Erwägungen (3 Absätze)
E. 14 Dezember 1990
N
2457
Interpellation Fankhauser
émissions de gaz d'échappement des voitures automobiles
légères (OEV1).
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 21. November 1990
Rapport écrit du Conseil fédéral
du 21 novembre 1990
Le 12 septembre 1990, le Conseil fédéral a modifié les disposi-
tions transitoires de l'ordonnance du 22 octobre 1986 sur les
émissions de gaz d'échappement des voitures automobiles
légères (OEV1). Cette modification a pour effet de différer de
deux ans, en ce qui concerne les émissions de particules,
l'entrée en vigueur de la valeur limite de 0,162 g/km, initiale-
ment prévue pour le 1er octobre 1990 et qui cause le plus de
difficultés aux constructeurs de véhicules. En revanche, le ren-
forcement, à compter du 1er octobre 1990, des valeurs limites
prescrites pour les oxydes d'azote est maintenu.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra-
tes befriedigt.
#ST# 90.641
Interpellation Fankhauser
Asyl.
SchubabkommenSchweiz-Oesterreich
Asile. Accord de non-refoulement
avec l'Autriche
Wortlaut der Interpellation vom 22. Juni 1990
Laut einer Meldung der «NZZ» vom 14. Juni 1990 halte sich
Oesterreich nicht an den Nichtrückweisungsgrundsatz (Non-
refoulement) und schiebe «Zurückgestellte, ohne nach allfälli-
gem Asylverfahren zu fragen und ohne viel Federlesens regel-
mässig nach Jugoslawien ab».
Das österreichische Helsinki-Komitee hat diese Praxis scharf
kritisiert. Die Schweiz weist im Rahmen des Erstasylabkom-
mens Asylbewerber nach Oesterreich ab in der Annahme,
diese über Oesterreich Eingereisten könnten dort die Erledi-
gung ihrer Asylanträge abwarten.
In der Fragestunde vom 18. Juni 1990 hatte ich gefragt, ob der
Bundesrat bereit sei, die Rückschiebung von Asylbewerbern
nach Oesterreich zu stoppen und die Anwendung und Einhal-
tung von Schubabkommen zu überprüfen.
Die schriftliche Antwort des Bundesrates, verteilt am 20. Juni
1990, ist völlig unbefriedigend ausgefallen. Dem Bundesrat
sollen keine konkreten Fälle bekannt sein.
Diese Behauptung steht im Widerspruch zu aktenkundigen
Fällen, wie z. B. Hasan T. (N 153 771) und Herrn K., den Bun-
desbehörden bekannt.
Warum wurden nicht mindestens die aktenkundigen Fälle für
die Beantwortung der Frage vom 18. Juni 1990 in Betracht ge-
zogen?
Wie viele Personen wurden zwischen dem 1. Januar 1988 und
heute nach Oesterreich zurückgeschoben?
Was weiss man über das Schicksal von zurückgewiesenen
Asylbewerbern?
Wie wird die Einhaltung des Abkommens kontrolliert?
Wie beurteilt das HCR die Anwendung des Schubabkommens
und die Kritik des Helsinki-Komitees?
Wird bei Rückweisungen von Asylbewerbern die jeweilige Re-
gierung informiert, um damit die Ausgewiesenen unter den
Schutz der Genfer Konvention zu stellen?
Texte de l'interpellation du 22 juin 1990
Selon un communiqué de la NZZ du 14 juin 1990, l'Autriche ne
respecterait pas le principe du non-refoulement et n'hésiterait
pas à renvoyer fréquemment en Yougoslavie des personnes
remises à ses autorités, sans demander si une procédure
d'asile est en cours.
Le comité autrichien chargé de veiller au respect des accords
d'Helsinki a sévèrement critiqué cette pratique. En vertu de
l'accord sur les pays de premier asile, la Suisse renvoie des
demandeurs d'asile en Autriche en supposant que, étant
entrées par l'Autriche, ces personnes peuvent y rester jusqu'à
ce que leur demande d'asile ait été traitée.
Pendant l'heure des questions du 18 juin 1990, j'avais de-
mandé si le Conseil fédéral était prêt à cesser de renvoyer des
demandeurs d'asile en Autriche et à réexaminer l'application
et le respect des accords de non-refoulement. La réponse
écrite du Conseil fédéral, distribuée le 20 juin 1990, est tout à
fait insatisfaisante. Le Conseil fédéral prétend ne pas avoir
connaissance de cas concrets.
