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UV.2022.00048

LWS-Beschwerden sind nicht auf den Unfall zurückzuführen, bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Diskushernien anwendbar.

Zürich SozVersG · 2022-08-19 · Deutsch ZH
Quelle Original Export Word PDF BibTeX RIS
Sachverhalt

1. Der 1970 geborene X.___ war seit 1. August 2008 bei Y.___ als Berufsfeuerwehrmann angestellt und dadurch bei der Unfallversicherung Stadt Zürich

obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am

6. Februar 2021 stiess er anlässlich eines Fliegeralarmes im vollen Spurt in der Fahrzeughalle fast mit einem Kollegen zusammen, rutschte beim Ausweichen aus und fiel mit voller Wucht auf den Hallenboden. Dabei verletzte er sich das linke Knie, den rechten Ellbogen und die rechte Schulter (Unfallmeldung vom

8. Februar 2021 , Urk. 7 / G1 ).

Am 7. Februar 2021 wurde n eine Röntgenuntersu chung des Knies ap , seitlich und Patella links, und der Schulter ap /Neer stehend rechts ( Urk. 7/M2) sowie am 8. Februar 2021 eine MRI-Untersuchung des Knies nativ links ( Urk. 7/M1) durchgeführt.

Dr. med. Z.___ , Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, diag nostizierte

gestützt auf diese und eigene Untersuchungen in seinem Bericht vom 9. Februar 2021 ( Urk. 7/M5) eine Kapselbandläsion am linken Knie, den Verdacht auf eine HKB/VKB- Läsion links sowie eine Schu lterkontusion rechts fest . Zum Ausschluss einer Baker-Zyste sowie eines Logen-Syndroms (vgl. Urk. 7/M6) wurde n a m 15. Februar 2021 eine Duplexsonographie der tiefen Beinvenen links sowie ein Ultraschall der unteren Extremität en links ( Urk. 7/M4) und a m 8. März 2021 eine MR-Untersuchung des Unterschenkels nativ und mit i.v. KM links ( Urk. 7/M3) vorgenommen. Acht Wochen nach dem Unfallereignis konstatierte Dr. Z.___ mit Bericht vom 30. März 2021 ( Urk. 7/M6), dass sich die Situa tion an Ellbogen und Schultern (Distorsion und Kontusion) normalisiert habe , die Situation am linken Knie – bei Distorsion Knie links mit Läsion der Kreuzbänder ( V.a. Ruptur des hinteren Kreuzbandes) Knie links , Partialruptur des medialen Seitenbandes proximal und Traumatisierung des lateralen Meniskusvorderhorns Knie links – aufgrund eingeschränkter Kniegelenksbeweglichkeit und Belastbar keit

aber limitierend sei. Ein Verlaufs-MRT Knie nativ links vom 5. Mai 2021 ( Urk. 7/M9) zeigte eine vollständige Ruptur des hinteren Kreuzbandes, während das vordere Kreuzband, die Seitenbänder und die Menisci wieder unauffällig zur Darstellung gelangten. Zudem wurde ein unveränderter, bekannter osteo chondraler Schaden in der medialen Patellafacette erwähnt.

Infolge unklarer Sen sibilitätsstörungen beziehungsweise ausstrahlender Gesäss-/Beinschmerzen ( Urk. 7/M14) wurde n a m 30. September 2021 eine MR-Untersuchung der LWS nativ ( Urk. 7/M12) – welche bei L5/S1 eine hochgradige Foramenstenose rechts mit Kompression der Nervenwurzel L5, bei L4/5 eine mässige Foramenstenose rechts mit Tangierung/möglicher Affektion der Nervenwurzel L4, hingegen keine Spinalkanalstenose und keine Neurokompression links zeigte – sowie am 15. Oktober 2021 eine neurologische Untersuchung ( Urk. 7/M15)

durchgeführt.

Mit Verfügung vom 14. Dezember 2021 ( Urk. 7/G15) lehnte die Unfallversiche rung Stadt Zürich gestützt auf die am 6. u nd 24. November 2021 durch

Dr. med. A.___ , Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vorgenommene n Fallbesprechung en

( Urk. 7/M13 , 7/M17 ) die Leistungsübernahme für die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule infolge des fehlenden Nachweises eines natürlichen Kausalzusammenhangs zum Unfall ab. Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 3. Februar 2022 ab ( Urk. 2) . 2.

Dagegen erhob X.___ am 4. März 2022 Beschwerde mit dem Antrag, es sei der Einspracheentscheid vom 3. Februar 2022 aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zwecks E inholung ei n e s orthopädischen Gutachtens zurück zuweisen, damit sie hernach nochmals über seine gesetzlichen Ansprüche ent scheide ( Urk. 1 S. 2). Am

29. März 2022 schloss die Unfallversicherung Stadt Zürich auf Abweisung der Beschwerde ( Urk. 6), wovon der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 5. April 2022 in Kenntnis gesetzt wurde ( Urk. 8). Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

1.1

Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes üb er die Unfallversicherung (UVG) werden

– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3). 1.2

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). 1.3

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).

Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ ee ). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befan genheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver siche rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7). 2.

2.1

Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Einspracheentscheid ( Urk.

2) im We sent lichen damit, dass die erst 7.5 Monate nach dem Unfallereignis vom 6. Februar 2021 erstmalig dokumentierten LWS-Beschwerden nicht unfallbedingt seien.

Bandscheibenschädigungen seien nach dem in der ständigen Recht sprechung zitierten medizinischen Erfahrungssatz grundsätzlich krankheits- beziehungsweise degenerativ bedingt. Lediglich ausnahmsweise und unter bestimmten Umständen sei ein Trauma verursachend. Vorliegend hätten sich gemäss den Akten nicht unmittelba r nach dem Ereignis Symptome einer Dis kushernie ein gestellt . Zudem sei f raglich, ob das Ausru tschen und auf den Hal lenboden F allen ein im Sinne der Rechtsprechung schweres Ereignis dar ge stell t habe , in welchem eine entsprechende brachiale Gewalt auf die B andschei be ein gewirkt habe , so dass diese durch das Trauma verletzt worden sei. Hinzu komme, dass beim Fallen keine axiale K ra fteinwirkung auf die Wirbelsäul e stattgefunden habe, welche ge eignet gewesen wä re, eine Bandscheibe zu verletz en. Und schliesslich sei die Arbeitsunfähigkeit nicht aufgrund von LWS-Beschwerden, sondern wegen anderer Befunde attestiert worden. 2.2

Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde ( Urk.

