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41_II_739

BGE 41 II 739

Bundesgericht (BGE) · 1915-01-01 · Français CH
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Obligationenrecht. N0 96.

soigneusemellt motivee et qui parait avoir Cte faite en

tenant compte de toutes les circonstances.

Quant a !'indemnite supplementaire de 200 fr. reclamee

du chef de Ia concurrence que certains societaires ont

faite au defendeur apres leur sortie de la Societe, c'est

ä bon droit que l'il1stance cantollale en a fait abstractiol1:

s'i] peut etre douteux que Ja preuve du dommage pretendu

:ne resulte pas du dossier, comme 1e dit 1a Cour d'appeJ.

dans tous les cas il s'agit d'actes illicites commis par cer-

tains propriHaires apres qu'iJs avaient cesse de faire partie

de 1a Societe et celle-ci ne saurait done etre rendue res-

ponsable de leurs agissements qui n'engagent que leur

propre responsabilite.

6. - Sur la somme de 2972 fr. 80, qui represente le total

du dommage cause au defel1deur, la Cour d'appel a opere

une reduc1ion de 472 fr. 80 pour tenir compte de Ia faute

<lIne Balimann aurait commise « eu Il'apportant pas assez

d'energic a 1a poursuite legale de sou droit». Elle estime

'que 1e defelldeur aurait du exiger 2VCC plus d'insistaEce

(Iue 1a Societe se,it contre les societaires fautifs, qu'il au-

rait dii refuser plus souvent les laits mauvais et qu 'il

aurait du ou menacer de cesser.Ia i'abrication ou preudre

ot: s mesures judiciaires immediates. Ces reproehes ue pa-

raissent cepmda111 pas fon deR : le jugemeu1 constate lui-

meme qu'a de llombreuses reprises BaHmann a refuse le

]ait apporte et a fait des represeutatio.i:'s energiques soit

c: ux societaires indivjduellement, soit aux organes de Ia

Societe. Sans doute i1 aurait pu faire plus elleore et resilier

Je contrat cu voyant que ses rem 0 Iltra 11 ces restaient vaines.

Mais Oll ue saUrait lui faire un grief de n'avoir pas recouru

ä une mesure aussi radicale ct qui etait grosse de conse-

quenees impossibles a prevoir et d 'avoir prHere eontinuer

les pourparlers amiables dont il pouvait esperer qu'ils

aboutiraient ou a une reduction sensible du prix du Iait

ou ä un cOlltröle plus efficace de ]a Societe sur les livrai-

sons de ses membres. D'ailleurs, a Supposfr meme qu'on

vouhit lui imputer a faute la patience qu'iI a montree,

Obllgationenrecht. No 97.

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rien ue prouve qu'elle ait eu des consequences facheuses

pour la dernanderesse; eelle-ci n'ignorait pas 1a respon-

sabilite qu'elle eneourait: plus energiquement menacee

aurait-elle mieux execute le cont rat et, en eas de resilia-

tiOll, aurait-elle pu livrer son lait a un prix plus eleve

que celui qu'elle obtient en fin de eompte du defendeur?

cela est peu vraisemblable et, dans tous les eas, cela n'est

nullement HabIL n ne se justifie done pas de laisser une

partie du domrnage :i la charge du defendeur.

Par ces motifs,

le Tribunal fMeral .

prononce:

Le recours par voie de jonction de la demanderesse

est ecarte.

Le recours prillcipal du defendeur est partiellement

admis et l'arret cantoual est reforme eil ce sens que la

somme que le defendeur est en droit de compenser avec

ceIle due par lui a la Societe est fixee a 2972 fr. 80. L'arret

eantonal est confmne pour le surplus tant sur Ie fond que

sur les frais.

97. Urteil dar IL ZivUabteilung vom 2l Dezember 1916

i. S. Wegmann, Beklagter.

gegen ltonkursmasse Itugler & Oie, Klägerin.

Art. 56 0 G; Unzulässigkeit der Berufung, wenn das eid-

genössische Recht von den kantonalen Gerichten lediglich

als supponierter Inhalt des ausländischen Rechts angewandt

worden ist.

.

A. - Mit Vertrag vom 11. November 1912 verpflichtete

sich die gew. Firma Kugler & oe, Bankgeschäft in Zürich,

dem Beklagten gegen verschiedene Gegenleistungen u. a.

Obligationen der englischen Gesellschaft Lake Copper

Proprietary Company Limited im Betrag von ! 7060

740

Obligationenrecht. N° 97.

