opencaselaw.ch

40_III_365

BGE 40 III 365

Bundesgericht (BGE) · 1913-11-21 · Deutsch CH
Quelle Original Export Word PDF BibTeX RIS
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

864

Entscheidungen der Schuldbetreibungs-

que Cavin ne peut plus revendiquer le priviIege resul-

tant de l'anteriorite de la saisie du 30 avrll 1913 parce

qu'll a neglige de contester l'etat des charges qui lui a

Me communique le 21 novembre 1913 et qui attribuait

a la serie 190 un rang preferable a celui de la serie 197~

Mais cette maniere de voir repose a la fois sur une erreur de

droit et sur une erreur de fait. D'abord retat des charges

n'est pas destine a determiner les relations entre crean-

ders saisissants et il ne doit pas meme mentionner les

saisies portant sur l'immeuble (v. JAEGER, note 3 sur

art. 140). Mais surtout on doit ob server que si, en l'es-

pece, l'etat des charges indique les series 190 et 197 et

attribue un rang preferable a la premiere, c'est unique-

ment en ce qui concerne les saisies du 6 novembre 1912

et du 22 janvier 1913 a regard desquelles le droit preie-

rable de la serie 190 n'est pas conteste; il ne mentionne

par contre en aucune falion les saisies complementaires.

Par consequent, le recourant ne devait y chercher et ne

pouvait y trouver aucune indication sur le rang qui se-

rait attribue a sa serie dans la repartition du produit de

la realisation des biens qui ont fait I'objet de ces saisies

eomplementaires. Le fait qu'il n'a pas attaque l'etat des

charges ne saurait done le priver de son droit incontes-

table de revendiquer aujourd'hui en faveur de Ia serie

197 Ie rang preferable resultant de I'anteriorite de la

saisie du 30 avril 1913.

11 va sans dire d'ailleurs ' que la solution admise ci-

dessus en ce qui eoncerne Ie produit de la realisation

vaut egalement en ce qui eoncerne le prix du bail des

memes immeubles qui parait avoir ete encaisse par l'of-

fice; eette somme aussi doi t etre affectee par preference

au paiement des creanciers de Ia serie 197.

Par ces motifs

la Chambre des Poursuites et des Faillites

prononce:

Le recours est admis en ce sens que Ie produit de Ia

und KoDkurskammer. N° 66.

365

realisation des biens qui ont fait l'objet des saisies com-

plementairE's des 30 avril et 26 juin 1913 doit etre affect~

par preference au paiement des creanciers de la serie

197.

66. Entscheid vom 29. Oktober 1914 i. S. Bo1l.

Art. 275 SchKG. Zulässigkeit der Verarrestierung von For-

derungen, deren Gläubiger im Ausland wohnen und dort

in Konkurs geraten sind.

A. -

Der Rekurrent Augustin Boll, LandwirL in

Allmuth im Grossherzogtum Baden, macht eine Forde-

rung geltend gegen seinen Bruder Leo, der ebenfalls in

Allmuth wohnt und dort in Konkurs geraten ist. Er

erwirkte für seine Forderung einen Arrestbefehl der

Arrestbehörde Lenzburg. Gestützt hierauf belegte das

Betreibungsamt Lenzburg am 4. Juli 1914 eine Forde-

rung des Leo Boll gegen die Wisa-Gloriawerke, Kinder-

wagenfabrik in Lenzburg, mit Arrest. Am gleichen Tage

sandte es dem Leo Boll die Arresturkunde und die~er

übergab sie dem Konkursverwalter. Der Rekurrent

leitete so dann gegen den Arrestschuldner in Lenzburg

die Betreibung ein. Das Betreibungsamt übergab den

Zahlungsbefehl für den Schuldner am 8. Juli 1914 der

Post. Dieser soll ihn nach seiner Angabe am 10. Juli

erhalten haben.