Cette affirmation est en contradiction avec des cas figurant
dans les dossiers, tels que ceux de Hasan T. (N 153 771) et de
Monsieur K., cas dont les autorités fédérales ont eu connais-
sance.
Pourquoi le Conseil fédéral n'a-t-il pas au moins tenu compte
des cas cités dans les dossiers pour répondre à la question du
E. 18 juin 1990? Combien de personnes ont été renvoyées en Autriche depuis Ie1 janvier 1988? Qu'est-il advenu des demandeurs d'asile renvoyés? Comment contrôle-t-on le respect de l'accord de non-refoule- met? Comment le HCR juge-t-il l'application de cet accord et la criti- que formulée par le «comité d'Helsinki»? En cas de renvoi, informe-t-on le gouvernement concerné afin que les personnes visées bénéficient de la protection de la convention de Genève? Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. September 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 septembre 1990
1. Die Antwort zur Anwendung des zwischen der Schweiz und Oesterreich abgeschlossenen bilateralen Abkommens über die Uebernahme von Personen an der Grenze sowie zur Ein- haltung des Grundsatzes der Nichtrückschiebung erfolgte un- ter Berücksichtigung der beiden in der Interpellation erwähn- ten Fälle. Aus ihnen kann nicht geschlossen werden, unser Nachbarland halte sich nicht an völkerrechtliche Verpflichtun- gen im Menschenrechts- und Flüchtlingsbereich. Wir verwei- sen in diesem Zusammenhang auf die Antwort des EJPD vom
8. März 1989 an die Geschäftsprüfungskommission des Natio- nalrates i. S. Aufsichtseingabe Temizsoy.
2. Die nachstehend aufgeführten Zahlen beziehen sich auf Personen, die unter Umgehung der Grenzkontrollen illegal in unser Land eingereist sind und in Anwendung des bilateralen Abkommens an die österreichischen Behörden übergeben wurden. Da die Tatsache des illegalen Grenzübertrittes der massgebende Anwendungstatbestand ist, sind die Zahlen nicht aufgeschlüsselt nach den subjektiven Einreisemotiven der Ausländer. 1988 wurden 494 Personen, 19891434 Personen den österrei- chischen Behörden übergeben. In den ersten acht Monaten dieses Jahres belief sich die Zahl auf 360 Personen. Der die- ses Jahr festgestellte Rückgang ist auf die Einführung der Vi- sumspflicht für türkische Staatsangehörige durch Oesterreich zurückzuführen.
3. Im Falle einer Rücküberweisung an Oesterreich erfolgt re- gelmässig eine Einvernahme der illegal in die Schweiz Einge- reisten durch die Sicherheitsdirektion des Bundeslandes Vor-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Friderici Verordnung über Abgasemissionen und Energiesparen Interpellation Friderici Nouvelles prescriptions OEV1 et économies d'énergie In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.545 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 14.12.1990 - 08:00 Date Data Seite 2456-2457 Page Pagina Ref. No
E. 20 019 374 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
Interpellation Friderici 2456 N 14 décembre 1990 Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. September 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 septembre 1990 Der Bundesrat hat mit der Verordnung vom 5. März 1990 über die Behandlung von Staatsschutzakten des Bundes (AS 1990
386) seine Auffassung zu den Fragen der Interpellation klar zum Ausdruck gebracht. Dieser Auffassung ist in mehreren Kantonen und Städten Opposition erwachsen. Am 18. Juni 1990 hat der Kanton Genf beim Bundesgericht eine staats- rechtliche Klage eingereicht, mit der die Zuständigkeit des Bundesrates zum Erlass der Verordnung bestritten wird, und insbesondere auch das Recht des Bundes bestritten wird, von kantonalen Polizisten erstellte Akten als Staatsschutzakten des Bundes zu bezeichnen. Bis zur verbindlichen Feststellung des Bundesgerichts erachtet der Bundesrat es als notwendig, an der vorher geübten jahrzehntelangen Praxis festzuhalten, die nachstehend erläutert wird :
1. Bei den Informationen, die von kantonalen und kommuna- len Staatsschutzorganen aufbewahrt werden, richtet sich das Verfügungsrecht danach, ob sie ausschliesslich intern ge- braucht wurden oder auch von der Bundesanwaltschaft bear- beitet worden sind. Im letztern Fall sind sie als Staatsschutzak- ten des Bundes zu betrachten und unterstehen dem Verfü- gungsrecht des Bundes.