1) geltend, dass er im Rahmen des Ausweichmanövers und des anschliessenden Sturzes einen schweren Unfall erlitten und sich insbesondere das Knie in erheblichem Masse verletzt habe. Auch seine Schulter sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Sensibilitätsstörung der linken Ex tremität sei echtzeitlich am 7. Fe bruar 20 21 dokumentiert und es seien bereits zu diesem Zeitpunkt Abklärungen in die Wege geleitet worden. Aufgrund der eindrücklichen K nieverletzung sei jedoch in diesem Bereich nach der Ursache der Beschwerden gesucht und nicht sofort eine Rückenpathologie in Betracht gezogen worden. Aufgrund der Schwere des Unfalles, der echtzeitlichen medizinischen Dokumentation der Beschwerden sowie der einwandfreien gesundheitlichen Verfassung des Beschwerdeführers vor dem Unfall müsse davon ausgegangen werden, dass die LWS-Beschwerden unfallkausal seien. 3.

Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü gung beziehungsweise eines Einspracheentscheids

– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).

D ie Ablehnung der Leistungspflicht mit Verfügung vom 14. Dezember 2021 (Urk. 7/G15) und Einspracheentscheid vom 3. Februar 2022 (Urk. 2) bezog sich einzig auf die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule . Die anderen Verletzungen, insbesondere an Knie, Schulter und Ellbogen, waren nicht Gegenstand dieser Ent scheide und sind dementsprechend auch im gerichtlichen Verfahren nicht zu prü fen , was unbestritten ist (Urk. 1 S. 5, Urk. 2 S. 4) . 4.

Dr. A.___ führte in seiner Fallbesprechung vom 6. November 2021 ( Urk. 7/M13) aus, dass die Beschwerden am Knie links und an der Schulter rechts mit überwie gender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 6. Februar 2021 zurück zuführen seien. Die Verletzungen am Knie seien bestens dokumentiert und beim Sturz habe sich der Beschwerdeführer auch eine Kontusion an der Schulter zuge zogen, weshalb auch diesbezüglich eine eindeutige überwiegende Wahrschein lichkeit hinsichtlich der Unfallkausalität vorliege. In Bezug auf di e Beschwerden an der LWS erklärte Dr. A.___ , dass diese möglichweise auf das Ereignis vom 6. Februar 2021 zurückzuführen seien. Eine traumatisch verursachte Diskushernie erfordere allerdings ein massives Trauma. Die folglich vorbestehende Diskusher nie sei durch den Sturz aktiviert worden. Am 24. November 2021 ( Urk. 7/M17) ergänzte er sodann, dass von Seiten der Sensibilitätsstörung keine unfallkausalen Befunde erhoben werden könnten. 5 .

5 .1

Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallver si cherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Band scheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahms weise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädi gung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (ver tebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsun fä hig keit auftreten. So muss eine entsprechende richtunggebende Verschlim merung insbesondere auch röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der alters üb lichen Progression abheben (Urteil des Bundesgerichts 8C_552/2020 vom 16. Dezember 2020 E. 3.2). Bezüglich der Verschlimmerung eines vorbestehenden Gesundheitsschadens gelten dieselben Kriterien, was dazu führt, dass eine Unfall kausalität nur ausnahmsweise und insbesondere nur dann in Frage kommt, wenn der Unfall auch geeignet gewesen wäre, eine gesunde Bandscheibe zu verletze n (Urteile des Bundesgerichts U 555/06 vom 10. Dezember 2007 E. 4.2.2; U 163/05 vom 3. Oktober 2005 E. 3.1 ; U 441/04 vom 13. Juni 2005 E. 3.1).

Ist hingegen die Diskushernie bei (stummem) degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, liegt eine vorübergehende Verschlimmerung vor. Diesfalls hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem medizinischem Wissensstand kann in solchen Fällen das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und Lum boischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden. Im Allgemeinen ist bei einer Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule die vorüber gehende Verschlimmerung nach sechs bis neun Monaten und bei Vorliegen eines erheblich degenerativen Vorzustandes spätestens nach einem Jahr als abge schlos sen zu betrachten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_408/2019 vom 26. August 2019 E. 3.3; 8C_834/2018 vom 19. März 2019 E. 3.3; SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1, 8C_677/2007 E. 2.3 und 2.3.2 mit Hinweisen). 5 .2

Laut Unfallmeldung ( Urk. 7/G1) und Frageblatt zum Ereignishergang ( Urk. 7/G5) gab es einen Fliegeralarm. Um in die Fahrzeughalle zu gelangen, habe der Beschwerdeführer die Stange herunterrutschen müssen. Danach sei er im Voll spurt beinahe mit einem Arbeitskollegen zusammengestossen. Beim Ausweichen sei er ausgerutscht und mit voller Wucht auf den Hallenboden gefallen und dabei seien sein linkes Knie, der rechte Ellbogen und di e rechte Schulter heftig auf den Hallenboden aufgeschlagen . 5 .3

Im Lichte dieser Ausführungen erhellt, dass es sich vorliegend nicht um ein besonders schweres Unfallereignis

– in Bezug auf die Wirbelsäule – handelte , welches geeignet gewesen wäre, eine Diskushernie zu verursachen. Denn nach der Rechtsprechung ist ein Unfall nur in Ausnahmefällen geeignet, eine Band scheibenverletzung hervorzurufen, zumal eine gesunde Band scheibe derart widerstandsfähig ist, dass unter Gewalteinwirkung eher die Wirbel knochen brechen, als dass die Bandscheibe verletzt würde. Im medizi nischen Ver such konnte die isolierte Verletzung einer Bandscheibe durch einen Unfall lediglich bei rein axialer Belastung der Wirbelsäule, nicht aber bei Rota tions -, Hyper extensions

- oder Hyperflexionsbewegungen herbeigeführt werden (Urteil des Bundesgerichts U 3/06 vom 6. September 2006 E. 1.2 mit Hinweisen). Eine rein axiale Belastung fand gemäss Unfallschilderung bei einem Fall auf Knie, Ellbogen und Schulter nicht statt beziehungs weise scheinen die biomechanischen Kräfte des geschilderten Ereignisses nicht ausrei chend gewesen zu sein. Auch sind die Symptome einer Diskushernie nicht unver züglich nach dem Ereignis aufgetreten

