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79_III_75

BGE 79 III 75

Bundesgericht (BGE) · 1953-01-01 · Deutsch CH
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74 Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 17. du 3 fävrier 1953 a ete deposee. Mais cette condition n'est pas remplie. Un malentendu sur ce point est d'autant plus plausible que dame de Tschudi reside a Casablanca et que, vu la brievete des delais du droit de poursuite, il lui etait difficile de donner a SOil Conseil les renseignements dont ce dernier avait besoin pour rediger la plainte.

2. - En vertu des art. 92 eh. 7 LP et 519 al. 2 CO, les rentes constituees a titre gratuit peuvent seules etre stipulees insaisissables. Pour qu'une rente soit soustraite aux creanciers, il faut donc qu'elle constitue une liberalite, que le credirentier ne s'engage a aucune contre-prestation ni envers son cocontractant ni envers un tiers. L'Autorite de surveillance a considere cependant que cette question ressortissait au juge civil et elle a admis que la rente etait insaisissable sans rechercher si elle etait gratuite. La recourante critique avec raison cette maniere de proceder. Sans doute appartient-il au juge civil de decider, en cas de litige, si le credirentier doit une contre-prestation a son cocontractant. Mais les autori- tes de surveillance n'en ont pas moins le pouvoir de tran- cher des questions de droit civil a titre prejudiciel, lorsque leur solution s'impose avec evidence (RO 60 III 226). L'Autorite de surveillance ne pouvait donc refuser d'em- blee de se prononcer sur la gratuite de la rente et c'est de cette question que depend en definitive le sort de la plainte.

3. - La rente litigieuse a ete chnstituee en avancement d'hoirie. La credirentiere a donc renonce simplement a une part correspondante dans la succession de dame Scheitlin, mais elle ne s'est engagee a aucune autre pres- tation envers cette derniere. Cette question n'est pas douteuse et, bien qu'elle releve du droit civil, eile peut etre tranchee prejudiciellement par les autorites de sur- veillance en matiere de poursuite. II reste donc a juger si la renonciation de dame de Tschudi enleve a la rente son caractere de gratuite. II faut considerer a cet egard qu'elle ne sortira effet que si dame Scheitlin decede avant la credirentiere et laisse Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 18. 75 a sa mort des biens a partager. II est impossible de juger aujourd'hui s'il en sera ainsi. Dans ces conditions, la contre-prestation assumee par dame de Tschudi est a ce point aleatoire qu'on ne saurait admettre qu'elle porte atteinte au caractere de gratuite de la rente. Celle-ci est donc insaisissable. Par ces motifs, la Ohambre des poursuites et des faillites prononce: Le recours est rejete.

18. Auszug aus dem Entscheid vom 16. April 1953

i. S. l\lüller.

1. Die Aufnahme eines Retentionsverzeichnisses für den Mietzins aus einer mehr als ein Jahr zurückliegenden Mietperiode darf nicht wegen dieser verflossenen Zeit abgelehnt werden, wenn die Miete damals zu Ende ging.

2. Nicht für Mietzins zu retinieren sind Gegenstände, die zweifellos nicht zur Einrichtung oder Benutzung der vermieteten Räume gehören. Art. 272 OR, 283 Abs. 3 SchKG.

1. L'inventaire des biens soumis au droit de retention en garantie d'un loyer remontant a une date anterieure a un an ne doit pas etre refuse en raison du temps qui s'est ecoule si c'est a ce moment-la que le bail a pris fin.

2. On ne doit pas inventorier des biens qui incontestablement ne servaient pas a l'amenagement ou a l'usage des locaux loues. Art. 272 CO, 283 aJ. 3 LP.

1. L'erezione d'un inventario dei beni vincolati al diritto di riten- zione per la mereede relativa a~ un per~odo di loeazio_ne ehe risale ad oltre un anno non puo essere r1fiutata a motivo del tempo trascorso se la locazione ha preso fine a quell'epoea.

2. Non debbono essere inventariati i beni ehe incontestabilmente non servivano all'arredamento o all'uso dei locali appigionati. Art. 272 CO, 283 ep. 3 LEF. Aus dem Tatbestand : A. - Ulrich Engler benutzte mit seiner Familie vom

1. Februar bis zum 15. April 1950 eine Ferienwohnung in Valbella. Er stellte dem Vermieter Ruedi Müller am 15.

76 Sehuldbetreibungs- und Konkursrecht. No 18. April 1950 eine Schuldanerkennung über einen Betrag von Fr. 1630.- für die Wohnungsmiete aus. Seine Ehefrau beliess einige Gegenstände (Kleidungsstücke, Sportgeräte und Reiseutensilien) in der gemieteten Wohnung. B. - Am 20. Dezember 1952 verlangte der Gläubiger die Aufnahme einer Retentionsurkunde für den erwähnten Mietzins von Fr. 1630.-. In der Retentionsurkunde vom

