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94.3166

Ch Vb · 1994-06-17 · Deutsch CH
Erwägungen (2 Absätze)

E. 17 juin 1994 fédéral, de manière à ce que la Chambre puisse donner une appréciation quant au fond et indiquer ainsi dans quelle me- sure elle approuve un rapport Mitunterzeichner - Cosignataires: Bonny, Bühlmann, Bührer Gerald, Fischer-Seengen, Heberlein, Thür, Tschuppert Karl (7) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Soweit ersichtlich sind die Stellungnahme und die Beschluss- fassung des Nationalrates zu den vom Bundesrat unterbreite- ten Berichten, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Gesetzgebung oder mit der Genehmigung von Rechnung und Budget bzw. Geschäftsbericht stehen, nicht geregelt Die- ser Zustand ist sehr unbefriedigend, weil es dem Rat damit weitgehend verwehrt ist, seiner materiellen Beurteilung von Gehalt und Akzeptanz eines bundesrätlichen Berichtes nach aussen Ausdruck zu geben. Statt dessen werden Parlamenta- rier, die mit dem unterbreiteten Bericht nicht einverstanden sind, zu einem zumindest aus formaler Sicht höchst fragwürdi- gen Rückweisungsantrag veranlasst (siehe jüngstes Beispiel «Integrationsbericht»). Und nicht selten wird vorab in der Öf- fentlichkeit «Kenntnisnahme» mit «Zustimmung» gleichge- setzt Aufgrund dieser Überlegungen ist das Geschäftsreglement des Nationalrates in dem Sinne zu ändern, dass bundesrätli- che Berichte inskünftig einer wertenden Beurteilung durch das Parlament unterzogen werden können. Wie in den Ge- schäftsreglementen mehrerer kantonaler Parlamente vorge- sehen, soll daher inskünftig auch der Nationalrat verschie- dene Möglichkeiten haben, einen unterbreiteten bundesrätli- chen Bericht zur Kenntnis zu nehmen. Als Möglichkeiten könnten die nachfolgenden Kriterien in Betracht gezogen werden:

- Kenntnisnahme mit Zustimmung;

- Kenntnisnahme;

