"Konfrontationseinvernahme; Akteneinsicht."
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
TPF 2006 310 310 tionne à plusieurs reprises les termes d’objets «séquestrés». Or, si le séques- tre est bien une mesure de contrainte susceptible d’être attaquée par la voie de la plainte, il ne devient effectif qu’une fois que les scellés ont été levés et que l’autorité de poursuite, après avoir trié les documents saisis, décide de conserver ceux qui lui semblent pertinents pour l’enquête (art. 69 al. 2 PPF). Ce n’est donc qu’à partir de ce moment là que le propriétaire des documents séquestrés ou le tiers saisi peut se plaindre de cette mesure, étape que la procédure n’avait pas encore atteinte le 12 juillet 2006. L’argument invoqué par le MPC pour justifier la présence de cette indication, et selon lequel la mention d’une voie de recours dans l’acte incriminé n’aurait pour autre but que de rendre le tiers saisi attentif à la possibilité de s’adresser à la Cour de céans en sa qualité d’autorité de surveillance, est par ailleurs dépourvu de toute pertinence dans la mesure, notamment, où la dénonciation n’est de façon générale soumise à aucune condition de forme ni de délai (TPF BB.2006.59 du 11 octobre 2006 consid. 2.1; BA.2005.1 du 23 mai 2005 consid. 2; JAAC 62.24 et références citées). C’est donc par erreur que le MPC a mentionné une voie de droit sur son «mandat de perquisition» du 11 juillet 2006, ce qu’il conviendra d’éviter à l’avenir. TPF 2006 310
83. Auszug aus dem Entscheid der Beschwerdekammer in Sachen A. gegen Bundesanwaltschaft vom 23. Oktober 2006 (BB.2006.56) Konfrontationseinvernahme; Akteneinsicht. Art. 39 ff. BStP, Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK Der untersuchenden Behörde ist es nicht grundsätzlich untersagt, eine Kon- frontationseinvernahme ohne vorgängige Akteneinsicht vorzunehmen. Dem Angeschuldigten wird in einem solchen Falle zu einem späteren Zeitpunkt Gelegenheit zu geben sein, in Kenntnis der Akten, d.h. auch der früheren Aus- sagen des Mitangeschuldigten, Ergänzungsfragen zu stellen (E. 3.1–3.2). Audience de confrontation; consultation du dossier. Art. 39 ss PPF, art. 6 ch. 3 let. d CEDH Il n’est en principe pas interdit à l’autorité chargée de l’enquête de procéder à une confrontation sans consultation préalable du dossier. Dans un tel cas,
TPF 2006 310 311 l’occasion devra être donnée ultérieurement à l’inculpé de poser des questions complémentaires après avoir pris connaissance du dossier, soit également des précédentes déclarations des coïnculpés (consid. 3.1–3.2). Confronto; esame degli atti. Art. 39 e segg. PP, art. 6 n. 3 lett. d CEDU Per l’autorità inquirente non è di principio vietato procedere a un confronto senza l'esame preventivo degli atti. In un simile caso, all’imputato dovrà essere data occasione in un secondo momento di porre domande complementari con cognizione degli atti, vale a dire anche delle affermazioni precedenti del coim- putato (consid. 3.1–3.2). Urteil des Bundesgerichts 1S.29/2006 vom 19. Dezember 2006 (nicht im Internet veröffentlicht): Auf die Beschwerde wurde nicht eingetreten. Zusammenfassung des Sachverhalts: Im Strafverfahren gegen A. und Mitbeteiligte wegen Vermögensdelikten wurde der Verteidiger von A. am 24. August 2006 von der Bundesanwalt- schaft telefonisch betreffend eines Termins für eine Konfrontationseinver- nahme kontaktiert. Der Verteidiger soll sich mit dem 4. September 2006 einverstanden erklärt haben, worauf am gleichen Tag die schriftliche Vorla- dung an A. erging. A. führt Beschwerde und beantragt, die Vorladung sei abzunehmen und ihm sei vorgängig der Konfrontation mit B. Einsicht in die Protokolle samt Beilagen der bisher mit B. durchgeführten Einvernahmen zu gewähren und nach erfolgter Akteneinsicht mindestens eine Frist von 14 Tagen zur Vorbereitung der Konfrontationseinvernahme einzuräumen. Die Beschwerdekammer wies die Beschwerde ab. Aus den Erwägungen: 3. 3.1 Gemäss ständiger Praxis können Mittäter als Auskunftspersonen einver- nommen werden. Die Aussagen eines als Auskunftsperson einvernomme- nen Mittäters besitzen Beweiseignung wie die Aussagen eines Zeugen oder Beschuldigten, entsprechend dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht,
TPF 2006 310 312
6. Aufl., Basel 2005, S. 305 N. 4; SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zü- rich 2004, S. 206 N. 662). Die Verwertbarkeit von Einvernahmen eines Angeschuldigten als Beweismittel gegen Mitangeschuldigte setzt jedoch voraus, dass diese in sachgemässer Anwendung von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK einmal Gelegenheit haben, in Anwesenheit ihrer Verteidiger mit dem Aussagenden konfrontiert zu werden, dem Angeschuldigten dabei die fraglichen Aussagen der Mitangeschuldigten bekannt sind und Ergänzungs- fragen gestellt werden können (SCHMID, a.a.O., S. 206 N. 662 m.w.H.; HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., S. 304 N. 3a und S. 253 N. 6a sowie die vom Beschwerdeführer zitierte Rechtsprechung). Der untersuchenden Behörde ist es somit nicht grundsätzlich untersagt, eine Konfrontationsein- vernahme ohne vorgängige Akteneinsicht vorzunehmen. Im Falle einer Gefährdung des Untersuchungszweckes, welche in einer Kollusionsgefahr oder einer Beeinträchtigung der gewählten Untersuchungstaktik liegen kann (vgl. TPF BB.2005.132 vom 8. Februar 2006 E. 3.1 m.w.H.), muss die Strafverfolgungsbehörde in der Lage sein, verschiedene Mittäter vorerst auch ohne vorgängige Akteneinsicht mittels einer Konfrontationseinver- nahme einander gegenüberzustellen. Dem Angeschuldigten wird in einem solchen Fall zu einem späteren Zeitpunkt Gelegenheit zu geben sein, in Kenntnis der Akten, d.h. auch der früheren Aussagen des Mitangeschuldig- ten, Ergänzungsfragen zu stellen. 3.2 Mit der angekündigten Konfrontationseinvernahme ohne vorgängige Akteneinsicht hat die Beschwerdegegnerin jedenfalls ihr Ermessen nicht überschritten, zumal es dem Beschwerdeführer freisteht, auf einzelne Fra- gen die Aussage zu verweigern.