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45_II_357

BGE 45 II 357

Bundesgericht (BGE) · 1919-01-01 · Deutsch CH
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'356 Obligationenrecht. N0 53. -circonstances tel que la continuation du contrat a.ux anciennes. conditions impliquerait pour rune d~ parti~ l'obJigation de travailler aperte. On doit sedemander si les parties auraient conclu le contrat tel qu'll a eU passe si elles avaient pu prevoir les evenements survenus dans la suite. La reponse ne saurait etre douteuse en respece. La Brasserie de St-Jean n'aurait certes pas consenti a livrer la biere a un prix ne correspondant nullement au cout de production. 11 resulte de ces principes qu'au printemps 1916,lorsque la Societe des brasseries suisses decida la hausse du prix qe la biere et que la demanderesse reclama 31 fr. l'hecto- litre, la defenderesse avait la faculte de se departir du -contrat. Elle ne l'a pas fait. Pendant six mois. elle a paye 'Sans protester le nouvea.u prix, acceptant tacitement- la modification du contrat. Cette acceptation la liait au86i longtemps que le nouvel etat de choses se mainte- nait, les parties gardant le <koit de denoncer le contrat dans le cas on la situation viendrait achanger derechef. En exigeant le retour au prix de 25 fr. en octobre 1916, alors que les evenements ne justifiaient pas une reduction ,,~u prix et en reclamant Ia restitution de 6 fr. par hecto- litre, la defenderesse a meconnu l'etendue de ses <koits, 'car II n'est pas soutenable qu'en pretant l'attention voulue (art. 3 CC) elle ait pu restersi longtemps dans l'erreur sur les termes du co~trat. La demanderesse etait des lors en droit de repousser les pretentions emises par la defenderesse; mais du moment qu'elle entendait pour- suivre l'execrition du contrat, elle aurait dll. continuer a accomplir sa propre prestation en mettant la defende- res se en demeure de payer le prix de 31 fr. En cessant sans autre de fournir la biere et en enlevant l'installation, rendant ainsi impossible l'exploitation du cafe, la de- manderesse s'est mise dans ses torts. Dans ces conditions, le contrat du 1 er decembre 1912 doit etre considere eomme resilie par les deux partie~ sans qu'il y ait lieu d'allouer aucune indemnite. Le . Tribunal fhJ.eral prol1011Ce : Le recours par voie de jonction est ecarte. Le recours principal est admis en ce sens que la demande recon- . ventionnelle de dommages-interets est ecartee. VI. PROZESSRECHT PROCEDURE

