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79_II_104

BGE 79 II 104

Bundesgericht (BGE) · 1953-01-01 · Deutsch CH
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Verfahren N° 16.

Die Ausführungen der Berufung, dass nur eine Verlet-

zung jeder der beiden gegnerischen Marken für sich allein

rechtserheblich sein könne, sind als Kritik des bundes-

gerichtlichen Rückweisungsurteils unzulässig.

Eine solche Markenrechtsverletzung ist gemäss der über-

zeugenden Begründung des angefochtenen Urteils unzwei-

felhaft zu bejahen. Die Marke « Soliput)) erscheint als

eine Kombination charakteristischer Elemente der Marken

« Solis)) und « Liliput », und es liegt darum nahe, dem

Geschäft, dessen Erzeugnisse mi.t den beiden letzteren

Marken angeboten werden,' auch nicht gänzlich abwei-

chende Erzeugnisse mit der einprägsamen Zusammen-

ziehung jener beiden Marken in ({ Soliput)) zuzuschreiben.

Mit Rücksicht auf diese Verwechslungsgefahr erweist

sich daher die Bezeichnung « Soliput)) als unzulässig. Der

Berufungsklägerin ist deshalb die marken- und wettbe-

werbsmässige Verwendung des Zeichens in dem von der

Vorinstanz umschriebenen Ausmass zu untersagen.

VI. VERFAHREN

PROC:EDURE

16. Urteil der I. Zivilabteilunu vom 8. April 1953 i. S. Stolle

gegen Horstmann und Mitbeteiligte.

Parteivertretung vor Bundesgericht, Art. 29 Aha. 2 OG. In Fällen

aus dem Kanton Zürich ist die Vertretung nur durch einen

Anwalt zulässig, ohne Rücksicht darauf, dass § 34 Aha. 1

zürch. ZPO die nicht berufsmässige Vertretung durch andere

Personen gestattet.

Representation des parties devant le Tribunal fedbal, art. 29 al.

2 OJ. D~

las litiges provenant du canton de Zurich, las avocats

patentes peuvent seuls agir comme mandataires, bien que

l'art. 34 a1. 1 du code de procedure civile zurichois pennette

a d'autres personnes d'intervenir non professionnellement en

cette qualiM.

Verfahren. N0 16.

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Patrocinio deUe pani ~var:ti al Tribunale federale, art. 29 cp. 2 OG.

Nelle ca~e proveme~tl dal Cantone di Zurigo solo gli avvocati

patentatl po~ono !l'f5Jre come ~a!ldatari, quantunque l'art. 34,

cp. 1, deI,?odice ~ pr?cedura Clvi!e zurigano pennetta ad altre

persone d mtervemre m tale qua,lita a titolo non professionale.

1. -

Die Berufungsklägerin war vor den kantonalen

Instanzen durch Dr Walter Guldenmann vertreten, der in

Zürich ein Treuhand- und Verwaltungsbüro führt, jedoch

nicht im Besitze eines Anwaltspatentes ist. Auch die

Berufungsschrift an das Bundesgericht ist von Dr Gulden-

mann eingereicht worden.

2. -

Nach Art. 29 Abs. 2 OG können in Zivil- und

Strafsachen nur patentierte Anwälte sowie die Rechtslehrer

an schweizerischen Hochschulen als Parteivertreter vor

Bundesgericht auftreten; vorbehalten bleiben lediglich

die Fälle aus Kantonen, in welchen der Anwaltsberuf

ohne behördliche Bewilligung ausgeübt werden darf.

Gemäss § 34 der zürch. ZPO können sich die Parteien,

vorbehältIich der Bestimmungen des Gesetzes betreffend

die Ausübung des Rechtsanwaltsberufs, grundsätzlich

durch eine andere, in bürgerlichen Ehren und Rechten

stehende Person vertreten lassen. § I des zürch. Anwalts-

gesetzes vom 3. Juli 1938 sodann gestattet die berufs-

mässige Vertretung von Parteien in Zivil- und Strafpro-

zessen vor den zürcherischen Gerichten (mit Ausnahme

des summarischen Verfahrens und der nicht streitigen

Gerichtsbarkeit) nur den Personen, die im Besitze des zür-

cherischen Fähigkeitszeugnisses sind oder denen das Ober-

gericht gemäss Art. 5 der Uebergangsbestimmungen zur

BV die Bewilligung auf Grund eines ausserkantonalen

Fähigkeitsausweises erteilt hat.

3. -

Dr W. Guldenmann besitzt keinerlei Ausweis, auf

Grund dessen er zur Ausübung des Rechtsanwaltsberufs

im Kanton Zürich befugt wäre. Die zürcherischen Gerichte

haben ihn im vorliegenden Fall zur Prozessführung ledig-

lich zugelassen, weil sie annahmen, es stehe keine « berufs-

mässige» Vertretung in Frage, da er erklärt hatte, er habe

die Vertretung der Klägerin auf Grund seiner engen

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Verfahren. N0 17.

freundschaftlichen Beziehungen zu der Familie Stolle

unentgeltlich übernommen.

