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Obligationenrecht. N0 96.
soigneusemellt motivee et qui parait avoir Cte faite en
tenant compte de toutes les circonstances.
Quant a !'indemnite supplementaire de 200 fr. reclamee
du chef de Ia concurrence que certains societaires ont
faite au defendeur apres leur sortie de la Societe, c'est
ä bon droit que l'il1stance cantollale en a fait abstractiol1:
s'i] peut etre douteux que Ja preuve du dommage pretendu
:ne resulte pas du dossier, comme 1e dit 1a Cour d'appeJ.
dans tous les cas il s'agit d'actes illicites commis par cer-
tains propriHaires apres qu'iJs avaient cesse de faire partie
de 1a Societe et celle-ci ne saurait done etre rendue res-
ponsable de leurs agissements qui n'engagent que leur
propre responsabilite.
6. - Sur la somme de 2972 fr. 80, qui represente le total
du dommage cause au defel1deur, la Cour d'appel a opere
une reduc1ion de 472 fr. 80 pour tenir compte de Ia faute
<lIne Balimann aurait commise « eu Il'apportant pas assez
d'energic a 1a poursuite legale de sou droit». Elle estime
'que 1e defelldeur aurait du exiger 2VCC plus d'insistaEce
(Iue 1a Societe se,it contre les societaires fautifs, qu'il au-
rait dii refuser plus souvent les laits mauvais et qu 'il
aurait du ou menacer de cesser.Ia i'abrication ou preudre
ot: s mesures judiciaires immediates. Ces reproehes ue pa-
raissent cepmda111 pas fon deR : le jugemeu1 constate lui-
meme qu'a de llombreuses reprises BaHmann a refuse le
]ait apporte et a fait des represeutatio.i:'s energiques soit
c: ux societaires indivjduellement, soit aux organes de Ia
Societe. Sans doute i1 aurait pu faire plus elleore et resilier
Je contrat cu voyant que ses rem 0 Iltra 11 ces restaient vaines.
Mais Oll ue saUrait lui faire un grief de n'avoir pas recouru
ä une mesure aussi radicale ct qui etait grosse de conse-
quenees impossibles a prevoir et d 'avoir prHere eontinuer
les pourparlers amiables dont il pouvait esperer qu'ils
aboutiraient ou a une reduction sensible du prix du Iait
ou ä un cOlltröle plus efficace de ]a Societe sur les livrai-
sons de ses membres. D'ailleurs, a Supposfr meme qu'on
vouhit lui imputer a faute la patience qu'iI a montree,
Obllgationenrecht. No 97.
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rien ue prouve qu'elle ait eu des consequences facheuses
pour la dernanderesse; eelle-ci n'ignorait pas 1a respon-
sabilite qu'elle eneourait: plus energiquement menacee
aurait-elle mieux execute le cont rat et, en eas de resilia-
tiOll, aurait-elle pu livrer son lait a un prix plus eleve
que celui qu'elle obtient en fin de eompte du defendeur?
cela est peu vraisemblable et, dans tous les eas, cela n'est
nullement HabIL n ne se justifie done pas de laisser une
partie du domrnage :i la charge du defendeur.
Par ces motifs,
le Tribunal fMeral .
prononce:
Le recours par voie de jonction de la demanderesse
est ecarte.
Le recours prillcipal du defendeur est partiellement
admis et l'arret cantoual est reforme eil ce sens que la
somme que le defendeur est en droit de compenser avec
ceIle due par lui a la Societe est fixee a 2972 fr. 80. L'arret
eantonal est confmne pour le surplus tant sur Ie fond que
sur les frais.
97. Urteil dar IL ZivUabteilung vom 2l Dezember 1916
i. S. Wegmann, Beklagter.
gegen ltonkursmasse Itugler & Oie, Klägerin.
Art. 56 0 G; Unzulässigkeit der Berufung, wenn das eid-
genössische Recht von den kantonalen Gerichten lediglich
als supponierter Inhalt des ausländischen Rechts angewandt
worden ist.
.
A. - Mit Vertrag vom 11. November 1912 verpflichtete
sich die gew. Firma Kugler & oe, Bankgeschäft in Zürich,
dem Beklagten gegen verschiedene Gegenleistungen u. a.
Obligationen der englischen Gesellschaft Lake Copper
Proprietary Company Limited im Betrag von ! 7060
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Obligationenrecht. N° 97.
