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41_I_524

BGE 41 I 524

Bundesgericht (BGE) · 1915-01-01 · Deutsch CH
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Staatsrecht.

hat, doch sind die Verhältnisse dieser Liegenschaft und

die näheren Umstände des Holzbezuges nicht derart ab-

geklärt, dass hieraus für den vorliegenden Rechtsstreit

etwas entscheidendes geschlossen werden könnte.

3. -

Mit der Abweisung des grundsätzlichen An-

spruchs von Klagebegehren 1 im Sinne der vorstehen-

den Erwägung entfällt' ohne weiteres auch die For-

derung des Klagebegehrens 3, und es bedürfen des-

halb die besondern Einwendungen des Beklagten ihr

gegenüber keiner Erörterung mehr.

Demnach hat das Bundesgericht

erkannt:

Die Klage wird, soweit ihre Begehre~ noch streitig

sind, abgewiesen.

X. STAATSVERTRÄGE

TRAITES INTERNATIONAUX

72't]r,teil VOll) 4. November 1915

i. S.,'Ohrist-llisenring' gegen "Ba.sel,:,Stadt.

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Ein d2msch~e.izel1sch4~anzö~i~cIien' Gef!~h tSl!timd&'Yerträ~

, vom' 1869 wfcfe.Uprechender <> Arr,e~ tb efe,b list Dlcht·

", schlechthhinichtig~ sonderIL, nur innerfde.r, ord~nmcl!el,l'

. Beschwerdefrist .. q.~A.rt.17~, Ziff.' 3,pG, anJ~c.ht1.>a~',

'A..' ~,'G~tü~t ~ufdFei voh 'd~tl·h~~t~~,Rekurs-

lJ~klagteri Fritz'EfsenriIi~iegri~t,.,Witwe.~~eck"Eise~ ..

ring -ifi Basel'unQ Eheleut-e Meng..Eistnring,jn~n gegeIt

di~ beuügeRekuFrentin. Witwe-Chris:t:-EiseurIDgW,. Gagny

bei Paris erwirkte AITeStbef.ehl~ belegte'das:Betredmngs-

'am.t Bäsel-Städt·ani4.';F~H~r19l~".vie~ der' : ArI:est-

$chu~dnerin .gehöx:ende; im>Depot bei KantonaI-

~, i

,

I

Staatsverträge. N° 72.

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bank liegende Obligationen dieseI: Bank im Nominalwerte

von je 5000 Fr. mit Beschlag. Die Arresturkunde wurde

der Rekurrentin am 8. Februar 1915 an ihrem Wohnorte

Gagny durch die Post mitte1st eingeschriebenen Briefs

zugestellt. Da dieselbe gegen den ihr auf dem gleichen

Wege zugekommenen Zahlungsbefehl keinen Rechts-

vorschlag erhob, kam es in der Folge zur Pfändung der

Arrestobjekte und Stellung des Verwertungsbegehrens.

B. -

Am 13. Oktober 1915 hat darauf Witwe Christ-

Eisenring beim Bundesgericht staatsrechtlicheBeschwerde

'mit dem Antrage erhoben, die Arreste N° 40, 41 und 42

vom 2. /4. Februar 1915 gegen sie seien aufzuheben. Zur

Begründung dieses Antrages wird geltend gemacht, dass

die Rekurrentin französische Staatsbürgerin und in

Frankreich domiziliert und die Arrestlegung daher nach

dem schweizerisch- französischen Gerichtsstandsvertrag

vom 15. Juni 1869 unzulässig gewesen sei. Ein gegen

diesen Vertrag verstossender Arrest müsse aber nicht nur

als anfechtbar, sondern als schlechthin nichtig angesehen

werden, es könne daher vom Arrestschuldner dagegen.

jederzeit, auch nach Ablauf der Frist des Art. 178 Ziff. 3

OG noch Beschwerde geführt werden.

C. -

Das Betreibungsamt Basel-Stadt und die Rekurs-

beklagten Fritz Eisenring und Mitbeteiligte haben bean-

tragt, auf den Rekurs wegen Verspätung nicht einzutre-

ten, eventuell ihn als unbegründet abzuweisen.