- Kenntnisnahme ohne Zustimmung. Ich bitte daher das Büro des Nationalrates, baldmöglichst eine entsprechende Änderung des Geschäftsreglementes auszu- arbeiten und dem Rat vorzulegen. Schriftliche Stellungnahme des Büros vom 1. Juni 1994 Rapport écrit du Bureau du 1er juin 1994 Die Frage der Art und Weise, wie Berichte des Bundesrates von den beiden Räten behandelt werden sollen und welche Beschlüsse dazu gefasst werden können, hat in der jüngsten Zeit wiederholt zu Diskussionen, auch im Büro, Anlass gege- ben. Das Büro wird sich noch in diesem Jahr in bezug auf eine andere Frage mit einer allfälligen Reglementsrevision zu be- fassen haben. Es ist bereit, bei dieser Gelegenheit auch zu prüfen, wie die Genehmigung von Berichten des Bundesrates im Geschäftsreglement zu regeln ist. Schriftliche Erklärung des Büros Déclaration écrite du Bureau Das Büro beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 93.3110 Motion Gonseth Umweltverträglichkeitsprüfung für Gentech-Anlagen Etudes d'impact sur l'environnement pour les installations de technologie génétique Wortlaut der Motion vom 16. März 1993 Der Bundesrat wird ersucht, gestütztauf Artikel 9 Absatz 1 des Umweltschutzgesetzes (USG) in Verbindung mit Artikel 1 der Umweltverträglichkeitsprüfungs-Verordnung (UVPV) Anla- gen, in denen mit gentechnisch veränderten Organismen ge- arbeitet wird, der Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu unterstellen. Texte de la motion du 16 mars 1993 Le Conseil fédéral est chargé, en vertu de l'article 9 alinéa 1er de la loi sur la protection de l'environnement (LPE), ainsi que de l'article 1er de l'ordonnance relative à l'étude de l'impact sur l'environnement (OEIE), de soumettre obligatoirement à l'étude de l'impact sur l'environnement les installations utili- sant des organismes génétiquement modifiés. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Baumann, Bäumlin, Bühlmann, Bundi, Danuser, Diener, Gardiol, Hafner Rudolf, Hämmerle, Hollenstein, Jori, Maeder, Meier Hans, Meier Sa- muel, Meyer Theo, Rebeaud, Seiler Rolf, Strahm Rudolf, Thür (20) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die heutige Situation vermag nicht zu befriedigen. Anlagen für chemische Prozesse unterstehen der Pflicht zur UVP (z. B. 70.5 und 70.6, Anhang zur UVPV), nicht aber Anlagen für bio- technische Prozesse. Für eine ungleiche Behandlung solcher Anlagen sind keine objektiven Gründe ersichtlich. Es ist des- halb angezeigt, diesen systematischen Fehler zu korrigieren. Dass der Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen Auswirkungen auf die Umwelt und mittelbar auf den Men- schen hat, ist heute allgemein anerkannt, wenn auch das Aus- mass der Gefährdung umstritten ist Die Unterstellung unter die Störfallverordnung von Betrieben, in denen gentechnisch veränderte Mikroorganismen verwendet werden, kann keines- falls als Ersatz für eine UVP angesehen werden. Die Störfallver- ordnung erfasst den Bereich des Betriebes einer Anlage. Mit der UVP soll dagegen die Anlage selbst einer genaueren Prü- fung unterzogen werden. Das drängt sich um so mehr auf, als unterdessen auch die Bundesverfassung Grundsätze über die Gentechnologie enthält Zudem soll im Rahmen der hängigen Revision des Umweltschutzgesetzes der Umgang mit gen- technisch veränderten Organismen geregelt werden. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Mai 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 mai 1993 Der Inhalt der Motion Gonseth entspricht demjenigen der Mo- tion Baerlocher vom 3. Oktober 1990, UVP für biotechnische und gentechnologische Anlagen. Seit der Antwort des Bun- desrates vom 21. November 1990 auf die Motion Baerlocher ist keine Entwicklung eingetreten, welche den Bundesrat heute zu einer inhaltlichen Änderung dieser Antwort veranlas- sen würde.

1. Die Verordnung vom 19. Oktober 1988 über die Umweltver- träglichkeitsprüfung (UVPV) ist eine Verfahrensverordnung und enthält keine materiellen Vorschriften. Mit der UVP soll festgestellt werden, ob ein UVP-pflichtiges Projekt den bun- desrechtlichen Vorschriften über den Schutz der Umwelt ent- spricht (Art 3 Abs. 1UVPV).

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Dettling Geschäftsreglement des Nationalrates. Änderung Motion Dettling Règlement du Conseil national. Modification In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1994 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 94.3166 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 17.06.1994 - 08:00 Date Data Seite 1187-1188 Page Pagina Ref. No

