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Strafrecht.
Par ces motifs,
la Cour de Cassation penale
prononce:
Le recours est admis; en consequence le jugement atta-
que est annule et la cause renvoyee a l'instance cantonale
pour nouvelle decision.
11. JAGD POLIZEI
LOI SUR LA CHASSE
30. Urteil vom 7. Juli 1915 i. S. Aarg. Staatsanwaltschaft
gegen Rudolf.
BegrifIdes Jagenlassens von Hunden nach Art. 6 litt. h
des BG über Jagd und Vogelschutz von 24. Juni 1904.
A. -
Durch Urteil vom 15. April 1915 hat der Präsi-
dent des Bezirksgerichts Zurzach den wegen verbotenen
Jagenlassens seines Hundes beanzeigten Landwirt Emil
Rudolf in Rietheim freigesprochen.
B. -
Gegen dieses kantonal-Ietztinstanzliche Urteil
hat die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau beim
Bundesgericht Kassationsbeschwerde erhoben und bean-
tragt, das Urteil sei wegen yerletzung der Art. 6 litt. h
und 27 Ziff. 7 litt. a des BG über Jagd und Vogelschutz
vom 24. Juni 1904 aufzuheben und die Sache zu neuer
Entscheidung im Sinne des Art. 172 OG an das Gerichts-
präsidium Zurzach zurückzuweisen.
C. -
Der Kassationsbeklagte Rudolf hat sich auf die
Beschwerde nicht vernehmen lassen.
Der Kassationshof zieht
in Erwägung:
Der Kassationsbeklagte hatte am 22. März 1915, nach-
Jagdpolizei. N° 30.
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mittags, seinen Hund beim Düngerführen bei sich auf
dem Felde; dabei lief der Hund einem Hasen, der in sei-
ner Nähe aufsprang, eine Strecke weit nach, kehrte aber
auf das Pfeifen seines Meisters nach kurzer Zeit -
« weni-
gen Minuten » -
zu demselben zurück.
In diesem Vorgang, der sich während der geschlosse-
nen Jagdzeit (Art. 9 des Bundes-Jagdgesetzes) ab-
spielte, erblickt die Staatsanwaltschaft, im Wieder-
spruch mit dem angefochtenen Entscheide, den Tat-
bestand des bundesrechtlich verbotenen und mit Strafe
bedrohten Jagenlassens von Hunden. Sie macht zur Be-
gründung wesentlich geltend: Der erwähnte Straftat-
bestand erfordere nur, dass ein Hund jagbares Wild über-
haupt verfolge; insbesondere komme nichts darauf an,
ob die Verfolgung kürzere oder längere Zeit gedauert
und ob der Hund bellend «(mit lautem Halse ») oder
stumm der Fährte nachgesetzt habe. Es sei Pflicht des
Besitzers, einen Hund, der den Trieb habe, das Jagd-
wild zu verfolgen, entweder an der Leine zu führen oder
anzubinden; eine Ausnahme gelte für Landwirte, die auf
dem Felde arbeiteten, ebensowenig, wie für Spaziergän-
ger, die sich mit ihren Hunden in Wald und Feld tummel-
ten. Der Hundebesitzer, welcher jene pflichtgemässell
Vorsichtsmassregelll nicht treffe, sei, falls der Hund wirk-
lich ein Wild verfolge, ohne weiteres strafbar.
Dieser Rechtsauffassung der Staatsanwaltschaft kann
nicht beigepflichtet werden. Das « Jagenlassen von Hun-
den », wie es nach Art. 6 litt. lz in Verbindung mit Art. 21
Ziff. 7 litt. ades Bundes-Jagdgesetzes während der ge-
schlossenen Jagdzeit allgemein bei Bussandrohung verbo-
ten ist, setzt neben der Tätigkeit des Hundes, dem dagen»
(worunter allerdings nicht nur eine n ach Art 0 d t'r
D aue r näh erb e s tim m t e Jagdwildverfolgung,
namentlich nicht bloss das Wirken eines speziellen « Jagd-
hundes », im Sinne eines für den fachmännischen Jagd-
betrieb besonders abgerichteten oder vermöge seiner Ras-
seneigenschaften hiezu ohne weiteres geeigneten Hundes,
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Strafrecht.