« auszuhändigen)}. Nachdem der Konkurs über die Firma

Kugler & Oe erklärt worden war, trat die Klägerin in

den Vertrag mit dem Beklagten ein und erklärte sich

bereit, die genannten Obligationen auf den Beklagten zu

übertragen. Der Beklagte verlangte jedoch. dass die Klä-

gerin auch dafür sorge, dass er im ObIigationenregister

der englischen Gesellschaft als Eigentümer der Obliga-

tiOIlen eingetragen werde, mit der Behauptung, dass die

Uebertragung nur durch diesen Registereintrag wirksam

werde. Bemühungen der Klägerin zur Erwirkung dieses

Registereintrages blieben erfolglos; ebenso lief auch eine

vom Beklagten der Klägerill durch den Richter ange-

:-;etzte Frist zur Bewirkung des Eintrages ohne Erfolg ab,

worauf der Beklagte der von der Klägerin am 7. August

1914 erhobenen Klage auf Bezahlung eines an sich nicht

streitigen Betrages kompensations- und widerklageweise

eine Schadensersatzforderung von 150,000 Fr. nebst 5%

Zins seit 3. September 1913 wegen Nichterfüllung der

Pflicht zur U ebertragung der Obligationen entgegenstellte.

Die Klägerin bestritt, zu mehr als zur Ausstellung einer

Zessionsurkunde und Uebergabe der Obligationen ver-

pflichtet zu sein und machte im übrigen geltend, die

englische Gesellschaft habe die Umschreibung der Titel

im Gesellschaftsregister grundlos verweigert.

B. -

Durch Urteil vom 9. März 1915 hat das Handels-

gericht des Kantons Zürich d~e Klage gutgeheissen und

die Widerklage abgewiesen. Die Abweisung der Wider-

klage begründete das Handelsgericht damit, dass nach

schweizerischem Recht zur Uebertragungvon Obligationen

eine Umschreibung im Gesellschaftsregister nicht not-

wendig sei; da der Widerkläger nicht dargetan habe,

dass das englische Recht, welches hier zur Anwendung

zu kommen habe, andern Grundsäb:en folge und dem

Gericht eine sichere Kenntnis des englischen Rechts

abgehe, sei daher nach konstanter Praxis die Ueberein-

stimmung des fremden mit dem inländischen Recht anzu-

nehmen und davon auszugehen, dass eine g e set z I i c he

Obligationenrecht. No 97.

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Beschränkuna der Ubertragbarkeit der Obligationen

durch Umschreibung der Titel im Obligationenregister

der Gesellschaft nicht bestehe. An Hand des Wortlautes

der Obligationen hat das Handelsgericht aber auc~ ~as

Vorliegen dncr Beschränkung der Ue~ertragbarkeIt l~­

folge Par t e i ver ein bar u n. g ~wlsche~~ d~r engll-

sehen Gesellschaft und ihren ObhgahonenglaubIgern als

nicht erwiesen betrachtet. Schliesslich hat die Vorinstanz

die Frage, ob der auf den Obligatione~l ge:egte ({ emba:.go)}

die Dispositionsbefugnis über die OblIgatIonen beschrankt

habe, auf Grund der Auskunft eines engHschen Rechts-

anwaltes (also urlch englischem Recht) verneint.

.

C. -

Gegen dieses Urteil hat der Beklagte -

zugleIch

mit eint'f in~wischen abgewiesenen .:\iehtigkeitsbeschwerde

an das Kassationsgericht des Kantons Zürich -

die

Berufung an das Bundesgericht ergriffen, mit den An-

trügen, die Klage sei abzuweisen und die Widerklage ~ut­

zuheissen; eventuell sei die Sache an das Handelsgencht

zurückzuweisen zur Beweisergällzung darüber, dass nur

der im Obligationenregister der Lake Copper Proprietary

Comp::my Limited Eingetragene irgendwelche Rechte aus

den Oblictationen dieser Gesellschaft geltend machen

könne und die Lake Copper Proprietary Company Limi-

ted sich zur Umschreibung der streitigen Titel auf den

Beklagtell lediglith wegen ihrer Differenzen mit der

Klügerin \wigere;

inErwägung:

dass nach Art. 56 OG die Berufung an das Bundes-

gericht nur in solchen Zh'ilrechtsst~eitigkeiten statthaft

ist welche von den kantonalen Genchten unter Anwen-

du~ a eid gen ö s s i s c her Gesetze entschieden wor-

den ~ind oder nach solchen Gesetzen zu entscheid:n waren;

dass die Gutheissung oder Abweisung der W~der~lage

davon abhängt, ob die Abtretbarkeit der ?bbgabonen

durch Gesetz oder Vereinbarung beschränkt Ist;

dass diese Frage der Zulässigkeit der Abtretung Inhalt

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Obligationenredit. N° 97.