54. Ä'IIIRI &. a.m. Urteil cler I. liYilabttil1Ull .,.5. Jui 1811 i. S. Gtbr. Drtbt.g .6..-(1. gegen Jlillltr. Kompetenzabgrenzung zwischen Bundesgericht u. kantonalem Kassationsgericht hinsichtlich der Aktenwidrigkeitsrüge. Der Auffassung des Kassationsgerichtes (Zürich), dass -die Beschwerde, das Obergericht hab~ sein Urteil auf aktenwidrige Annabmen gestützt, einzig mit der Berufung .an das Bundesgericht geltend gemacht werden könne, weil es sich um eine nach eidgen. Recht zu beurteilend~' Streitsache handle, kann in dieser Allgemeinheit nicht beigepflichtet werden. Aus Art. 57 OG, welcher 00· stimmt, dass die Berufung nur auf Verletzung des Bundes- rechts gestützt werden könne, ergibt sich, dass das Bun· desgericht an die kantonalgerichtliche Entscheidung einer Rechtsfrage, die ausschliesslich vom kantonalen Recht beherrscht wird, gebunden ist und ihm die Kompetenz, diese Entscheidung nachzuprüfen und aufzuheben, fehlt. Hiebei kann es offenbar keinen Unterschied machen, ob diese vom kantonalen Recht beherrschte Rechtsfrage 358 Prozessreeht. Ne 51. sich in einer Streitigkeit erhebt, die im übrigen dem eidgenössischen materiellen Recht unterliegt, oder in einer solchen, die in ihrem ganzen Umfange kantonal- rechtlicher Natur· ist. Auch iIi einem Streit über" ein Rechtsverhältnis, das materiell dem Bundeszivilrech t untersteht, können Rechtsfragen entstehen, die vom kantonalen Recht beherrscht werden, so die meisten prozessualen Fragen. Die Entscheidung, welche die kantonale Instanz über diese trifft, ist der Kognition des Bundesgerichts überhaupt entzogen: nicht nur in Bezug auf die Anwendung des kantonalen Rechts auf den vom kantonalen Richter. als feststehend angenommenen Tat- b~stand, sondern auch insoweit, als es sich frägt, ob er dIesen Tatbestand den Akten gemäss festgestellt habe. Ganz verfehlt wäre es, sich für die gegenteilige Auffassung etwa auf Art. 81 OG berufen zu wollen; denn diese Bestimmung enthält natürlich keine selbständige Be- rufungsvoraussetzung; es kommt ihr lediglich Bedeutung zu im Rahmen des Art. 57 (verg!. in diesem Sinne den Entscheid des Kassationsgerichts in Zürch. Rechtspr. 16 Nr.65). " Im vorliegenden Falle nun beziehen sich die tatsäch- li~hen Feststellungen, mit Bezug "auf welche die Beklagte die Rüge der Aktenwidrigkeit "erhoben hat, die jedoch :-om Kassationsgericht, als nicht in seine Kompetenz fallend, ausgeschaltet wurde, _ durchweg auf die Anwen- dung des kantonalen Prozessrechts .. Das gilt namentlich für die Annahme des Obergerichts, dass die vom Ex- perten H. erörterten Schadensgrundlagen von der Klage- p~rtei bereits gegeben gewesen seien und der Experte dIe Mängel berücksichtigt habe, «soweit solche dem Be- ~eisdekret zu Grunde gelegt waren ». Das Bundesgericht Ist daher nicht in der Lage, seinerseits die Rügen auf ihre Begründetheit zu untersuchen, sondern es muss von den tatsächlichen Feststellungen des Obergerichts über den mangelhaften Zustand des Werkes ausgehen; seiner Nachprüfung entzieht sich insbesondere a~ch der Ent- Prozessreeht. N° 55. scheid der Vorinstanz," es sei dem Experten erlaubt gewesen, nach vernünftigem ErnIessen zu bestimmen, ob die Reparatur nicht in einer gänzlichen Umänderung der Anlage bestehen müsse.

55. Beschluss der I. ZivilabteUung vom as. Jani 1919

i. S. Iycheners Erben gegen DrahtseUb&1m Engelberg-Gersclmialp ,A.-G. In Prozessen, in denen das Bundesgericht zufolge Parteivcrein-. barung (OG Art. 52,Ziff. 1) angerufen wird, ist die Ertei- lnng des Armenrechts ausgeschlossen. Am 25. Januar 1919 wurde den Klägern durch den Instruktionsrichter vorläufIg, d. h. für eme noch' einzu- reichende Rechtsschrift und den ersten Rechtstag, das Armenrecht gewährt. )fit dem vorliegenden Gesuch stellen sie nun den An- trag, es sei ihnen das Armenrecht weiterhin und zwar m ' dem Sinne zu gewähren, dass sie von der Leistung eines Kostenvorschusses für das Beweisverfahren befreit werden. Das Bundesgericht zieht in Erwägung: Nach Art. 215 OG fInden für Prozesse, die wie der yorliegende durch Parteivereinbarung direkt an das Bundesgericht gezogen werden, hinsichtlich der Prozess- kosten die Art. 211 und 214 OG Anwendung, d. h. es hat jede Partei die durch ihre Vorkehren entstehenden Kosten vorzuschiessen und gegebenenf~s die in Art. 214 umschriebenen Kosten zu bezahlen. Von Art. 212, der die Möglichkeit der Gewährung des Armenrechtes vor- sieht, ist in Art. 215 nicht die Rede. Hieraus muss, wie da<; seitens des Bundesgerichtes hinsichtlich des analog lautenden Art.216 für Expropriationssachen bereits