sondern je d e Verfolgung von Jagdwild durch irgend
einen Hund zu verstehen ist), eine U n t e r 1 ass u n g
des H und e b e s i t zer s voraus, die darin besteht~
dass er den Hund nicht verhindert, seinem Wildverfol-
gungstriebe nachzuleben. Allein in dieser Hinsicht geht
die Staatsanwaltschaft mit ihren Anforderungen ent-
schieden zu weit. Es braucht nach dem in Frage stehen-
den Bedürfnis des Jagdwildschutzes dem Hundebesitzer
keineswegs zugemutet zu werden, dass er von vornhe-
rein jede Möglichkeit der Wildverfolgung durch seineu
Hund ausschliesse. Vielmehr geschieht jenem Bedürfnis
offenbar hinreichend Genüge, wenn der Hundebesitzer
nur dafür sorgt, dass er jedem wirklichen Versuche seines
Tieres, Jagdwild zu verfolgen, wirksam entgegenzu-
treten imstande ist. Er muss also, um der ihm jagdpoli-
zeirechtlich obliegenden Überwachungspflicht zu genü-
gen, seinen Hund auf Jagdgebiet nicht notwendigerweise
anbinden oder an der Leine führen, sondern darf sich
solcher Zwangsmassnahmen enthalten, sofern er den
Jagdtrieb des Hundes durch blosse Vermahnung mit
Worten oder Zeichen zu beherrschen vermag. Die stren-
gere Auffassung, welcher die Staatsanwaltschaft zu hul-
digen scheint, ~ürde eine nicht zu rechtfertigende Be-
schränkung der Hundebesitzer in der naturgemässen Be-
handlung ihrer Tiere bedingen, die nicht im Sinne des
Bundes-Jagdgesetzes liegen kann.
Darnach aber ist mit dem kantonalen Richter anzu-
nehmen, dass der Kassationsbeklagte sich keiner strafba-
ren Pflichtverletzung schuldig gemacht hat; denn nach
seiner unbestritten gebliebenen Behauptung hat er dem
den Hasen verfolgenden Hund sofort gepfiffen und ihn,
wie durch den Zeugenbeweis bestätigt worden ist, tat-
sächlich in kurzer Zeit von seiner Fährte abgebracht.
Demnach hat der Kassationshof
erkannt:
Die Kassationsbeschwerde wird abgewiesen.
Absinthverbot. N° 31.
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In. ABSINTHVERBOT
INTERDICTION DE L'ABSINTHE
31. Arret du 11 ma.i 1915
dans la cause !4inistera publio du ca.nton da Neuohital
contre James Loup.
Les dispositions repressives contenues a I' art. 3 de la loi
fcderale du 24 juin 1910 sur l'interdiction deI' a b-
si n t h e ne sont pas applicable a l'individu qui acheHe
de l'absinthe.
A. -
Par jugement du 23 mars 1915, le Tribunal de
Police de Neuchätel a condamne le sieur R.-E. Dubois,
artiste lyrique a Geneve, a 50 fr. d'amende pour infrac-
tion a la loi federale sur l'interdiction de l'absinthe du 24
juin 1910; il a par contre libere son co-accuse, le sieur
James Loup, maitre gypseur a Neuchätel, qui lui avait
achete le 7 mars 1915 trois litres d'absinthe pour 15 fr.
Ce jugement constate que l'achat de l'absinthe n'est pas
prevu parmi les actes enumeres a l'art. 1 de la loi susin-
diquee et qu'il n'est pas possible au juge d'interpreter
extensivement une loi penale, ni de remMier aux lacunes
qu'elle pourrait presenter.
B. -
Par declaration et memoire du 24 mars 1915, le
Procureurgeneral du canton de Neuchätel a adresse,
dans le but d'obtenir un arret de principe sur la punissa-
bilite de l'acheteur d'absinthe, un pourvoi a la Cour de
cassation penale federale et a conc!u a la cassation du
jugement susindique. - Par memoire du 17 avril 1915,
James Loup a conclu au rejet du recours.
Statuant sur ces faits et considerant
en droit·
1. - Le recours a He interjete par 1e Ministere public de