Das Bundesgericht zieht

i n E r w ä g un g :

Da seit der Zustellung der Arresturkunde an die Re-

kurren tin bis zur Einreichungder Beschwerdeschrift mehr

als 60 Tage verflossen sind, könnte auf,'die Beschwerde

nur dann eingetreten werden, wenn die in der Arrestle-

gung,angeblich liegende Vetletzung des französisch-

schweizerischen Gerichtsstandsvertrages den Arrestbefehl

nicht nur anfechtbar, sondern unheilbar nichtig machen

würde. Dies ist aber entgegen der Behauptung der Rekur-

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Staatsrecht.

ren tin zweifellos nicht der Fall. Wie das Bundesgericht'

schon in dem Urteile in Sachen Cardoner vom 4. März

1903 (AS 29 I S. 6 litt. c) ausgeführt hat, kennt das mo-

derne Prozessrecht als Regel keine absoluten Nichtig-

keitsgründe mehr, sondern steht auf dem Standpunkte,

dass das Bestehen solcher Gründe innert der gesetzlichen

Frist mit dem dafür vorgesehenen Rechtsmittel geltend

gemacht werden muss, widrigenfalls die fragliche richter-

liche Verfügung in Rechtskraft erwächst. Dafür dass der

Gerichtsstandsvertrag mit Frankreich von 1869 von einer

anderen Auffassung ausgehe und Verfügungen oder'

Urteile, die unzuständiger Weise, d. h. in Verletzung

der darin aufgestellten Gerichtsstandsnormen, erlassen

worden sind, als schlechthin nichtig behandelt wissen

wolle, bestehen keine Anhaltspunkte. Insbesondere kann

diese Ansicht nicht etwa" aus Art. 11 desselben hergeleitet

werden, wonach das angegangene Gericht, wenn die

Klage nicht in seine Kompetenz fällt, die Parteien von

Amteswegen und zwar selbst in Abwesenheit des Be-

klagten an den kompetenten Richter verweisen soll.

Denn daraus folgt lediglich, dass wegen Verletzung der

Gerichtsstandsbestimmungen des Vertrages auch dann

staatsrechtliche Beschwerde erhoben werden kann, wenn

der Rekurrent es unterlassen hat, vor der beschwerde-

beklagten Behörde selbst die Urizuständigkeitseinrede zu

erheben, nicht dass eine solche Beschwerde jederzeit auch

nach Ablauf der ordentlichen Beschwerdefrist noch mög-

lich sei.

Demnach hat das Bundesgericht

erkannt:

Auf den Rekurs wird nicht eingetreten.

OFDAG Offset-, Formular- und Fotodruck AG 3000 Rern

StaatsvertrAge. N° 73.

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73. Anit 4", 93 4ecembre 1916 dans la cause Hertz

contre Societe generale 4'afiichage.

Le sequestre opere en SuiBse sur les biens d'un Fran!;ais domici-

lie en France et de passage en Suisse et l'action subsequente

en reconnaissance de dette intentee en Suisse sont contraires

au traite franco-suisse.

A.;- A la requete de la Societe generale d'affichage,

Societe anonyme ayant son siege a Geneve, l'autorite

genevoise de sequestre a rendu la 12 juillet 1915 une

ordonnance de sequestre contre « la Tournee du ThM.tre

de la Porte Saint-Martin, soit po ur elle son directeur

M. Henry Hertz a Paris I). La creance indiquee etait de

239 fr. 80 «montant du pour affichage a la Chaux-de-

Fonds, Lausanne et Geneve I). Le cas de sequestre invoque

etait eelui de l'art. 271 eh. 3 LP et l'objet a sequestrer

Hait la recette de la representation de « La petite fonc-

tionnaire » donnee le 12 juillet au ThM.tre de Geneve. En

fait cette recette n'a pas He sequestree, M. Hertz ayant

verse a titre de depot et garantie une somme de 255 fr.

M. Hertz ayant fait opposition au commandement de

payer que la Societe creanciE~re lui a fait notifier, ensuite

de ce sequestre, a Paris, la Societe l'a assigne, par exploit

du 13 aoftt 1915, a comparaitre devant le Tribunal de

premiere instance de Geneve pour s'entendre condamner

a payer a la demanderesse la somme de 239 fr. 80. Cette

assignation lui a ete notifiee par remist: au Procureur

general du canton de Geneve.

B. -

En date du 4 septembre 1915 Henry Hertz a

forme un reeours de droit pubIic au Tribunal federal

eontre I'ordonnanee de sequestre et contre l'assignation.

Il soutient qu'elles sont l'une et l'autre contraires al' art. 1

du traite franeo-suisse de 1869.

Dans sa reponse, apres avoir fait observer que le recOu-

rant n'ayant pas introduit l'adion en contest~tion de .~a~

de sequestre celui-ci doit etre tenu pour fonde, la Soelete