Sachverhalt
1. X.___, geboren 1975, verfügt über keine Berufsausbildung und war von 2012 bis zur Kündigung per 3 1. März 2016 dur ch die Arbeitgeberin bei der Y.___ als Wagenreiniger beschäftigt . Seither geht er keiner Erwerbstätigkeit nach (Urk. 8/8/35-36; Urk. 8/7/7). A m 24. Juni 2017 erlitt er beim Fussball spielen eine Kniedistorsion (Urk. 8/8/3) und am 19. September 2017 einen Treppensturz mit Luxation der linken Schulter (U rk. 8/73) .
Er meldete sich am 1 6. August 2018 unter Hinweis auf unfallbedingte Schulter- und Knie beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/3) . Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medi zinische und erwerbliche Abklärungen und holte die Akten der S uva ein, die
im Rahmen ihrer Leistungspflicht nach dem Bundesgesetz über die Unfallver sicherung (UVG)
im Zusammenhang mit den genannten Ereignissen für die Heilbehandlungskosten aufkam und Taggelder ausrichtete (Urk. 8/ 7-9; Urk. 8/17; Urk. 8/21; Urk. 8/23; Urk. 8/34; Urk. 8/45; Urk. 8/63-64) . Mit Mitteilung vom 1 9. November 2020 (Urk. 8/43) schloss die IV-Stelle die berufliche Eingliederung (Arbeitsvermittlung) ab und teilte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 2 0. Januar 2021 mit, dass sie sein Gesuch um eine Invalidenrente abweisen werde, wogegen der Versicherte am 22. Februar 2021 Einwand erhob (Urk. 8/60) . Am 1 6. Dezember 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie die Ausrichtung der Taggelder per 1. März 2021 einstellen werde (Urk. 8/63/36-38) . M it Verfügung vom
3. März 2021 verneinte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente nach UVG und sprach ihm wegen der eingeschränkten Beweg lichkeit der Schulter bis zur Horizontalen sowie der mässig schweren Kniearthrose gestützt auf eine Einbusse von 30 % eine Integritätsentschädi gung zu (Urk. 8/64/2-6). Am
9. März 2021 wies die IV-Stelle wie vorbeschieden das Gesuch um eine Rente der Invalidenversicherung ab (Urk. 2). 2. Dagegen erhob der Versicherte am 24. April 2021 Beschwerde und beantragte, es
sei die angefochtene Verfügung aufzuh e ben und
es sei ihm mindestens eine
halbe Invalidenrente zuzusprechen; eventuell sei er psychiatrisch und schulter-orthopädisch
zu begutachten . Weiter sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und die U nterzeichnende zu seinem unentgelt lichen Rechtsvertreter zu ernennen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2) . Mit Beschwerdeantwort vom 3. Juni 2021 schloss die Beschwerdegegnerin mit Verweis auf die Stellung nahmen ihres Regional en Ärztlichen Dienstes (RAD) auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer am 2 0. Juli 2021 mitgeteilt wurde (Urk. 13). Das Gericht zieht in Erwägung: 1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die: a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 1.4
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach frei zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten (Art. 61 lit . c ATSG). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1 0. Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen). 1.5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_ 122/2020 vom 26 . Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhält nisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des ana log anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchs änderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis). 2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente mit der Begründung verneint, dass zwar die angestammte Tätig keit nicht mehr, eine angepasste, leichte Tätigkeit mit näher beschriebenem Belastungsprofil aber weiterhin vollzeitlich zumutbar sei (Urk. 2) . 2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein, dass er angesichts der chronifizierten Schmerzsituation der linken Schulter und unter Berücksicht i g ung der belastungsabhängigen Schmerzen im rechten Knie selbst in einer angepassten, leichten Tätigkeit lediglich zu 50 % arbeitsfähig sei (Urk. 1 R z . 14). Zudem habe auch sein psychische r Zustand einen Einfluss auf seine Erwerbs fähigkeit, was durch eine psychiatrische Begutachtung abgeklärt werden
und in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit miteinfliessen müsse (Rz . 15-16).
Die Einschränkungen aufgrund des linken Arms, die mangelnde Schul- und Berufs bildung, die fehlenden Sprachkenntnisse und der Migrationshintergrund müssten bei der Bemessung des Invalideneinkommens berücksichtigt werden, weshalb insgesamt eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auszurichten sei (Rz . 18-19). 2.3
Umstritten und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invali denrente hat. 3.
3.1
Vom 1 9. November bis am 1 8. Dezember 2018 befand sich der Beschwerdeführe r zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik Z.___ (Urk. 8/19).
Dem Austrittsbericht vom 2 0. Dezember 2018 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer erstmals im Februar 2010 beim Heben eines Abfallbehälters in einen Container eine Luxation der linken Schulter erlitten hatte mit Reluxationen im A ugust 2010, September 2010, im September 2017 und im April 201 8. Am 28. Mai 2018 sei in der Universitätsklinik A.___
eine offene Schulterstabilisa tion nach Latarjet mit Verschraubungen erfolgt, wobei die behandelnden Ärzte am 12. Oktober 2018 von einem Rehabilitationsdefizit mit unspezifischen periart eri ellen Weichteilschmerzen berichtet hätten (S . 1) .
Am rechten Knie diagnostizierten die Ärzte eine Kniekontusion mit Innen menis kus läsion nach Treppensturz am 2. November 201 4. Am 1 1. November 2014 sei eine Arthroskopie erfolgt mit fast vollständiger Meniskektomie des Innenmenis kus und einer Teilresektion mit Glättung des Aussenmeniskus (S. 2).
Zudem nannten die Ärzte aus psychiatrischer Sicht die Diagnose einer Anpas sungsstörung mit längere r depressiver Reaktion (Trauer, ICD.10: F43.21), differentialdiagnostisch eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: 32.1) .
Das Ziel des Aufenthalts sei es gewesen, im Hinblick auf die Stellensuche die Belastbarkeit zu steigern, was weitgehend habe erreicht werden können (S. 4). Folgende Probleme hätten bei Austritt noch bestanden: eingeschränkte Beweg lichkeit, Kraftminderung in alle Richtungen und belastungsabhängige Schmerzen der ventralen Seite der linken Schulter sowie ein Reizzustand des rechten Knies (S. 2 unten) .
Die festgestellte psychische Störung begründe keine arbeitsrelevante Leistungs minderung. Aus somatischer Sicht seien mittelschwere, vorwiegend gehe nd-stehende Tätigkeiten - wie die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der Wagenreinigung - nicht mehr zumutbar. Leichte Tätigkeiten seien ganztags zumutbar, wobei wegen der Schulterbeschwerden längerdauernde Tätigkeiten über Kopf sowie Schläge und Vibrationsbelastungen vermieden werden sollten. Wegen der Knieproblematik sollte eine angepasste Tätigkeit wechselbelastend sein ohne längerdauernde Zwangshaltungen, ohne Tätigkeiten auf unebenem Gelände und ohne das Ersteigen von Leitern oder Gerüsten.
Anlässlich eines Gesprächs mit der Case Managerin der Suva seien berufliche Alternativen thematisiert worden, wobei der Beschwerdeführer als eigene Ideen Buschauffeur und Trampilot genannt habe. Man habe auch über leichtere Kontroll- und Montagearbeiten oder eine Tätigkeit in der Logistik gesprochen (S. 4 f.) . 3. 2
Am 7. März 2019 erfolgte in der Universitätsklinik A.___ wegen symptomatischer Pseudoarthrose ein erneuter schulterchirurgischer Eingriff (Revision Latarjet mit Anfrischen Glenoidhals und Refixation
Coracoidblock, Urk. 8/ 21/9-10).
Am 2 6. April 2019 gaben die behandelnden Ärzte der Universitätsklinik A.___ an, dass sich sechs Wochen nach dem Revisions- Latarjet ein regelrechter Verlauf zeige und mit der physiotherapeutischen Mobilisation ohne Belastung begonnen werde (Urk. 8/23/29-30).
A m 2 6. Juli 2019 (Urk. 23/15-16) wurde aus der Universitätsklinik A.___ berichtet, dass immer noch ein deutliches Rehabilitationsdefizit bestehe, weshalb weiterhin kontinuierliche Physiotherapie empfohlen werde. Am 2 9. Juli 2019 teilte der Beschwerdeführer der Suva mit, dass er laut den Ärzten der Universi tätsklinik A.___ wieder zu 10 bis 20 % arbeiten dürfe (Urk. 8/23/17).
Im Sprechstundenbericht vom 5. November 2019 (Urk. 8/26/10-11)
wurde ausgeführt, dass sich acht Monate nach dem
Revisions- Eingriff eine langsame Besserung zeige; die Beweglichkeit sei aber immer noch signifikant einge schränkt. Man habe mit dem Beschwerdeführer besprochen, dass seine Schulter wohl nie wieder den Zustand wie vor der ersten Operation einnehmen werde und er sich n ach weniger schulterbelastenden, nicht repetitiven Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Gewichten umsehen solle. 3.3
M ed. pract . B.___, Facharzt für Allgemeine Medizin und Pädiatrie, bei dem der Beschwerdeführer seit 2014 in hausärztlicher Betreuung steht, gab am 2 5. Feb ruar 2020 an, dass dieser in seiner angestammten Tätigkeit seit dem 20. Septem ber 2017 zu 100 % arbeitsunfähig sei. L eichte angepasste Tätigkeiten sei en je nach Belastung anfänglich zu 50 % möglich mit einer schrittweisen Steigerung. Trotz weiterhin chronifizierender Schulter- und Kniebeschwerden sei der Beschwerdeführer motiviert, einer Arbeit nachzugehen und sich neu zu orientie ren. Hierfür benötige er dringend Hilfe in der Form einer Umschulung oder von Kursen (Urk. 8/31/7-8) . 3.4
Im Bericht der Universitätsklinik A.___ vom 1 0. März 2020 wurde die vormalige Einschätzung zum Anforderungsprofil für eine angepasste Tätigkeit bestätigt. Der genaue zeitliche Umfang sei durch ein medizinisches Gutachten oder ein arbeits basiertes Assessment zu evaluieren (Urk. 8/32/4-6). 3.5
Am 3 0. Juni 2020 fand an der Uniklinik A.___ eine therapeutische Infiltration am linken Schultergelenk statt (Urk. 8/45/37). 3.6
Am 2 3. September 2020 berichtete med. pract . B.___, dass der Beschwerdeführer nach dreimaliger Operation im Schulterbereich links weiterhin schmerzgeplagt sei. Die zuletzt durchgeführte
Stereoid -Infiltration habe keinerlei Erfolg gezeigt. Auch über Kniebeschwerden rechts klage der Beschwerdeführer, wobei die Schulterschmerzen im Vordergrund stünden. Neu gab med. pract . B.___ an, dass in einer angepassten Tätigkeit mit einem 30%igen Pensum gestartet werden solle mit langsamer Steigerung; der Beschwerdeführer sei sehr unsicher und ängstlich (Urk. 8/40). Am 2 2. Februar 2021 hielt med. pract . B.___ wiederum fest, dass der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei (Urk. 8/59). 3.7
Am 1 0. Dezember 2020 wurde der Beschwerdeführer von Suva-Kreisarzt med. pract . C.___, Facharzt für Chirurgie FMH, unt ersucht. Dieser nannte am 14. Dezember 2020 die folgenden Diagnosen (Urk. 8/47 S. 7) : - Status nach mehrfachen Schulterluxationen links mit letzter Luxation 2017 mit subsequenter Instabilität - Posttraumatische Varusg o n arthrose rechts nach Kniekontusion rechts mit Innenmeniskusläsion 2014 und erneutem Unfall am 2 4. Juni 2017
An der linken Schulter habe der Beschwerdeführer durch die verschiedenen Luxationen und den nachfolgenden Operationen bleibende Schäden und Einschränkungen erlitten, die nachvollziehbar seien. Insbesondere die mangelnde Bewegungsfähigkeit sei nachvollziehbar und objektivierbar, ebenso die Rest schm erzen in der Narbe über dem Sul c u s
deltoidopectoralis . Von weiteren Eingriffen sei keine Verbesserung im Sinne einer Schmerzfreiheit oder einer Steigerung des Bewegungsumfangs zu erwarten.
