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40_II_211

BGE 40 II 211

Bundesgericht (BGE) · 1914-01-01 · Deutsch CH
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Sachenrecht. NI> 38.

debiteur ou l'obligation qu'il aurait assumee Iui-meme

auparavant de faire de la chose un usage determine. Or,

l'instance cantonale constate que c'est apres le 3 decembre

seulement, soit apres avoir pris possession de Ia chose

retenue que le defendeur a su que Graef etait au-dessous

de ses affaires. Cette constatation, qui n'est point en con-

tradiction qvec les pieces du dossier, lie le Tribunal fMeraI.

5. -

Enfin, meme si l'on voulait admettre que la pro-

priete du vin vendu n'a pas ete transferee a Graef, le db-

fendeur n'en pourrait pas moins se prevaloir de son droit

de retention. En effet, d'apres l'art. 895 a1. 3, le droit

dE. retention s'etend meme aux choses qui ne sont pas la

propriete du debiteur, pourvu que le creancier les ait

rec;ues de bonne foi. Or, 1a mauvaise foi du defendeur n'a

pas ete etablie.

6. - Le demandeur invoque en derniere ligne 1'art. 203

LP, aux termes duquel les choses vendues et expMiees

dont le debiteur n'a pas pris possession avant la dec1ara-

tion de faillite, peuvent etre revendiquees par le vendeur,

a mo ins que la masse lui en verse le prix. Cette disposition

n'est pas opposable au defendeur. Conformement a la

jurisprudence du Tribunal fMeral (~O 38 H, p. 203

cons. 5), il suffit que le creancier ne soit pas de mauvaise

foi pour qu'iI soit protege par la nature reelle de son droit

de retention contre la revendication prevue par r art. 203

LP. Au surplus~ l'art. 203 serait inapplicable, puisque le

debiteur Graef a pris possession, avant sa deeIaration

de faillite, par l'intermMiaire du mandataire Blenk

(v. JAEGER, Commentaire de la LP, II, ad art. 203 n. 5

p.46).

7. -

Quant au montant de la creance du defendeur

envers Graef, il est implicitement reconnu par le deman-

deur. Il est egalement etabli que le defendeur a produit sa

creance dans la faillite de Graef, pour son propre compte

et non pour celui du demandeur, ce qui exclut la possi-

bilite d'admettre les conclusions subsidiaires articulees a

la fin de l'acte de recours.

Par ces motifs,

Sachenrecht. N° 39.

le Tribunal federal

prononce:

211

Le recours est ecarte et rarret attaque confirme dans

toutes ses parties.

39. UrteU der II. ZivilabteUung vom !30. Kai 1914 L S.

l30ssard und Fridlin, Kläger, gegen Heinrich, Beklagte.

lntertempo'rales Recht. Anwendbarkeit nschaft der Be-

klagten nach Wasser bis zu einem Quantum von 14

Minutenlitern zu graben und demgemäss das in der Kies-

grube austretende Wasser zu fassen und abzuleiten, könne

keine Rede sein. Die Berufung der Kläger auf die Be-

.

I

Sachenrecht. N° 39.

213

stimmungen der Art. 707· und 706 ZGB gehe deshalb

fehl, weil einmai nicht erwiesen sei, dass die Quellen> der

Kläger durch irgendweIche Vorkehren dc I' Beklagten ab-

gegraben, beeinträchtigt oder verunrdnigt worden seien,

und weil die Wiederherstellung des frühem Zustandes

nicht darin bestehe, dass die Liegenschaft der Beklagten

zur steten Lieferung von wenigstens 14 Minutenlitern an

die Kläger verhalten werde, sondern einzig darin, das"!

den Klägern gestattet werde, durch rationelle Anlage

der bestehenden EinricPtung 'ioviel Was "er zu fassen und

abzuleiten, als damit möglich sei.

C. -

Gegen dieses Urteil richtet sich die vorliegende

Berufung, mit dem Antrag auf Gutheissung der Klage.

D. -

In der heutigen Verhandlung haben die Kläger

die Erklärung abgegeben, dass sie den Beklagtt'n das

Recht zuerkennen, « das für die Bedürfnisse ihres Weid-

scheuerleins erforderliche Wasser ebenfalls zu benutzen

gemäss früher bestandener Zuleitung. »

Das Bundesgericht zieht

in Erwägung:

1. -

Bevor sie die Frage nach der Anwendbarkeit der

Art. 706 und 707 ZGB auf den vorliegenden Fall unter-

suchte, hatte die Vorinstanz den In haI t der kläge-

rischen Servitut festzustellen. Erst wenn sie dazu gelangte,

das im Klagbegehren näher gekennzeichnete Wasser als

zum Wasserecht der Kläger gehörig zu erklären, erhob

sich die wdtere Frage, ob die Kläger gestützt auf Art. 707

berechtigt seien, dieses Wasser in ihre alte Leitung

zurückzuführen, oder welche andere Massnahmen sie

« zur Erhaltung und Ausübung ihr<;r Dienstbarkeit»

im Sinne des Art. 737 zu ergreifen befugt seien, bezw. ob

ihnen nur ein Schadenersatzanspruch im Sinne des Art.

