Umwandlung einer Busse in gemeinnützige Arbeit
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
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5. Auszug aus der Verfügung der Strafkammer in Sachen A. gegen Bundesanwaltschaft vom 13. Januar 2017 (SK.2016.58)
Umwandlung einer Busse in gemeinnützige Arbeit
Art. 107 aStGB (in der bis 31. Dezember 2017 geltenden Fassung)
Art. 107 aStGB kann auch im Fall einer als Umwandlung einer Verbindungsbusse ausgesprochenen Ersatzfreiheitsstrafe Anwendung finden (E. 1.1).
Conversion d’une amende en un travail d’intérêt général
Art. 107 aCP (dans sa version en vigueur jusqu’au 31 décembre 2017)
L’art. 107 aCP est aussi applicable lorsqu’une détention de substitution est prononcée pour non-paiement de l’amende cumulative (consid. 1.1).
Sostituzione di una multa con un lavoro di pubblica utilità
Art. 107 vCP (nella versione in vigore fino al 31 dicembre 2017)
L’art. 107 vCP è applicabile anche nel caso di una pena detentiva sostitutiva per mancato pagamento della multa cumulativa (consid. 1.1).
Zusammenfassung des Sachverhalts:
A. war vom Bundesstrafgericht wegen eines Sprengstoffdelikts, Sachbeschädigung sowie Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Strassenverkehrsgesetz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 21 Monaten und zu einer Busse von Fr. 3’000.–, für den Fall der Nichtbezahlung umwandelbar in eine Ersatzfreiheitsstrafe von 90 Tagen, verurteilt worden. Er stellte ein Gesuch um Umwandlung der Ersatzfreiheitsstrafe in gemeinnützige Arbeit.
Der Einzelrichter hiess das Gesuch gut.
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Aus den Erwägungen:
1.1. Gemäss Art. 107 StGB kann an Stelle einer ausgesprochenen Busse mit Zustimmung des Täters gemeinnützige Arbeit bis zu 360 Stunden angeordnet werden. Diese Regel gilt für das Übertretungsstrafrecht. Weder aus dem Gesetz noch aus systematischen Überlegungen ergeben sich Gründe, weshalb die Regel nicht auch für den Fall einer als Umwandlung einer nicht bezahlten Verbindungsbusse ausgesprochenen Ersatzfreiheitsstrafe Anwendung finden sollte.
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6. Auszug aus dem Beschluss der Beschwerdekammer in Sachen A. SA gegen Bundesanwaltschaft vom 24. Januar 2017 (BB.2016.92)
Teilnahmerechte der Parteien bei Beweiserhebungen im Ausland
Art. 148 Abs. 1 StPO, Art. 8 Abs. 2 des Vertrags zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Republik Brasilien über Rechtshilfe in Strafsachen
Entscheide der schweizerischen Strafbehörden betreffend die Teilnahmerechte der Parteien bei Beweiserhebungen im Rahmen eines Rechtshilfegesuchs im Ausland können mit Beschwerde nach Art. 393 ff. StPO angefochten werden (E. 1.2.2). Art. 148 StPO steht einer persönlichen Teilnahme der Parteien an Beweiserhebungen im Ausland nicht entgegen, wenn eine solche gemäss einschlägigem Rechtshilfevertrag möglich ist. Die Ablehnung des Antrags auf Teilnahme an Beweiserhebungen im Ausland muss in diesem Fall mit gesetzlich vorgesehenen Einschränkungen des rechtlichen Gehörs begründet werden (E. 2–4).
Droit des parties de participer à l’administration des preuves à l’étranger
Art. 148 al. 1 CPP, art. 8 al. 2 du Traité d’entraide judiciaire en matière pénale entre la Confédération suisse et la République fédérative du Brésil
Les décisions des autorités pénales suisses concernant le droit des parties de participer à l’administration des preuves dans le cadre d’une demande d’entraide à l’étranger peuvent être attaquées au moyen d’un recours au sens des art. 393 ss CPP (consid. 1.2.2). L’art. 148 CPP ne s’oppose pas à la participation personnelle des parties à l’administration des preuves à l’étranger, lorsque celle-ci est possible selon le traité d’entraide topique. Dans ce cas, le rejet d’une demande