E. 20 024 179 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

17. Juni 1994 N 1187 Motion Dettling #ST# 94.3089 Motion Schnider Kläranlagen. Befreiung von der Anschlusspflicht bei Wegfall der Bundessubventionen Stations d'épuration. Exemption de l'obligation de raccorder en cas de suppression des subventions fédérales Wortlaut der Motion vom 9. März 1994 In den Bergkantonen wird jeder Einwohner mit brutto 105 Franken im Jahr durch die Abwasserreinigung belastet - im Mittelland sind es 64 Franken. Ende 1993 waren im Schwei- zer Berggebiet noch 311 Gemeinden keiner Kläranlage ange- schlossen - insgesamt sind rund 200 000 Einwohner ohne An- schluss. Praktisch alle nicht an Kläranlagen angeschlossenen Bewohner leben in dünnbesiedelten Gebieten. Nach Wegfall der Bundessubventionen werden in diesen Regionen die Ko- sten je Einwohner für einen Anschluss überdurchschnittlich hoch ausfallen und stehen in einem Missverhältnis zum be- scheidenen ökologischen Nutzen. Der Bundesrat wird deshalb beauftragt, dem Parlament die gesetzlichen Massnahmen vorzuschlagen, um die Bewohner der nicht an eine Kläranlage angeschlossenen Gebiete von der Anschlusspflicht zu befreien. Die Befreiung von der An- schlusspflicht soll gleichzeitig mit dem Wegfall der Bundes- subventionen in Kraft treten. Texte de la motion du 9 mars 1994 Dans les cantons de montagne, chaque habitant doit payer une somme brute de 105 francs par année pour l'épuration des eaux usées, contre 64 francs sur le Plateau. Fin 1993, 311 communes dans les régions de montagne n'étaient pas encore raccordées aune station d'épuration. Au total, quelque 200 000 habitants ne disposent donc pas de raccordement Presque toutes ces personnes habitent des contrées peu peu- plées. Dans ces régions, une fois supprimées les subventions fédérales, les frais de raccordement par habitant seront bien supérieurs à la moyenne nationale et disproportionnés par rapport aux avantages escomptés sur le plan écologique. C'est pourquoi je charge le Conseil fédéral de proposer au Parlement des mesures légales visant à exempter les habi- tants des régions non raccordées à une station d'épuration de l'obligation de demander un raccordement Cette exemption devrait entrer un vigueur en même temps que la suppression des subventions fédérales. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aregger, Binder, Bischof, Blocher, Bonny, Bühler Simeon, Bürgi, Carobbio, Columberg, Darbellay, David, Deiss, Dormann, Epiney, Fischer-Seengen, Giger, Gobet, Gros Jean-Michel, Hari, Hildbrand, Iten Joseph, Jäggi Paul, Kern, Kühne, Lepori Bonetti, Leu Josef, Maurer, Miesch, Mühlemann, Müller, Philipona, Reimann Maximilian, Ruckstuhl, Rutishauser, Schmidhalter, Schwab, Seiler Hans- peter, Seiler Rolf, Stamm Judith, Theubet, Tschopp, Tschup- pert Karl, Verterli, Wittenwiler, Wyss William (45) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 30. Mai 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 30 mai 1994 Nach Artikel 10 Absatz 1 des Gewässerschutzgesetzes vom

24. Januar 1991 (GSchG) sorgen die Kantone für die Erstel- lung öffentlicher Kanalisationen und zentraler Anlagen zur Rei- nigung von verschmutztem Abwasser. Artikel 10 Absatz 2 GSchG relativiert diese generelle Regelung: Danach können die Kantone in abgelegenen oder in dünnbesiedelten Gebie- ten das verschmutzte Abwasser durch andere Systeme als durch zentrale Abwasserreinigungsanlagen behandeln las- sen, wenn damit der Schutz der ober- und unterirdischen Ge- wässer gewährleistet ist In Frage kommen dabei namentlich Einzel- oder Gruppenreinigungsanlagen wie Dreikammergru- ben, Bodenfiltrationen, Abwasserteiche und Ableitungen des Abwassers in Güllebehälter. Das Anliegen der Motion, in abgelegenen, dünnbesiedelten, vorab ländlichen Gebieten auf eine generelle Anschlusspflicht an zentrale Abwasserreinigungsanlagen zu verzichten, wird damit von der bestehenden Gesetzgebung bereits erfüllt Die Anwendung von Artikel 10 Absatz 2 GSchG liegt bei den Kan- tonen. An ihnen liegt es, bei der Anwendung dieser Bestim- mung geeignete Lösungen zu finden. Die Formulierung «in abgelegenen oder in dünnbesiedelten Gebieten» belässt den Kantonen einen hinreichenden Beurteilungs- und Entschei- dungsspielraum, um die örtlichen Gegebenheiten, wie die Grosse und die Struktur der Siedlung, den Zustand der Ge- wässer und die finanzielle Tragbarkeit einer dezentralen Lö- sung, zu berücksichtigen. Der Bundesrat hat davon Kenntnis genommen, dass einige Kantone Artikel 10 Absatz 2 GSchG in der Vergangenheit sehr eng interpretiert haben. Da das Gewässerschutzgesetz den Kantonen aber grundsätzlich die Möglichkeit bietet, das Anlie- gen der Motion zu erfüllen, erachtet es der Bundesrat als un- zweckmässig, das erst seit kurzer Zeit geltende Gesetz zu än- dern und die Voraussetzungen für die Befreiung von der An- schlusspflicht an zentrale Abwasserreinigungsanlagen auf Gesetzesstufe neu und näher zu konkretisieren. Nach der Motion soll die Befreiung von der Anschlusspflicht gleichzeitig mit dem Wegfall der Bundessubventionen in Kraft treten. Mit der schnellen Behandlung der Sparmassnahmen 1993 hat das Parlament den Willen zum Ausdruck gebracht, diese Massnahmen rasch in Kraft zu setzen. Der Bundesrat will mit der Inkraftsetzung der Sparmassnahmen aber nicht so lange zuwarten, bis eine allfällige Änderung des Gewässer- schutzgesetzes abgeschlossen ist. Auch aus diesem Grund lehnt er eine Gesetzesänderung ab. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen, und beantragt, sie als erfüllt abzuschreiben. Überwiesen und abgeschrieben - Transmis et classé #ST# 94.3166 Motion Dettling Geschäftsreglement des Nationalrates. Änderung Règlement du Conseil national. Modification Wortlaut der Motion vom 18. März 1994 Das Büro des Nationalrates wird eingeladen, im Geschäftsre- glement die Beschlussfassung über die Berichte des Bundes- rates zu regeln und dabei die Möglichkeit vorzusehen, dass der Rat seiner materiellen Beurteilung von Gehalt und Akzep- tanz dieser Berichte Ausdruck geben kann. Texte de la motion du 18 mars 1994 Le Bureau du Conseil national est invité à compléter le règle- ment de la Chambre par des dispositions concernant les déci- sions à prendre au sujet des rapports présentés par le Conseil

