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86.901

Ch Vb · 1986-12-19 · Deutsch CH
Erwägungen (2 Absätze)

E. 19 décembre 1986 Schriftliche Begründung - Développement par écrit

1. Die kleinen und mittleren Unternehmen beschäftigen häu- fig keine Hochschulabsolventen und können auch keine Beziehungen zu den Hochschulen pflegen. Die Mitarbeiter sind vom Tagesgeschäft oft derart beansprucht, dass sie sich zu wenig mit den langfristigen Innovationsproblemen beschäftigen können und deshalb zu wenig Möglichkeiten für die Realisierung neuer Ideen erkennen. Deshalb ist ihr Ueberblick über das vorhandene technische Know-how nur unvollständig, und viele Ergebnisse staatlicher Forschungs- anstrengungen sind ihnen nahezu unbekannt. Obwohl sie häufig originelle Ideen haben, den Markt und seine Möglich- keiten hautnah kennen und auch über finanzielle Mittel verfügen, können sie häufig Forschungs- und Entwicklungs- projekte nicht qualifiziert durchführen. Die Innovationsrisikogarantie wollte das Problem durch staatliche Garantie lösen, welche den Unternehmern einen Grossteil des finanziellen Risikos abgenommen hätten. Die- ses Verfahren hat sich im Ausland nicht bewährt, weil es das Problem am falschen Ende anpackt. Zudem wurde diese Lösung vom Volk verworfen. Es bestehen indessen ord- nungspolitisch unbedenkliche Möglichkeiten für den Ein- satz der staatlichen Forschungs-, Entwicklungs- und Ausbil- dungsinstitutionen zur Verbesserung des Technologietrans- fers. Von diesen Möglichkeiten profitieren nicht nur die Unternehmen durch Gewinnung von Know-How und Grund- lagenwissen, sondern auch die staatlichen Institutionen durch stärkeren Praxisbezug.

2. Die Aargauische Industrie- und Handelskammer hat in Zusammenarbeit mit der HTL Brugg-Windisch das soge- nannte FITT-Prograrnm (FITT = Forschung und Entwick- lungs-institution für Technologie-Transfer) geschaffen, wel- ches sich bisher bewährt hat. Die HTL stellt einen geeigne- ten Fachmann als Berater, Koordinator und gewissermas- sen als Katalysator frei. Die Unternehmen melden ihre Pro- jekte (oder auch nur Problemstellungen) der Industrie- und Handelskammer, welche ein Gespräch mit dem Fachmann gegen Verrechnung eines Tarifes vermittelt. Meist kann die- ser Fachmann sofort erste Impulse vermitteln. Er kann nun der Firma auf verschiedene Weise weiterhelfen, etwa durch -Weiterempfehlung an einen Professor der eigenen HTL, der das Projekt gegen Bezahlung mit seinen Studenten oder Assistenten in Zusammenarbeit mit dem interessierten Unternehmen weiterbearbeitet

- Oeffnung des Zugangs zu einer Fachstelle an einer Hoch- schule

- Empfehlung privater Firmen, die dem interessierten Unter- nehmen weiterhelfen können -suchen von anderen Unternehmen, welche an einer Ko- operation zur Weiterbearbeitung des Projektes interessiert sein könnten. Die HTL stellt also qualifiziertes Personal und vorhandene Infrastruktur gegen Entschädigung zur Verfügung, während die Verbände als Organisatoren der Zusammenarbeit einbe- zogen sind. Ein solches Modell könnte selbstverständlich auch auf andere Institutionen in geeigneter Weise übertra- gen werden.