Die Behandlung des rechten Knies könne bei einem doch sehr ansprechenden und guten Resultat abgeschlossen werden. Beschwerden bestünden allenfalls noch in Ansätzen, Einschränkungen seien indes nicht feststellbar. Die Arthrose sei aber nachweisbar.
In der angestammten Tätigkeit als Wagenreiniger könne der Beschwerdeführer wegen zu häufigen Tragen s von schweren Lasten, zu häufigen Zwangshaltungen, zu häufigen Überkopfarbeiten und zu häufigen Schlägen/Vibrationen auf die linke obere Extremität nicht mehr arbeiten.
Der Kreisarzt nannte folgendes Belastungsprofil für eine angepasste Tätigkeit: Das Heben und Tragen auf der linken Seite solle nur sehr leicht sein, auf der rechten Seite bestünden keine Einschränkungen. Das Hantieren mit Werkzeugen solle links leicht, das heisst feinmotorisch sein, wobei auch hier rechtsseitig keine Einschränkungen vorlägen. Beidhändige Arbeiten seien so zu organisieren, dass der Beschwerdeführer links nicht mehr belastet werde als angegeben. Sämtliche Arbeiten, welche Schläge und/oder Vibrationen auf die linke obere Extremität verursachen, dürften nicht durchgeführt werden. Sitzen und Stehen sei uneinge schränkt möglich, auch gelegentliches Knien sei möglich. Längerdauernde Haltungen und die Fortbewegung seien uneingeschränkt. Beim Gehen auf unebe nem Gelände sollt e wegen des rechten Knies auf das Tragen von Lasten verzichtet werden. Treppensteigen sei möglich, wohingegen das Besteigen von Leitern vermieden werden sollte. Arbeiten über Kopfhöhe und sämtliche Arbeiten, welche ein Gleichgewicht erfordern, sowie alle absturzgefährdeten Arbeiten s ollten vermieden werden (S. 8). 3. 8
RAD-Arzt Dr. D.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie verwies am 4. Januar 2021 zur angepassten Tätigkeit auf das Belastungsprofi l gemäss Suva-Kreisarzt . Hinsichtlich Arbeitsunfähigkeiten seien die wenigen, aktenkundigen Angaben des Hausarztes und der behandelnden Ärzte der Uni klinik A.___ plausibel, sodass sich folgende Gesamtbeurteilung ergebe: In der bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführer seit September 2017 durchgehend und auf Dauer zu 100 % arbeitsunfähig. Für angepasste Tätigkeiten ergebe sich eine 100% ige Arbeitsunfähigkeit bis Februar 202 0. Ab März 2020 sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen mit langsamer schrittweiser Steigerung um etwa eine Stunde alle vier Wochen. Es verbleibe eine Arbeits unfähigkeit von 20 % bei ganztäg iger Präsenz und einer Leistungsminderung von 20 % wegen der Notwendigkeit häufigerer Arbeitsunterbrechungen und Ruhepausen (Urk. 8/54 S. 10-12) . 3.9
Am 8. Februar 2021 berichteten die Ärzte der Klinik E.___, dass sie den Beschwerdeführer zwecks Zweitmeinung zu allfälligen Therapieoptionen unter sucht hätten, sie aber keine neuen Aspekte zur Diskussion beitragen könnten. Wie die behandelnden Ärzte der Universitätsklinik A.___ seien sie der Meinung, dass eine Re-Arthroskopie und Metallentfernung als ultima
ratio zwar möglich wäre, es aber völlig unsicher sei, ob der Beschwerdeführer davon profitieren würde. Eine dauerhafte schmerztherapeutische Behandlung sei in Erwägung zu ziehen (Urk. 3/3). 4. 4.1
Zunächst ist festzuhalten, dass unter Berücksichtigung der gesamten medizi nischen Aktenlage beim Beschwerdeführer keine psychiatrischen Diagnosen mit A uswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen. So haben bereits die Ärzte der Rehaklinik Z.___ am 2 0. Dezember 2018 festgestellt, dass die Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion keine arbeitsrelevante L eistungsminderung bewirkt . In der Folge wurden weder von
seinem Hausarzt noch von den Ärzten der Universitätsklinik A.___ psychiatrische Diagnosen gestellt oder Befunde beschrieben, die auf ein invalidisierendes psychisches Leiden hinweisen. Ebenso wenig befand er sich soweit ersichtlich je in psychiat rischer oder p sycho therapeutischer Behandlung. Damit sind entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers aus psychischer Sicht keine weiteren Abklärungen erfor derlich. 4.2
4.2.1
In somatischer Hinsicht hat RAD-Arzt Dr. D.___ festgestellt, dass der Beschwerde führer in seiner angestammten Tätigkeit seit September 2017 auf Dauer nicht mehr arbeitsfähig ist. Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in angepassten Tätigkei ten sei bis Februar 2020 ausgewiesen. Diese Einschätzung steht im Einklang mit den übrigen medizinischen Verlaufsberichten nach dem Sturz mit Schulterluxa tion im September 2017, der bis Juni 2020 zwei chirurgische Eingrif fe, eine Infiltration und engmaschige Physiotherapie-Sitzungen nach sich zog .
Dr. B.___
hielt erstmals Ende Februar 2020 fest, dass eine leichte angepasste Tätigkeit in einem anfänglichen Pensum von 50 % möglich sei. Auch wenn von den behandelnden Ärzten in Z.___ und der Universitätsklinik A.___
der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben in einer angepassten Tätigkeit
schon vor Februar 2020 thematisiert worden war, war bis zu diesem Zeitpunkt nie von einer relevanten Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten die Rede. 4.2.2
D er Beschwerdeführer war damit seit September 2017 bis mindestens Februar 2020 sowohl in angestammter wie auch angepasster Tätigkeit vollständig arbeits unfähig und damit nach Ablauf des Wartejahrs per 1. September 2018 zu 100 % erwerbsunfähig. Er hat sich am 1 6. August 2018 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet, womit er unter Nachachtung von Art. 29 Abs. 1 IVG (frühestmöglicher Rentenbeginn nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs) ab dem 1. Februar 2019 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat (E. 1.1-2) . 4.3
4.3.1
A us den Ausführungen von Suva-Kreisarzt
C.___ geht hervor, dass der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung sowohl der linksseitigen Schulter beschwerden wie auch der Varusgonarthrose im rechten Knie im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 1 0. Dezember 2020 in angepassten Tätigkeiten wieder voll arbeitsfähig war. Der Kreisarzt hat den Beschw erdeführer umfassend untersucht und sich bei seiner Beurteilung sowohl auf eine sorgfältige Anamnese wie auch
auf die relevante Bildgebung gestützt. Darauf
basierend hat er - unter Berücksichtigung der Bewegungseinschränkungen und Restschmerzen der linken Schulter und der Arthrose im rechten Knie - ein differenziertes Belastungsprofil erstellt, unter dessen Einhaltung der Beschwerdeführer eine ganztätige Arbeit ausführen kann. Seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit diesem Belastungs profil ist im Kontext der vor liegenden Diagnosen und Befunde nachvollziehbar und plausibel. Sie entspricht im Übrigen auch der Einschätzung von Dr. B.___, der bereits im Februar 2020 festgehalten hatte, dass
dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit anfänglich im Umfang von 50 % mit einer schrittweisen Steigerung des Pensums zumutbar sei. Soweit med. pract . B.___ am 2 2. Februar 2021 (Urk. 3/4) weiterhin eine lediglich 50%ige Arbeitsfähigkeit attestierte, kann ihm nicht gefolgt werden. Der Hinweis auf persis t ierende Schulterschmerzen macht eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht unplausibel und es fehlt dem Bericht eine Auseinandersetzung mit den fachärztlichen Feststellungen des Suva-Kreisarztes.
Die Ärzte der Universitätsklinik A.___
gingen ebenfalls von einem schulterschonenden Belastungsprofil aus und erachteten den Beschwerdeführer darin grundsätzlich als arbeitsfähig, auch wenn sie sich nicht zum zeitlichen Umfang des Zumutbaren äusserten.
Damit ist der Beschwerdeführer spätestens seit Dezember 2020 in angepassten Tätigkeiten mit entsprechendem Belastungsprofil nachweislich wieder voll arbeitsfähig.
Welche Bewandtnis es hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers damit hat, dass er sich nach seiner Mitteilung vom 1 8. Oktober 2021 (Urk. 14) in einem 30-tä gigen Arbeitsversuch in einem 100%-Pensum befindet, ist für die Beurteilung des vorliegenden Falles nicht beachtlich, da vorliegend auf den Sach verhalt abzustellen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 9. März 2021) ereignet hat (zur zeitlichen Grenze der richter lichen Überprüfungsbefugnis: BGE 132 V 215 E. 3.1.1) . Eine Verfahrenssistierung rechtfertigt sich jedenfalls nicht.
4.3.2
Der Beschwerdeführer war bei Anmeldung zum Leistungsbezug im August 2017 bereits arbeitslos, weshalb
für das Validen- wie auch für das Invalideneinkommen auf die gleichen statistische n D aten der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung abzustellen ist und der durch einen rechnerischen Prozentvergleich zu ermittelnde Invaliditätsgrad damit bei 100%iger Arbeitsfähigkeit 0 % beträgt. Damit würde auch bei einem maximalen Abzug vom statistischen Tabellenlohn von 25 %
zur Ermittlung des Invalideneinkommens vorliegend kein renten begründender Invaliditätsgrad (mehr) resultieren.
Anzumerken bleibt lediglich, dass auch bei einer Relevanz des Tabellenlohn abzugs für den Invaliditätsgrad ein solcher im Falle des Beschwerdeführers nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ohnehin nicht zulässig wäre. Der
für den Beschwerdeführer massgebliche LSE- Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (LSE 2018) umfasst nämlich eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten, die seinen Einschränkungen genügend Rechnung tragen . Angesichts des ärztlich umschrie benen Zumutbarkeitsprofils ist damit von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, die keine besondere Beanspruchung des nichtdominanten linken Arms einschliesslich der Hand hinsicht lich Kraft, Feinmotorik und Sensibilität erfordern. Aufgrund der vorliegenden Einschränkungen des
Beschwerdeführers ist somit
- entgegen seiner Auffassung - nicht von einer (faktischen)
Einhändigkeit auszugehen, die einen Abzug vom massgebenden statistischen Durchschnittslohn rechtfertigen würde. Zumutbar sind ihm
unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Recht sprechung in ähn lich gelagerten Fällen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_498/2019 vom 1 1. Dezember 2019 E. 4.2.2) beispielsweise Überwachungs-, Prüf- und Kontroll tätigkeiten sowie die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die entsprechend dem medizinischen Belastungsprofil keinen oder nur einen sehr geringen Einsatz des linken Arms und der linken Hand voraussetzen (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2018 vom 1. April 2019 E. 5.2.2).
Somit haben sich die tatsächlichen Verhältnisse spätestens ab Dezember 2020
erheblich geändert, was unter Nachachtung von Art. 88a IVV zu einer Befristung d er Rente bis am 2 8. Februar 2021 führt (E. 1.6). 4.4
Es stellt sich schliesslich noch die Frage, ob die ab 1. Februar 2019 zugesprochene ganze Rente bis zum Ende ihrer Ausrichtungsdauer am 2 8. Februar 2021 abge stuft herabzusetzen ist. A nalog zum Revisionsrecht müsste dafür mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein lichkeit nachgewiesen sein, wann sich die Arbeitsfähigkeit in welchem Ausmass sukzessiv gesteigert hat (E. 1.6) .
