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41_III_383

BGE 41 III 383

Bundesgericht (BGE) · 1915-07-13 · Deutsch CH
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Entscheidungen der Schuldhetreibungs-

Gm. dsatz gilt aber insbesondere für die Pfändung und

Verwertung, nicht für die Verteilung (vergi. Archiv :I

N°221, 3 N° 7 und 135, 4 N°51, AS Sep.-Ausg. 9 N° 20

Erw. 2*, JiEGER, Komm. Art. 100 N. 4 und 144 N. 1).

Im vorliegenden Falle handelt es sich indessen, Wa!

die Vorinstanz übersehen hat, nicht um eine selbständige

Pfändung von Forderungen. Die Gläubiger haben nicht

eine besondere Pfändung der Pachtzinsen verlangt und

demgemäss sind diese nur als Akzessorium der Liegen-

schaften nach Art. 102 SchKG der Pfändung unterworfen

worden; sie bilden kein selbständiges bewegliches Pfän-

dungsobjekt Infolgedessen teilen sie in der Betreibung

formell das rechtliche Schicksal der Liegenschaften. Nur

die Verwertung dieser Liegenschaften hätte daher das

Ergebnis der Verpachtung zu einem zur Verteilung be-

stimmten Erlös machen können; der Einzug der Pacht-

zinsen stellte sich mangels der erwähnten Betreibungs-

handlung nicht etwa als teilweise Verwertung, sondern

lediglich als Verwaltungshandlung dar, die nur zur Folge

hatte, dass an Stelle der Zinsforderungen je nach den

Umständen Geld Pfändungsgegenstand wurde (vergl.

AS Sep.-Ausg. 13 N0 41, 16 N° 3 **). Da nun die Betrei-

bungen in Beziehung auf die 'Liegenschaften erloschen

sind, weil kein Verwertungsbegehren gestellt worden ist,

so ist die Pfändung nicht bloss in Beziehung auf die

Liegenschaften an und für sieh, sondern auch in Beziehung

auf deren Erträgnisse dahingefallen. Die Beschwerde ist

daher begründet.

Dieses Ergebnis steht auch insofern im Einklang mit

Sinn und Geist des Betreibungsgesetzes, als es ausgeschlos-

sen sein muss, dass Gläubiger auf dem Umwege über die

Grundstückspfändung in dem für eine solche vorgeschrie-

henen Verfahren lediglich auf die Miet- oder Pachtzinsen,

also auf bewegliches Vermögen, greifen.

* Ges.-Ausg. 32 :,\°52.

* .. Ge,,-Ausg, 36 I N° 81, 39 I :\0 18.

und Konkurskammer. N° 84.

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Demnach hat die Schuldbetreibungs- u. Konkurskammer

erkannt:

Der Rekurs wird gutgeheissen, der Verteilungsplan

vom 29. Juli 1915 aufgehoben und das Betreibungsamt

Zürich 6 angewiesen, das aus dem Einzug der Pacht-

zinsen zur Verfügung stehende Geld dem Rekurrenten

auszuhändigen.

84. Entscheid vom 6. November 1916

i. S. Bohner.

Art. 297 SchKG und Art. 17 Kriegsnovelle z. SchKG. Während

einer Nachlass- odrr allgemeinen Betreibungsstundung steht

die Frist, vor deren Ablauf das Verwertungsbegehren nicht

gestellt werden darf, nicht still.

A. -

Die Rekursgegnerin, St. Gallische Kantonalbank

in St. Gallen, führt gegen den Rekurrenten Wilh. Rohner,

Kaufmann in Lachen-VonwiI, zwei Betreibungen durch,

eine auf Pfändung und eine auf Grundpfandverwertung.

Am 5./6. Februar 1915 wurden für die Rekursgegnerin

auf Grund einer Requisition des Betreibungsamtes

Straubenzell Liegenschaften gepfändet. Der Zahlungsbe-

fehl in der Grundpfandbetreibung war vom Betreibungs-

amt Straubenzell dem Rekurrenten am 7. Oktober 1914

zugestellt worden. Nachdem diesem vom 23. Februar bis

23. August 1915 eine Betreibungsstundung nach Art. 12

der Kriegsnovelle gewährt worden war, stellte die Re-

kursgegnerin im August und September 1915 in beiden

Betreibungen das Begehren um Verwertung der Liegen-

schaftetl. Das Betreibungsamt weigerte sich jedoch, den

Begehren Folge zu geben, iudem es den Standpunkt ein-

nahm, dass der Lauf der Fristen der Art. 116 und 154

SchKG während der Stundung gehemmt gewesen sei.