3. Im Bereich der Energietechnik sind sehr viele kleinere und mittlere Unternehmen tätig. Auf diese treffen die oben geschilderten Probleme zu. Sehr viel schon vorhandenes Wissen etwa über das Energiesparen, Energiesteuerungen, erneuerbare Energien usw. ist an den staatlichen Institutio- nen schon vorhanden, aber es wird in der Praxis noch zu wenig genutzt. Das geschilderte Technologietransfer- Modell würde sich auch für diesen Bereich eignen. Es könn- ten damit folgende Ziele erreicht werden: -energietechnisches Grundlagenwissen und Know-how würden für kleine und mittlere Firmen nutzbar (Technologie- transfer)

- Forschungs- und Entwicklungsprojekte könnten durch Kooperation der staatlichen Institution und des privaten Unternehmens qualifiziert durchgezogen werden (da sich das Unternehmen keine eigene Forschungs- und Entwick- lungsinfrastruktur leisten kann, greift es gegen Bezahlung auf die staatliche Infrastruktur zurück) -Vermittlung von Kontakten zu einschlägigen Privatfirmen -gegebenenfalls Gruppierung verschiedener Unterneh- mungen zu einer Interessengemeinschaft, welche gemein- sam ein Projekt realisieren kann. Es ist denkbar, bei geeigneten Projekten auch Institutionen wie den NEFF einzubeziehen.

4. Es gibt eine ganze Reihe staatlicher Forschungs- und Entwicklungsinstitutionen, welche zur Mitarbeit in einem solchen energietechnischen Technologietransfer-Modell geeignet wären. Es sind dies die auf energietechnische Fragen spezialisierten höheren technischen Lehranstalten (beispielsweise Luzern und Muttenz), geeignete Institute an den Technischen Hochschulen sowie das Eidgenössische Institut für Reaktorforschung in Würenlingen. Gerade das EIR dürfte besonders geeignet sein. Es leistet in dieser Beziehung schon seit Jahren im Rahmen seiner Mög- lichkeiten eine erhebliche Arbeit, die auch in der Praxis positive Wirkungen gezeitigt hat (Sonnenenergie, Kollektor- prüfung, Wasserstoffauto, kleiner Heizreaktor usw.). Es erscheint sinnvoll, diese vorhandenen Strukturen vermehrt zu nutzen. Gleichzeitig würde damit die immer wieder gefor- derte Verlagerung der Bundesforschung von der nuklearen zur alternativen Forschung gefördert. Die gegenwärtig zur Diskussion stehende Strukturänderung im Bereich EIR/SIN sollten deshalb genutzt werden, um die Energieforschung am EIR zu verstärken.

5. Im kantonalen Bereich ist der Bund nicht zuständig. Die kantonalen höheren technischen Lehranstalten sind zusam- men mit den Verbänden durchaus selber in der Lage, entsprechende Modelle zu realisieren. Vielleicht könnte aber der Bund im Rahmen der Energiedirektoren-Konferenz und der Erziehungsdirektoren gewisse Impulse vermitteln. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 26. November 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 26 novembre 1986 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Er weist darauf hin, dass der Vorstoss wie eine Motion formuliert, allerdings in die Form eines Postulats gekleidet ist. Er wird deshalb in diesem Sinne, d. h. als Prüfungsauf- trag, verstanden. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.962 Postulat Jaggi Aktive Bevölkerung und Beschäftigung. Harmonisierung der Statistiken Population active et emploi. Harmonisation des statistiques fédérales Wortlaut des Postulates vom 10. Oktober 1986 Der Bundesrat wird eingeladen, über die Revision der ver- schiedenen eidgenössischen Statistiken über die erwerbstä- tige Bevölkerung und die Beschäftigung, welche dio Berechnungsgrundlagen für die auf diesem Gebiet veröf- fentlichten Zahlen aufeinander abstimmen soll, Bericht zu erstatten. Texte du postulat du 10 octobre 1986 Le Conseil fédéral est invité à faire rapport sur le réexamen des différentes séries statistiques fédérales relatives à la population active et à l'emploi, en vue d'harmoniser les bases de calcul des données chiffrée publiées en la matière. Mitunterzeichner- Cosignataires: Brélaz, Carobbio, Clivaz, Darbellay, Deneys, Fankhauser, Friedli, Leuenberger-Solo-

