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Prozessreeht. Ne 51.
s~ch in einer Streitigkeit erhebt, die im übrigen dem
eIdgenössischen materiellen Recht unterliegt, oder in
einer solchen, die in ihrem ganzen Umfange kantonal-
rechtlicher Natur ist. Auch in einem Streit über- ein
Rechtsverhältnis, das materiell dem Bundeszivilrecht
untersteht, können Rechtsfragen entstehen, die vom
kantonalen Recht beherrscht werden, so die meisten
prozessualen Fragen. Die Entscheidung, welche die
kantonale Instanz über diese trifft, ist der Kognition des
Bundesgerichts überhaupt entzogen: nicht nur in Bezug
auf die Anwendung des kantonalen Rechts auf den vom
kantonalen Richter. als feststehend angenommenen Tat-
b~stand, sondern auch insoweit, als es sich frägt, ob er
dIesen Tatbestand den Akten gemäss festgestellt habe.
Ganz verfehlt wäre es, sich für die gegenteilige Auffassung
etwa auf Art. 81 OG berufen zu wollen; denn diese
Bestimmung enthält natürlich keine selbständige Be-
ruf~ngsvoraussetzung; es kommt ihr lediglich Bedeutung
zu 1m Rahmen des Art. 57 (verg!. in diesem Sinne den
Entscheid des Kassationsgerichts in Zürch. Rechtspr. 16
Nr.65).
Im vorliegenden Falle nun beziehen sich die tafsäch-
li~hen Feststellungen, mit Bezug -auf welche die Beklagte
die Rüge der Aktenwidrigkeit . erhoben hat, die jedoch
vom Kassationsgericht, als nicht in seine Kompetenz
fallend, ausgeschaltet wurde, durchweg auf die Anwen..;
?~ng .des kantonalen Prozessrechts. Das gilt namentlich
iur dIe Annahme des Obergerichts, dass die vom Ex-
perte? H. e::-örterten Schadensgrundlagen von der Klage-
p:rrteI bereIts gegeben gewesen seien und der Experte
dIe Mängel berücksichtigt habe, «soweit solche dem Be-
~eisdekret zu Grunde gelegt waren ». Das Bundesgericht
1st daher nicht in der Lage, seinerseits die Rügen auf ihre
Begründetheit zu untersuchen, sondern es muss von den
tatsächlichen Feststellungen des Obergerichts über den
mangelhaften Zustand des Werkes ausgehen; seiner
Nachprüfung entzieht sich insbesondere auch der Ent-
Prozes~reelit.No 55.
scheid der Vorinstanz, . es fiei dem Experten erlaubt
. gewesen, nach vernünftigem Ermessen zu bestimmen, ob
die Reparatur nicht in einer gänzlichen Umänderung der
Anlage bestehen müsse.
55. Beschluss der I. Zi'rilabteiluns vom ge. Juni 1919
i. S. ircheners Erben gegen
DrahtseUbahn Engelberg-Gerschnialp,A.-G.
In Prozessen, in denen das Bundesgericht zufolge Parteivcreiu-:
barung (OG Art. 52, Ziff. 1) angerufen wird, ist die Ertei-
lung des Armenrechts ausgeschlossen.
Am 25. Januar 1919 wurde den Klägern durch den
Instruktionsrichter vorläufIg, d. h. für eine noch' einzu-
reichende Rechtsschrift und den ersten Rechtstag, das
Armenrecht gewährt.
