Fr., Billetsauslagen von 54 Fr., Hotelkosten von zirka 40 Fr., sodass die Rechnung auf 500 Fr. zu redu- zieren ist. Markenschutz. No' 22. 139 VII. MARKENSCHUTZ PROTECTION DES MARQUES DE FABRIQUE.

22. Sentenza 7 marlo 19~a della prima. semone cime nella causa Säuberli contro .Aeschbach. Contraffazione di marca di fabbrica. - Elementi distintivi delle due marehe. - Indenuizzo al titolare della marca contraffatta per concorrenza sIeale (art.48 CO). - Impiego abusivo deI nome deI luogo d1 provenienza. - Determina- zione deI danno secondo il prudente apprezzamento deI giudice (art. 43 CO). La ditta fratelli Säuberli, che tiene una fabbrica di sigari e sigarette in Teufenthai, depose il 9 agosto 1913 una marca di fabbrica (No 33,945), composta dalla EOla parola « Castello » in lettere grandL La applica special- mente, sormontata da una corona ma senz'altra desiglla-· zione, sugli involti per pacchi di sigarette. Il convenuto si rese nel 1918 proprietario di una fab- brica di prodotti analoghi in Castello S. Pietro nel Ticino, azienda di po ca entita. Nella pubblicita, che subito intra- prese, la designazione della ditta « E. Aeschbach, su. (,. di ... , a Castello S. Pietro (Ticino) » e apposta al piede deI disegno, in oscuro, di UD castello medioevale, sul quale risalta, in biimco, la parola « Castello )l. Al disopra: « Fabbrica di sigari ». Questa inserzione ha subito diverse metamorfosi. L'indieazione « fabbriea di sigari » fu voltata in francese ; si aggiunse la specialita di « sigarette ». Le parole « S. Pietro Ticino » furono messe in lettere chiare ma piccole nel corpo stesso deI disegno, direttamente sotto il nome « Castello», ehe resta scritto in caratteri grandi e chiari. Cade la menzione della suecessione e vi si indicano le speeialita della easa «( Helle Virginia.