RAD-Arzt Dr. D.___ ging von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab März 2020 aus, wobei er sich dabei wohl auf die Einschätzung von med. pract . B.___ stützte, der am 2 5. Februar 2020 angegeben hatte, dass dem Beschwerdeführer leichte Tätigkeiten je nach Belastung anfänglich in einem Pensum von 50 % mit schritt weiser Steigerung zumutbar seien. Mit dieser hausärztlichen Einschätzung ist indes eine revisionsrechtliche relevante Verbesserung, die für die Abstufung der ganzen Rente erforderlich wäre, nicht genügend nachgewiesen. Zum einen konnten praktisch zeitgleich zu r Stellungnahme des Hausarztes die behandelnden Fachärzte der Universitätsklinik A.___ am 1 0. März 2010 lediglich das Anfor derungsprofil für eine angepasste Tätigkeit umschreiben, vermochten aber über den zeitlichen Umfang keine Angabe zu machen. Zum anderen empfahl Hausarzt B.___ als Startpensum für die Aufnahme einer angepassten Tätigkeit im September 2020 nur
noch ein Startpensum von 30 %, nachdem im Juni 2020 das linke Schultergelenk erfolglos infiltriert worden war. Vor diesem Hintergrund erscheint die medizinisch nicht begründete Einschätzung von RAD-Arzt Dr. D.___
rein
spekulativ, dass der Beschwerdeführer
ab März 50 %
arbeitsfähig
sein soll und von einer monatlichen Steigerung um eine Stunde bis zu einem vollen Pensum mit 20%iger Leistungsminderung ab Juli 2020 auszugehen wäre . Als Beweisgrundlage für die stufenweise Herabsetzung im Rahmen der befristeten Rentenzusprache
ist auch diese Einschätzung nicht geeignet. Es ist zwar davon auszugehen, dass sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Laufe der Behandlungsmassnahmen bis zur vollen Arbeitsfähigkeit ab spätestens Dezember 2020 sukzessive gesteigert hat, ab wann aber von welchen Arbeitsfähigkeiten auszugehen ist, lässt sich mangels echtzeitlicher medizinischer Beurteilungen im Nachhinein nicht mehr rechtsgenüglich nachweisen . Die Folgen dieser Beweis losigkeit hat die materiell beweisbelastete Beschwerdegegnerin (Art. 8 ZGB) zu tragen, weshalb eine abgestufte Herabsetzung ausser Betracht fällt . 4.5
Damit bleibt es bei der Feststellung, dass der Beschwerdeführ er vom 1. Februar 2019 bis am 2 8. Februar 2021 Anspruch auf eine ganze Rente der Invaliden versicherung hat, was zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung und zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde führt. 5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 bis IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 5.2
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde führer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen dung von Art. 61 lit . g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwier igkeit des Prozesses auf Fr. 2’2 00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird bei diesem Verfahrensausgang gegen standslos. Das Gericht erkennt: 1.
In teilweiser Gutheissung wird die angefochtene Verfügung vom 9. März
2021 aufge hoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer vom 1. Februar
2019 bis 2 8. Februar 2021 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat. 2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800 .-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt. 3.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschä digung von Fr. 2’200 .-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen. 4.
Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Midori
Handschin - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage einer Kopie von Urk. 14 - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 5.
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin GräubFonti
Erwägungen (12 Absätze)
E. 1 X.___, geboren 1975, verfügt über keine Berufsausbildung und war von 2012 bis zur Kündigung per 3 1. März 2016 dur ch die Arbeitgeberin bei der Y.___ als Wagenreiniger beschäftigt . Seither geht er keiner Erwerbstätigkeit nach (Urk. 8/8/35-36; Urk. 8/7/7). A m 24. Juni 2017 erlitt er beim Fussball spielen eine Kniedistorsion (Urk. 8/8/3) und am 19. September 2017 einen Treppensturz mit Luxation der linken Schulter (U rk. 8/73) .
Er meldete sich am 1 6. August 2018 unter Hinweis auf unfallbedingte Schulter- und Knie beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/3) . Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medi zinische und erwerbliche Abklärungen und holte die Akten der S uva ein, die
im Rahmen ihrer Leistungspflicht nach dem Bundesgesetz über die Unfallver sicherung (UVG)
im Zusammenhang mit den genannten Ereignissen für die Heilbehandlungskosten aufkam und Taggelder ausrichtete (Urk. 8/ 7-9; Urk. 8/17; Urk. 8/21; Urk. 8/23; Urk. 8/34; Urk. 8/45; Urk. 8/63-64) . Mit Mitteilung vom 1 9. November 2020 (Urk. 8/43) schloss die IV-Stelle die berufliche Eingliederung (Arbeitsvermittlung) ab und teilte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 2 0. Januar 2021 mit, dass sie sein Gesuch um eine Invalidenrente abweisen werde, wogegen der Versicherte am 22. Februar 2021 Einwand erhob (Urk. 8/60) . Am 1 6. Dezember 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie die Ausrichtung der Taggelder per 1. März 2021 einstellen werde (Urk. 8/63/36-38) . M it Verfügung vom
3. März 2021 verneinte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente nach UVG und sprach ihm wegen der eingeschränkten Beweg lichkeit der Schulter bis zur Horizontalen sowie der mässig schweren Kniearthrose gestützt auf eine Einbusse von 30 % eine Integritätsentschädi gung zu (Urk. 8/64/2-6). Am
9. März 2021 wies die IV-Stelle wie vorbeschieden das Gesuch um eine Rente der Invalidenversicherung ab (Urk. 2).
E. 1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
E. 1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die: a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes tens 40 % arbeitsunfähig (Art.
E. 1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
E. 1.4 Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach frei zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten (Art. 61 lit . c ATSG). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1 0. Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
E. 1.5 Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_ 122/2020 vom 26 . Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhält nisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des ana log anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchs änderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis). 2.
E. 2 Dagegen erhob der Versicherte am 24. April 2021 Beschwerde und beantragte, es
sei die angefochtene Verfügung aufzuh e ben und
es sei ihm mindestens eine
halbe Invalidenrente zuzusprechen; eventuell sei er psychiatrisch und schulter-orthopädisch
zu begutachten . Weiter sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und die U nterzeichnende zu seinem unentgelt lichen Rechtsvertreter zu ernennen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2) . Mit Beschwerdeantwort vom 3. Juni 2021 schloss die Beschwerdegegnerin mit Verweis auf die Stellung nahmen ihres Regional en Ärztlichen Dienstes (RAD) auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer am 2 0. Juli 2021 mitgeteilt wurde (Urk. 13). Das Gericht zieht in Erwägung: 1.
E. 2.1 Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente mit der Begründung verneint, dass zwar die angestammte Tätig keit nicht mehr, eine angepasste, leichte Tätigkeit mit näher beschriebenem Belastungsprofil aber weiterhin vollzeitlich zumutbar sei (Urk. 2) .
E. 2.2 Dagegen wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein, dass er angesichts der chronifizierten Schmerzsituation der linken Schulter und unter Berücksicht i g ung der belastungsabhängigen Schmerzen im rechten Knie selbst in einer angepassten, leichten Tätigkeit lediglich zu 50 % arbeitsfähig sei (Urk. 1 R z . 14). Zudem habe auch sein psychische r Zustand einen Einfluss auf seine Erwerbs fähigkeit, was durch eine psychiatrische Begutachtung abgeklärt werden
und in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit miteinfliessen müsse (Rz . 15-16).
Die Einschränkungen aufgrund des linken Arms, die mangelnde Schul- und Berufs bildung, die fehlenden Sprachkenntnisse und der Migrationshintergrund müssten bei der Bemessung des Invalideneinkommens berücksichtigt werden, weshalb insgesamt eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auszurichten sei (Rz . 18-19).
E. 2.3 Umstritten und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invali denrente hat. 3.
3.1
Vom 1 9. November bis am 1 8. Dezember 2018 befand sich der Beschwerdeführe r zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik Z.___ (Urk. 8/19).
Dem Austrittsbericht vom 2 0. Dezember 2018 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer erstmals im Februar 2010 beim Heben eines Abfallbehälters in einen Container eine Luxation der linken Schulter erlitten hatte mit Reluxationen im A ugust 2010, September 2010, im September 2017 und im April 201 8. Am 28. Mai 2018 sei in der Universitätsklinik A.___
eine offene Schulterstabilisa tion nach Latarjet mit Verschraubungen erfolgt, wobei die behandelnden Ärzte am 12. Oktober 2018 von einem Rehabilitationsdefizit mit unspezifischen periart eri ellen Weichteilschmerzen berichtet hätten (S . 1) .
Am rechten Knie diagnostizierten die Ärzte eine Kniekontusion mit Innen menis kus läsion nach Treppensturz am 2. November 201 4. Am 1 1. November 2014 sei eine Arthroskopie erfolgt mit fast vollständiger Meniskektomie des Innenmenis kus und einer Teilresektion mit Glättung des Aussenmeniskus (S. 2).
Zudem nannten die Ärzte aus psychiatrischer Sicht die Diagnose einer Anpas sungsstörung mit längere r depressiver Reaktion (Trauer, ICD.10: F43.21), differentialdiagnostisch eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: 32.1) .
Das Ziel des Aufenthalts sei es gewesen, im Hinblick auf die Stellensuche die Belastbarkeit zu steigern, was weitgehend habe erreicht werden können (S. 4). Folgende Probleme hätten bei Austritt noch bestanden: eingeschränkte Beweg lichkeit, Kraftminderung in alle Richtungen und belastungsabhängige Schmerzen der ventralen Seite der linken Schulter sowie ein Reizzustand des rechten Knies (S. 2 unten) .
Die festgestellte psychische Störung begründe keine arbeitsrelevante Leistungs minderung. Aus somatischer Sicht seien mittelschwere, vorwiegend gehe nd-stehende Tätigkeiten - wie die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der Wagenreinigung - nicht mehr zumutbar. Leichte Tätigkeiten seien ganztags zumutbar, wobei wegen der Schulterbeschwerden längerdauernde Tätigkeiten über Kopf sowie Schläge und Vibrationsbelastungen vermieden werden sollten. Wegen der Knieproblematik sollte eine angepasste Tätigkeit wechselbelastend sein ohne längerdauernde Zwangshaltungen, ohne Tätigkeiten auf unebenem Gelände und ohne das Ersteigen von Leitern oder Gerüsten.
Anlässlich eines Gesprächs mit der Case Managerin der Suva seien berufliche Alternativen thematisiert worden, wobei der Beschwerdeführer als eigene Ideen Buschauffeur und Trampilot genannt habe. Man habe auch über leichtere Kontroll- und Montagearbeiten oder eine Tätigkeit in der Logistik gesprochen (S. 4 f.) . 3. 2
Am 7. März 2019 erfolgte in der Universitätsklinik A.___ wegen symptomatischer Pseudoarthrose ein erneuter schulterchirurgischer Eingriff (Revision Latarjet mit Anfrischen Glenoidhals und Refixation
Coracoidblock, Urk. 8/ 21/9-10).
Am 2 6. April 2019 gaben die behandelnden Ärzte der Universitätsklinik A.___ an, dass sich sechs Wochen nach dem Revisions- Latarjet ein regelrechter Verlauf zeige und mit der physiotherapeutischen Mobilisation ohne Belastung begonnen werde (Urk. 8/23/29-30).
A m 2 6. Juli 2019 (Urk. 23/15-16) wurde aus der Universitätsklinik A.___ berichtet, dass immer noch ein deutliches Rehabilitationsdefizit bestehe, weshalb weiterhin kontinuierliche Physiotherapie empfohlen werde. Am 2 9. Juli 2019 teilte der Beschwerdeführer der Suva mit, dass er laut den Ärzten der Universi tätsklinik A.___ wieder zu 10 bis 20 % arbeiten dürfe (Urk. 8/23/17).