5. Januar 1953 verzeichnete das Betreibungsamt Alva- schein die seinerzeit beim Gläubiger belassenen Sachen. C. - Der Schuldner beschwerte sich über die Reten- tionsaufnahme, weil es sich um eine längst verfallene Mietzinsforderung handle, für die kein Retentionsrecht mehr bestehen könne. D. - Mit Entscheid vom 18. März 1953 entsprach die kantonale Aufsichtsbehörde dem Beschwerdeantrag und hob die Retention auf. Sie stimmte der Ansicht des Schuld- ners bei, dass unter dem verfallenen Jahreszins nach Art. 272 OR nur der ein Jahr zurückliegende, « gerechnet vom letzten Ziel vor Stellung des Retentionsbegehrens ll, zu verstehen sei. Weiter zurilckliegende Mietzinsforderun- .,_ gen, wie die hier in Frage stehenden aus dem Jahr 1950, seien dagegen des Retentionsrechtes nicht mehr teilhaftig. E. - Mit vorliegendem Rekurs hält der Gläubiger daran fest, dass die vom Schuldner angefochtene Retentionsver- fügung zu, bestätigen sei. Er macht geltend, als letztes «Ziel>> komme kein späteres Datum als der 15. April 1950 in Betracht, da damals das Mietverhältnis aufgehört habe. Die Schul,dbetreibungs- und Konkurskammer zieht in Erwägung:

l. - In der Regel wird das Retentionsrecht ausgeübt, während die Miete dauert, oder kurz nach ihrer Beendi- gung. Solchenfalls ist die auf BGE 42 III 279 gestützte Betrachtungsweise des vorinstanzlichen Entscheides zu- treffend. Hat aber, wie im vorliegenden Falle, die Miete schon vor einigen Jahren aufgehört, so erhebt sich die Sehuldbetreibungs- und Konkursrecht. No 18. 77 Frage, ob als letzter verfallener Jahreszins nicht eben derjenige des letzten Jahres der Mietdauer zu gelten habe. Der Entscheidung dieser Frage greift das soeben ange- führte Urteil nicht vor. Ferner spricht nicht etwa der Text des Art. 272 OR eindeutig für die enge vorinstanzliche Auslegung. Die deutsche und die italienische Fassung ( i:. Yira~? ~A Magadino errichtet auf 1. April 1948 m ~ur1ch f~ ihr~n TJ:au~ensaft e~ « Regionallager Ostschweiz >> und ubergibt mit diesem Zeitpunkt der Firma E. B~ckenstorfe: & Co. A. G. dessen Verwaltung und den Vi;irtrieb des Viranotraubensaftes auf Kommissionsbasis. D1.e Kommissionsansätze für die Bemühungen der Firma Blickenstorfer & Co. A. G. sind in der von der Eidg. Preis- kontrollstelle genehmigten Preisliste vom 15. November 194 7 festgesetzt.

2. Zur Vereinfachung und bessern Kontrolle des beidseitigen Geschäftsverkehrs verrechnet die Virano SA ihre Lieferun- gen fakturamässig an die Firma Blickenstorfer & Co. A. G. di~ hiefür einen Wechsel auf 60 Tage akzeptiert. Die Firm~ Bhckenstorfer & Co. A. G. fakturiert ihren Kunden per 30 ?-'age und rechnet selbständig mit ihnen ab. Die Organi- sat10n der Buchhaltung und Verrechnung ist Sache der Firma Blickenstorfer & Co. A. G.

3. Das gesamte Viranowarenlager bleibt im Besitze der Virano SA ; es haftet, wie auch alle Debitoren-Rechnungen aus Viranolieferungen, für die Einlösung der Wechsel.

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5. Die Virano SA übernimmt die Kosten der Reklame, wäh- rend ~e persönlichen ~quisitionsspesen, Kosten für Lager, Vertrieb und Fakturierung aus den Kommissionsvergü- tungen durch die Firma Blickenstorfer & Co. A. G. zu tragen sind.

6. Dieser Vertrag kann bei Nichtbefolgung oder Verletzung durch die Firma Blickenstorfer & Co. A. G. ohne Kündi- gung sofort aufgelöst werden.

7. Der Vertrag tritt verabredungsgemäss rückwirkend auf den 1. April 1948 in Kraft. Er kann bei Beachtung einer 3monatigen Kündigungsfrist je auf Ende eines Monats gelöst werden. » B. - Sulla scorta di questo contratto, la Virano S. A. forni notevoli quantita di succo d'uva alla Blickenstorfer