B. -

Mit Eingabe vom 18. Juli 1914, die an diesem

Tage zwischen 2 und 3 Uhr in Oostduinkerke in Belgien

auf die Post gegeben wurde und am 20. Juli 6 Uhr

morgens in Lenzburg anlangte, erhob die Rekursgeg-

nerin, die Konkursmasse des Leo Boll Beschwerde,

indem sie Aufhebung der Betreibung (Nr. 299) bean-

tragte. Sie führte zur Begründung aus: Die mit Arrest

belegte Forderung liege nicht in der Schweiz, sondern

im Auslan{} (l bei der Person des Schuldners bezw. nun-

366

Entscheidungen der Schuldbetreibungs-

mehr bei dessen Konkursmasse I). Es fehle daher auf

Schweizergebiet an einem Arrestobjekt und damit an

einem Betreibungsort. Der Gläubiger, ein im Ausland

wohnender Ausländer, habe keinen Anspruch auf eine

Spezialexekution in eine Forderung des Kridaren, deren

Schuldner zufällig in der Schweiz wohne. Es sei nicht

zulässig auf dem Wege der Arrestnahme doloserweise

ein Vorrecht zu erlangen. Durch den Konkurs würden

blsondere Betreibungen ausgeschlossen.

Die obere Aufsichtsbehörde des Kantons Aargau hiess

die Beschwerde durch Entscheid vom 11. September

1914 gut und hob die Betreibung Nr. 299 auf.

Aus der Begrün dung ist folgendes hervorzuheben: Es

handle sich um eine (c Betreibung auf Grund einer Ar-

restlegung auf eine -Forderung des im Auslande, am

Ort der Konkurseröffnung domizilierten Konkursiten .•)

» Forderungen gelten aber im allgemeinen als am Wohn-

) orte des Gläubigers gelegene Vermögensstücke. Wenn

l) nun auch mit dem Bundesgericht gesagt werden muss,

l) dass ausnahmsweise FOI derurgen, deren Gläubiger im

) Auslande wohnen, am Wohnort des Schuldners mit

) Arrest belegt werden können (BE 31 1 33, Sep.-Ausg.

) 8 Nr. 13), so ist doch zu beachten, dass im inter-

) nationalen Recht allgemein der ausländische Kon-

l) kursverwalter als legLimiert anerkannt wird zur Ein-

) klagung und Eintreibung von Forderungen bei aus-

) ländischen Schuldnern (JAEGER, N. 5 zu Art. 197

) SchKG). Mit andern Worten: Die Attraktivkraft des

) Konkurses erstreckt sich, eben gestützt auf den oben

) erwähnten Grundsatz über die Gelegenheit der Forde-

» rungen, auch auf sie und können daher nicht zum

• Gegenstande einer Sonderexekution gemacht werden.»

c. -

Diesen Entscheid hat der Rekurrent an das

Bundesgericht weitergezogen mit dem Begehren, die

Beschwerde der Rekursgegnerin sei abzuweisen.

und Konkurskammer. N° 66.

Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer zieht

in Erwägung:

361

1 . . -

(Anfechtung der Betreibung, des Arrestbefehls

und des Arrestvollzuges).

g 2. -

Da die Beschwerde gegen das Betreibungsamt

erst am 19. oder 20. Juli der schweizerischen Post zur

Übermittlung an die untere Aufsichtsbehörde über-

geben worden ist, könnte es sich fragen, ob der Arrest-

vollzug rechtzeitig angefochten worden sei. Indessen

kann die Frage unentschieden bleiben, da die Be-

schwerde gegen die genannte Massnahme auf alle Fälle

unbegründet ist. Die Vorinstanz gibt zu, dass in der

Regel Forderungen von im Ausland wohnenden Gläu-

bigern gegen in der Schweiz wohnhafte Personen am

Wohnsitz des Schuldners mit Arrest belegt werden

können (vergl. AS Sep.-Ausg. 8 Nr. 13, 16 Nr. 33,

Ges.-Ausg. 33 I Nr. 33, 39 I Nr. 70), glaubt aber,

dass dies dann nicht der FaJI sei, wenn über den

Gläubiger der Konkurs ausgebrochen sei, da dann

die Forderung als im Ausland befindlich betrachtet

werden müsse. Diese Auffassung ist irrtümlich. Mag

man auch dem ausländischen Konkursverwalter die

Legitimation zuerkennen, im Inlande an Stelle des aus-

ländischen Gemeinschuldners dessen Forderungen ein-

zuklagen und einzutreiben, so könnte dies doch die

Zulassung VOll Arresten an den Forderungen im Inland

nicht hindern. Jeder Staat unterwirft, abgesehen von

allfälligen Staatsverträgen, grundsätzlich der Zwangs-

vollstreckung alle Aktiven des Schuldners, die eine

räumliche Beziehung zum Staatsgebiet haben und daher

ganz oder teilweise im Bereiche der Staatsgewalt liegen .