706 zustehe, u')w. 'Vurde dagegen der Inhalt der klägeri-

sehen Servitut dahin festgestellt, dass den Klägern

kein Recht auf jenes Wasser zustehe, so wurden dadurch

alle weitem Untersuchungen über die von den Klägern

214

Sachenrecht. N° 39.

im entgegengesetzten Falle zu ergreifenden Massnahmen

gegenstandslos.

2. -

Die darnach in erster Linie zu entscheidende

Frage nach dem Inhalt der klägerischen Servitut ist nun

von der Vorinstanz unter ausdrücklicher Bezugnahme

auf Art. 738 Abs 2 ZGB beurteilt und entschieden worden,

was damit begründet wird, dass nach Art. 17 Abs. 2 SchlT

ZGB für den « Inhalt» der beschränkten dinglichen Rechte

vom 1. Januar 1912 an das neue Recht gelte.

Diese Entscheidung der in Betracht kommenden Frage

des intertemporalen Rechts beruht auf einer unrichtigen

Auslegung der zitierten Übergangsbestimmung. Gleichwie

Art. 17 Abs. 1 SchlT nur eine Einzelanwendung des in

Art. 1 zum Ausdruck gekommenen Grundsatzes darstellt,

wonach die rechtlichen Wirkungen altzeitlicher Tatsachen

noch nach dem alten Recht zu beurteilen sind, so qua-

lifiziert sich ArL 17 Ab s. 2 als eine blosse Anwendung des

in Art. 3 aufgestellten weitern Grundsatzes, dass Rechts-

verhältnisse, deren Inhalt unabhängig vom Willen der

Beteiligten direkt durch das Gesetz umschrieben wird,

mit dem Inkrafttreten des neuen Rechts diesem unter-

stehen. Das Verhältnis zwischen den beiden ersten Ab-

sätzen des Art. 17. SchIT ist. das glei~he wie z. B. das-

jenige zwischen den beiden ersten Ahsätzen des Art. 26,

in welchen deutlich unterschieden wird zwischen «Ver-

tragswirkungen) einerseits und «von Gesetzes wegen

eintretenden, vertraglich nieht abzuändernden Wirkun-

gen) anderseits. Für die erstern gilt der Grundsatz des

Art. 1 Abs. 1 und 2, für die letztem derjenige des Art. 3.

Die Frage nach dem Inhalt einer Dienstbarkeit ist nnn

aber in erster Linie eine Frage der Vertragsauslegung,

bezw. der Auslegung des Verhaltens der Beteiligten wäh-

rend einer gewissen Zeitdauer~ und fällt daher nicht unter

den Grundsatz des Art. 3, sondern unter denjenigen des

Art. 1 Abs. 1 und 2 SchiT. Erst wenn feststeht, dass

(in folge von Parteivereinbarung oder Ersitzung, bezw.

Duldung) eine bestimmte Servitut beg r ü n d e t

WOf-

Sachenrecht. N° 39.

215

den ist, können diejenigen Gesetzesbestimmungen in An-

wendung kommen, die den « Inhalt » der gesetzlich an-

erkannten Dienstbarkeiten festsetzen und auf welche sich

Art. 17 Abs. 2 SchlT ZGB allein bezieht.

Im vorliegenden Falle war nun in der Tat zunächst

nur streitig, welches der Gegenstand der den Klägern seit

unvordenklicher Zeit zustehenden Wasserrechtsservitut

sei, d. h. es handelte sich darum, den Umfang eines ding-

lichen Rechtes festzustellen, das zur Zeit des Inkraft-

tretens des ZGB bereits existierte und daher (gernäss Art.

17 A b s. 1 SchlT) in demjenigen Umfange, in welchem es

damals bestand, ohne weiteres auch unter dem neuen

Rechte anzuerkennen ist. War aber darnach die Frage

nach dem Umfang der streitigen Wasserrechtsservitut

na~h dem früheru, kantonalen Recht zu entscheiden,

so ist das vorliegende kantonale Urteil, das auf der An-

wendung des neuen, eidgenössischen Rechts, ins-

besondere des Art. 738 Abs. 2 ZGB beruht, gemäss Art. 79

Abs. 2 OG aufzuheben und die Sache zu neuer Entschei-

dungauf Grund des ka nt on ale n Rechts an die Vor-

instanz zurückzuweisen.

3. - An dieser, durch das OG vorgeschriebenen Lösung

vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass je nach

der Beantwortung der vom kantonalen Richter zu ent-

scheidenden Frage nach dem Umfang der streitigen Ser-

vitut vielleicht doch noch Fragen des eidgenössischen

Rechts zur Beurteilung gelangen könnten. Es ist nicht

Sache des Bundesgerichts, im voraus zu derartigen, nur

e v e n tue II zu entscheidenden Rechtsfragen Stellung

zu nehmen.