Diese Einstellung der kantonalen Instanzen vermag

indessen dem Dr Guldenmann nicht die Berechtigung zu

verschaffen, auch vor Bundesgericht für Frau Stolle auf-

zutreten. Denn grundsätzlich. gehört Zürich nicht zu den

Kantonen, in denen im Sinne des Art. 29 Abs. 2 OG der

Anwaltsberuf ohne behördliche Bewilligung ausgeübt wer-

den darf. In Zivilrechtsstreitigkeiten aus dem Kanton

Zürich können infolgedessen nur zur Ausübung des Rechts-

anwaltsberufes ermächtigte Personen als Part-eivertreter

vor Bundesgericht auftreten. Denn wie schon der Kassa-

tionshof in BGE 78 IV 77 ausgeführt hat, geht aus dem

Wortlaut und der Entstehungsgeschichte des Art 29 Abs.

2 OG der eindeutige Wille des Gesetzgebers hervor, in

Streitfällen aus Kantonen, in denen der Anwaltsberuf

gesetzlich geregelt ist, nur patentierte Anwälte als Partei-

vertreter vor Bundesgericht zuzulassen.

Auf die Berufung kann daher nicht eingetreten werden.

17. Arrßt de Ia lIe Cour eivile du 17 mars 1953 dans Ia cause

de Kotzebue contre de Kotzebue.

Recours en re/arme. Decision finale. Art. 48 al. 1 OJ.

L'arret par lequel le Tribunal cantonal vaudois rejette 1e recours

en nulliM interjeM contre un jugement par defaut rendu par

1e Tribunal de district n'est pas une decision finale pouvant

etre porWe devant le Tribunal federal par 11.1. voie du recours

en reforme, quand bien meme les autres conditions de ce

recours seraient realisees.

Berufung. Endentscheid. Art. 48 Abs. lOG.

Das Urteil, mit dem das waadt1ändische Kantonsgericht die gegen

ein Säunmisurteil des Bezirksgerichtes erhobene Nichtigkeits.

beschwerde abweist, ist kein der Berufung an das Bundesgericht

unterliegender Endentscheid, auch wenn die übrigen Voraus·

setzungen einer Berufung erfüllt wären.

Ricorso per riforma. Sentenza finale. Art. 48 cp. lOG.

La sentenza, con cui il Tribunale cantonale vodese respinge il

ricorso per nullitA interposto contro un giudizio in contumacia

Verfahren. N0 17.

107

del tribunale di distretto, non e una sentenza finale suscettibile

di ricorso per riforma 1.1.1 Tribunale federale, anche se le altre

condizioni di questo ricorso sono adempiute.

A. -

Par jugement du 9 juillet 1952, le Tribunal civil

du district de Lausanne a pronopce, a la demande de

l'epouse, le divorce des epoux de Kotzebue-Vautier,

attribue a la mere l'exercice de la puissance paternelle

sur l'enfant Nicolas, ne le II juillet 1944, fixe le droit

de visite du pere et sa contribution a l'entretien de l'enfant

et enfin pris acte de ce que le regime matrimonial etait

liquide.

En raison de la non-comparution du mari, defendeur,

aux debats, ce jugement a eM, contre lui, rendu « par

dMaut » dans le sens des art. 344 et suiv. CPCV.

Contre ce jugement, le mari defaillant a forme aupres

du Tribunal cantonalle recours en nulliM prevu par I'art.

355 al. 2 CPCV, en soutenant que ce jugement avait

eM rendu en violation de l'art. 345 al. 2 du meme code,

qui prevoit que, quand le Tribunal sait que la partie

qui fait defaut est empechee de comparaitre pour cause

de presence au Grand Conseil, de service militaire, de

maladie ou de toute autre cause majeure, il doit ordonner

le renvoi .d'office.

Par arret du 22 decembre 1952, le Tribunal cantonal

a rejeM le recours par le motif que le Tribunal ignorait

que .le defendeur etait emp&cM de comparaitre pour une

cause majeure et que les conditions prevues par l'art.

345 al. 2 CPCV n'etaient donc pas realisees.

B. -

Contre cet arret et « contre cette decision de

premiere instance qu'il a confirmee, a savoir le jugement

au fond rendu par dMaut le 9 juillet 1952 par le Tribunal

civil du district de Lausanne », R. de Kotzebue a forme,

aupres du Tribunal federal, un recours en reforme a

l'appui duquel il fait valoir :

a) que la demande de divorce de sa femme a 13M admise

en violation des art. 140, 142 et 158 CC;

b) que la maniere dont le jugement de divorce a regIe