Forderungen. deren Gläubiger und Schuldner nicht in

demselben Staate wohnen und die daher zu zwei Staaten

räumliche Beziehungen haben, werden infolgedessen

grundsätzlich von beiden Staaten für ihre Zwangsvoll-

368

Entscheidungen der Schuldbetrelbungs-

streckungen beansprucht (vergl. AS Sep.-Ausg. 15 Nr. 68

Ges.-Ausg. 38 I Nr. 112). Entstehen hieraus Konflikte,

wie im vorliegenden Fall, so hat eben der Staat die

Oberhand, dessen Verfügungsgewalt wirksamer ist, also

in der Regel derjenige, in dem der Schuldner wohnt.

3. -

Auch die Beschwerde gegen die Betreibung ist

unbegründet.

Demnach hat die Schuldbetreibungs- u. Konkurskammer

erkannt:

Der Rekurs wird gutgeheissen und die Beschwerde

der Rekursgegnerin gegen die vom Rekurrenten einge-

leitete Betreibung Nr. 299 abgewiesen.

67. Arret du 11 novembre 1914 dans la cause Muft'a.t.

Pour.suite dirigee contre un debiteur appele sous les drapeaux

a I'Hranger, art. 46, 57 et 64 LP.

A. -

Dans une poursuite dirigee a l'instance de la

Banque populaire genevoise, l'office de Geneve adressa

un commandement de payer a « Albert MufTat, acces-

soires pour autos, rue Jean-Charles 20, a Geneve). Le

commandement fut notifie le 7 octobre 1914 a l'epouse

du debiteur.

B. -

Le 10 octobre 1914, le representant de MufTat

a porte plainte contre cette mesure de l'office, deman-

dant que la poursuite soitannulee par les motifs suivants:

1 ° MufTat est citoyen fran~ais; il a He mobilise et se

trouve actuellement blesse au camp d'Avor, departement

du Cher. Dans ces conditions, il n'est plus possible de

dire qu'il est domicilie a Geneve. L'office de Geneve, en

poursuivant MufTat, a viole I'art .. 46 LP.

2° L'art. 64 a egalement ete viole. Muflat n'est pas

absent, au sens de la loi; son absence n'est pas passa-

und Konkurskammer. N· 67.

369

gere, elle est forcee et de duree indeterminee. La notifi-

cation du commandement de payer, faite a son epouse.

a donc He irreguliere. La notification aurait dtl ~tre ef-

fectuee suivant les formes employees a l'egard d'un

debiteur domicilie a l'eiranger.

C. -

L'autorite cantonale de surveillance a repousse

la plainte, en vertu des consideralions suivantes :

Avant la mobilisation, MufTat etait domicilie aux Eaux-

Vives, Oll il exer~ait un commerce d'accessoires pour

autos. Le fait qu'il est parti pour l'armee ne suffit pas

a lui seul pour faire admettre qu'il n'a plus ce domicile.

Sa femme s'y trouvait encore lors de la notification du

commandement. Apres avoir rempli les devoirs pour les-

quels il a ete appe]e en France, MufTat pourra venir re-

prendre ses occupations a Geneve. 11 doit donc elre con-

sidere comme momentanement absent et non comme

habitant ailleurs qu'a Geneve. Le commandement a He

notifie regulierement en application des art. 46 et 64 LP.

D. -

Le representant de MufTat a recouru au Tribunal

fMeral contre ce prononce. 11 reprend les moyens deve-

loppes precedemment (1 et 2 ci-dessus) et ajoute :

30 Les dispositions de l'art. 57 LP qui suspendent

toutes poursuites contre un citoyen au service militaire

suisse devraient elre appliquees par analogie aux etran-

gers qui se trouvent actuellement sous les drapeaux dans

leur pays.

4° En admettant le point de vue adopte par l'autorite

cantonale de surveillance, on arriverait ades conse-

quences contrrufes aux principes d'elementaire equite :

la personne qui recevrait le commandement de payel'

poul' le debiteur serait dans l'impossibilite de pouvoil'

communiquer avec celui-ci et de defendre ses interets.

Statuant sur ces faits et considerant

en droit :

ad 1. -

For de la poursuite. Il est incontestable que

Muflat avait san domicile a Geneve, avant le debut de