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat der freisinnig-demokratischen Fraktion Technologietransfer. Energietechnik Postulat du groupe radical-démocratique Génie énergétique. Transfert de techniques In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1986 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 13 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.901 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 19.12.1986 - 08:00 Date Data Seite 2043-2044 Page Pagina Ref. No

E. 20 015 039 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

19. Dezember 1986 2043 Postulat der freisinnig-demokratischen Fraktion lare nelle sue componenti più deboli. La mancanza, nella Svizzera italiana, di un centro di livello universitario è peral- tro considerato dagli esperti come un elemento di isola- mento che la pone ai margini della vita scientifica e universi- taria Svizzera. La Commissione Clottu scriveva già nel 1975 che l'isolamento culturale del Ticino è «accresciuto dall'as- senza di ogni istituto universitario, di un centro di forma- zione che possa animare l'attività culturale e nutrire gli scambi». La Commissione Burkhart, nelle sue conclusioni, affermava che questo centro dovesse essere creato con il concorso dello Stato centrale, precisamente per l'impor- tanza politica nazionale della questione.

2. Il Ticino, nelle sue componenti politiche e culturali larga- mente maggioritarie, riconosce che sarebbe pretesa errata la creazione di un'università di base. Le dimensioni geogra- fiche ridotte, le modeste potenzialità finanziarie e demogra- fiche, l'assenza di una massa critica di studenti per le diverse facoltà anche solo di scienze umane, rendono evi- dente l'inopportunità di una simile ambizione. Gli universi- tari ticinesi traggono peraltro vantaggi dall'apertura e dal- l'arricchimento costituito dalla frequentazione degli atenei svizzeri, a contatto con i giovani della stessa generazione dell'intero paese.

