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45_III_177

BGE 45 III 177

Bundesgericht (BGE) · 1919-01-01 · Deutsch CH
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Entscheidungen

dariiber zu machen, inwieweit eine die Rückgewähr in

natura ausschliessende Verfügung seitens der Beklagten

tatsächlich stattgefunden habe und welche Bereicherung

sie daraus gezogen haben, war der Kläger nicht gehalten,.

Da die Verpflichtung zum Ersatze des Wertes, bezw. der

Bereicherung nur eine eventuelle, für den Fall der Un-

möglichkeit der RückgeWähr der Sache in natura be-

stehende ist und daher, um zu einer präsenten zu werden,

die vorhergehende Feststellung dieser Unmöglichkeit

voraussetzt, konnte er damit zuwarten, bis im Wege

der Vollstreckung des die Anfechtungsklage grundsätzlich

gutheissEmden Urteils ermittelt sein werde, inWiefern die

Beklagten noch in der Lage sind, ihren Verpflichtungen

durch

unmitte~are Rückerstattung

nachzukommen

oder nicht. Sollte alsdann über die Beträge, welche die

Beklagten statt dessen aus dem Titel der Bereicherung zu

ersetzen haben, keine Einigung zWischen den Parteien

erzielt werden können, so wird er zu deren Feststellung

neuerdings den Klageweg zu beschreiten haben. Dann-

zumal wird auch zu entscheiden sein, wie sich in dieser

Beziehung die Behauptungs- und Beweislast . zwischen

den Parteien verteilen wird (vergl. JAEGER zu Art. 291

Nr.7 i. f.).

Für die Frage, inwiefern die' Beklagten andererseits

Anspruch auf Rückgabe der dem Schuldner gemachten

Gegenleistungen haben, ist massgebend Art. 291 Abs. 1

SchKG. Im vorliegenden Verjahren ·besteht kein Anlass

dazu Stellung zu nehmen, da irgendwelche Rechts-

begehren nach dieser Richtung nicht gestellt worden sind.

Mit diesen Verdeutlichungen inbezug auf die aus der

Gutheissung der Anfechtung sich ergebenden Folgen ist

das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des

Obergerichts des Kantons Solothurn vom 19. März 1919

im Sinne der Erwägungen bestätigt.

38. Än'it da 1 .. IIe Sect.ion civila 411 95 jm 1919

dans la cause Ha101 contre Blanchard.

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Responsabilite des preposes aux poursuites (art. 5 LP). -

Ordonnance de sequestre.

Atte~du que,le rec~urant a intent~ au prepose aux

poursUl~es de I arrondissement da la Singine, a Tavel,

une .actIon en 2000 fr. de domrnages-interets. basee sur

l~ falt qua le defendeur, en ne donnant pas suite irnrne-

dlatement a. une requisition de sequestre formulee par le

demandeur le 11 septembre 1916 aurait commis une

faute .qui. l'oblig~rait. en vertu de I'art. 5 LP. a reparer

1e preJudice SUbl par le creancier;

Consideran,t. que I'art. 5 LP se rapporte uniquement a

la responsabllite des preposes pour le dornrnage cause

par leur faute dans l'exercice des fonctions que leur attri-

bue la loi fM.erale;

q~e 1a LP ne ~Iace ~oint dans les attributions du pre-

P?se aux poursmtes Iordonnance de sequestre; qu'elle

dIspose a~,contrair~ a l'~t. 23 que les cantons designent

les a~tontes chargees d autoriser le sequestre (art. 271

et .SUlV.), et que, d'apres l'art. 6 de la loi cantonale

d:e~ecution de la LP, le canton de Fribourg a confie

cette fonction au prepose;

que le prepose aux poursuites de Tavel n'ayant par

conseq~ent p~ agi en l'espece comme organe de la

poursmte, maIS comme autorite de sequestre en vertu

de Ia competence que Iui confere le droit cantonal,

sa responsabilite releve de ce droit et non point de l'art. 5

LP (cf. JAEGER, Comment. LP art. 273, note 1);

que le passage du commentaire de Jaeger (note 3

sous art. 272 LP) invoque par le recourant -

« Sie (die

Arrestverfügung) ist nicht als ein Urteil in einem Zivil-

rechtsstreit' zu behandeln, sondern hat den Charakter

einer rein betreibungsrechtlicheu Massnahme »

-

a trait

a la qUestiOl1 de savoir si la decision de sequestre est une

.