« auszuhändigen)}. Nachdem der Konkurs über die Firma
Kugler & Oe erklärt worden war, trat die Klägerin in
den Vertrag mit dem Beklagten ein und erklärte sich
bereit, die genannten Obligationen auf den Beklagten zu
übertragen. Der Beklagte verlangte jedoch. dass die Klä-
gerin auch dafür sorge, dass er im ObIigationenregister
der englischen Gesellschaft als Eigentümer der Obliga-
tiOIlen eingetragen werde, mit der Behauptung, dass die
Uebertragung nur durch diesen Registereintrag wirksam
werde. Bemühungen der Klägerin zur Erwirkung dieses
Registereintrages blieben erfolglos; ebenso lief auch eine
vom Beklagten der Klägerill durch den Richter ange-
:-;etzte Frist zur Bewirkung des Eintrages ohne Erfolg ab,
worauf der Beklagte der von der Klägerin am 7. August
1914 erhobenen Klage auf Bezahlung eines an sich nicht
streitigen Betrages kompensations- und widerklageweise
eine Schadensersatzforderung von 150,000 Fr. nebst 5%
Zins seit 3. September 1913 wegen Nichterfüllung der
Pflicht zur U ebertragung der Obligationen entgegenstellte.
Die Klägerin bestritt, zu mehr als zur Ausstellung einer
Zessionsurkunde und Uebergabe der Obligationen ver-
pflichtet zu sein und machte im übrigen geltend, die
englische Gesellschaft habe die Umschreibung der Titel
im Gesellschaftsregister grundlos verweigert.
B. -
Durch Urteil vom 9. März 1915 hat das Handels-
gericht des Kantons Zürich d~e Klage gutgeheissen und
die Widerklage abgewiesen. Die Abweisung der Wider-
klage begründete das Handelsgericht damit, dass nach
schweizerischem Recht zur Uebertragungvon Obligationen
eine Umschreibung im Gesellschaftsregister nicht not-
wendig sei; da der Widerkläger nicht dargetan habe,
dass das englische Recht, welches hier zur Anwendung
zu kommen habe, andern Grundsäb:en folge und dem
Gericht eine sichere Kenntnis des englischen Rechts
abgehe, sei daher nach konstanter Praxis die Ueberein-
stimmung des fremden mit dem inländischen Recht anzu-
nehmen und davon auszugehen, dass eine g e set z I i c he
Obligationenrecht. No 97.
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Beschränkuna der Ubertragbarkeit der Obligationen
durch Umschreibung der Titel im Obligationenregister
der Gesellschaft nicht bestehe. An Hand des Wortlautes
der Obligationen hat das Handelsgericht aber auc~ ~as
Vorliegen dncr Beschränkung der Ue~ertragbarkeIt l~
folge Par t e i ver ein bar u n. g ~wlsche~~ d~r engll-
sehen Gesellschaft und ihren ObhgahonenglaubIgern als
nicht erwiesen betrachtet. Schliesslich hat die Vorinstanz
die Frage, ob der auf den Obligatione~l ge:egte ({ emba:.go)}
die Dispositionsbefugnis über die OblIgatIonen beschrankt
habe, auf Grund der Auskunft eines engHschen Rechts-
anwaltes (also urlch englischem Recht) verneint.
.
C. -
Gegen dieses Urteil hat der Beklagte -
zugleIch
mit eint'f in~wischen abgewiesenen .:\iehtigkeitsbeschwerde
an das Kassationsgericht des Kantons Zürich -
die
Berufung an das Bundesgericht ergriffen, mit den An-
trügen, die Klage sei abzuweisen und die Widerklage ~ut
zuheissen; eventuell sei die Sache an das Handelsgencht
zurückzuweisen zur Beweisergällzung darüber, dass nur
der im Obligationenregister der Lake Copper Proprietary
Comp::my Limited Eingetragene irgendwelche Rechte aus
den Oblictationen dieser Gesellschaft geltend machen
könne und die Lake Copper Proprietary Company Limi-
ted sich zur Umschreibung der streitigen Titel auf den
Beklagtell lediglith wegen ihrer Differenzen mit der
Klügerin \wigere;
inErwägung:
dass nach Art. 56 OG die Berufung an das Bundes-
gericht nur in solchen Zh'ilrechtsst~eitigkeiten statthaft
ist welche von den kantonalen Genchten unter Anwen-
du~ a eid gen ö s s i s c her Gesetze entschieden wor-
den ~ind oder nach solchen Gesetzen zu entscheid:n waren;
dass die Gutheissung oder Abweisung der W~der~lage
davon abhängt, ob die Abtretbarkeit der ?bbgabonen
durch Gesetz oder Vereinbarung beschränkt Ist;
dass diese Frage der Zulässigkeit der Abtretung Inhalt
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Obligationenredit. N° 97.