3. Le competenze conferite dalla Confederazione in materia di coordinazione tra le alte scuole (politecnici federali e università cantonali) dalla legge federale sull'aiuto alle uni- versità impone di considerare anche un centro accademico della Svizzera italiana nell'ambito del progetto di una «uni- versità Svizzera». Esso deve quindi iscriversi in questo qua- dro come elemento utile al complesso della struttura univer- sitaria del paese, adempiendo a bisogni effettivi, che devono essere verificati dalla Conferenza universitaria, dal Consiglio svizzero della scienza, nonché evidentemente dal Consiglio federale quale istanza politica. La formazione permanente postuniversitaria (corsi del terzo ciclo) è un'esigenza reale e importante nel quadro del sistema di formazione accademico svizzero. Secondo la recente analisi Hayek sulle scuole politechniche federali e istituti annessi esiste una necessità di ricupero in questo ambito, attestata dalla richiesta di 130 nuovi posti per corsi di terzo ciclo nelle due alte scuole federali. Da quanto sopraesposto si deduce che il Centro universitario della Svizzera italiana deve essere strutturato essenzialmente quale istituto di formazione postuniversitaria, come già rico- nosciuto sia dal Consiglio svizzero della scienza (parere 15.6.77) che dalla Conferenza universitaria svizzera (parere 23.6.77). E' evidente che l'iniziativa per la creazione di un centro accademico della Svizzera italiana deve essere assunta in primo luogo dalle autorità cantonali interessate. E' quanto il Cantone Ticino ha fatto con la proposta del CUSI (Centro Universitario Svizzera Italiana), proposto dal Consiglio di Stato, approvato dal parlamento cantonale, ma caduto in consultazione referendaria, sebbene anche la Confedera- zione avesse garantito il suo sostegno finanziario e morale. Dopo questo esito negativo è all'esame della città di Lugano la possibilità di riprendere il discorso di un centro postacca- demico, che ovviamente dovrà essere riproposto all'autorità cantonale. Il sottoscritto ritiene che l'istituzione di un istituto postuni- versitario nella Svizzera italiana, regione priva di tradizione e di esperienza diretta in materia di organizzazione e condu- zione di istituti accademici, è realisticamente possibile solo se è assicurato non soltanto il sostegno politico e finanziario della Confederazione ma, elemento ancora più importante, se è garantito un raccordo, un contatto concreto con le alte scuole politecniche federali, il cui prestigio e rigore scienti- fico è incontestabile, tanto da far superare scetticismi iniziali anche comprensibili. La certezza del trasferimento, nel creando istituto universita- rio, di emanazioni dirette dei politecnici federali, creerebbe le condizioni, scientifiche e anche psicologiche, più favore- voli per il decollo di una struttura accademica nella Svizzera italiana. Un istituto annesso delle scuole politecniche federali (già evocato nei postulati Galli e Speziali) e corsi postdiploma in specifiche sezioni (penso ad esempio ad architettura, in cui si manifesta una linea culturale qualificata di docenti tici- nesi, ma ad altre sezioni ancora, economia forestale, bota- nica, pianificazione regionale) sono due componenti possi- bili di questo primo nucleo che i politecnici federali possono utilmente offrire a un istituto postuniversitario della Svizzera italiana, attorno al quale costruire un valido centro accade- mico, d'intesa con le autorità cantonali. Le nuove possibilità dell'informatica, della trasmissione a distanza del sapere, facilitano oggi un simile decentramento rispetto al passato. Ne sono un esempio la creazione di un solo grosso calcolatore alternativamente in uno dei due politecnici federali, la realizzazione di una rete di terminali colleganti politecnici, università e scuole tecniche superiori, il sostegno federale al centro di microelettronica di Neu- châtel. Il decentramento nella Svizzera italiana di un istituto annesso e di corsi postaccademici rappresenterebbe il deci- sivo contributo della Confederazione alla creazione di un Centro universitario della Svizzera italiana, obiettivo cul- turale e politico di riconosciuta importanza federale. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 10. Dezember 1986 Dichiarazione del Consiglio federale del 10 dicembre 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 10 décembre 1986 II Consiglio federale è disposto ad accettare il postulato. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.901 Postulat der freisinnig-demokratischen Fraktion Technologietransfer. Energietechnik Postulat du groupe radical-démocratique Génie énergétique. Transfert de techniques Wortlaut des Postulates vom 2. Oktober 1986 Der Bundesrat wird eingeladen, die nötigen Schritte zu unternehmen, damit -die eidgenössischen Forschungs-, Entwicklungs- und Ausbildungsinstitutionen für eine erweiterte Zusammenar- beit vor allem mit kleineren und mittleren Unternehmen auf dem Energiesektor geöffnet werden, wobei die interessier- ten Firmen für die anteiligen Kosten aufzukommen hätten; -die Kantone ermuntert werden, in ihrem Einflussbereich analog vorzugehen; -das Eidgenössische Institut für Reaktorforschung in Würenlingen verstärkt als nationales Energieforschungs- zentrum ausgebaut wird. Texte du postulat du 2 octobre 1986 Le Conseil fédéral est invité à faire le nécessaire pour que

- les instituts fédéraux de recherche, de développement et de formation s'ouvrent à une collaboration accrue notam- ment avec les petites et moyennes entreprises travaillant dans le secteur de l'énergie, étant entendu que celles-ci devraient prendre à leur charge une part équitable des frais;

- les cantons soient encouragés à faire de même dans leur sphère d'influence;

- l'Institut fédéral de recherches en matière de réacteurs de Würenlingen assume encore plus que jusqu'ici le rôle de centre national de recherches dans le domaine de l'énergie. Sprecher- Porte-parole: Villiger

Postulat Jaggi 2044 N 19 décembre 1986 Schriftliche Begründung - Développement par écrit