2. Die Würdigung, bezüglich welcher Informationen noch ein aktuelles Geheimhaltungsinteresse besteht bzw. wie die Inter- essen Dritter zu werten sind, ist so schwierig, dass sie unbe- dingt einheitlich vorgenommen werden muss. Damit dies ob- jektiv erfolgt, hat der Bundesrat einen unabhängigen Sonder- beauftragten für die Behandlung der Staatsschutzakten einge- setzt.
3. Soweit Kantone oder Städte das Verfügungsrecht haben, befürwortet der Bundesrat ein Einsichtsrecht, das der Praxis des Bundesgerichts entspricht: Es muss eine Güterabwägung zwischen dem Einsichtsinteresse der Betroffenen und dem Geheimhaltungsinteresse des Staates und mitbeteiligter Drit- tervorgenommen werden.
4. Die Archivierung von Staatsschutzakten des Bundes ist, so- weit der Bundesrat nicht deren Vernichtung angeordnet hat, im Reglement für das Bundesarchiv geregelt (SR 432.11). Das Datenschutzgesetz hat auf eine Spezialregelung der Archivie- rung von Daten verzichtet. Für die bei den Kantonen aufbe- wahrten Staatsschutzakten des Bundes gilt grundsätzlich das Archivrecht des Bundes: Die Akten sind einmal, nämlich beim Bundesarchiv, zu archivieren; die Doppel bei anderen Stellen des Bundes oder der Kantone sind zu vernichten, sobald sie nicht mehr benötigt werden. Damit wird auch ein einheitlicher Standard des Datenschutzes garantiert. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes teilweise befriedigt. #ST# 90.545 Interpellation Friderici Verordnung über Abgasemissionen und Energiesparen Nouvelles prescriptions OEV1 et économies d'énergie Wortlaut der Interpellation vom 11. Juni 1990 Auf den 1. Oktober 1990 wird die Verordnung über die Ab- gasemissionen leichter Motorwagen (FAV1) geändert. Die neuen Vorschriften betreffen die Fahrzeuge mit einem Ge- samtgewicht von 3500 kg oder weniger, einschliesslich Busse zum Personentransport, Kastenwagen und Lieferwagen mit Dieselmotor. Aufgrund der Fortschritte der Forschung im Bereich der Selbstzündungsmotoren (Diesel) mit kleinem Hubvolumen ist damit zu rechnen, dass ir naher Zukunft Dieselmotoren ge- baut werden, die den neue n Normen entsprechen. Da jedoch die Serienfabrikation noch nicht begonnen hat, wird kein Im- porteur in der Lage sein, auf den 1. Oktober 1990 Fahrzeuge mit solchen Dieselmotoren zu liefern. Dieselmotoren verbrau- chen aber 40 bis 60 Prozent weniger Treibstoff als Fahrzeuge der gleichen Kategorie mit Benzinmotoren. Ist der Bundesrat bereit, die Einführung der neuen Bestim- mungen der Verordnung über die Abgasemissionen leichter Motorwagen (FAV1) bis zum Zeitpunkt hinauszuschieben, zu dem mit der Serienproduktion der neuen Generation dieses Motortyps begonnen werden kann? Texte de l'interpellation du •' 1 juin 1990 Dès le 1er octobre 1990,1 Ordonnance sur les émissions de gaz d'échappement des voitures automobiles légères (OEV 1) sera modifiée. Ces nouvelles prescriptions concerneront les véhicules d'un poids total de 3500 kg ou moins, y compris les bus pour transport de personnes, les fourgons et les camion- nettes de livraison à moteur diesel. L'avancement de la recherohe sur les moteurs à allumage par compression (diesel) de petite cylindrée permet d'envisager dans un proche avenir la fabrication d'engins répondant aux nouvelles normes. Toutefois, la production en série n'ayant pas encore débuté, aucun importateur ne sera en mesure de fournir des véhicules à moleur diesel dès le 1 er octobre 1990. Or ceux-ci consomment entre 40 et 60 pour cent de carburant en moins, par rapport à des véhicules de même catégorie mus par des moteurs à essence. Le Conseil fédéral serait-il prêt à ajourner l'introduction de ces nouvelles prescriptions, dans l'Ordonnance sur les émissions de gaz d'échappement des voitures automobiles légères (OEV 1), jusqu'à une date prochaine où débuterait la produc- tion en série de la nouvelle génération de ce type de moteurs? Mitunterzeichner - Cosignataires: Antille, Aubry, Berger, Burckhardt, Cavadini, Coutau, Dreher, Dubois, Ducret, Eggly, Etique, Frey Claude, Frey Walter, Gros, Jeanneret, Leuba, Loeb, Luder, Massy, Père/, Philipona, Rohrbasser, Savary- Vaud, Scherrer, Schwab, Slucky (26) Schriftliche Begründung-Développement par écrit En