Motion Gonseth 1188 N 17 juin 1994 fédéral, de manière à ce que la Chambre puisse donner une appréciation quant au fond et indiquer ainsi dans quelle me- sure elle approuve un rapport Mitunterzeichner - Cosignataires: Bonny, Bühlmann, Bührer Gerald, Fischer-Seengen, Heberlein, Thür, Tschuppert Karl (7) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Soweit ersichtlich sind die Stellungnahme und die Beschluss- fassung des Nationalrates zu den vom Bundesrat unterbreite- ten Berichten, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Gesetzgebung oder mit der Genehmigung von Rechnung und Budget bzw. Geschäftsbericht stehen, nicht geregelt Die- ser Zustand ist sehr unbefriedigend, weil es dem Rat damit weitgehend verwehrt ist, seiner materiellen Beurteilung von Gehalt und Akzeptanz eines bundesrätlichen Berichtes nach aussen Ausdruck zu geben. Statt dessen werden Parlamenta- rier, die mit dem unterbreiteten Bericht nicht einverstanden sind, zu einem zumindest aus formaler Sicht höchst fragwürdi- gen Rückweisungsantrag veranlasst (siehe jüngstes Beispiel «Integrationsbericht»). Und nicht selten wird vorab in der Öf- fentlichkeit «Kenntnisnahme» mit «Zustimmung» gleichge- setzt Aufgrund dieser Überlegungen ist das Geschäftsreglement des Nationalrates in dem Sinne zu ändern, dass bundesrätli- che Berichte inskünftig einer wertenden Beurteilung durch das Parlament unterzogen werden können. Wie in den Ge- schäftsreglementen mehrerer kantonaler Parlamente vorge- sehen, soll daher inskünftig auch der Nationalrat verschie- dene Möglichkeiten haben, einen unterbreiteten bundesrätli- chen Bericht zur Kenntnis zu nehmen. Als Möglichkeiten könnten die nachfolgenden Kriterien in Betracht gezogen werden:

- Kenntnisnahme mit Zustimmung;

- Kenntnisnahme;