1. Die kleinen und mittleren Unternehmen beschäftigen häu- fig keine Hochschulabsolventen und können auch keine Beziehungen zu den Hochschulen pflegen. Die Mitarbeiter sind vom Tagesgeschäft oft derart beansprucht, dass sie sich zu wenig mit den langfristigen Innovationsproblemen beschäftigen können und deshalb zu wenig Möglichkeiten für die Realisierung neuer Ideen erkennen. Deshalb ist ihr Ueberblick über das vorhandene technische Know-how nur unvollständig, und viele Ergebnisse staatlicher Forschungs- anstrengungen sind ihnen nahezu unbekannt. Obwohl sie häufig originelle Ideen haben, den Markt und seine Möglich- keiten hautnah kennen und auch über finanzielle Mittel verfügen, können sie häufig Forschungs- und Entwicklungs- projekte nicht qualifiziert durchführen. Die Innovationsrisikogarantie wollte das Problem durch staatliche Garantie lösen, welche den Unternehmern einen Grossteil des finanziellen Risikos abgenommen hätten. Die- ses Verfahren hat sich im Ausland nicht bewährt, weil es das Problem am falschen Ende anpackt. Zudem wurde diese Lösung vom Volk verworfen. Es bestehen indessen ord- nungspolitisch unbedenkliche Möglichkeiten für den Ein- satz der staatlichen Forschungs-, Entwicklungs- und Ausbil- dungsinstitutionen zur Verbesserung des Technologietrans- fers. Von diesen Möglichkeiten profitieren nicht nur die Unternehmen durch Gewinnung von Know-How und Grund- lagenwissen, sondern auch die staatlichen Institutionen durch stärkeren Praxisbezug.

2. Die Aargauische Industrie- und Handelskammer hat in Zusammenarbeit mit der HTL Brugg-Windisch das soge- nannte FITT-Prograrnm (FITT = Forschung und Entwick- lungs-institution für Technologie-Transfer) geschaffen, wel- ches sich bisher bewährt hat. Die HTL stellt einen geeigne- ten Fachmann als Berater, Koordinator und gewissermas- sen als Katalysator frei. Die Unternehmen melden ihre Pro- jekte (oder auch nur Problemstellungen) der Industrie- und Handelskammer, welche ein Gespräch mit dem Fachmann gegen Verrechnung eines Tarifes vermittelt. Meist kann die- ser Fachmann sofort erste Impulse vermitteln. Er kann nun der Firma auf verschiedene Weise weiterhelfen, etwa durch -Weiterempfehlung an einen Professor der eigenen HTL, der das Projekt gegen Bezahlung mit seinen Studenten oder Assistenten in Zusammenarbeit mit dem interessierten Unternehmen weiterbearbeitet

- Oeffnung des Zugangs zu einer Fachstelle an einer Hoch- schule

- Empfehlung privater Firmen, die dem interessierten Unter- nehmen weiterhelfen können -suchen von anderen Unternehmen, welche an einer Ko- operation zur Weiterbearbeitung des Projektes interessiert sein könnten. Die HTL stellt also qualifiziertes Personal und vorhandene Infrastruktur gegen Entschädigung zur Verfügung, während die Verbände als Organisatoren der Zusammenarbeit einbe- zogen sind. Ein solches Modell könnte selbstverständlich auch auf andere Institutionen in geeigneter Weise übertra- gen werden.

3. Im Bereich der Energietechnik sind sehr viele kleinere und mittlere Unternehmen tätig. Auf diese treffen die oben geschilderten Probleme zu. Sehr viel schon vorhandenes Wissen etwa über das Energiesparen, Energiesteuerungen, erneuerbare Energien usw. ist an den staatlichen Institutio- nen schon vorhanden, aber es wird in der Praxis noch zu wenig genutzt. Das geschilderte Technologietransfer- Modell würde sich auch für diesen Bereich eignen. Es könn- ten damit folgende Ziele erreicht werden: -energietechnisches Grundlagenwissen und Know-how würden für kleine und mittlere Firmen nutzbar (Technologie- transfer)