– der Beschwerdeführer klagte auch nicht über Beschwerden an der Lendenwir belsäule – und haben keine Arbeitsunfähigkeit verursacht. Eine solche wurde zwar attestiert, allerdings infolge der erlittenen Knieverletzung. Das beim Beschwerdeführer offenbar

im Anschluss an den Unfall eingetretene subjektive Gefühl einer kühlen, distalen Extremität links ( Urk. 7/M6) wurde von den Ärzten vorab denn vielmehr im Rahmen einer Baker-Zyste oder eines möglichen Logen sydroms gesehen , weshalb diesbezüglich weitere Abklärungen getätigt wurden (Urk. 7/M3, 7/M4). Dasselbe gilt für die – zudem erst später aufgetretenen –

Krämpfe im Unterschenkel und linken Bein ( Urk. 7/M14) . Bezeichnenderweise wurde n denn auch erst im September 2021 ein MRI der LWS sowie eine neuro logische Untersuchung in die Wege geleitet (vgl. Urk. 7/M14).

Hierbei liess sich bildmorphologisch im MRI der LWS denn aber kein wegweisender Befund finden und hielt die behandelnde Neurologin fest, die vom Beschwerdeführer angege benen Symptome könnten von neurologischer Seite nicht sicher erklärt werden; den anamnestischen Angaben zufolge wäre eine Zerrung des Nervus

ischiadicus im Rahmen der Knieverletzung denkbar (Urk. 7/M15). Damit ist nicht überwie gend wahrscheinlich belegt, dass sich der Beschwerdeführer eine unfallbedingte Diskushernie zugezogen hat, beziehungsweise dass den von ihm geklagten Sen sibilitätsstörungen ein unfallkausales Substrat zugrunde liegt. Dies hat der Ver sicherungsmediziner der Beschwerdegegnerin, Dr. A.___ , denn auch entspre chend beurteilt, indem er einen hinreichend objektivierbaren organischen unfallkausalen Befund an der Wirbelsäule lediglich als möglich, nicht aber als überw iegend wahrscheinlich einstufte, und die Sensibilitätsstörung ausdrücklich nicht als unfallkausalen Befund bezeichnete (vgl. E. 4) . Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs mit dem Unfall genügt für die Begründung eines Leis tungs anspruches jedoch nicht (vgl. E. 1.2) . 5 .4

Daran ändert entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ( Urk. 1 S. 6) auch die Fragestellung von Dr. Z.___ in Bezug auf die neurologische bezie hungsweise MRI- Abklärung (Abklärung von unklaren, linksseitigen Sensibilitäts störungen und Schmerzen nach Trauma , vgl. Urk. 7/M12, 7/M14) nichts, handelt es sich dabei doch um eine reine Fragestellung und nicht um eine medizinische Beurteilung. Entsprechend begründet e Dr. Z.___ auch mit keinem Wort , wie sich die Kräfte allenfalls auf die Wirbelsäule ausgewirkt haben sollen, um eine Diskushernie als Unfallereignis auszulösen. Die Unfallkausalität auf die zeitliche Korrelation zu stützen läuft auf eine unzulässige Post-hoc-ergo- propter -hoc-Argumen tation hinaus (BGE 136 V 395 E. 6.5; SVR 2016 UV Nr. 24 S. 75) , was ebenso für die Ausführungen des Beschwerdeführers gilt, wonach seine bis anhin uneingeschränkt ausgeübte berufliche Tätigkeit eine einwandfreie medizinische Gesundheit voraussetze ( Urk. 1 S. 6). 5 .5

Aber auch eine unfallbedingte richtunggebende Verschlimmerung eines Vorzu standes ist nicht anzunehmen, gelten doch dafür dieselben Kriterien wie für eine unfallbedingte Di skushernie (vgl. vorstehend E. 5 .1). Diese sind wie dargelegt (vgl. vorstehend E. 5 .3) nicht erfüllt. Daher kann vorliegend höchstens davon ausgegangen werden, dass die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch das Ereignis aktiviert worden ist (vgl. hierzu auch Fallb esprechung von Dr. A.___ vom 6 . November 2021, Urk. 7/M 13 ) . Rechtsprechungsgemäss kann das Erreichen des Status quo sine nach drei bis vier Monaten erwartet werden (vgl. vorstehend E. 5 .1). Die erst über ein halbes Jahr später in die Wege geleiteten Abklärungen beziehungsweise die davon betroffenen Beschwerden fallen dem entsprechend offensichtlich nic ht in diesen zeitlichen Rahmen. 6 .

Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin somit zu Recht die Unfallkausa lität für die beim Beschwerde führer bestehenden LWS-Beschwerden und somit einen diesbezüglichen Leistungsanspruch verneint. Für weitere medi zinische Ab klä rungen besteht kein Anlass, zumal davon keine anderen entscheid rele van ten Erkennt nisse zu erwar ten sind (antizipierte Beweiswürdi gung; BGE 144 V 361 E. 6.5, 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.

Das Verfahren ist kostenlos. 3.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Diane Günthart - Unfallversicherung Stadt Zürich - Bundesamt für Gesundheit 4.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die Vorsitzende i.V.Die Gerichtsschreiberin PhilippSchilling

Erwägungen (12 Absätze)

E. 1 Der 1970 geborene X.___ war seit 1. August 2008 bei Y.___ als Berufsfeuerwehrmann angestellt und dadurch bei der Unfallversicherung Stadt Zürich

obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am

6. Februar 2021 stiess er anlässlich eines Fliegeralarmes im vollen Spurt in der Fahrzeughalle fast mit einem Kollegen zusammen, rutschte beim Ausweichen aus und fiel mit voller Wucht auf den Hallenboden. Dabei verletzte er sich das linke Knie, den rechten Ellbogen und die rechte Schulter (Unfallmeldung vom

8. Februar 2021 , Urk. 7 / G1 ).

Am 7. Februar 2021 wurde n eine Röntgenuntersu chung des Knies ap , seitlich und Patella links, und der Schulter ap /Neer stehend rechts ( Urk. 7/M2) sowie am 8. Februar 2021 eine MRI-Untersuchung des Knies nativ links ( Urk. 7/M1) durchgeführt.

