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MKGE 9 Nr. 23

MKGE 9 Nr. 23

Mkg · · Deutsch CH
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

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Nr. 23,24

bekannten Tatsache, dass die Fahrtüchtigkeit schon durch geringe Mengen

Alkohol beeintrãchtigt wird, und sodann in der Erkenntnis, dass Motorfahr-

zeugführer, die unbekümmert um dieses Wissen und trotz hãufigen und ein-

dringlichen W arnungen in d er Presse, im Radio un d F ernsehen, in Ka uf neh-

men, durch Angetrunkenheit am Steuer Le ben und Sicherheit anderer Ver-

kehrsteilnehmer er h e blichen Gefahren auszusetzen, in d er Regel e ine Gesin-

nung bekunden, die als hemmungs- und rücksichtslos bezeichnet werden

muss und auf einen Charakterfehler schliessen lãsst. An die Gewãhr, die ein

nach Art. 91 Abs. l SVG V erurteilter für künftiges W ohlverhalten bieten

muss, sind daher aus spezial- und generalprãventiven Gründen auch dann

hohe Anforderungen zu stellen, wenn sich der Tãter zum ersten Mal wegen

Angetrunkenheit zu verantworten hat und sein allgemeiner Leumund und

sein e bisherige Führung als Motorfahrzeuglenker nicht zu beanstanden sin d.

Anderseits muss auch im Strassenverkehrsrecht beim Entscheid über den

bedingten Strafvollzug in erster Linie der Grundsatz der Spezialprãvention

massgebend sein. Deshalb darfnicht aus generalprãventiven Überlegungen

bei der Beurteilung der Bewãhrungsaussichten ein derart strenger Massstab

angelegt werden, dass angetrunkenen Fahrzeuglenkern der bedingte Straf-

vollzug praktisch von vorneherein verschlossen bleibt. Auch beim Tatbe-

stand des Fahrens in angetrunkenem Zustand müssen ne ben d en Tatumstãn-

den das Vorleben und der Leumund sowie alle weitern Tatsachen, die gültige

Schlüsse auf d en Charakter des Tãters un d di e Aussichten sein er Bewãhrung

zulassen, in die Beurteilung miteinbezogen werden, damit auf Grund einer

Gesamtwürdigung entschieden werden kann, o b der Verurteilte für dauern-

des Wohlverhalten Gewãhr bietet oder nicht (BGE 98 IV 159; MKGE vom

2.6.72 i.S. J.).

3.- ...

(23. August 1973 H. e. DG 5)

24.

Ricorso per cassazione (art.189 cpv. 3 e 4 OGPPM): carattere perentorio

del termine assegnato dai grau giudice per la redazione definitiva del ricorso

per cassazione; concetto di redazione tempestiva.

Kassationsbeschwerde (Art. 189 Abs. 3 und 4 MStGO): peremptorischer

Charakter der Frist, die der Grossrichter zur Begründung der Kassationsbe-

schwerde setzt; Begriff der rechtzeitigen Begründung.

Recours en cassation (art. 189, 3e et 4e al. OJPPM): caractere péremp-

toire du délai imparti par le grand juge pour motiver le recours en cassation;

notion du dépôt en temps utile d'un mémoire.