und Wirkung der Forderung beschlägt und sich daher
nicht nach dem Rechte des Ortes, wo die Abtretung vor-
• genommen wurde, sondern nach dem für die Forderungen
geltenden Rechte entscheidet;
dass die Forderung aus den Obligationen der englischen
Gesellschaft als eine in England zu erfüllende Forderung
dem englischen Recht untersteht und daher eine nach
eidgenössischen Gesetzen zu entscheidende Zivilstreitig-
keit nicht vorliegt;
dass somit nur fraglich sein kann, ob die Berufung aus
dem Grunde und insoweit statthaft sei, als die Vorinstanz
bei ihrem Entscheid zum Teil auf eidgenössisches Recht
abgestellt hat;
dass jedoch das Handelsgericht dabei das eidgenössische
Recht ausdrücklich nicht als schweizerisches sondern als
supponierten Inhalt des englischen Rechtes angewandt
hat, so dass faktisch nicht Anwendung eidgenössischen
sondern ausländischen Rechts vorliegt (vgl. AS 20 S. 411
f.; ZITELMANN, Internationales Privatrecht I S. 289);
dass unter diesen Umständen auf die Sache gemäss
Art. 56 OG auch in Bezug auf die behauptete Aktenwidrig-
keit (in der Feststellung, dass die Notwendigkeit des
Registereintrages bestritten worden sei, während die
Klägerin sie in der Widerklageantwort stillschweigend
anerkannt habe) nicht einzutreten ist, da Aktenwidrig-
keiten vor dem Bundesgericht,nur inbezug auf Rechts-
streitigkeiten gerügt werden können, die seiner sachlichen
Zuständigkeit unterstehen;
erkannt:
Auf die Berufung wird nicht eingetreten.
Obligationenrecht. N° 98.
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98. OrteU der· I. ZivUabteilung vom aa. Dezember 1915
i. S. Spar- und Leihkasse Zofingen, Aberkennungsbeklagte
und Berufungsklägerin gegen Keuli, Aberkennungskläger
und Berufungsbeklagter.
Art. 57 0 G. Anwendbarkeit des schweizerischen Rechts auf
Wechselakte. -
Art. 7 5 5 0 R. Eine dem Wortlaut nach
unvollständige und an sich unverständliche wechsel-
mässige Erklärung (z. B. Indossement) kann nur dann
auslegungsweise durch andere Angaben auf der Wechsel·
urkunde ergänzt und als gültig betrachtet werden, wenn
jeder ernstliche Zweifel über ihren wirklichen Inhalt aus-
geschlossen ist. -
Verhältnis des Ungültigkeitsgrundes der
gesetzlich ungenügenden wechselmässigen Erklärung zu dem
der mangelnden Protesterhebu ng. -
Einrede des
Betruges als wechselrechtliche nach Art. 811 OR und als
zivilrechtliche. -
Geltendmachung des Wechselanspruchs
im Aberkenn ungsproze ss.
1. -
Die Societe Franco-Suisse Immobiliere in Paris
hat durch ihren Administrateur-Delegue Valette am
24. Juni 1911 einen Kaufvertrag um das Hotel « Victoria »
in Grindelwald abgeschlossen mit Fabrikant Würgler-
Wächter in Aarburg und zwei andern Miteigentümern als
Verkäufern. Der (Aberkennungs-) Kläger, Hotelier Menli,
wurde von der Käuferin als Direktor des Etablissements
angestellt und hatte als solcher eine Geschäftseinlage von
50,000 Fr. zu machen. Zu deren Leistung stellte er am
18. Juli 1911 in Zofingen zwei gleichlautende Eigen-
wechsel von je 25,000 Fr. an die Order der Societe Franco-
Suisse Immobiliere in Paris aus. zahlbar am 5. August
1911 bei der heutigen (Aberkennungs)-Beklagten. der
Spar- und Leihkasse Zofingen. Auf den Rückseiten beider
Wechsel finden sich zwei Blanko-Indossamente, von denen
je das erste lautet: « I'Administrateur-DeIegue : (sig.)
Valette » und das nachfolgende (sig.) « Würgler-Wächter » •
... Nachdem die \Vechsel bei Verfall unbezahlt geblieben
waren, liess die Beklagte als deren· Inhaberin protest
.erheben und leitete darauf durch zwei gleichlautende
AS 41 U -
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