Dr. med. Z.___ , Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, diag nostizierte

gestützt auf diese und eigene Untersuchungen in seinem Bericht vom 9. Februar 2021 ( Urk. 7/M5) eine Kapselbandläsion am linken Knie, den Verdacht auf eine HKB/VKB- Läsion links sowie eine Schu lterkontusion rechts fest . Zum Ausschluss einer Baker-Zyste sowie eines Logen-Syndroms (vgl. Urk. 7/M6) wurde n a m 15. Februar 2021 eine Duplexsonographie der tiefen Beinvenen links sowie ein Ultraschall der unteren Extremität en links ( Urk. 7/M4) und a m 8. März 2021 eine MR-Untersuchung des Unterschenkels nativ und mit i.v. KM links ( Urk. 7/M3) vorgenommen. Acht Wochen nach dem Unfallereignis konstatierte Dr. Z.___ mit Bericht vom 30. März 2021 ( Urk. 7/M6), dass sich die Situa tion an Ellbogen und Schultern (Distorsion und Kontusion) normalisiert habe , die Situation am linken Knie – bei Distorsion Knie links mit Läsion der Kreuzbänder ( V.a. Ruptur des hinteren Kreuzbandes) Knie links , Partialruptur des medialen Seitenbandes proximal und Traumatisierung des lateralen Meniskusvorderhorns Knie links – aufgrund eingeschränkter Kniegelenksbeweglichkeit und Belastbar keit

aber limitierend sei. Ein Verlaufs-MRT Knie nativ links vom 5. Mai 2021 ( Urk. 7/M9) zeigte eine vollständige Ruptur des hinteren Kreuzbandes, während das vordere Kreuzband, die Seitenbänder und die Menisci wieder unauffällig zur Darstellung gelangten. Zudem wurde ein unveränderter, bekannter osteo chondraler Schaden in der medialen Patellafacette erwähnt.

Infolge unklarer Sen sibilitätsstörungen beziehungsweise ausstrahlender Gesäss-/Beinschmerzen ( Urk. 7/M14) wurde n a m 30. September 2021 eine MR-Untersuchung der LWS nativ ( Urk. 7/M12) – welche bei L5/S1 eine hochgradige Foramenstenose rechts mit Kompression der Nervenwurzel L5, bei L4/5 eine mässige Foramenstenose rechts mit Tangierung/möglicher Affektion der Nervenwurzel L4, hingegen keine Spinalkanalstenose und keine Neurokompression links zeigte – sowie am 15. Oktober 2021 eine neurologische Untersuchung ( Urk. 7/M15)

durchgeführt.

Mit Verfügung vom 14. Dezember 2021 ( Urk. 7/G15) lehnte die Unfallversiche rung Stadt Zürich gestützt auf die am 6. u nd 24. November 2021 durch

Dr. med. A.___ , Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vorgenommene n Fallbesprechung en

( Urk. 7/M13 , 7/M17 ) die Leistungsübernahme für die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule infolge des fehlenden Nachweises eines natürlichen Kausalzusammenhangs zum Unfall ab. Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 3. Februar 2022 ab ( Urk. 2) .

E. 1.1 Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes üb er die Unfallversicherung (UVG) werden

– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).

E. 1.2 mit Hinweisen). Eine rein axiale Belastung fand gemäss Unfallschilderung bei einem Fall auf Knie, Ellbogen und Schulter nicht statt beziehungs weise scheinen die biomechanischen Kräfte des geschilderten Ereignisses nicht ausrei chend gewesen zu sein. Auch sind die Symptome einer Diskushernie nicht unver züglich nach dem Ereignis aufgetreten

– der Beschwerdeführer klagte auch nicht über Beschwerden an der Lendenwir belsäule – und haben keine Arbeitsunfähigkeit verursacht. Eine solche wurde zwar attestiert, allerdings infolge der erlittenen Knieverletzung. Das beim Beschwerdeführer offenbar

im Anschluss an den Unfall eingetretene subjektive Gefühl einer kühlen, distalen Extremität links ( Urk. 7/M6) wurde von den Ärzten vorab denn vielmehr im Rahmen einer Baker-Zyste oder eines möglichen Logen sydroms gesehen , weshalb diesbezüglich weitere Abklärungen getätigt wurden (Urk. 7/M3, 7/M4). Dasselbe gilt für die – zudem erst später aufgetretenen –

Krämpfe im Unterschenkel und linken Bein ( Urk. 7/M14) . Bezeichnenderweise wurde n denn auch erst im September 2021 ein MRI der LWS sowie eine neuro logische Untersuchung in die Wege geleitet (vgl. Urk. 7/M14).

Hierbei liess sich bildmorphologisch im MRI der LWS denn aber kein wegweisender Befund finden und hielt die behandelnde Neurologin fest, die vom Beschwerdeführer angege benen Symptome könnten von neurologischer Seite nicht sicher erklärt werden; den anamnestischen Angaben zufolge wäre eine Zerrung des Nervus

ischiadicus im Rahmen der Knieverletzung denkbar (Urk. 7/M15). Damit ist nicht überwie gend wahrscheinlich belegt, dass sich der Beschwerdeführer eine unfallbedingte Diskushernie zugezogen hat, beziehungsweise dass den von ihm geklagten Sen sibilitätsstörungen ein unfallkausales Substrat zugrunde liegt. Dies hat der Ver sicherungsmediziner der Beschwerdegegnerin, Dr. A.___ , denn auch entspre chend beurteilt, indem er einen hinreichend objektivierbaren organischen unfallkausalen Befund an der Wirbelsäule lediglich als möglich, nicht aber als überw iegend wahrscheinlich einstufte, und die Sensibilitätsstörung ausdrücklich nicht als unfallkausalen Befund bezeichnete (vgl. E. 4) . Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs mit dem Unfall genügt für die Begründung eines Leis tungs anspruches jedoch nicht (vgl. E. 1.2) .

E. 1.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).

Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ ee ). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befan genheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver siche rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).