ß. -

Hiegegen erhob die RekursgegneriJI Beschwerde

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Entscheidungen der Sehuldbetreibungs-

mit dem Antrage, das Betreihungsamt sei anzuweisen,

ihren Verwertungsbegehren Folge zu geben.

Die obere Aufsichtsbehörde des Kantons St. Gallen

hiess die Beschwerde durch Entscheid vom 14. Oktober

1915 gut und wies das Betreibungsamt an, den Verwer-

tungsbegehren Folge zu geben.

Der Entscheid ist wie folgt begründet: Sowohl nach

der Ansicht des Bundesrates als auch nach derjenigen

der vorberatenden Expertenkommission sei die Betrei-

bungsstundung nach Art. 12 Kriegsnovelle z. SchKG als

eine Art Rechtsstillstand aufzufassen. Diese Ansicht

werde auch von JiEGER in seinem Kommentar zur Kriegs-

novelle geteilt. Nun bestehe der Rechtsstillstand lediglich

zum Schutze des Schuldners. Das Bundesgericht habe

daher stets angenomnien, dass der Rechtsstillstand die

für Handlungen der Gläubiger oder Drit tansprecher ge-

setzten Fristen nicht berühre (AS 41 UI N° 13 und

Kreisschreiben N° 7 vom 10. August 1914). Dies müsse

auch im vorliegenden Falle geltell. Die Beschwerde sei

daher nach Art. 17 Kriegsnov. begrünuet. Aber auch Art.

297 SchKG führe zu diesem Ergebnis. Unter den in dieser

Bestimmung geuannteH Verjä4rungs- und Ven\irkungs-

fristen seien wohl nur solche materiellrechtlicher Natur,

nicht aber die Fristen des Vollstreckungsverfahrens ver-

standen. Insbesondere gehörten dazu nach J . 83.

** Ges.-Ausg. 27 I ~o 108, 33 I N" 110.

und Konkurskammer . N° 85.

85. met du 13 novembre 1915 dans la cause

dame Berde de Laborfalu.

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Saisie de « tous les droits» de la debitrice sur des objets situt~S

a l'etranger. Annulation de la saisie a raison du defaut de

specification des droits saisis.

. A la requete de Strahm et Müri, a Neuchätel,l'Office

de Geneve a fait saisir, par l'entremise de la Chaux-de-

Fonds, quatre tableaux que les creanciers disaient se

trouver entre les mains de J. Bloch, a La Chaux-de-Fonds.

Par aITt~t du 12 aoilt 1915, ]a Chambre des Poursuites

et des FaiIlites du Tribunal federal a annule cette saisie

parce que, les tableau x se trouvant a Paris, leur saisie en

Suisse est impossible.

Entre temps, soit le 13 avril 1915, Strahm et Müri

ont requis l'Office de Geneve de saisir « tous les droits

que Mme la baronne R. Berde de Laborfalu a sur les

tableaux qui sont sous ]a garde de M. Jules Bloch l).

L'Office de Geneve a donne suite acette requete et, le

13 juillet 1915, il a fait saisir par I'Office de La Chaux-

de-Fonds {(tOllS les droits que la debitrice a sur les

tahleaux sous la garde de M. Jules Bloch, a La Chaux-

de-Fonds ».

La debitrice a porte plainte contre cette saisie, dont

elle demande l'annulation parce que la nature des droits

saisis n'est pas indiquee et parce qu'en outre le seul

office competent serait celui de Berne"

Le prepose de Geneve a repondu qu'il s'etait borne a

executer la saisie dans les termes dans lesquels elle avait

ete requise; il Tl 'avait pas ä examiner la nature des

droits saisis.

L'autorite cantonale de surveillance a ecarte la plainte.

Elle ex pose que l'Office n'avait pas a examiner la nature

des droits dont la saisie etait demandee; il appartiendra

aux parties de diseuter, devant les tribunaux, lors de la

realisation, la nature et l'existence de ces droits. Quant