und Wirkung der Forderung beschlägt und sich daher

nicht nach dem Rechte des Ortes, wo die Abtretung vor-

• genommen wurde, sondern nach dem für die Forderungen

geltenden Rechte entscheidet;

dass die Forderung aus den Obligationen der englischen

Gesellschaft als eine in England zu erfüllende Forderung

dem englischen Recht untersteht und daher eine nach

eidgenössischen Gesetzen zu entscheidende Zivilstreitig-

keit nicht vorliegt;

dass somit nur fraglich sein kann, ob die Berufung aus

dem Grunde und insoweit statthaft sei, als die Vorinstanz

bei ihrem Entscheid zum Teil auf eidgenössisches Recht

abgestellt hat;

dass jedoch das Handelsgericht dabei das eidgenössische

Recht ausdrücklich nicht als schweizerisches sondern als

supponierten Inhalt des englischen Rechtes angewandt

hat, so dass faktisch nicht Anwendung eidgenössischen

sondern ausländischen Rechts vorliegt (vgl. AS 20 S. 411

f.; ZITELMANN, Internationales Privatrecht I S. 289);

dass unter diesen Umständen auf die Sache gemäss

Art. 56 OG auch in Bezug auf die behauptete Aktenwidrig-

keit (in der Feststellung, dass die Notwendigkeit des

Registereintrages bestritten worden sei, während die

Klägerin sie in der Widerklageantwort stillschweigend

anerkannt habe) nicht einzutreten ist, da Aktenwidrig-

keiten vor dem Bundesgericht,nur inbezug auf Rechts-

streitigkeiten gerügt werden können, die seiner sachlichen

Zuständigkeit unterstehen;

erkannt:

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

Obligationenrecht. N° 98.

743

98. OrteU der· I. ZivUabteilung vom aa. Dezember 1915

i. S. Spar- und Leihkasse Zofingen, Aberkennungsbeklagte

und Berufungsklägerin gegen Keuli, Aberkennungskläger

und Berufungsbeklagter.

Art. 57 0 G. Anwendbarkeit des schweizerischen Rechts auf

Wechselakte. -

Art. 7 5 5 0 R. Eine dem Wortlaut nach

unvollständige und an sich unverständliche wechsel-

mässige Erklärung (z. B. Indossement) kann nur dann

auslegungsweise durch andere Angaben auf der Wechsel·

urkunde ergänzt und als gültig betrachtet werden, wenn

jeder ernstliche Zweifel über ihren wirklichen Inhalt aus-

geschlossen ist. -

Verhältnis des Ungültigkeitsgrundes der

gesetzlich ungenügenden wechselmässigen Erklärung zu dem

der mangelnden Protesterhebu ng. -

Einrede des

Betruges als wechselrechtliche nach Art. 811 OR und als

zivilrechtliche. -

Geltendmachung des Wechselanspruchs

im Aberkenn ungsproze ss.

1. -

Die Societe Franco-Suisse Immobiliere in Paris

hat durch ihren Administrateur-Delegue Valette am

24. Juni 1911 einen Kaufvertrag um das Hotel « Victoria »

in Grindelwald abgeschlossen mit Fabrikant Würgler-

Wächter in Aarburg und zwei andern Miteigentümern als

Verkäufern. Der (Aberkennungs-) Kläger, Hotelier Menli,

wurde von der Käuferin als Direktor des Etablissements

angestellt und hatte als solcher eine Geschäftseinlage von

50,000 Fr. zu machen. Zu deren Leistung stellte er am

18. Juli 1911 in Zofingen zwei gleichlautende Eigen-

wechsel von je 25,000 Fr. an die Order der Societe Franco-

Suisse Immobiliere in Paris aus. zahlbar am 5. August

1911 bei der heutigen (Aberkennungs)-Beklagten. der

Spar- und Leihkasse Zofingen. Auf den Rückseiten beider

Wechsel finden sich zwei Blanko-Indossamente, von denen

je das erste lautet: « I'Administrateur-DeIegue : (sig.)

Valette » und das nachfolgende (sig.) « Würgler-Wächter » •

... Nachdem die \Vechsel bei Verfall unbezahlt geblieben

waren, liess die Beklagte als deren· Inhaberin protest

.erheben und leitete darauf durch zwei gleichlautende

AS 41 U -

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