E. 2 Dagegen erhob X.___ am 4. März 2022 Beschwerde mit dem Antrag, es sei der Einspracheentscheid vom 3. Februar 2022 aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zwecks E inholung ei n e s orthopädischen Gutachtens zurück zuweisen, damit sie hernach nochmals über seine gesetzlichen Ansprüche ent scheide ( Urk. 1 S. 2). Am

29. März 2022 schloss die Unfallversicherung Stadt Zürich auf Abweisung der Beschwerde ( Urk. 6), wovon der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 5. April 2022 in Kenntnis gesetzt wurde ( Urk. 8). Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

E. 2.1 Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Einspracheentscheid ( Urk.

2) im We sent lichen damit, dass die erst 7.5 Monate nach dem Unfallereignis vom 6. Februar 2021 erstmalig dokumentierten LWS-Beschwerden nicht unfallbedingt seien.

Bandscheibenschädigungen seien nach dem in der ständigen Recht sprechung zitierten medizinischen Erfahrungssatz grundsätzlich krankheits- beziehungsweise degenerativ bedingt. Lediglich ausnahmsweise und unter bestimmten Umständen sei ein Trauma verursachend. Vorliegend hätten sich gemäss den Akten nicht unmittelba r nach dem Ereignis Symptome einer Dis kushernie ein gestellt . Zudem sei f raglich, ob das Ausru tschen und auf den Hal lenboden F allen ein im Sinne der Rechtsprechung schweres Ereignis dar ge stell t habe , in welchem eine entsprechende brachiale Gewalt auf die B andschei be ein gewirkt habe , so dass diese durch das Trauma verletzt worden sei. Hinzu komme, dass beim Fallen keine axiale K ra fteinwirkung auf die Wirbelsäul e stattgefunden habe, welche ge eignet gewesen wä re, eine Bandscheibe zu verletz en. Und schliesslich sei die Arbeitsunfähigkeit nicht aufgrund von LWS-Beschwerden, sondern wegen anderer Befunde attestiert worden.

E. 2.2 Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde ( Urk.

1) geltend, dass er im Rahmen des Ausweichmanövers und des anschliessenden Sturzes einen schweren Unfall erlitten und sich insbesondere das Knie in erheblichem Masse verletzt habe. Auch seine Schulter sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Sensibilitätsstörung der linken Ex tremität sei echtzeitlich am 7. Fe bruar 20 21 dokumentiert und es seien bereits zu diesem Zeitpunkt Abklärungen in die Wege geleitet worden. Aufgrund der eindrücklichen K nieverletzung sei jedoch in diesem Bereich nach der Ursache der Beschwerden gesucht und nicht sofort eine Rückenpathologie in Betracht gezogen worden. Aufgrund der Schwere des Unfalles, der echtzeitlichen medizinischen Dokumentation der Beschwerden sowie der einwandfreien gesundheitlichen Verfassung des Beschwerdeführers vor dem Unfall müsse davon ausgegangen werden, dass die LWS-Beschwerden unfallkausal seien.

E. 3 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü gung beziehungsweise eines Einspracheentscheids

– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).

D ie Ablehnung der Leistungspflicht mit Verfügung vom 14. Dezember 2021 (Urk. 7/G15) und Einspracheentscheid vom 3. Februar 2022 (Urk. 2) bezog sich einzig auf die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule . Die anderen Verletzungen, insbesondere an Knie, Schulter und Ellbogen, waren nicht Gegenstand dieser Ent scheide und sind dementsprechend auch im gerichtlichen Verfahren nicht zu prü fen , was unbestritten ist (Urk. 1 S. 5, Urk. 2 S. 4) .

E. 3.1 ; U 441/04 vom 13. Juni 2005 E. 3.1).

Ist hingegen die Diskushernie bei (stummem) degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, liegt eine vorübergehende Verschlimmerung vor. Diesfalls hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem medizinischem Wissensstand kann in solchen Fällen das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und Lum boischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden. Im Allgemeinen ist bei einer Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule die vorüber gehende Verschlimmerung nach sechs bis neun Monaten und bei Vorliegen eines erheblich degenerativen Vorzustandes spätestens nach einem Jahr als abge schlos sen zu betrachten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_408/2019 vom 26. August 2019 E. 3.3; 8C_834/2018 vom 19. März 2019 E. 3.3; SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1, 8C_677/2007 E. 2.3 und 2.3.2 mit Hinweisen).

E. 4 Dr. A.___ führte in seiner Fallbesprechung vom 6. November 2021 ( Urk. 7/M13) aus, dass die Beschwerden am Knie links und an der Schulter rechts mit überwie gender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 6. Februar 2021 zurück zuführen seien. Die Verletzungen am Knie seien bestens dokumentiert und beim Sturz habe sich der Beschwerdeführer auch eine Kontusion an der Schulter zuge zogen, weshalb auch diesbezüglich eine eindeutige überwiegende Wahrschein lichkeit hinsichtlich der Unfallkausalität vorliege. In Bezug auf di e Beschwerden an der LWS erklärte Dr. A.___ , dass diese möglichweise auf das Ereignis vom 6. Februar 2021 zurückzuführen seien. Eine traumatisch verursachte Diskushernie erfordere allerdings ein massives Trauma. Die folglich vorbestehende Diskusher nie sei durch den Sturz aktiviert worden. Am 24. November 2021 ( Urk. 7/M17) ergänzte er sodann, dass von Seiten der Sensibilitätsstörung keine unfallkausalen Befunde erhoben werden könnten.

E. 5 .5

Aber auch eine unfallbedingte richtunggebende Verschlimmerung eines Vorzu standes ist nicht anzunehmen, gelten doch dafür dieselben Kriterien wie für eine unfallbedingte Di skushernie (vgl. vorstehend E. 5 .1). Diese sind wie dargelegt (vgl. vorstehend E. 5 .3) nicht erfüllt. Daher kann vorliegend höchstens davon ausgegangen werden, dass die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch das Ereignis aktiviert worden ist (vgl. hierzu auch Fallb esprechung von Dr. A.___ vom 6 . November 2021, Urk. 7/M 13 ) . Rechtsprechungsgemäss kann das Erreichen des Status quo sine nach drei bis vier Monaten erwartet werden (vgl. vorstehend E. 5 .1). Die erst über ein halbes Jahr später in die Wege geleiteten Abklärungen beziehungsweise die davon betroffenen Beschwerden fallen dem entsprechend offensichtlich nic ht in diesen zeitlichen Rahmen.