Im Sprechstundenbericht vom 5. November 2019 (Urk. 8/26/10-11)
wurde ausgeführt, dass sich acht Monate nach dem
Revisions- Eingriff eine langsame Besserung zeige; die Beweglichkeit sei aber immer noch signifikant einge schränkt. Man habe mit dem Beschwerdeführer besprochen, dass seine Schulter wohl nie wieder den Zustand wie vor der ersten Operation einnehmen werde und er sich n ach weniger schulterbelastenden, nicht repetitiven Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Gewichten umsehen solle. 3.3
M ed. pract . B.___, Facharzt für Allgemeine Medizin und Pädiatrie, bei dem der Beschwerdeführer seit 2014 in hausärztlicher Betreuung steht, gab am 2 5. Feb ruar 2020 an, dass dieser in seiner angestammten Tätigkeit seit dem 20. Septem ber 2017 zu 100 % arbeitsunfähig sei. L eichte angepasste Tätigkeiten sei en je nach Belastung anfänglich zu 50 % möglich mit einer schrittweisen Steigerung. Trotz weiterhin chronifizierender Schulter- und Kniebeschwerden sei der Beschwerdeführer motiviert, einer Arbeit nachzugehen und sich neu zu orientie ren. Hierfür benötige er dringend Hilfe in der Form einer Umschulung oder von Kursen (Urk. 8/31/7-8) . 3.4
Im Bericht der Universitätsklinik A.___ vom 1 0. März 2020 wurde die vormalige Einschätzung zum Anforderungsprofil für eine angepasste Tätigkeit bestätigt. Der genaue zeitliche Umfang sei durch ein medizinisches Gutachten oder ein arbeits basiertes Assessment zu evaluieren (Urk. 8/32/4-6). 3.5
Am 3 0. Juni 2020 fand an der Uniklinik A.___ eine therapeutische Infiltration am linken Schultergelenk statt (Urk. 8/45/37). 3.6
Am 2 3. September 2020 berichtete med. pract . B.___, dass der Beschwerdeführer nach dreimaliger Operation im Schulterbereich links weiterhin schmerzgeplagt sei. Die zuletzt durchgeführte
Stereoid -Infiltration habe keinerlei Erfolg gezeigt. Auch über Kniebeschwerden rechts klage der Beschwerdeführer, wobei die Schulterschmerzen im Vordergrund stünden. Neu gab med. pract . B.___ an, dass in einer angepassten Tätigkeit mit einem 30%igen Pensum gestartet werden solle mit langsamer Steigerung; der Beschwerdeführer sei sehr unsicher und ängstlich (Urk. 8/40). Am 2 2. Februar 2021 hielt med. pract . B.___ wiederum fest, dass der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei (Urk. 8/59). 3.7
Am 1 0. Dezember 2020 wurde der Beschwerdeführer von Suva-Kreisarzt med. pract . C.___, Facharzt für Chirurgie FMH, unt ersucht. Dieser nannte am 14. Dezember 2020 die folgenden Diagnosen (Urk. 8/47 S. 7) : - Status nach mehrfachen Schulterluxationen links mit letzter Luxation 2017 mit subsequenter Instabilität - Posttraumatische Varusg o n arthrose rechts nach Kniekontusion rechts mit Innenmeniskusläsion 2014 und erneutem Unfall am 2 4. Juni 2017
An der linken Schulter habe der Beschwerdeführer durch die verschiedenen Luxationen und den nachfolgenden Operationen bleibende Schäden und Einschränkungen erlitten, die nachvollziehbar seien. Insbesondere die mangelnde Bewegungsfähigkeit sei nachvollziehbar und objektivierbar, ebenso die Rest schm erzen in der Narbe über dem Sul c u s
deltoidopectoralis . Von weiteren Eingriffen sei keine Verbesserung im Sinne einer Schmerzfreiheit oder einer Steigerung des Bewegungsumfangs zu erwarten.
Die Behandlung des rechten Knies könne bei einem doch sehr ansprechenden und guten Resultat abgeschlossen werden. Beschwerden bestünden allenfalls noch in Ansätzen, Einschränkungen seien indes nicht feststellbar. Die Arthrose sei aber nachweisbar.
In der angestammten Tätigkeit als Wagenreiniger könne der Beschwerdeführer wegen zu häufigen Tragen s von schweren Lasten, zu häufigen Zwangshaltungen, zu häufigen Überkopfarbeiten und zu häufigen Schlägen/Vibrationen auf die linke obere Extremität nicht mehr arbeiten.
Der Kreisarzt nannte folgendes Belastungsprofil für eine angepasste Tätigkeit: Das Heben und Tragen auf der linken Seite solle nur sehr leicht sein, auf der rechten Seite bestünden keine Einschränkungen. Das Hantieren mit Werkzeugen solle links leicht, das heisst feinmotorisch sein, wobei auch hier rechtsseitig keine Einschränkungen vorlägen. Beidhändige Arbeiten seien so zu organisieren, dass der Beschwerdeführer links nicht mehr belastet werde als angegeben. Sämtliche Arbeiten, welche Schläge und/oder Vibrationen auf die linke obere Extremität verursachen, dürften nicht durchgeführt werden. Sitzen und Stehen sei uneinge schränkt möglich, auch gelegentliches Knien sei möglich. Längerdauernde Haltungen und die Fortbewegung seien uneingeschränkt. Beim Gehen auf unebe nem Gelände sollt e wegen des rechten Knies auf das Tragen von Lasten verzichtet werden. Treppensteigen sei möglich, wohingegen das Besteigen von Leitern vermieden werden sollte. Arbeiten über Kopfhöhe und sämtliche Arbeiten, welche ein Gleichgewicht erfordern, sowie alle absturzgefährdeten Arbeiten s ollten vermieden werden (S. 8). 3.
E. 6 ATSG) gewesen sind; und c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art.
E. 8 ZGB) zu tragen, weshalb eine abgestufte Herabsetzung ausser Betracht fällt . 4.5
Damit bleibt es bei der Feststellung, dass der Beschwerdeführ er vom 1. Februar 2019 bis am 2 8. Februar 2021 Anspruch auf eine ganze Rente der Invaliden versicherung hat, was zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung und zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde führt. 5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 bis IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 5.2
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde führer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen dung von Art. 61 lit . g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwier igkeit des Prozesses auf Fr. 2’2 00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird bei diesem Verfahrensausgang gegen standslos. Das Gericht erkennt: 1.
In teilweiser Gutheissung wird die angefochtene Verfügung vom 9. März
2021 aufge hoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer vom 1. Februar
2019 bis 2 8. Februar 2021 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat. 2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800 .-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt. 3.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschä digung von Fr. 2’200 .-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen. 4.
Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Midori
Handschin - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage einer Kopie von Urk. 14 - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 5.
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin GräubFonti
Dispositiv
- X.___ , geboren 1975, verfügt über keine Berufsausbildung und war von 2012 bis zur Kündigung per 3
- März 2016 dur ch die Arbeitgeberin bei der Y.___ als Wagenreiniger beschäftigt . Seither geht er keiner Erwerbstätigkeit nach ( Urk. 8/8/35-36; Urk. 8/7/7). A m 24. Juni 2017 erlitt er beim Fussball spielen eine Kniedistorsion ( Urk. 8/8/3) und am 19. September 2017 einen Treppensturz mit Luxation der linken Schulter (U rk. 8/73) . Er meldete sich am 1
- August 2018 unter Hinweis auf unfallbedingte Schulter- und Knie beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an ( Urk. 8/3) . Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medi zinische und erwerbliche Abklärungen und holte die Akten der S uva ein, die im Rahmen ihrer Leistungspflicht nach dem Bundesgesetz über die Unfallver sicherung (UVG) im Zusammenhang mit den genannten Ereignissen für die Heilbehandlungskosten aufkam und Taggelder ausrichtete ( Urk. 8/ 7-9; Urk. 8/17; Urk. 8/21; Urk. 8/23; Urk. 8/34; Urk. 8/45; Urk. 8/63-64) . Mit Mitteilung vom 1
- November 2020 ( Urk. 8/43) schloss die IV-Stelle die berufliche Eingliederung (Arbeitsvermittlung) ab und teilte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 2
- Januar 2021 mit, dass sie sein Gesuch um eine Invalidenrente abweisen werde , wogegen der Versicherte am 22. Februar 2021 Einwand erhob (Urk. 8/60) . Am 1
- Dezember 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie die Ausrichtung der Taggelder per
- März 2021 einstellen werde ( Urk. 8/63/36-38) . M it Verfügung vom
- März 2021 verneinte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente nach UVG und sprach ihm wegen der eingeschränkten Beweg lichkeit der Schulter bis zur Horizontalen sowie der mässig schweren Kniearthrose gestützt auf eine Einbusse von 30 % eine Integritätsentschädi gung zu ( Urk. 8/64/2-6). Am
- März 2021 wies die IV-Stelle wie vorbeschieden das Gesuch um eine Rente der Invalidenversicherung ab (Urk. 2).
- Dagegen erhob der Versicherte am 24. April 2021 Beschwerde und beantragte , es sei die angefochtene Verfügung aufzuh e ben und es sei ihm mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen; eventuell sei er psychiatrisch und schulter-orthopädisch zu begutachten . Weiter sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und die U nterzeichnende zu seinem unentgelt lichen Rechtsvertreter zu ernennen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin ( Urk. 1 S. 2) . Mit Beschwerdeantwort vom
- Juni 2021 schloss die Beschwerdegegnerin mit Verweis auf die Stellung nahmen ihres Regional en Ärztlichen Dienstes (RAD) auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer am 2
- Juli 2021 mitgeteilt wurde ( Urk. 13). Das Gericht zieht in Erwägung:
- 1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung ( IVG ) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen , erhalten oder verbessern können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes tens 40 % arbeitsunfähig ( Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ( Art. 8 ATSG) sind. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente , bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs. 2 IVG). 1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 1.4 Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach frei zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten ( Art. 61 lit . c ATSG). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
- Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen). 1.5 Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_ 122/2020 vom 26 . Februar 2021 E. 2 ). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhält nisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des ana log anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchs änderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis ).
- 2.1 Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente mit der Begründung verneint, dass zwar die angestammte Tätig keit nicht mehr, eine angepasste , leichte Tätigkeit mit näher beschriebenem Belastungsprofil aber weiterhin vollzeitlich zumutbar sei ( Urk. 2) . 2.2 Dagegen wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein, dass er angesichts der chronifizierten Schmerzsituation der linken Schulter und unter Berücksicht i g ung der belastungsabhängigen Schmerzen im rechten Knie selbst in einer angepassten, leichten Tätigkeit lediglich zu 50 % arbeitsfähig sei (Urk. 1 R z . 14). Zudem habe auch sein psychische r Zustand einen Einfluss auf seine Erwerbs fähigkeit, was durch eine psychiatrische Begutachtung abgeklärt werden und in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit miteinfliessen müsse ( Rz . 15-16). Die Einschränkungen aufgrund des linken Arms, die mangelnde Schul- und Berufs bildung, die fehlenden Sprachkenntnisse und der Migrationshintergrund müssten bei der Bemessung des Invalideneinkommens berücksichtigt werden, weshalb insgesamt eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auszurichten sei ( Rz . 18-19). 2.3 Umstritten und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invali denrente hat.
- 3.1 Vom 1
- November bis am 1
- Dezember 2018 befand sich der Beschwerdeführe r zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik Z.___ ( Urk. 8/19 ). Dem Austrittsbericht vom 2
- Dezember 2018 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer erstmals im Februar 2010 beim Heben eines Abfallbehälters in einen Container eine Luxation der linken Schulter erlitten hatte mit Reluxationen im A ugust 2010, September 2010 , im September 2017 und im April 201
- Am 28. Mai 2018 sei in der Universitätsklinik A.___ eine offene Schulterstabilisa tion nach Latarjet mit Verschraubungen erfolgt, wobei die behandelnden Ärzte am 12. Oktober 2018 von einem Rehabilitationsdefizit mit unspezifischen periart eri ellen Weichteilschmerzen berichtet hätten (S . 1 ) . Am rechten Knie diagnostizierten die Ärzte eine Kniekontusion mit Innen menis kus läsion nach Treppensturz am 2. November 201
- Am 1
- November 2014 sei eine Arthroskopie erfolgt mit fast vollständiger Meniskektomie des Innenmenis kus und einer Teilresektion mit Glättung des Aussenmeniskus (S. 2). Zudem nannten die Ärzte aus psychiatrischer Sicht die Diagnose einer Anpas sungsstörung mit längere r depressiver Reaktion (Trauer, ICD.10: F43.21 ) , differentialdiagnostisch eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: 32.1) . Das Ziel des Aufenthalts sei es gewesen, im Hinblick auf die Stellensuche die Belastbarkeit zu steigern, was weitgehend habe erreicht werden können (S. 4). Folgende Probleme hätten bei Austritt noch bestanden: eingeschränkte Beweg lichkeit, Kraftminderung in alle Richtungen und belastungsabhängige Schmerzen der ventralen Seite der linken Schulter sowie ein Reizzustand des rechten Knies (S. 2 unten) . Die festgestellte psychische Störung begründe keine arbeitsrelevante Leistungs minderung. Aus somatischer Sicht seien mittelschwere, vorwiegend gehe nd-stehende Tätigkeiten - wie die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der Wagenreinigung - nicht mehr zumutbar. Leichte Tätigkeiten seien ganztags zumutbar , wobei wegen der Schulterbeschwerden längerdauernde Tätigkeiten über Kopf sowie Schläge und Vibrationsbelastungen vermieden werden sollten. Wegen der Knieproblematik sollte eine angepasste Tätigkeit wechselbelastend sein ohne längerdauernde Zwangshaltungen, ohne Tätigkeiten auf unebenem Gelände und ohne das Ersteigen von Leitern oder Gerüsten. Anlässlich eines Gesprächs mit der Case Managerin der Suva seien berufliche Alternativen thematisiert worden, wobei der Beschwerdeführer als eigene Ideen Buschauffeur und Trampilot genannt habe. Man habe auch über leichtere Kontroll- und Montagearbeiten oder eine Tätigkeit in der Logistik gesprochen (S. 4 f.) .
