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44_III_147

BGE 44 III 147

Bundesgericht (BGE) ·III · 1918-09-27 · Deutsch CH
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39. Auuug aus d.em EntsohEid. vom 27. September 1918

i. S. Dreher.

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Art. 11. SchKG. Der Erwerb gepfändeter Sachen an einer Stei-

gerung durch denj enigen, der ihren W ~rt bei der Pfändung

als Sachverständiger geschätzt hat, ist zulässig.

... Allerdings ist nach Art. 11 SchKG den Beamten und

Angestellten d~s Betreibungsamtes und des Konkursamtes

untersagt, für ihre Rechnung über eine vom Amte einzu-

treibende Forderung oder einen von ihm zu verwertenden

Gegenstand mit irgend jemandem Rechtsgeschäfte abzu-

schliessen, und dieses sog. Selbstkontrahierungsverbot

erstreckt sich auch auf das bJoss vorübergehend angestellte

Hülfspersonal (AS 36 I S. 97*). Allein es richtet sich gegen

diese Personen doch immer nur in ihrer Eigenschaft als

Träger und Ausübende staatlicher Funktionen, und zwar

in dem Sinne, dass ein allfälliger Missbrauch der ihnen

damit verliehenen Machtvollkommenheit zu persönlichen

Zwecken verhindert werden soll. Es trifft daher auf den

vorliegenden .Fall nicht zu. Denn die Mitwirkung des nach

Art. 97 SchKG beigezogenen Schätzungsexperten an der

Durchführung des Vollstreckungsverfahrens beschränkt

sich auf die Vornahme eines Augenscheines über die zu

schätzenden Gegenstärde ~r..d auf die Abgabe eines Gut-

achtens über deren Wert. Die Schätzung selbst als be-

treibungsrechlliche Amtshandlung im Sinne des Art.. 97

SchKG wird vom Betreibungsbeamten vorgenommen.

Der Sachverständige liefert ihm bloss die nötigen Grund-

Jagen dazu. Soweit ihm zur Erfüllung dieser Aufgabe

bes~mdere Rechte und Pflichten des öffentlichen Rechts

übertragen werden, erlöschen sie je denfalls mit der Ab-

gabe des Expertenbefundes. Der Staat ist nicht befugt,

ihn darüber hinaus in seiner Bewegungsfreiheit einzu-

schränken und ihn von der Teilnahme an der Versteige-

·Sep.-Ausg. 13 Nr.5.

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Entscheidungen der Sebuldbetrelbungs-

rung der von ihm begutachteten Gegenstände auszu-

schliessen. Eine derartige Ausdehnung des in Art. 11

SchKG aufgestellten Verbotes würde sich höchstens dann

rechtfertigen, wenn seine Stellung und Tätigkeit es dem

Experten ermöglichen würden, das Resnltat der Steige-

rung zu seinen Gunsten zu beeinflussen', indem er in der

Absicht, die ihm zur Begutachtung überwiesenen Sachen

bei der Steigerung zu erwerben, deren Wert zu niedrig

ansetzte. Dass aber anfechtbare Spekulationen dieser Art

'!!cht zum Ziele zu führen vermögen, dafür bietet di~

Offentlichkeit der Steigerung genügend Gewähr, indem sie

stets die Konkurrenz anderer Sachverständiger erm~

licht.

Demnach erkennt die Schuldlletreib. u. KonkurskammeT:

Der Rekurs wird abgewiesen.