- Forschungs- und Entwicklungsprojekte könnten durch Kooperation der staatlichen Institution und des privaten Unternehmens qualifiziert durchgezogen werden (da sich das Unternehmen keine eigene Forschungs- und Entwick- lungsinfrastruktur leisten kann, greift es gegen Bezahlung auf die staatliche Infrastruktur zurück) -Vermittlung von Kontakten zu einschlägigen Privatfirmen -gegebenenfalls Gruppierung verschiedener Unterneh- mungen zu einer Interessengemeinschaft, welche gemein- sam ein Projekt realisieren kann. Es ist denkbar, bei geeigneten Projekten auch Institutionen wie den NEFF einzubeziehen.

4. Es gibt eine ganze Reihe staatlicher Forschungs- und Entwicklungsinstitutionen, welche zur Mitarbeit in einem solchen energietechnischen Technologietransfer-Modell geeignet wären. Es sind dies die auf energietechnische Fragen spezialisierten höheren technischen Lehranstalten (beispielsweise Luzern und Muttenz), geeignete Institute an den Technischen Hochschulen sowie das Eidgenössische Institut für Reaktorforschung in Würenlingen. Gerade das EIR dürfte besonders geeignet sein. Es leistet in dieser Beziehung schon seit Jahren im Rahmen seiner Mög- lichkeiten eine erhebliche Arbeit, die auch in der Praxis positive Wirkungen gezeitigt hat (Sonnenenergie, Kollektor- prüfung, Wasserstoffauto, kleiner Heizreaktor usw.). Es erscheint sinnvoll, diese vorhandenen Strukturen vermehrt zu nutzen. Gleichzeitig würde damit die immer wieder gefor- derte Verlagerung der Bundesforschung von der nuklearen zur alternativen Forschung gefördert. Die gegenwärtig zur Diskussion stehende Strukturänderung im Bereich EIR/SIN sollten deshalb genutzt werden, um die Energieforschung am EIR zu verstärken.

5. Im kantonalen Bereich ist der Bund nicht zuständig. Die kantonalen höheren technischen Lehranstalten sind zusam- men mit den Verbänden durchaus selber in der Lage, entsprechende Modelle zu realisieren. Vielleicht könnte aber der Bund im Rahmen der Energiedirektoren-Konferenz und der Erziehungsdirektoren gewisse Impulse vermitteln. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 26. November 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 26 novembre 1986 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Er weist darauf hin, dass der Vorstoss wie eine Motion formuliert, allerdings in die Form eines Postulats gekleidet ist. Er wird deshalb in diesem Sinne, d. h. als Prüfungsauf- trag, verstanden. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.962 Postulat Jaggi Aktive Bevölkerung und Beschäftigung. Harmonisierung der Statistiken Population active et emploi. Harmonisation des statistiques fédérales Wortlaut des Postulates vom 10. Oktober 1986 Der Bundesrat wird eingeladen, über die Revision der ver- schiedenen eidgenössischen Statistiken über die erwerbstä- tige Bevölkerung und die Beschäftigung, welche dio Berechnungsgrundlagen für die auf diesem Gebiet veröf- fentlichten Zahlen aufeinander abstimmen soll, Bericht zu erstatten. Texte du postulat du 10 octobre 1986 Le Conseil fédéral est invité à faire rapport sur le réexamen des différentes séries statistiques fédérales relatives à la population active et à l'emploi, en vue d'harmoniser les bases de calcul des données chiffrée publiées en la matière. Mitunterzeichner- Cosignataires: Brélaz, Carobbio, Clivaz, Darbellay, Deneys, Fankhauser, Friedli, Leuenberger-Solo-

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat der freisinnig-demokratischen Fraktion Technologietransfer. Energietechnik Postulat du groupe radical-démocratique Génie énergétique. Transfert de techniques In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1986 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 13 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.901 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 19.12.1986 - 08:00 Date Data Seite 2043-2044 Page Pagina Ref. No 20 015 039 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.