- 2 Am
- März 2019 erfolgte in der Universitätsklinik A.___ wegen symptomatischer Pseudoarthrose ein erneuter schulterchirurgischer Eingriff (Revision Latarjet mit Anfrischen Glenoidhals und Refixation Coracoidblock , Urk. 8/ 21/9-10 ). Am 2
- April 2019 gaben die behandelnden Ärzte der Universitätsklinik A.___ an , dass sich sechs Wochen nach dem Revisions- Latarjet ein regelrechter Verlauf zeige und mit der physiotherapeutischen Mobilisation ohne Belastung begonnen werde ( Urk. 8/23/29-30). A m 2
- Juli 2019 (Urk. 23/15-16) wurde aus der Universitätsklinik A.___ berichtet , dass immer noch ein deutliches Rehabilitationsdefizit bestehe, weshalb weiterhin kontinuierliche Physiotherapie empfohlen werde. Am 2
- Juli 2019 teilte der Beschwerdeführer der Suva mit, dass er laut den Ärzten der Universi tätsklinik A.___ wieder zu 10 bis 20 % arbeiten dürfe ( Urk. 8/23/17). Im Sprechstundenbericht vom
- November 2019 ( Urk. 8/26/10-11) wurde ausgeführt, dass sich acht Monate nach dem Revisions- Eingriff eine langsame Besserung zeige ; die Beweglichkeit sei aber immer noch signifikant einge schränkt. Man habe mit dem Beschwerdeführer besprochen, dass seine Schulter wohl nie wieder den Zustand wie vor der ersten Operation einnehmen werde und er sich n ach weniger schulterbelastenden, nicht repetitiven Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Gewichten umsehen solle. 3.3 M ed. pract . B.___ , Facharzt für Allgemeine Medizin und Pädiatrie, bei dem der Beschwerdeführer seit 2014 in hausärztlicher Betreuung steht, gab am 2
- Feb ruar 2020 an, dass dieser in seiner angestammten Tätigkeit seit dem 20. Septem ber 2017 zu 100 % arbeitsunfähig sei. L eichte angepasste Tätigkeiten sei en je nach Belastung anfänglich zu 50 % möglich mit einer schrittweisen Steigerung. Trotz weiterhin chronifizierender Schulter- und Kniebeschwerden sei der Beschwerdeführer motiviert , einer Arbeit nachzugehen und sich neu zu orientie ren. Hierfür benötige er dringend Hilfe in der Form einer Umschulung oder von Kursen ( Urk. 8/31/7-8) . 3.4 Im Bericht der Universitätsklinik A.___ vom 1
- März 2020 wurde die vormalige Einschätzung zum Anforderungsprofil für eine angepasste Tätigkeit bestätigt. Der genaue zeitliche Umfang sei durch ein medizinisches Gutachten oder ein arbeits basiertes Assessment zu evaluieren ( Urk. 8/32/4-6). 3.5 Am 3
- Juni 2020 fand an der Uniklinik A.___ eine therapeutische Infiltration am linken Schultergelenk statt (Urk. 8/45/37). 3.6 Am 2
- September 2020 berichtete med. pract . B.___ , dass der Beschwerdeführer nach dreimaliger Operation im Schulterbereich links weiterhin schmerzgeplagt sei. Die zuletzt durchgeführte Stereoid -Infiltration habe keinerlei Erfolg gezeigt. Auch über Kniebeschwerden rechts klage der Beschwerdeführer, wobei die Schulterschmerzen im Vordergrund stünden. Neu gab med. pract . B.___ an, dass in einer angepassten Tätigkeit mit einem 30%igen Pensum gestartet werden solle mit langsamer Steigerung; der Beschwerdeführer sei sehr unsicher und ängstlich ( Urk. 8/40). Am 2
- Februar 2021 hielt med. pract . B.___ wiederum fest , dass der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei ( Urk. 8/59). 3.7 Am 1
- Dezember 2020 wurde der Beschwerdeführer von Suva-Kreisarzt med. pract . C.___ , Facharzt für Chirurgie FMH, unt ersucht. Dieser nannte am 14. Dezember 2020 die folgenden Diagnosen ( Urk. 8/47 S. 7 ) : - Status nach mehrfachen Schulterluxationen links mit letzter Luxation 2017 mit subsequenter Instabilität - Posttraumatische Varusg o n arthrose rechts nach Kniekontusion rechts mit Innenmeniskusläsion 2014 und erneutem Unfall am 2
- Juni 2017 An der linken Schulter habe der Beschwerdeführer durch die verschiedenen Luxationen und den nachfolgenden Operationen bleibende Schäden und Einschränkungen erlitten, die nachvollziehbar seien. Insbesondere die mangelnde Bewegungsfähigkeit sei nachvollziehbar und objektivierbar, ebenso die Rest schm erzen in der Narbe über dem Sul c u s deltoidopectoralis . Von weiteren Eingriffen sei keine Verbesserung im Sinne einer Schmerzfreiheit oder einer Steigerung des Bewegungsumfangs zu erwarten. Die Behandlung des rechten Knies könne bei einem doch sehr ansprechenden und guten Resultat abgeschlossen werden. Beschwerden bestünden allenfalls noch in Ansätzen, Einschränkungen seien indes nicht feststellbar. Die Arthrose sei aber nachweisbar. In der angestammten Tätigkeit als Wagenreiniger könne der Beschwerdeführer wegen zu häufigen Tragen s von schweren Lasten, zu häufigen Zwangshaltungen, zu häufigen Überkopfarbeiten und zu häufigen Schlägen/Vibrationen auf die linke obere Extremität nicht mehr arbeiten. Der Kreisarzt nannte folgendes Belastungsprofil für eine angepasste Tätigkeit: Das Heben und Tragen auf der linken Seite solle nur sehr leicht sein, auf der rechten Seite bestünden keine Einschränkungen. Das Hantieren mit Werkzeugen solle links leicht, das heisst feinmotorisch sein, wobei auch hier rechtsseitig keine Einschränkungen vorlägen. Beidhändige Arbeiten seien so zu organisieren, dass der Beschwerdeführer links nicht mehr belastet werde als angegeben. Sämtliche Arbeiten, welche Schläge und/oder Vibrationen auf die linke obere Extremität verursachen, dürften nicht durchgeführt werden. Sitzen und Stehen sei uneinge schränkt möglich, auch gelegentliches Knien sei möglich. Längerdauernde Haltungen und die Fortbewegung seien uneingeschränkt. Beim Gehen auf unebe nem Gelände sollt e wegen des rechten Knies auf das Tragen von Lasten verzichtet werden. Treppensteigen sei möglich, wohingegen das Besteigen von Leitern vermieden werden sollte. Arbeiten über Kopfhöhe und sämtliche Arbeiten, welche ein Gleichgewicht erfordern , sowie alle absturzgefährdeten Arbeiten s ollten vermieden werden (S. 8).
- 8 RAD-Arzt Dr. D.___ , Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie verwies am
- Januar 2021 zur angepassten Tätigkeit auf das Belastungsprofi l gemäss Suva-Kreisarzt . Hinsichtlich Arbeitsunfähigkeiten seien die wenigen, aktenkundigen Angaben des Hausarztes und der behandelnden Ärzte der Uni klinik A.___ plausibel , sodass sich folgende Gesamtbeurteilung ergebe: In der bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführer seit September 2017 durchgehend und auf Dauer zu 100 % arbeitsunfähig. Für angepasste Tätigkeiten ergebe sich eine 100% ige Arbeitsunfähigkeit bis Februar 202
- Ab März 2020 sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen mit langsamer schrittweiser Steigerung um etwa eine Stunde alle vier Wochen. Es verbleibe eine Arbeits unfähigkeit von 20 % bei ganztäg iger Präsenz und einer Leistungsminderung von 20 % wegen der Notwendigkeit häufigerer Arbeitsunterbrechungen und Ruhepausen ( Urk. 8/54 S. 10-12) . 3.9 Am
- Februar 2021 berichteten die Ärzte der Klinik E.___ , dass sie den Beschwerdeführer zwecks Zweitmeinung zu allfälligen Therapieoptionen unter sucht hätten, sie aber keine neuen Aspekte zur Diskussion beitragen könnten. Wie die behandelnden Ärzte der Universitätsklinik A.___ seien sie der Meinung, dass eine Re-Arthroskopie und Metallentfernung als ultima ratio zwar möglich wäre, es aber völlig unsicher sei, ob der Beschwerdeführer davon profitieren würde. Eine dauerhafte schmerztherapeutische Behandlung sei in Erwägung zu ziehen (Urk. 3/3).