E. 6 .

Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin somit zu Recht die Unfallkausa lität für die beim Beschwerde führer bestehenden LWS-Beschwerden und somit einen diesbezüglichen Leistungsanspruch verneint. Für weitere medi zinische Ab klä rungen besteht kein Anlass, zumal davon keine anderen entscheid rele van ten Erkennt nisse zu erwar ten sind (antizipierte Beweiswürdi gung; BGE 144 V 361 E. 6.5, 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.

Das Verfahren ist kostenlos. 3.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Diane Günthart - Unfallversicherung Stadt Zürich - Bundesamt für Gesundheit 4.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die Vorsitzende i.V.Die Gerichtsschreiberin PhilippSchilling

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich UV.2022.00048

V. Kammer Sozialversicherungsrichterin Philipp, Vorsitzende i.V. Sozialversicherungsrichter Kübler Ersatzrichterin Curiger Gerichtsschreiberin Schilling Urteil vom

19. August 2022 in Sac hen X.___ Beschwerdeführer vertreten durch Rechtsanwältin Diane Günthart ADVOMED Bahnhofstrasse 12, 8001 Zürich gegen Unfallversicherung Stadt Zürich Stadelhoferstrasse 33, Postfach, 8022 Zürich Beschwerdegegnerin Sachverhalt: 1. Der 1970 geborene X.___ war seit 1. August 2008 bei Y.___ als Berufsfeuerwehrmann angestellt und dadurch bei der Unfallversicherung Stadt Zürich

obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am

6. Februar 2021 stiess er anlässlich eines Fliegeralarmes im vollen Spurt in der Fahrzeughalle fast mit einem Kollegen zusammen, rutschte beim Ausweichen aus und fiel mit voller Wucht auf den Hallenboden. Dabei verletzte er sich das linke Knie, den rechten Ellbogen und die rechte Schulter (Unfallmeldung vom

8. Februar 2021 , Urk. 7 / G1 ).

Am 7. Februar 2021 wurde n eine Röntgenuntersu chung des Knies ap , seitlich und Patella links, und der Schulter ap /Neer stehend rechts ( Urk. 7/M2) sowie am 8. Februar 2021 eine MRI-Untersuchung des Knies nativ links ( Urk. 7/M1) durchgeführt.

Dr. med. Z.___ , Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, diag nostizierte

gestützt auf diese und eigene Untersuchungen in seinem Bericht vom 9. Februar 2021 ( Urk. 7/M5) eine Kapselbandläsion am linken Knie, den Verdacht auf eine HKB/VKB- Läsion links sowie eine Schu lterkontusion rechts fest . Zum Ausschluss einer Baker-Zyste sowie eines Logen-Syndroms (vgl. Urk. 7/M6) wurde n a m 15. Februar 2021 eine Duplexsonographie der tiefen Beinvenen links sowie ein Ultraschall der unteren Extremität en links ( Urk. 7/M4) und a m 8. März 2021 eine MR-Untersuchung des Unterschenkels nativ und mit i.v. KM links ( Urk. 7/M3) vorgenommen. Acht Wochen nach dem Unfallereignis konstatierte Dr. Z.___ mit Bericht vom 30. März 2021 ( Urk. 7/M6), dass sich die Situa tion an Ellbogen und Schultern (Distorsion und Kontusion) normalisiert habe , die Situation am linken Knie – bei Distorsion Knie links mit Läsion der Kreuzbänder ( V.a. Ruptur des hinteren Kreuzbandes) Knie links , Partialruptur des medialen Seitenbandes proximal und Traumatisierung des lateralen Meniskusvorderhorns Knie links – aufgrund eingeschränkter Kniegelenksbeweglichkeit und Belastbar keit

aber limitierend sei. Ein Verlaufs-MRT Knie nativ links vom 5. Mai 2021 ( Urk. 7/M9) zeigte eine vollständige Ruptur des hinteren Kreuzbandes, während das vordere Kreuzband, die Seitenbänder und die Menisci wieder unauffällig zur Darstellung gelangten. Zudem wurde ein unveränderter, bekannter osteo chondraler Schaden in der medialen Patellafacette erwähnt.

Infolge unklarer Sen sibilitätsstörungen beziehungsweise ausstrahlender Gesäss-/Beinschmerzen ( Urk. 7/M14) wurde n a m 30. September 2021 eine MR-Untersuchung der LWS nativ ( Urk. 7/M12) – welche bei L5/S1 eine hochgradige Foramenstenose rechts mit Kompression der Nervenwurzel L5, bei L4/5 eine mässige Foramenstenose rechts mit Tangierung/möglicher Affektion der Nervenwurzel L4, hingegen keine Spinalkanalstenose und keine Neurokompression links zeigte – sowie am 15. Oktober 2021 eine neurologische Untersuchung ( Urk. 7/M15)

durchgeführt.

Mit Verfügung vom 14. Dezember 2021 ( Urk. 7/G15) lehnte die Unfallversiche rung Stadt Zürich gestützt auf die am 6. u nd 24. November 2021 durch

Dr. med. A.___ , Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vorgenommene n Fallbesprechung en

( Urk. 7/M13 , 7/M17 ) die Leistungsübernahme für die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule infolge des fehlenden Nachweises eines natürlichen Kausalzusammenhangs zum Unfall ab. Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 3. Februar 2022 ab ( Urk. 2) . 2.

Dagegen erhob X.___ am 4. März 2022 Beschwerde mit dem Antrag, es sei der Einspracheentscheid vom 3. Februar 2022 aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zwecks E inholung ei n e s orthopädischen Gutachtens zurück zuweisen, damit sie hernach nochmals über seine gesetzlichen Ansprüche ent scheide ( Urk. 1 S. 2). Am

29. März 2022 schloss die Unfallversicherung Stadt Zürich auf Abweisung der Beschwerde ( Urk. 6), wovon der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 5. April 2022 in Kenntnis gesetzt wurde ( Urk. 8). Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

1.1

Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes üb er die Unfallversicherung (UVG) werden

– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3). 1.2

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). 1.3

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).

Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ ee ). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befan genheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver siche rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7). 2.

2.1

Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Einspracheentscheid ( Urk.

2) im We sent lichen damit, dass die erst 7.5 Monate nach dem Unfallereignis vom 6. Februar 2021 erstmalig dokumentierten LWS-Beschwerden nicht unfallbedingt seien.