AS 45 111 -

19HI

13

Ent,,-llf'idungen

lllcsure du droH dt~ poursuite Oll est assimilable a Ul1 jugc-

lUellt soumis aux voies da recours du droit de procedure

eivil (Zeitsehr. hern. J. v. 45 p.335), mais ne dit nulle-

ment que l'autorisation du sequestre ressortit au preposc

en sa qualite d'organe de poursuite institue par Ia loi

federale;

que, s'agissant des 10rs de l'application du droit call-

tonal, 1e present recours n'est pas recevable.

Le Tribunal /ederal prononce :

Il n'est pas entre en matiere sur le recours.

39. UrteU der IX. ZlvilabteUung vom aa. Oktober 1919

i. S. Aarga.uiache Kühlen A.-G. gegen Sichler.

Anfechtungsklage nach Art. 286 SchKG : Berechnung der

sechsmonatlichen Frist nach dem Datum der Grundbuch-

eintragung. -

·Ob ein Missverhältniss zwischen den beiden

Leistungen vorliegt, ist Schätzungsfrage; Ueberprüfbarkeit

der rechtlichen Grundlagen des· kantonalen Schätzungs-

entscheides. -

Massgebend für die Schätzung ist der Ver-

kehrswert. -

Grundsätze für dessen Bestimmung.

A .. -

Der Beklagte J. I-!ächler-Suter, Mechaniker,

kaufte laut Vertrag vom 8. August 1916 von seinem

73-jährigen Vater Johann Hächler-HäuptU in Rohr dessen

auf 25,770 Fr. geschätztes Heimwesen samt Inventar

zum Preise von 19,000 Fr. Der Kaufvertrag wurde am 22.

September an das Grundbuchamt Aarau abgesandt.

Die Eintragung erfolgte jedoch erst am 3. Oktober

1916, da zuvor die Löschungsbewilligungen von Pfand-

gläubigern eingeholt werden mussten.

Im Mai 1917 wurde Johann Hächler-Häuptli von der

Klägerin,

der Aargauischen Mühlen A.-G., für eine

Bürgschaftsschuld von 3000 Fr., die er ihr gegenüber

1

der Ziv1lkammern. N° 39.

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am 30. Januar 1914 zu Gunsten seines Schwiegersohnes

A. Frischknecht eingegangen war, betrieben. Die Gläu-

bigerln erhielt jedoch einen vom 28. März 1917 datierten

Verlustschein zugestellt mit der Erklärung des Betrei-

bungsamtes, dass der Schuldner infolge der Veräussernng

seiner Grundstücke und der Verwendung des Erlöses ·zur

Tilgung von Verpflichtungen keinerlei Vermögen mehr

besitze.

Darauf focht die Aargauische Mühlen A.-G., gestützt

auf Art. 286 und 288 SchKG den Kaufvertrag an mit

der Begründung, der Kaufpreis stehe mit der Schätzung

und - dem ·wirklichen Werte des Kaufgegenstandes in

einem offensichtlichen Missverhältnis. Mit der Veräus-

serung des Heimwesens hätten die Vertragsparteien den

Zweck verfolgt, die Gläubiger Johann Hächlers zu be-

nachteiligen.

B.- Durch Urteil vom 7. Juni 1919 hat das Obergericht

des Kantons Aargau -

im Gegensatz zur ersten Instanz-

die Klage abgewiesen. Den Motiven ist zu entnehmen :

Bei der· Beurteilung der Frage, ob das angefochtene

Rechtsgeschäft in den nach Art. 286 SchKG massge-

ben den Zeitraum von sechs Monaten vor der Pfändung,

also hier in die" Zeit zwischen dem 28. September 1916

lind dem 28. März 1917, falle, sei nicht auf das Datum

der Eintragung im Grundbuch abzustellen, da dieses

keine Handlung des Schuldners bilde, sondern auf den

Tag der Anmeldung beim Grundbuchamt (AS 42 III

S. 176). Diese, d. h. die Absendung des Kaufvertrages

an den Grundbuchführer, sei jedoch schon am 22. Sep-

tember 1916 erfolgt. Demnach müsse der aus Art. 286

SchKG hergeleitete Klaganspruch als verwirkt bezeichnet

werden. -

Für die weitere Frage aber, ob das angefoch-

tene Rechtsgeschäft im Sinne des Art. 288 SchKG zum

Zwecke der Gläubigerbenachteiligung abgeschlossen wor-

den sei, komme als gewichtigstes Indiz ein allfälig~s

offensichtliches Missverhältnis zwischen den bei den LeI-

stungen in Betracht.