- 4.1 Zunächst ist festzuhalten, dass unter Berücksichtigung der gesamten medizi nischen Aktenlage beim Beschwerdeführer keine psychiatrischen Diagnosen mit A uswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen. So haben bereits die Ärzte der Rehaklinik Z.___ am 2
- Dezember 2018 festgestellt, dass die Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion keine arbeitsrelevante L eistungsminderung bewirkt . In der Folge wurden weder von seinem Hausarzt noch von den Ärzten der Universitätsklinik A.___ psychiatrische Diagnosen gestellt oder Befunde beschrieben, die auf ein invalidisierendes psychisches Leiden hinweisen. Ebenso wenig befand er sich soweit ersichtlich je in psychiat rischer oder p sycho therapeutischer Behandlung. Damit sind entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers aus psychischer Sicht keine weiteren Abklärungen erfor derlich. 4.2 4.2.1 In somatischer Hinsicht hat RAD-Arzt Dr. D.___ festgestellt , dass der Beschwerde führer in seiner angestammten Tätigkeit seit September 2017 auf Dauer nicht mehr arbeitsfähig ist. Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in angepassten Tätigkei ten sei bis Februar 2020 ausgewiesen. Diese Einschätzung steht im Einklang mit den übrigen medizinischen Verlaufsberichten nach dem Sturz mit Schulterluxa tion im September 2017 , der bis Juni 2020 zwei chirurgische Eingrif fe , eine Infiltration und engmaschige Physiotherapie-Sitzungen nach sich zog . Dr. B.___ hielt erstmals Ende Februar 2020 fest, dass eine leichte angepasste Tätigkeit in einem anfänglichen Pensum von 50 % möglich sei. Auch wenn von den behandelnden Ärzten in Z.___ und der Universitätsklinik A.___ der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben in einer angepassten Tätigkeit schon vor Februar 2020 thematisiert worden war , war bis zu diesem Zeitpunkt nie von einer relevanten Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten die Rede. 4.2.2 D er Beschwerdeführer war damit seit September 2017 bis mindestens Februar 2020 sowohl in angestammter wie auch angepasster Tätigkeit vollständig arbeits unfähig und damit nach Ablauf des Wartejahrs per
- September 2018 zu 100 % erwerbsunfähig. Er hat sich am 1
- August 2018 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet, womit er unter Nachachtung von Art. 29 Abs. 1 IVG (frühestmöglicher Rentenbeginn nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs) ab dem
- Februar 2019 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat (E. 1.1-2) . 4.3 4.3.1 A us den Ausführungen von Suva-Kreisarzt C.___ geht hervor, dass der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung sowohl der linksseitigen Schulter beschwerden wie auch der Varusgonarthrose im rechten Knie im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
- Dezember 2020 in angepassten Tätigkeiten wieder voll arbeitsfähig war. Der Kreisarzt hat den Beschw erdeführer umfassend untersucht und sich bei seiner Beurteilung sowohl auf eine sorgfältige Anamnese wie auch auf die relevante Bildgebung gestützt. Darauf basierend hat er - unter Berücksichtigung der Bewegungseinschränkungen und Restschmerzen der linken Schulter und der Arthrose im rechten Knie - ein differenziertes Belastungsprofil erstellt, unter dessen Einhaltung der Beschwerdeführer eine ganztätige Arbeit ausführen kann. Seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit diesem Belastungs profil ist im Kontext der vor liegenden Diagnosen und Befunde nachvollziehbar und plausibel. Sie entspricht im Übrigen auch der Einschätzung von Dr. B.___ , der bereits im Februar 2020 festgehalten hatte, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit anfänglich im Umfang von 50 % mit einer schrittweisen Steigerung des Pensums zumutbar sei. Soweit med. pract . B.___ am 2
- Februar 2021 ( Urk. 3/4) weiterhin eine lediglich 50%ige Arbeitsfähigkeit attestierte, kann ihm nicht gefolgt werden. Der Hinweis auf persis t ierende Schulterschmerzen macht eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht unplausibel und es fehlt dem Bericht eine Auseinandersetzung mit den fachärztlichen Feststellungen des Suva-Kreisarztes. Die Ärzte der Universitätsklinik A.___ gingen ebenfalls von einem schulterschonenden Belastungsprofil aus und erachteten den Beschwerdeführer darin grundsätzlich als arbeitsfähig, auch wenn sie sich nicht zum zeitlichen Umfang des Zumutbaren äusserten. Damit ist der Beschwerdeführer spätestens seit Dezember 2020 in angepassten Tätigkeiten mit entsprechendem Belastungsprofil nachweislich wieder voll arbeitsfähig. Welche Bewandtnis es hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers damit hat, dass er sich nach seiner Mitteilung vom 1
- Oktober 2021 (Urk. 14) in einem 30-tä gigen Arbeitsversuch in einem 100%-Pensum befindet, ist für die Beurteilung des vorliegenden Falles nicht beachtlich, da vorliegend auf den Sach verhalt abzustellen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 9. März 2021) ereignet hat (zur zeitlichen Grenze der richter lichen Überprüfungsbefugnis: BGE 132 V 215 E. 3.1.1) . Eine Verfahrenssistierung rechtfertigt sich jedenfalls nicht. 4.3.2 Der Beschwerdeführer war bei Anmeldung zum Leistungsbezug im August 2017 bereits arbeitslos, weshalb für das Validen- wie auch für das Invalideneinkommen auf die gleichen statistische n D aten der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung abzustellen ist und der durch einen rechnerischen Prozentvergleich zu ermittelnde Invaliditätsgrad damit bei 100%iger Arbeitsfähigkeit 0 % beträgt. Damit würde auch bei einem maximalen Abzug vom statistischen Tabellenlohn von 25 % zur Ermittlung des Invalideneinkommens vorliegend kein renten begründender Invaliditätsgrad (mehr) resultieren. Anzumerken bleibt lediglich, dass auch bei einer Relevanz des Tabellenlohn abzugs für den Invaliditätsgrad ein solcher im Falle des Beschwerdeführers nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ohnehin nicht zulässig wäre. Der für den Beschwerdeführer massgebliche LSE- Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (LSE 2018) umfasst nämlich eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten, die seinen Einschränkungen genügend Rechnung tragen . Angesichts des ärztlich umschrie benen Zumutbarkeitsprofils ist damit von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, die keine besondere Beanspruchung des nichtdominanten linken Arms einschliesslich der Hand hinsicht lich Kraft, Feinmotorik und Sensibilität erfordern. Aufgrund der vorliegenden Einschränkungen des Beschwerdeführers ist somit - entgegen seiner Auffassung - nicht von einer ( faktischen ) Einhändigkeit auszugehen, die einen Abzug vom massgebenden statistischen Durchschnittslohn rechtfertigen würde. Zumutbar sind ihm unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Recht sprechung in ähn lich gelagerten Fällen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_498/2019 vom 1
- Dezember 2019 E. 4.2.2) beispielsweise Überwachungs-, Prüf- und Kontroll tätigkeiten sowie die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die entsprechend dem medizinischen Belastungsprofil keinen oder nur einen sehr geringen Einsatz des linken Arms und der linken Hand voraussetzen (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2018 vom 1. April 2019 E. 5.2.2). Somit haben sich die tatsächlichen Verhältnisse spätestens ab Dezember 2020 erheblich geändert, was unter Nachachtung von Art. 88a IVV zu einer Befristung d er Rente bis am 2
- Februar 2021 führt (E. 1.6). 4.4 Es stellt sich schliesslich noch die Frage, ob die ab
- Februar 2019 zugesprochene ganze Rente bis zum Ende ihrer Ausrichtungsdauer am 2
- Februar 2021 abge stuft herabzusetzen ist. A nalog zum Revisionsrecht müsste dafür mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein lichkeit nachgewiesen sein, wann sich die Arbeitsfähigkeit in welchem Ausmass sukzessiv gesteigert hat (E. 1.6) . RAD-Arzt Dr. D.___ ging von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab März 2020 aus, wobei er sich dabei wohl auf die Einschätzung von med. pract . B.___ stützte, der am 2
- Februar 2020 angegeben hatte, dass dem Beschwerdeführer leichte Tätigkeiten je nach Belastung anfänglich in einem Pensum von 50 % mit schritt weiser Steigerung zumutbar seien. Mit dieser hausärztlichen Einschätzung ist indes eine revisionsrechtliche relevante Verbesserung, die für die Abstufung der ganzen Rente erforderlich wäre, nicht genügend nachgewiesen. Zum einen konnten praktisch zeitgleich zu r Stellungnahme des Hausarztes die behandelnden Fachärzte der Universitätsklinik A.___ am 1
- März 2010 lediglich das Anfor derungsprofil für eine angepasste Tätigkeit umschreiben, vermochten aber über den zeitlichen Umfang keine Angabe zu machen. Zum anderen empfahl Hausarzt B.___ als Startpensum für die Aufnahme einer angepassten Tätigkeit im September 2020 nur noch ein Startpensum von 30 % , nachdem im Juni 2020 das linke Schultergelenk erfolglos infiltriert worden war. Vor diesem Hintergrund erscheint die medizinisch nicht begründete Einschätzung von RAD-Arzt Dr. D.___ rein spekulativ , dass der Beschwerdeführer ab März 50 % arbeitsfähig sein soll und von einer monatlichen Steigerung um eine Stunde bis zu einem vollen Pensum mit 20%iger Leistungsminderung ab Juli 2020 auszugehen wäre . Als Beweisgrundlage für die stufenweise Herabsetzung im Rahmen der befristeten Rentenzusprache ist auch diese Einschätzung nicht geeignet. Es ist zwar davon auszugehen, dass sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Laufe der Behandlungsmassnahmen bis zur vollen Arbeitsfähigkeit ab spätestens Dezember 2020 sukzessive gesteigert hat, ab wann aber von welchen Arbeitsfähigkeiten auszugehen ist, lässt sich mangels echtzeitlicher medizinischer Beurteilungen im Nachhinein nicht mehr rechtsgenüglich nachweisen . Die Folgen dieser Beweis losigkeit hat die materiell beweisbelastete Beschwerdegegnerin ( Art. 8 ZGB) zu tragen , weshalb eine abgestufte Herabsetzung ausser Betracht fällt . 4.5 Damit bleibt es bei der Feststellung, dass der Beschwerdeführ er vom
- Februar 2019 bis am 2
- Februar 2021 Anspruch auf eine ganze Rente der Invaliden versicherung hat, was zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung und zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde führt.
- 5.1 Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen ( Art. 69 Abs. 1 bis IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 5.2 Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde führer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen dung von Art. 61 lit . g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwier igkeit des Prozesses auf Fr. 2’2 00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird bei diesem Verfahrensausgang gegen standslos. Das Gericht erkennt:
- In teilweiser Gutheissung wird die angefochtene Verfügung vom
- März 2021 aufge hoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer vom
- Februar 2019 bis 2
- Februar 2021 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat.
- Die Gerichtskosten von Fr. 800 .-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
- Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschä digung von Fr. 2’200 .-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen.
- Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Midori Handschin - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle , unter Beilage einer Kopie von Urk. 14 - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
- Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
- Juli bis und mit 1
- August sowie vom 1
- Dezember bis und mit dem
- Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin GräubFonti
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich IV.2021.00264
III. Kammer Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Slavik Ersatzrichterin Gasser Küffer Gerichtsschreiberin Fonti Urteil vom 2. November 2021 in S achen X.___ Beschwerdeführer vertreten durch Rechtsanwältin Midori
Handschin Raewel
Advokatur Gotthardstrasse 52, 8002 Zürich gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich Beschwerdegegnerin Sachverhalt: 1. X.___, geboren 1975, verfügt über keine Berufsausbildung und war von 2012 bis zur Kündigung per 3 1. März 2016 dur ch die Arbeitgeberin bei der Y.___ als Wagenreiniger beschäftigt . Seither geht er keiner Erwerbstätigkeit nach (Urk. 8/8/35-36; Urk. 8/7/7). A m 24. Juni 2017 erlitt er beim Fussball spielen eine Kniedistorsion (Urk. 8/8/3) und am 19. September 2017 einen Treppensturz mit Luxation der linken Schulter (U rk. 8/73) .
Er meldete sich am 1 6. August 2018 unter Hinweis auf unfallbedingte Schulter- und Knie beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/3) . Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medi zinische und erwerbliche Abklärungen und holte die Akten der S uva ein, die
im Rahmen ihrer Leistungspflicht nach dem Bundesgesetz über die Unfallver sicherung (UVG)
im Zusammenhang mit den genannten Ereignissen für die Heilbehandlungskosten aufkam und Taggelder ausrichtete (Urk. 8/ 7-9; Urk. 8/17; Urk. 8/21; Urk. 8/23; Urk. 8/34; Urk. 8/45; Urk. 8/63-64) . Mit Mitteilung vom 1 9. November 2020 (Urk. 8/43) schloss die IV-Stelle die berufliche Eingliederung (Arbeitsvermittlung) ab und teilte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 2 0. Januar 2021 mit, dass sie sein Gesuch um eine Invalidenrente abweisen werde, wogegen der Versicherte am 22. Februar 2021 Einwand erhob (Urk. 8/60) . Am 1 6. Dezember 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie die Ausrichtung der Taggelder per 1. März 2021 einstellen werde (Urk. 8/63/36-38) . M it Verfügung vom
3. März 2021 verneinte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente nach UVG und sprach ihm wegen der eingeschränkten Beweg lichkeit der Schulter bis zur Horizontalen sowie der mässig schweren Kniearthrose gestützt auf eine Einbusse von 30 % eine Integritätsentschädi gung zu (Urk. 8/64/2-6). Am
9. März 2021 wies die IV-Stelle wie vorbeschieden das Gesuch um eine Rente der Invalidenversicherung ab (Urk. 2). 2. Dagegen erhob der Versicherte am 24. April 2021 Beschwerde und beantragte, es
sei die angefochtene Verfügung aufzuh e ben und
es sei ihm mindestens eine
halbe Invalidenrente zuzusprechen; eventuell sei er psychiatrisch und schulter-orthopädisch
zu begutachten . Weiter sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und die U nterzeichnende zu seinem unentgelt lichen Rechtsvertreter zu ernennen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2) . Mit Beschwerdeantwort vom 3. Juni 2021 schloss die Beschwerdegegnerin mit Verweis auf die Stellung nahmen ihres Regional en Ärztlichen Dienstes (RAD) auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer am 2 0. Juli 2021 mitgeteilt wurde (Urk. 13). Das Gericht zieht in Erwägung: 1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die: a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 1.4
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach frei zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten (Art. 61 lit . c ATSG). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1 0. Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen). 1.5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_ 122/2020 vom 26 . Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhält nisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des ana log anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchs änderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis). 2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente mit der Begründung verneint, dass zwar die angestammte Tätig keit nicht mehr, eine angepasste, leichte Tätigkeit mit näher beschriebenem Belastungsprofil aber weiterhin vollzeitlich zumutbar sei (Urk. 2) . 2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein, dass er angesichts der chronifizierten Schmerzsituation der linken Schulter und unter Berücksicht i g ung der belastungsabhängigen Schmerzen im rechten Knie selbst in einer angepassten, leichten Tätigkeit lediglich zu 50 % arbeitsfähig sei (Urk. 1 R z . 14). Zudem habe auch sein psychische r Zustand einen Einfluss auf seine Erwerbs fähigkeit, was durch eine psychiatrische Begutachtung abgeklärt werden
und in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit miteinfliessen müsse (Rz . 15-16).