Europe, l'évolution technique des moteurs diesel de faible cylindrée a favorisé le recours à cette motorisation pour les voi- tures automobiles légères (3500 kg de poids total en charge ou moins). En Suisse toutefois, le prix élevé du carburant die- sel n'a pas permis de coripenser l'investissement de base plus élevé et l'évolution n'a pas été aussi spectaculaire. Dès que le poids total en charge d'un véhicule excède 2000 kg, la consommation d'essence augmente très forte- ment pour les moteurs à allumage commandé (essence), alors que les moteurs à allumage par compression (diesel) n'enregistrent pas la même progression de la consommation. Il devient alors avantageux, pour le propriétaire d'un tel véhi- cule et pour l'environnement, de recourir à un moteur diesel dès que l'usage le justifie. La consommation plus faible, la robustesse et la longévité sont les trois atouts principaux du moteur diesel de petite cylindrée, aussi bien pour le transport de petits groupes de personnes que pour la distribution fine sur de courtes distances. L'écono- mie de carburant entre un moteur à allumage par compres- sion (diesel) et un moteur à allumage commandé (essence) est de l'ordre de 40 à 60 pour cent. Or, l'introduction des nouvelles prescriptions sur les gaz d'échappement des voitures automobiles légères à moteur diesel condamnerait les importateurs de ce genre de véhicu- les à n'offrir, pour une période encore indéterminée, que des moteurs fonctionnant à l'e:;sence, dont plus gourmands en énergie. Les bilans énergétique et écologique seraient défavorables. Il conviendrait donc de différer, pour une courte période, l'intro- duction des nouvelles prescriptions dans l'ordonnance sur les
14. Dezember 1990 N 2457 Interpellation Fankhauser émissions de gaz d'échappement des voitures automobiles légères (OEV1). Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 21. November 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 21 novembre 1990 Le 12 septembre 1990, le Conseil fédéral a modifié les disposi- tions transitoires de l'ordonnance du 22 octobre 1986 sur les émissions de gaz d'échappement des voitures automobiles légères (OEV1). Cette modification a pour effet de différer de deux ans, en ce qui concerne les émissions de particules, l'entrée en vigueur de la valeur limite de 0,162 g/km, initiale- ment prévue pour le 1er octobre 1990 et qui cause le plus de difficultés aux constructeurs de véhicules. En revanche, le ren- forcement, à compter du 1er octobre 1990, des valeurs limites prescrites pour les oxydes d'azote est maintenu. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes befriedigt. #ST# 90.641 Interpellation Fankhauser Asyl. SchubabkommenSchweiz-Oesterreich Asile. Accord de non-refoulement avec l'Autriche Wortlaut der Interpellation vom 22. Juni 1990 Laut einer Meldung der «NZZ» vom 14. Juni 1990 halte sich Oesterreich nicht an den Nichtrückweisungsgrundsatz (Non- refoulement) und schiebe «Zurückgestellte, ohne nach allfälli- gem Asylverfahren zu fragen und ohne viel Federlesens regel- mässig nach Jugoslawien ab». Das österreichische Helsinki-Komitee hat diese Praxis scharf kritisiert. Die Schweiz weist im Rahmen des Erstasylabkom- mens Asylbewerber nach Oesterreich ab in der Annahme, diese über Oesterreich Eingereisten könnten dort die Erledi- gung ihrer Asylanträge abwarten. In der Fragestunde vom 18. Juni 1990 hatte ich gefragt, ob der Bundesrat bereit sei, die Rückschiebung von Asylbewerbern nach Oesterreich zu stoppen und die Anwendung und Einhal- tung von Schubabkommen zu überprüfen. Die schriftliche Antwort des Bundesrates, verteilt am 20. Juni 1990, ist völlig unbefriedigend ausgefallen. Dem Bundesrat sollen keine konkreten Fälle bekannt sein. Diese Behauptung steht im Widerspruch zu aktenkundigen Fällen, wie z. B. Hasan T. (N 153 771) und Herrn K., den Bun- desbehörden bekannt. Warum wurden nicht mindestens die aktenkundigen Fälle für die Beantwortung der Frage vom 18. Juni 1990 in Betracht ge- zogen? Wie viele Personen wurden zwischen dem 1. Januar 1988 und heute nach Oesterreich zurückgeschoben? Was weiss man über das Schicksal von zurückgewiesenen Asylbewerbern? Wie wird die Einhaltung des Abkommens