::\fit dem vorliegenden Gesuch stellen sie nun den An-
trag; es sei ihnen das Armenrecht weiterhin und zwar in '
dem Sinne zu gewähren, dass sie von der Leistung eines
Kostenvorschusses für das Beweisverfahren befreit
werden.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
Nach Art. 215 OG fInden für Prozesse, die wie der
vorliegende durch Parteivereinbarung direkt an das
Bundesgericht gezogen werden, hinsichtlich der Prozess-
kosten die Art. 211 und 214 OG Anwendung, d. h. es hat
jede Partei die durch ihre Vorkehren entstehenden
Kosten vorzuschiessen und gegebenenf~s die in Art. 214
umschriebenen Kosten zu bezahlen. Von Art. 212, der
die Möglichkeit der Gewährung des Armenrechtes vor-
sieht, ist in Art. 215 nicht die Rede. Hieraus muss, wie
da') seitens des Bundesgerichtes hinsichtlich des analog
lautenden Art. 216 für Expropriationssachen bereits
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geschehen ist (Besch)' i. S. SBB gegen Blaul vom 29. Ok-
tober 1918) geschlos~n werden,. es sei eine Annen-
rechtserteilung überhaupt nicht möglich. Diese besondere
Behandlung der durch Parteivereinbarung direkt an das
Bundesgericht gezogenen Prozesse ist übrigens innerlich
durchaus begründet. Die gegenteilige Regelung trüge
nämlich die Gefahr in sich, dass die Umgehung des
kantonalen Instanzenzuges von Bürgern, aber insbe-
sondere auch von Fremden, wesentlich mit Rücksicht
auf die Möglichkeit der Prozessführung im Armenrecht
geWählt würde. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die
Kosten des Bundesgerichts regelmässig wegen der räum-
lichen Distanz des Gerichtes von alHälligen Streitgegen-
ständen, von Experten und Zeugen, bedeutend höher
sein würden als diejenig~n der den Parteien ordentlicher-
weise zur Verfügung stehenden kantonalen Gerichte.
Demnach erkennt das Bundesgericht:
Das Armenrechtsgesuch der Kläger wird abgewiesen_
56 . .intt de 1& Ire SectiOll oide 4u 17 juillet 1918
dans la cause Dame l1D11ld et lIoirI Hil4enbran4 contre'
CODfi4bm Bullae.
Dommages causes a l~ propriete particll-
I i e r e par I a t r 0 u p e. Les pretentions nees de ce chef
relevent du droit administratif et pour le reglement des
reclamations se rapportant au service actif de l'armee depuis.
aoilt 1914 rarrete fMeral du 18 septembre 1914 prescrit la
voie administrative a l'exclusion de la voie judiciaire civile.
A. -
Les hoirs de Mathias Hildenbrand sont propIie-
taires de la Villa Bellevue, art. 670 du cadastre de Marin
(canton de Neuchätel). Cet immeuble, bäti il y a une
quinzaine d'annees, a He loue aux epouxUnseld-Hilden-
brand, qui l'exploitaient comme pension. Le loyer annuel
etait de 3000 fr.
Prozessrecht. N" 56.
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En janvier 1917, l'autorite communale de Marin avisa
Dame Unseld -
le mari etait parti pour la guerre --
qu'elle devait mettre la villa a 1a disposition de la troupe.
Dame UnseId protesta, mais dut s'incliner et de fin
j~vier ä mai 1917 une partie de la villa servit presque
s~s interruption de cantonnemenL Les degäts materiels
causes par la troupe donnerent lieu au paiement par
l'autorite militaire fMerale de deux indemnites de 750 fr.
puiS de 612 fr. Le Conseilcommuna1 de Marin refusa
toute indemnite ..
Estimant que la somme totale de 1362 fr. allouee ensuite
d'evaluation par la Commission federale d'expertise et
approbation du Departement militaire fMeral ne cor-
respondait pas a l'iIilportance du prejudice cause, dames
Unseid et Hildebrand recoururent 1e 25 fevrier 1918 au
Conseil fMeral en concluant a ce que l'indemnite pour
degäts materiels fut portee a 4500 fr., celle relative a la
privation de l'usage de la villa etant reservee .
. Le Departement militaire repondit 1e 11 mars 1918 qu'il
ne -pouvait elre «(donne suite a la requete du .25 fe:~ier I),
car aux termes de rart. 298 du reglement d adm1lllstra-
tion pbur l'armee suisse et de l'art. 7 de rarrete du Conseil
fMeral du 18 septembre 1914 concernant 1e reglement des
reclamations pour 1es dommages causes a la propriete, les
commissions d'experts fixent definitivement les indem-
nites a allouer, sous reserve de·ratification par le Departe-
ment militaire suisse dans les cas importants. Le Depar-
tement ayant ratifte la decision des experts, le Conseil
federal ne saurait etre saisi d'un recours. Au reste, un
nouvel examen de 1a reclamation a prouve que l'indem-
nite allouee correspondait aux dommages attribuables
a Ja troupe.
B. ~ Par demande du 14 mai 1918, Dame Unseld et
les Hoirs Hildenbrand ouvrir.ent alors action ä 1a ConfMe-
ration suisse devant 1e Tribunal federal en concluant
a' ce que la defenderesse fftt condamnee·:
.
.
I. principaJement a remettre Ja Villa Bellevue en etat;