Die Einschränkungen aufgrund des linken Arms, die mangelnde Schul- und Berufs bildung, die fehlenden Sprachkenntnisse und der Migrationshintergrund müssten bei der Bemessung des Invalideneinkommens berücksichtigt werden, weshalb insgesamt eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auszurichten sei (Rz . 18-19). 2.3
Umstritten und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invali denrente hat. 3.
3.1
Vom 1 9. November bis am 1 8. Dezember 2018 befand sich der Beschwerdeführe r zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik Z.___ (Urk. 8/19).
Dem Austrittsbericht vom 2 0. Dezember 2018 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer erstmals im Februar 2010 beim Heben eines Abfallbehälters in einen Container eine Luxation der linken Schulter erlitten hatte mit Reluxationen im A ugust 2010, September 2010, im September 2017 und im April 201 8. Am 28. Mai 2018 sei in der Universitätsklinik A.___
eine offene Schulterstabilisa tion nach Latarjet mit Verschraubungen erfolgt, wobei die behandelnden Ärzte am 12. Oktober 2018 von einem Rehabilitationsdefizit mit unspezifischen periart eri ellen Weichteilschmerzen berichtet hätten (S . 1) .
Am rechten Knie diagnostizierten die Ärzte eine Kniekontusion mit Innen menis kus läsion nach Treppensturz am 2. November 201 4. Am 1 1. November 2014 sei eine Arthroskopie erfolgt mit fast vollständiger Meniskektomie des Innenmenis kus und einer Teilresektion mit Glättung des Aussenmeniskus (S. 2).
Zudem nannten die Ärzte aus psychiatrischer Sicht die Diagnose einer Anpas sungsstörung mit längere r depressiver Reaktion (Trauer, ICD.10: F43.21), differentialdiagnostisch eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: 32.1) .
Das Ziel des Aufenthalts sei es gewesen, im Hinblick auf die Stellensuche die Belastbarkeit zu steigern, was weitgehend habe erreicht werden können (S. 4). Folgende Probleme hätten bei Austritt noch bestanden: eingeschränkte Beweg lichkeit, Kraftminderung in alle Richtungen und belastungsabhängige Schmerzen der ventralen Seite der linken Schulter sowie ein Reizzustand des rechten Knies (S. 2 unten) .
Die festgestellte psychische Störung begründe keine arbeitsrelevante Leistungs minderung. Aus somatischer Sicht seien mittelschwere, vorwiegend gehe nd-stehende Tätigkeiten - wie die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der Wagenreinigung - nicht mehr zumutbar. Leichte Tätigkeiten seien ganztags zumutbar, wobei wegen der Schulterbeschwerden längerdauernde Tätigkeiten über Kopf sowie Schläge und Vibrationsbelastungen vermieden werden sollten. Wegen der Knieproblematik sollte eine angepasste Tätigkeit wechselbelastend sein ohne längerdauernde Zwangshaltungen, ohne Tätigkeiten auf unebenem Gelände und ohne das Ersteigen von Leitern oder Gerüsten.
Anlässlich eines Gesprächs mit der Case Managerin der Suva seien berufliche Alternativen thematisiert worden, wobei der Beschwerdeführer als eigene Ideen Buschauffeur und Trampilot genannt habe. Man habe auch über leichtere Kontroll- und Montagearbeiten oder eine Tätigkeit in der Logistik gesprochen (S. 4 f.) . 3. 2
Am 7. März 2019 erfolgte in der Universitätsklinik A.___ wegen symptomatischer Pseudoarthrose ein erneuter schulterchirurgischer Eingriff (Revision Latarjet mit Anfrischen Glenoidhals und Refixation
Coracoidblock, Urk. 8/ 21/9-10).
Am 2 6. April 2019 gaben die behandelnden Ärzte der Universitätsklinik A.___ an, dass sich sechs Wochen nach dem Revisions- Latarjet ein regelrechter Verlauf zeige und mit der physiotherapeutischen Mobilisation ohne Belastung begonnen werde (Urk. 8/23/29-30).
A m 2 6. Juli 2019 (Urk. 23/15-16) wurde aus der Universitätsklinik A.___ berichtet, dass immer noch ein deutliches Rehabilitationsdefizit bestehe, weshalb weiterhin kontinuierliche Physiotherapie empfohlen werde. Am 2 9. Juli 2019 teilte der Beschwerdeführer der Suva mit, dass er laut den Ärzten der Universi tätsklinik A.___ wieder zu 10 bis 20 % arbeiten dürfe (Urk. 8/23/17).
Im Sprechstundenbericht vom 5. November 2019 (Urk. 8/26/10-11)
wurde ausgeführt, dass sich acht Monate nach dem
Revisions- Eingriff eine langsame Besserung zeige; die Beweglichkeit sei aber immer noch signifikant einge schränkt. Man habe mit dem Beschwerdeführer besprochen, dass seine Schulter wohl nie wieder den Zustand wie vor der ersten Operation einnehmen werde und er sich n ach weniger schulterbelastenden, nicht repetitiven Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Gewichten umsehen solle. 3.3
M ed. pract . B.___, Facharzt für Allgemeine Medizin und Pädiatrie, bei dem der Beschwerdeführer seit 2014 in hausärztlicher Betreuung steht, gab am 2 5. Feb ruar 2020 an, dass dieser in seiner angestammten Tätigkeit seit dem 20. Septem ber 2017 zu 100 % arbeitsunfähig sei. L eichte angepasste Tätigkeiten sei en je nach Belastung anfänglich zu 50 % möglich mit einer schrittweisen Steigerung. Trotz weiterhin chronifizierender Schulter- und Kniebeschwerden sei der Beschwerdeführer motiviert, einer Arbeit nachzugehen und sich neu zu orientie ren. Hierfür benötige er dringend Hilfe in der Form einer Umschulung oder von Kursen (Urk. 8/31/7-8) . 3.4
Im Bericht der Universitätsklinik A.___ vom 1 0. März 2020 wurde die vormalige Einschätzung zum Anforderungsprofil für eine angepasste Tätigkeit bestätigt. Der genaue zeitliche Umfang sei durch ein medizinisches Gutachten oder ein arbeits basiertes Assessment zu evaluieren (Urk. 8/32/4-6). 3.5
Am 3 0. Juni 2020 fand an der Uniklinik A.___ eine therapeutische Infiltration am linken Schultergelenk statt (Urk. 8/45/37). 3.6
Am 2 3. September 2020 berichtete med. pract . B.___, dass der Beschwerdeführer nach dreimaliger Operation im Schulterbereich links weiterhin schmerzgeplagt sei. Die zuletzt durchgeführte
Stereoid -Infiltration habe keinerlei Erfolg gezeigt. Auch über Kniebeschwerden rechts klage der Beschwerdeführer, wobei die Schulterschmerzen im Vordergrund stünden. Neu gab med. pract . B.___ an, dass in einer angepassten Tätigkeit mit einem 30%igen Pensum gestartet werden solle mit langsamer Steigerung; der Beschwerdeführer sei sehr unsicher und ängstlich (Urk. 8/40). Am 2 2. Februar 2021 hielt med. pract . B.___ wiederum fest, dass der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei (Urk. 8/59). 3.7
Am 1 0. Dezember 2020 wurde der Beschwerdeführer von Suva-Kreisarzt med. pract . C.___, Facharzt für Chirurgie FMH, unt ersucht. Dieser nannte am 14. Dezember 2020 die folgenden Diagnosen (Urk. 8/47 S. 7) : - Status nach mehrfachen Schulterluxationen links mit letzter Luxation 2017 mit subsequenter Instabilität - Posttraumatische Varusg o n arthrose rechts nach Kniekontusion rechts mit Innenmeniskusläsion 2014 und erneutem Unfall am 2 4. Juni 2017
An der linken Schulter habe der Beschwerdeführer durch die verschiedenen Luxationen und den nachfolgenden Operationen bleibende Schäden und Einschränkungen erlitten, die nachvollziehbar seien. Insbesondere die mangelnde Bewegungsfähigkeit sei nachvollziehbar und objektivierbar, ebenso die Rest schm erzen in der Narbe über dem Sul c u s
deltoidopectoralis . Von weiteren Eingriffen sei keine Verbesserung im Sinne einer Schmerzfreiheit oder einer Steigerung des Bewegungsumfangs zu erwarten.
Die Behandlung des rechten Knies könne bei einem doch sehr ansprechenden und guten Resultat abgeschlossen werden. Beschwerden bestünden allenfalls noch in Ansätzen, Einschränkungen seien indes nicht feststellbar. Die Arthrose sei aber nachweisbar.
In der angestammten Tätigkeit als Wagenreiniger könne der Beschwerdeführer wegen zu häufigen Tragen s von schweren Lasten, zu häufigen Zwangshaltungen, zu häufigen Überkopfarbeiten und zu häufigen Schlägen/Vibrationen auf die linke obere Extremität nicht mehr arbeiten.