kontrolliert? Wie beurteilt das HCR die Anwendung des Schubabkommens und die Kritik des Helsinki-Komitees? Wird bei Rückweisungen von Asylbewerbern die jeweilige Re- gierung informiert, um damit die Ausgewiesenen unter den Schutz der Genfer Konvention zu stellen? Texte de l'interpellation du 22 juin 1990 Selon un communiqué de la NZZ du 14 juin 1990, l'Autriche ne respecterait pas le principe du non-refoulement et n'hésiterait pas à renvoyer fréquemment en Yougoslavie des personnes remises à ses autorités, sans demander si une procédure d'asile est en cours. Le comité autrichien chargé de veiller au respect des accords d'Helsinki a sévèrement critiqué cette pratique. En vertu de l'accord sur les pays de premier asile, la Suisse renvoie des demandeurs d'asile en Autriche en supposant que, étant entrées par l'Autriche, ces personnes peuvent y rester jusqu'à ce que leur demande d'asile ait été traitée. Pendant l'heure des questions du 18 juin 1990, j'avais de- mandé si le Conseil fédéral était prêt à cesser de renvoyer des demandeurs d'asile en Autriche et à réexaminer l'application et le respect des accords de non-refoulement. La réponse écrite du Conseil fédéral, distribuée le 20 juin 1990, est tout à fait insatisfaisante. Le Conseil fédéral prétend ne pas avoir connaissance de cas concrets. Cette affirmation est en contradiction avec des cas figurant dans les dossiers, tels que ceux de Hasan T. (N 153 771) et de Monsieur K., cas dont les autorités fédérales ont eu connais- sance. Pourquoi le Conseil fédéral n'a-t-il pas au moins tenu compte des cas cités dans les dossiers pour répondre à la question du 18 juin 1990? Combien de personnes ont été renvoyées en Autriche depuis Ie1 janvier 1988? Qu'est-il advenu des demandeurs d'asile renvoyés? Comment contrôle-t-on le respect de l'accord de non-refoule- met? Comment le HCR juge-t-il l'application de cet accord et la criti- que formulée par le «comité d'Helsinki»? En cas de renvoi, informe-t-on le gouvernement concerné afin que les personnes visées bénéficient de la protection de la convention de Genève? Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. September 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 septembre 1990
1. Die Antwort zur Anwendung des zwischen der Schweiz und Oesterreich abgeschlossenen bilateralen Abkommens über die Uebernahme von Personen an der Grenze sowie zur Ein- haltung des Grundsatzes der Nichtrückschiebung erfolgte un- ter Berücksichtigung der beiden in der Interpellation erwähn- ten Fälle. Aus ihnen kann nicht geschlossen werden, unser Nachbarland halte sich nicht an völkerrechtliche Verpflichtun- gen im Menschenrechts- und Flüchtlingsbereich. Wir verwei- sen in diesem Zusammenhang auf die Antwort des EJPD vom
8. März 1989 an die Geschäftsprüfungskommission des Natio- nalrates i. S. Aufsichtseingabe Temizsoy.
2. Die nachstehend aufgeführten Zahlen beziehen sich auf Personen, die unter Umgehung der Grenzkontrollen illegal in unser Land eingereist sind und in Anwendung des bilateralen Abkommens an die österreichischen Behörden übergeben wurden. Da die Tatsache des illegalen Grenzübertrittes der massgebende Anwendungstatbestand ist, sind die Zahlen nicht aufgeschlüsselt nach den subjektiven Einreisemotiven der Ausländer. 1988 wurden 494 Personen, 19891434 Personen den österrei- chischen Behörden übergeben. In den ersten acht Monaten dieses Jahres belief sich die Zahl auf 360 Personen. Der die- ses Jahr festgestellte Rückgang ist auf die Einführung der Vi- sumspflicht für türkische Staatsangehörige durch Oesterreich zurückzuführen.
3. Im Falle einer Rücküberweisung an Oesterreich erfolgt re- gelmässig eine Einvernahme der illegal in die Schweiz Einge- reisten durch die Sicherheitsdirektion des Bundeslandes Vor-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Friderici Verordnung über Abgasemissionen und Energiesparen Interpellation Friderici Nouvelles prescriptions OEV1 et économies d'énergie In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.545 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 14.12.1990 - 08:00 Date Data Seite 2456-2457 Page Pagina Ref. No 20 019 374 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.