- Kenntnisnahme ohne Zustimmung. Ich bitte daher das Büro des Nationalrates, baldmöglichst eine entsprechende Änderung des Geschäftsreglementes auszu- arbeiten und dem Rat vorzulegen. Schriftliche Stellungnahme des Büros vom 1. Juni 1994 Rapport écrit du Bureau du 1er juin 1994 Die Frage der Art und Weise, wie Berichte des Bundesrates von den beiden Räten behandelt werden sollen und welche Beschlüsse dazu gefasst werden können, hat in der jüngsten Zeit wiederholt zu Diskussionen, auch im Büro, Anlass gege- ben. Das Büro wird sich noch in diesem Jahr in bezug auf eine andere Frage mit einer allfälligen Reglementsrevision zu be- fassen haben. Es ist bereit, bei dieser Gelegenheit auch zu prüfen, wie die Genehmigung von Berichten des Bundesrates im Geschäftsreglement zu regeln ist. Schriftliche Erklärung des Büros Déclaration écrite du Bureau Das Büro beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 93.3110 Motion Gonseth Umweltverträglichkeitsprüfung für Gentech-Anlagen Etudes d'impact sur l'environnement pour les installations de technologie génétique Wortlaut der Motion vom 16. März 1993 Der Bundesrat wird ersucht, gestütztauf Artikel 9 Absatz 1 des Umweltschutzgesetzes (USG) in Verbindung mit Artikel 1 der Umweltverträglichkeitsprüfungs-Verordnung (UVPV) Anla- gen, in denen mit gentechnisch veränderten Organismen ge- arbeitet wird, der Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu unterstellen. Texte de la motion du 16 mars 1993 Le Conseil fédéral est chargé, en vertu de l'article 9 alinéa 1er de la loi sur la protection de l'environnement (LPE), ainsi que de l'article 1er de l'ordonnance relative à l'étude de l'impact sur l'environnement (OEIE), de soumettre obligatoirement à l'étude de l'impact sur l'environnement les installations utili- sant des organismes génétiquement modifiés. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Baumann, Bäumlin, Bühlmann, Bundi, Danuser, Diener, Gardiol, Hafner Rudolf, Hämmerle, Hollenstein, Jori, Maeder, Meier Hans, Meier Sa- muel, Meyer Theo, Rebeaud, Seiler Rolf, Strahm Rudolf, Thür (20) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die heutige Situation vermag nicht zu befriedigen. Anlagen für chemische Prozesse unterstehen der Pflicht zur UVP (z. B. 70.5 und 70.6, Anhang zur UVPV), nicht aber Anlagen für bio- technische Prozesse. Für eine ungleiche Behandlung solcher Anlagen sind keine objektiven Gründe ersichtlich. Es ist des- halb angezeigt, diesen systematischen Fehler zu korrigieren. Dass der Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen Auswirkungen auf die Umwelt und mittelbar auf den Men- schen hat, ist heute allgemein anerkannt, wenn auch das Aus- mass der Gefährdung umstritten ist Die Unterstellung unter die Störfallverordnung von Betrieben, in denen gentechnisch veränderte Mikroorganismen verwendet werden, kann keines- falls als Ersatz für eine UVP angesehen werden. Die Störfallver- ordnung erfasst den Bereich des Betriebes einer Anlage. Mit der UVP soll dagegen die Anlage selbst einer genaueren Prü- fung unterzogen werden. Das drängt sich um so mehr auf, als unterdessen auch die Bundesverfassung Grundsätze über die Gentechnologie enthält Zudem soll im Rahmen der hängigen Revision des Umweltschutzgesetzes der Umgang mit gen- technisch veränderten Organismen geregelt werden. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Mai 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 mai 1993 Der Inhalt der Motion Gonseth entspricht demjenigen der Mo- tion Baerlocher vom 3. Oktober 1990, UVP für biotechnische und gentechnologische Anlagen. Seit der Antwort des Bun- desrates vom 21. November 1990 auf die Motion Baerlocher ist keine Entwicklung eingetreten, welche den Bundesrat heute zu einer inhaltlichen Änderung dieser Antwort veranlas- sen würde.

1. Die Verordnung vom 19. Oktober 1988 über die Umweltver- träglichkeitsprüfung (UVPV) ist eine Verfahrensverordnung und enthält keine materiellen Vorschriften. Mit der UVP soll festgestellt werden, ob ein UVP-pflichtiges Projekt den bun- desrechtlichen Vorschriften über den Schutz der Umwelt ent- spricht (Art 3 Abs. 1UVPV).

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Dettling Geschäftsreglement des Nationalrates. Änderung Motion Dettling Règlement du Conseil national. Modification In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1994 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 94.3166 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 17.06.1994 - 08:00 Date Data Seite 1187-1188 Page Pagina Ref. No 20 024 179 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.