Der Kreisarzt nannte folgendes Belastungsprofil für eine angepasste Tätigkeit: Das Heben und Tragen auf der linken Seite solle nur sehr leicht sein, auf der rechten Seite bestünden keine Einschränkungen. Das Hantieren mit Werkzeugen solle links leicht, das heisst feinmotorisch sein, wobei auch hier rechtsseitig keine Einschränkungen vorlägen. Beidhändige Arbeiten seien so zu organisieren, dass der Beschwerdeführer links nicht mehr belastet werde als angegeben. Sämtliche Arbeiten, welche Schläge und/oder Vibrationen auf die linke obere Extremität verursachen, dürften nicht durchgeführt werden. Sitzen und Stehen sei uneinge schränkt möglich, auch gelegentliches Knien sei möglich. Längerdauernde Haltungen und die Fortbewegung seien uneingeschränkt. Beim Gehen auf unebe nem Gelände sollt e wegen des rechten Knies auf das Tragen von Lasten verzichtet werden. Treppensteigen sei möglich, wohingegen das Besteigen von Leitern vermieden werden sollte. Arbeiten über Kopfhöhe und sämtliche Arbeiten, welche ein Gleichgewicht erfordern, sowie alle absturzgefährdeten Arbeiten s ollten vermieden werden (S. 8). 3. 8
RAD-Arzt Dr. D.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie verwies am 4. Januar 2021 zur angepassten Tätigkeit auf das Belastungsprofi l gemäss Suva-Kreisarzt . Hinsichtlich Arbeitsunfähigkeiten seien die wenigen, aktenkundigen Angaben des Hausarztes und der behandelnden Ärzte der Uni klinik A.___ plausibel, sodass sich folgende Gesamtbeurteilung ergebe: In der bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführer seit September 2017 durchgehend und auf Dauer zu 100 % arbeitsunfähig. Für angepasste Tätigkeiten ergebe sich eine 100% ige Arbeitsunfähigkeit bis Februar 202 0. Ab März 2020 sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen mit langsamer schrittweiser Steigerung um etwa eine Stunde alle vier Wochen. Es verbleibe eine Arbeits unfähigkeit von 20 % bei ganztäg iger Präsenz und einer Leistungsminderung von 20 % wegen der Notwendigkeit häufigerer Arbeitsunterbrechungen und Ruhepausen (Urk. 8/54 S. 10-12) . 3.9
Am 8. Februar 2021 berichteten die Ärzte der Klinik E.___, dass sie den Beschwerdeführer zwecks Zweitmeinung zu allfälligen Therapieoptionen unter sucht hätten, sie aber keine neuen Aspekte zur Diskussion beitragen könnten. Wie die behandelnden Ärzte der Universitätsklinik A.___ seien sie der Meinung, dass eine Re-Arthroskopie und Metallentfernung als ultima
ratio zwar möglich wäre, es aber völlig unsicher sei, ob der Beschwerdeführer davon profitieren würde. Eine dauerhafte schmerztherapeutische Behandlung sei in Erwägung zu ziehen (Urk. 3/3). 4. 4.1
Zunächst ist festzuhalten, dass unter Berücksichtigung der gesamten medizi nischen Aktenlage beim Beschwerdeführer keine psychiatrischen Diagnosen mit A uswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen. So haben bereits die Ärzte der Rehaklinik Z.___ am 2 0. Dezember 2018 festgestellt, dass die Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion keine arbeitsrelevante L eistungsminderung bewirkt . In der Folge wurden weder von
seinem Hausarzt noch von den Ärzten der Universitätsklinik A.___ psychiatrische Diagnosen gestellt oder Befunde beschrieben, die auf ein invalidisierendes psychisches Leiden hinweisen. Ebenso wenig befand er sich soweit ersichtlich je in psychiat rischer oder p sycho therapeutischer Behandlung. Damit sind entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers aus psychischer Sicht keine weiteren Abklärungen erfor derlich. 4.2
4.2.1
In somatischer Hinsicht hat RAD-Arzt Dr. D.___ festgestellt, dass der Beschwerde führer in seiner angestammten Tätigkeit seit September 2017 auf Dauer nicht mehr arbeitsfähig ist. Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in angepassten Tätigkei ten sei bis Februar 2020 ausgewiesen. Diese Einschätzung steht im Einklang mit den übrigen medizinischen Verlaufsberichten nach dem Sturz mit Schulterluxa tion im September 2017, der bis Juni 2020 zwei chirurgische Eingrif fe, eine Infiltration und engmaschige Physiotherapie-Sitzungen nach sich zog .
Dr. B.___
hielt erstmals Ende Februar 2020 fest, dass eine leichte angepasste Tätigkeit in einem anfänglichen Pensum von 50 % möglich sei. Auch wenn von den behandelnden Ärzten in Z.___ und der Universitätsklinik A.___
der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben in einer angepassten Tätigkeit
schon vor Februar 2020 thematisiert worden war, war bis zu diesem Zeitpunkt nie von einer relevanten Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten die Rede. 4.2.2
D er Beschwerdeführer war damit seit September 2017 bis mindestens Februar 2020 sowohl in angestammter wie auch angepasster Tätigkeit vollständig arbeits unfähig und damit nach Ablauf des Wartejahrs per 1. September 2018 zu 100 % erwerbsunfähig. Er hat sich am 1 6. August 2018 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet, womit er unter Nachachtung von Art. 29 Abs. 1 IVG (frühestmöglicher Rentenbeginn nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs) ab dem 1. Februar 2019 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat (E. 1.1-2) . 4.3
4.3.1
A us den Ausführungen von Suva-Kreisarzt
C.___ geht hervor, dass der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung sowohl der linksseitigen Schulter beschwerden wie auch der Varusgonarthrose im rechten Knie im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 1 0. Dezember 2020 in angepassten Tätigkeiten wieder voll arbeitsfähig war. Der Kreisarzt hat den Beschw erdeführer umfassend untersucht und sich bei seiner Beurteilung sowohl auf eine sorgfältige Anamnese wie auch
auf die relevante Bildgebung gestützt. Darauf
basierend hat er - unter Berücksichtigung der Bewegungseinschränkungen und Restschmerzen der linken Schulter und der Arthrose im rechten Knie - ein differenziertes Belastungsprofil erstellt, unter dessen Einhaltung der Beschwerdeführer eine ganztätige Arbeit ausführen kann. Seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit diesem Belastungs profil ist im Kontext der vor liegenden Diagnosen und Befunde nachvollziehbar und plausibel. Sie entspricht im Übrigen auch der Einschätzung von Dr. B.___, der bereits im Februar 2020 festgehalten hatte, dass
dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit anfänglich im Umfang von 50 % mit einer schrittweisen Steigerung des Pensums zumutbar sei. Soweit med. pract . B.___ am 2 2. Februar 2021 (Urk. 3/4) weiterhin eine lediglich 50%ige Arbeitsfähigkeit attestierte, kann ihm nicht gefolgt werden. Der Hinweis auf persis t ierende Schulterschmerzen macht eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht unplausibel und es fehlt dem Bericht eine Auseinandersetzung mit den fachärztlichen Feststellungen des Suva-Kreisarztes.
Die Ärzte der Universitätsklinik A.___
gingen ebenfalls von einem schulterschonenden Belastungsprofil aus und erachteten den Beschwerdeführer darin grundsätzlich als arbeitsfähig, auch wenn sie sich nicht zum zeitlichen Umfang des Zumutbaren äusserten.
Damit ist der Beschwerdeführer spätestens seit Dezember 2020 in angepassten Tätigkeiten mit entsprechendem Belastungsprofil nachweislich wieder voll arbeitsfähig.
Welche Bewandtnis es hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers damit hat, dass er sich nach seiner Mitteilung vom 1 8. Oktober 2021 (Urk. 14) in einem 30-tä gigen Arbeitsversuch in einem 100%-Pensum befindet, ist für die Beurteilung des vorliegenden Falles nicht beachtlich, da vorliegend auf den Sach verhalt abzustellen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 9. März 2021) ereignet hat (zur zeitlichen Grenze der richter lichen Überprüfungsbefugnis: BGE 132 V 215 E. 3.1.1) . Eine Verfahrenssistierung rechtfertigt sich jedenfalls nicht.
4.3.2
Der Beschwerdeführer war bei Anmeldung zum Leistungsbezug im August 2017 bereits arbeitslos, weshalb
für das Validen- wie auch für das Invalideneinkommen auf die gleichen statistische n D aten der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung abzustellen ist und der durch einen rechnerischen Prozentvergleich zu ermittelnde Invaliditätsgrad damit bei 100%iger Arbeitsfähigkeit 0 % beträgt. Damit würde auch bei einem maximalen Abzug vom statistischen Tabellenlohn von 25 %
zur Ermittlung des Invalideneinkommens vorliegend kein renten begründender Invaliditätsgrad (mehr) resultieren.
Anzumerken bleibt lediglich, dass auch bei einer Relevanz des Tabellenlohn abzugs für den Invaliditätsgrad ein solcher im Falle des Beschwerdeführers nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ohnehin nicht zulässig wäre. Der
für den Beschwerdeführer massgebliche LSE- Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (LSE 2018) umfasst nämlich eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten, die seinen Einschränkungen genügend Rechnung tragen . Angesichts des ärztlich umschrie benen Zumutbarkeitsprofils ist damit von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, die keine besondere Beanspruchung des nichtdominanten linken Arms einschliesslich der Hand hinsicht lich Kraft, Feinmotorik und Sensibilität erfordern. Aufgrund der vorliegenden Einschränkungen des
Beschwerdeführers ist somit
- entgegen seiner Auffassung - nicht von einer (faktischen)
Einhändigkeit auszugehen, die einen Abzug vom massgebenden statistischen Durchschnittslohn rechtfertigen würde. Zumutbar sind ihm
unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Recht sprechung in ähn lich gelagerten Fällen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_498/2019 vom 1 1. Dezember 2019 E. 4.2.2) beispielsweise Überwachungs-, Prüf- und Kontroll tätigkeiten sowie die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die entsprechend dem medizinischen Belastungsprofil keinen oder nur einen sehr geringen Einsatz des linken Arms und der linken Hand voraussetzen (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2018 vom 1. April 2019 E. 5.2.2).
Somit haben sich die tatsächlichen Verhältnisse spätestens ab Dezember 2020
erheblich geändert, was unter Nachachtung von Art. 88a IVV zu einer Befristung d er Rente bis am 2 8. Februar 2021 führt (E. 1.6). 4.4
Es stellt sich schliesslich noch die Frage, ob die ab 1. Februar 2019 zugesprochene ganze Rente bis zum Ende ihrer Ausrichtungsdauer am 2 8. Februar 2021 abge stuft herabzusetzen ist. A nalog zum Revisionsrecht müsste dafür mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein lichkeit nachgewiesen sein, wann sich die Arbeitsfähigkeit in welchem Ausmass sukzessiv gesteigert hat (E. 1.6) .
RAD-Arzt Dr. D.___ ging von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab März 2020 aus, wobei er sich dabei wohl auf die Einschätzung von med. pract . B.___ stützte, der am 2 5. Februar 2020 angegeben hatte, dass dem Beschwerdeführer leichte Tätigkeiten je nach Belastung anfänglich in einem Pensum von 50 % mit schritt weiser Steigerung zumutbar seien. Mit dieser hausärztlichen Einschätzung ist indes eine revisionsrechtliche relevante Verbesserung, die für die Abstufung der ganzen Rente erforderlich wäre, nicht genügend nachgewiesen. Zum einen konnten praktisch zeitgleich zu r Stellungnahme des Hausarztes die behandelnden Fachärzte der Universitätsklinik A.___ am 1 0. März 2010 lediglich das Anfor derungsprofil für eine angepasste Tätigkeit umschreiben, vermochten aber über den zeitlichen Umfang keine Angabe zu machen. Zum anderen empfahl Hausarzt B.___ als Startpensum für die Aufnahme einer angepassten Tätigkeit im September 2020 nur
noch ein Startpensum von 30 %, nachdem im Juni 2020 das linke Schultergelenk erfolglos infiltriert worden war. Vor diesem Hintergrund erscheint die medizinisch nicht begründete Einschätzung von RAD-Arzt Dr. D.___
rein
spekulativ, dass der Beschwerdeführer
ab März 50 %
arbeitsfähig
sein soll und von einer monatlichen Steigerung um eine Stunde bis zu einem vollen Pensum mit 20%iger Leistungsminderung ab Juli 2020 auszugehen wäre . Als Beweisgrundlage für die stufenweise Herabsetzung im Rahmen der befristeten Rentenzusprache
ist auch diese Einschätzung nicht geeignet. Es ist zwar davon auszugehen, dass sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Laufe der Behandlungsmassnahmen bis zur vollen Arbeitsfähigkeit ab spätestens Dezember 2020 sukzessive gesteigert hat, ab wann aber von welchen Arbeitsfähigkeiten auszugehen ist, lässt sich mangels echtzeitlicher medizinischer Beurteilungen im Nachhinein nicht mehr rechtsgenüglich nachweisen . Die Folgen dieser Beweis losigkeit hat die materiell beweisbelastete Beschwerdegegnerin (Art. 8 ZGB) zu tragen, weshalb eine abgestufte Herabsetzung ausser Betracht fällt . 4.5
Damit bleibt es bei der Feststellung, dass der Beschwerdeführ er vom 1. Februar 2019 bis am 2 8. Februar 2021 Anspruch auf eine ganze Rente der Invaliden versicherung hat, was zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung und zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde führt. 5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 bis IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 5.2
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde führer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen dung von Art. 61 lit . g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwier igkeit des Prozesses auf Fr. 2’2 00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird bei diesem Verfahrensausgang gegen standslos. Das Gericht erkennt: 1.
In teilweiser Gutheissung wird die angefochtene Verfügung vom 9. März
2021 aufge hoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer vom 1. Februar
2019 bis 2 8. Februar 2021 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat. 2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800 .-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt. 3.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschä digung von Fr. 2’200 .-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen. 4.
Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Midori
Handschin - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage einer Kopie von Urk. 14 - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 5.
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin GräubFonti