4. -

Endlich kann gegenüber der strikten Vorschrift

des Art. 79 OG auch der weitere Umstand nicht in Betracht

fallen, dass die nunmehr vom kantonalen Richter vor-

zunehmende Anwendung des frühren kantonalen Rechts

auf die Frage nach dem Umfang der streitigen Servitut

möglicherweise zu keinem andern Resultate führen wird,

als die dem angefochtenen Urteil zu Grunde liegende An-

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Obligationenrecht. N0 40.

wendung des neu e n Rechts, insbesondere des Art. 738

Abs. 2 ZGB -

womit der Prozess dann allerdings auch

für das Bundesgericht definitiv erledigt wäre. Vergl.

BGE 38 II S. 750.

Demnach hat das Bundesgericht

efkannt:

Das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug vom

14. März 1914 wird aufgehoben uud die Sache im Sinne

der Erwägungen an den kantonalen Richter zurückge-

wiesen.

V. OBLIGATIONENRECHT

DROIT DES OBLIGATIONS

40. Sentenza. 19 marzo 1914 deUa. IIa sezione civile nella causa

Eredi Neuroni, attori, contro Societä. svizzera.

degli Alberghi, convenuta.

Quali opere a sensi dell'art. 58 CO (67 CO anter.) possono eonsi-

derarsi anehe dei riempimenti 0 delle gettate in un lago.

Ma perehe il proprietario deI fondo attiguo sia risponsabile

deI danno causato da queste gettate, oecorre la prova ehe

egli sia divenuto proprietario della superfieie ottenuta

eogli eseguiti riempimenti.

1..: albergo Belvedere, da tre anni proprietä della Societä

convenuta, e la casa Neuroni formano col. vicino Albergo

Regina, di proprietä Fanciola, un complesso di edifici posti

sul lato sinistro deI quai di Lugano, in un delta formato

da terreni alluvionali deI torrente Tassino ehe attraversa

in un canale il giardino Belvedere per gettarsi li vicino

nellago. I due edifici Belvedere e Neuroni sono adiacenti

ad un muro divisorio che in parte, (nella parte superiore),

e incontestabilmente proprietä comune. Giä da una diecina

di anni si manifestarono uei muri di questi edifici delle

0bligationenrecht. N° 40.

217

screpolature causa un movimento rotatorio e di abbassa-

mento al quale e soggetto il terreno. Nell'autunuo deI

1903 Bucher-Durrer, conduttore dell'albergo Belvedere

a quell'epoea di proprietä Gabrini, faceva gettare al-

l'estremo lembo deI giardino deI materiale uellago a scopo

di riempimento. LaMunicipalitä diLugauo gliintimava di

adoperare materiale piil grosso; ma l'ingegnere eomunale

avendo trovato aucor troppo minute Ie pietre fatte venire

da Calprino, Bucher-Durrer coutinuava uei lavori di ri-

pieua con questi materiali minuti nonostante l'opposi-

zione della Cittä. In settembre ed ottobre 1903 l'ufficio

tecnico della Cittä. gIi comunicava ehe senza una einghia

di assesto, fatta con grosso pietrame, il materiale sarebbe

scivolato trascinando seco anche parte della riva. Alcuni

anni dopo, nel 1908, Bucher-Durrer faeeva gettare nuovo

materiale nella darsena, in confine d< lla proprietä Nt uroni.

Sulla fine deI 1910 comparvero nel muro divisorio e negli

edifici attinenti 'altre maggiori screpolature, cosicche ad

istanza degli attori venne eretta il 9 gennaio 1911 una

perizia Ferrazzini. Altra perizia avvenne il 30 gennaio

1911 per eura degli ingri Galli, Gaggini ed archo Maraini

a richiesta del Comune di Lugano. Da queste perizie risul-

tava che 10 stabil~ sul quale il movimeuto deI terreno

esercitava maggiore influenza, era quello della eonvenuta,

da cui i danni si eomunicavano a quello Neuroni. Di con-

seguenza era anche il Belvedere che presentava Ie maggiori

screpolature, in ispecie nel muro- divisorio e in quello di

faeciata superionnente aIl'apertnra della darsena. La

causa principale deI cedimento deI terreno risiedeva, se-

mndo i periti, nel carattere alluvionale deI delta sul quale

sono posti gli edifici. Questi cambiamenti deI sottosuolo

erano, secondo iperiti, stati accelerati in parte dai riempi ...

menti. Per rimediare a tale inconveniente, i periti consiglia-

vano. oltre alle opere piu urgenti di consolidamento degli

edifici, l'erezione di un argine subacqueo e la sistema-

zione deU'ultimo tratto pianeggiante deI eanale deI Tassino

ostruito nel suo ultimo tratto e nel suo sbocco verso iI muro