Bandscheibenschädigungen seien nach dem in der ständigen Recht sprechung zitierten medizinischen Erfahrungssatz grundsätzlich krankheits- beziehungsweise degenerativ bedingt. Lediglich ausnahmsweise und unter bestimmten Umständen sei ein Trauma verursachend. Vorliegend hätten sich gemäss den Akten nicht unmittelba r nach dem Ereignis Symptome einer Dis kushernie ein gestellt . Zudem sei f raglich, ob das Ausru tschen und auf den Hal lenboden F allen ein im Sinne der Rechtsprechung schweres Ereignis dar ge stell t habe , in welchem eine entsprechende brachiale Gewalt auf die B andschei be ein gewirkt habe , so dass diese durch das Trauma verletzt worden sei. Hinzu komme, dass beim Fallen keine axiale K ra fteinwirkung auf die Wirbelsäul e stattgefunden habe, welche ge eignet gewesen wä re, eine Bandscheibe zu verletz en. Und schliesslich sei die Arbeitsunfähigkeit nicht aufgrund von LWS-Beschwerden, sondern wegen anderer Befunde attestiert worden. 2.2

Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde ( Urk.

1) geltend, dass er im Rahmen des Ausweichmanövers und des anschliessenden Sturzes einen schweren Unfall erlitten und sich insbesondere das Knie in erheblichem Masse verletzt habe. Auch seine Schulter sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Sensibilitätsstörung der linken Ex tremität sei echtzeitlich am 7. Fe bruar 20 21 dokumentiert und es seien bereits zu diesem Zeitpunkt Abklärungen in die Wege geleitet worden. Aufgrund der eindrücklichen K nieverletzung sei jedoch in diesem Bereich nach der Ursache der Beschwerden gesucht und nicht sofort eine Rückenpathologie in Betracht gezogen worden. Aufgrund der Schwere des Unfalles, der echtzeitlichen medizinischen Dokumentation der Beschwerden sowie der einwandfreien gesundheitlichen Verfassung des Beschwerdeführers vor dem Unfall müsse davon ausgegangen werden, dass die LWS-Beschwerden unfallkausal seien. 3.

Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü gung beziehungsweise eines Einspracheentscheids

– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).

D ie Ablehnung der Leistungspflicht mit Verfügung vom 14. Dezember 2021 (Urk. 7/G15) und Einspracheentscheid vom 3. Februar 2022 (Urk. 2) bezog sich einzig auf die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule . Die anderen Verletzungen, insbesondere an Knie, Schulter und Ellbogen, waren nicht Gegenstand dieser Ent scheide und sind dementsprechend auch im gerichtlichen Verfahren nicht zu prü fen , was unbestritten ist (Urk. 1 S. 5, Urk. 2 S. 4) . 4.

Dr. A.___ führte in seiner Fallbesprechung vom 6. November 2021 ( Urk. 7/M13) aus, dass die Beschwerden am Knie links und an der Schulter rechts mit überwie gender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 6. Februar 2021 zurück zuführen seien. Die Verletzungen am Knie seien bestens dokumentiert und beim Sturz habe sich der Beschwerdeführer auch eine Kontusion an der Schulter zuge zogen, weshalb auch diesbezüglich eine eindeutige überwiegende Wahrschein lichkeit hinsichtlich der Unfallkausalität vorliege. In Bezug auf di e Beschwerden an der LWS erklärte Dr. A.___ , dass diese möglichweise auf das Ereignis vom 6. Februar 2021 zurückzuführen seien. Eine traumatisch verursachte Diskushernie erfordere allerdings ein massives Trauma. Die folglich vorbestehende Diskusher nie sei durch den Sturz aktiviert worden. Am 24. November 2021 ( Urk. 7/M17) ergänzte er sodann, dass von Seiten der Sensibilitätsstörung keine unfallkausalen Befunde erhoben werden könnten. 5 .

5 .1

Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallver si cherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Band scheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahms weise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädi gung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (ver tebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsun fä hig keit auftreten. So muss eine entsprechende richtunggebende Verschlim merung insbesondere auch röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der alters üb lichen Progression abheben (Urteil des Bundesgerichts 8C_552/2020 vom 16. Dezember 2020 E. 3.2). Bezüglich der Verschlimmerung eines vorbestehenden Gesundheitsschadens gelten dieselben Kriterien, was dazu führt, dass eine Unfall kausalität nur ausnahmsweise und insbesondere nur dann in Frage kommt, wenn der Unfall auch geeignet gewesen wäre, eine gesunde Bandscheibe zu verletze n (Urteile des Bundesgerichts U 555/06 vom 10. Dezember 2007 E. 4.2.2; U 163/05 vom 3. Oktober 2005 E. 3.1 ; U 441/04 vom 13. Juni 2005 E. 3.1).

Ist hingegen die Diskushernie bei (stummem) degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, liegt eine vorübergehende Verschlimmerung vor. Diesfalls hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem medizinischem Wissensstand kann in solchen Fällen das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und Lum boischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden. Im Allgemeinen ist bei einer Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule die vorüber gehende Verschlimmerung nach sechs bis neun Monaten und bei Vorliegen eines erheblich degenerativen Vorzustandes spätestens nach einem Jahr als abge schlos sen zu betrachten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_408/2019 vom 26. August 2019 E. 3.3; 8C_834/2018 vom 19. März 2019 E. 3.3; SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1, 8C_677/2007 E. 2.3 und 2.3.2 mit Hinweisen). 5 .2

Laut Unfallmeldung ( Urk. 7/G1) und Frageblatt zum Ereignishergang ( Urk. 7/G5) gab es einen Fliegeralarm. Um in die Fahrzeughalle zu gelangen, habe der Beschwerdeführer die Stange herunterrutschen müssen. Danach sei er im Voll spurt beinahe mit einem Arbeitskollegen zusammengestossen. Beim Ausweichen sei er ausgerutscht und mit voller Wucht auf den Hallenboden gefallen und dabei seien sein linkes Knie, der rechte Ellbogen und di e rechte Schulter heftig auf den Hallenboden aufgeschlagen . 5 .3

Im Lichte dieser Ausführungen erhellt, dass es sich vorliegend nicht um ein besonders schweres Unfallereignis

– in Bezug auf die Wirbelsäule – handelte , welches geeignet gewesen wäre, eine Diskushernie zu verursachen. Denn nach der Rechtsprechung ist ein Unfall nur in Ausnahmefällen geeignet, eine Band scheibenverletzung hervorzurufen, zumal eine gesunde Band scheibe derart widerstandsfähig ist, dass unter Gewalteinwirkung eher die Wirbel knochen brechen, als dass die Bandscheibe verletzt würde. Im medizi nischen Ver such konnte die isolierte Verletzung einer Bandscheibe durch einen Unfall lediglich bei rein axialer Belastung der Wirbelsäule, nicht aber bei Rota tions -, Hyper extensions

- oder Hyperflexionsbewegungen herbeigeführt werden (Urteil des Bundesgerichts U 3/06 vom 6. September 2006 E. 1.2 mit Hinweisen). Eine rein axiale Belastung fand gemäss Unfallschilderung bei einem Fall auf Knie, Ellbogen und Schulter nicht statt beziehungs weise scheinen die biomechanischen Kräfte des geschilderten Ereignisses nicht ausrei chend gewesen zu sein. Auch sind die Symptome einer Diskushernie nicht unver züglich nach dem Ereignis aufgetreten

– der Beschwerdeführer klagte auch nicht über Beschwerden an der Lendenwir belsäule – und haben keine Arbeitsunfähigkeit verursacht. Eine solche wurde zwar attestiert, allerdings infolge der erlittenen Knieverletzung. Das beim Beschwerdeführer offenbar

im Anschluss an den Unfall eingetretene subjektive Gefühl einer kühlen, distalen Extremität links ( Urk. 7/M6) wurde von den Ärzten vorab denn vielmehr im Rahmen einer Baker-Zyste oder eines möglichen Logen sydroms gesehen , weshalb diesbezüglich weitere Abklärungen getätigt wurden (Urk. 7/M3, 7/M4). Dasselbe gilt für die – zudem erst später aufgetretenen –

Krämpfe im Unterschenkel und linken Bein ( Urk. 7/M14) . Bezeichnenderweise wurde n denn auch erst im September 2021 ein MRI der LWS sowie eine neuro logische Untersuchung in die Wege geleitet (vgl. Urk. 7/M14).

Hierbei liess sich bildmorphologisch im MRI der LWS denn aber kein wegweisender Befund finden und hielt die behandelnde Neurologin fest, die vom Beschwerdeführer angege benen Symptome könnten von neurologischer Seite nicht sicher erklärt werden; den anamnestischen Angaben zufolge wäre eine Zerrung des Nervus

ischiadicus im Rahmen der Knieverletzung denkbar (Urk. 7/M15). Damit ist nicht überwie gend wahrscheinlich belegt, dass sich der Beschwerdeführer eine unfallbedingte Diskushernie zugezogen hat, beziehungsweise dass den von ihm geklagten Sen sibilitätsstörungen ein unfallkausales Substrat zugrunde liegt. Dies hat der Ver sicherungsmediziner der Beschwerdegegnerin, Dr. A.___ , denn auch entspre chend beurteilt, indem er einen hinreichend objektivierbaren organischen unfallkausalen Befund an der Wirbelsäule lediglich als möglich, nicht aber als überw iegend wahrscheinlich einstufte, und die Sensibilitätsstörung ausdrücklich nicht als unfallkausalen Befund bezeichnete (vgl. E. 4) . Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs mit dem Unfall genügt für die Begründung eines Leis tungs anspruches jedoch nicht (vgl. E. 1.2) . 5 .4

Daran ändert entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ( Urk. 1 S. 6) auch die Fragestellung von Dr. Z.___ in Bezug auf die neurologische bezie hungsweise MRI- Abklärung (Abklärung von unklaren, linksseitigen Sensibilitäts störungen und Schmerzen nach Trauma , vgl. Urk. 7/M12, 7/M14) nichts, handelt es sich dabei doch um eine reine Fragestellung und nicht um eine medizinische Beurteilung. Entsprechend begründet e Dr. Z.___ auch mit keinem Wort , wie sich die Kräfte allenfalls auf die Wirbelsäule ausgewirkt haben sollen, um eine Diskushernie als Unfallereignis auszulösen. Die Unfallkausalität auf die zeitliche Korrelation zu stützen läuft auf eine unzulässige Post-hoc-ergo- propter -hoc-Argumen tation hinaus (BGE 136 V 395 E. 6.5; SVR 2016 UV Nr. 24 S. 75) , was ebenso für die Ausführungen des Beschwerdeführers gilt, wonach seine bis anhin uneingeschränkt ausgeübte berufliche Tätigkeit eine einwandfreie medizinische Gesundheit voraussetze ( Urk. 1 S. 6). 5 .5

Aber auch eine unfallbedingte richtunggebende Verschlimmerung eines Vorzu standes ist nicht anzunehmen, gelten doch dafür dieselben Kriterien wie für eine unfallbedingte Di skushernie (vgl. vorstehend E. 5 .1). Diese sind wie dargelegt (vgl. vorstehend E. 5 .3) nicht erfüllt. Daher kann vorliegend höchstens davon ausgegangen werden, dass die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch das Ereignis aktiviert worden ist (vgl. hierzu auch Fallb esprechung von Dr. A.___ vom 6 . November 2021, Urk. 7/M 13 ) . Rechtsprechungsgemäss kann das Erreichen des Status quo sine nach drei bis vier Monaten erwartet werden (vgl. vorstehend E. 5 .1). Die erst über ein halbes Jahr später in die Wege geleiteten Abklärungen beziehungsweise die davon betroffenen Beschwerden fallen dem entsprechend offensichtlich nic ht in diesen zeitlichen Rahmen. 6 .

Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin somit zu Recht die Unfallkausa lität für die beim Beschwerde führer bestehenden LWS-Beschwerden und somit einen diesbezüglichen Leistungsanspruch verneint. Für weitere medi zinische Ab klä rungen besteht kein Anlass, zumal davon keine anderen entscheid rele van ten Erkennt nisse zu erwar ten sind (antizipierte Beweiswürdi gung; BGE 144 V 361 E. 6.5, 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.

Das Verfahren ist kostenlos. 3.

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Diane Günthart - Unfallversicherung Stadt Zürich - Bundesamt für Gesundheit 4.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die Vorsitzende i.V.Die Gerichtsschreiberin PhilippSchilling