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77_II_283

BGE 77 II 283

Bundesgericht (BGE) · 1951-01-01 · Deutsch CH
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Verfahren. N° 51.

au registre foncier (RO 43 TI 458), contre l'autorisation

donnee a un actionnaire de consulter les livres de la

societe (RO 53 II 75), contre une ordonnance de sequestre

(RO 38 II 372) ou contre des mesures conservatoires dans

les pro ces relatifs au droit d'auteur (RO 69 II 125). A cet

egard, la revision de 1943 n'a rien change (RO 74 II 178).

Conformement a l'idee directrice de cette jurisprudence,

le Tribunal fMeral a juge, sous l'empire tant de la nouvelle

que de l'ancienne OJ, que, de caractere essentiellement pro-

visoire, les decisions relatives aux mesures protectrices de

l'union conjugale ne sont pas non plus sujettes au recours

en reforme. Ces mesures ne sont en effet appeIees a subsister

qu'aussi longtemps que persiste la situation exceptionnelle

a laquelle elles doivent parer (RO 43 II 275; 68 II 246;

72 II 57). Il en est de meme de la decheance dont l'epouse

est frappee en vertu de l'art. 164 CC. Normalement, l'union

conjugale doit, pour les besoins courants du menage, pou-

voir etre representee par chacun des deux conjoints (art.

163 al. 1 CC). Sans doute le mari a-t-illa faculM de retirer

ses pouvoirs a l'epouse qui en abuse. Mais il en resulte une

situation anormale, contraire au regime estime conforme a

la nature de l'union conjugale. Aussi l'art. 165 CC permet-

il de le retablir, a la demande de Ia femme, des que sa

d6cheance se revele injustifiee. Le retrait de ses pouvoirs

constitue donc bien une suspension en principe momentanee

du regime ordinaire. Il s'apparente aux mesures protec-

trices de l'union conjugale, puisque, tout en degageant la

responsabiliM du mari, il met fin a un etat de choses qui

risque de nuire au menage. De meme, la revocation de la

decheance, lorsqu'elle est possible, ne repond pas seulement

a l'interet de l'epouse; elle est surtout utile a l'union conju-

gale. C'est pourquoi des auteurs soutiennent qu'elle peut

etre prononcee en vertu de I'art. 169 CC (EGGER, rem. 2

ad art. 165; BRAUNSCHWEIG, Die Schlüsselgewalt nach

schweiz. Recht, p. 64/65 et les references).

Il est vrai que, a la difference du retrait des pouvoirs, la

reintegration de l'epouse est destinee a durer. Mais la deci-

Verfahren. N° 52.

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sion qui l'ordonne ne s'oppose pas, si les circonstances se

modifient, a ce que le mari retire derechef les pouvoirs de

sa femme. Or, une decision dont les effets dependent de

l'attitude d'une partie, a qui il est loisible de la rendre

inoperante, n'a en realite qu'une valeur provisoire. C'est

sans doute ce qui explique que, lors de la revision de l'or-

ganisation judiciaire necessitee par l'entree en vigueur du

code civil, personne n'ait repris la suggestion de JAEGER-

qu'il a du reste lui-meme abandonnee -

d'ouvrir une voie

de recours au Tribunal fMeral contre les decisions fondees

sur I'art. 165 CC (ZSR 29 p. 514).

Par ces motifs, le Tribunal feaeral,

Declare le recours irrecevable.

52. Urteil der I. ZivllabteUuug vom 9. Oktober 1951 i. S. Affolter,

Christen & Cie. A.-G. gegen Therma FabrIk für elektrische

Heizung A.-G.

Revision, Art. 137 lit. bOG.

.

Keine neue erhebliche Tatsache ist die in einem späteren Urteil

ausgesprochene Nichtigerklärung des Paten~ea, wegen ?~ssen

Verletzung der Revisionskläger durch den mit dem ReviSlOns-

begehren angefochtenen Entscheid verurteilt worden ist.

Revision, art. 137 litt. b 0.1".

.

Fait nouveau important : La partie condaronee pour attemte .8. un

brevet ne peut pas requerir la revision ~u jugement eIl: mvo-

quant le fait que, dans un proces subsequent, la nulhM du

brevet a 13M prononcee.

Revisione, art. 137 lett. bOG.

.

.

,

Fatto nuovo rilevante: La parte eondannata per vlOlazlOne.d un

brevetto non pub chiedere Ja revis~one deUa sentenza II!-VO-

eando ehe, in un proce8So sueee8S1VO, e stato pronunemto

l'annullamento deI brevetto.

A. _ Im Rechtsstreit der Therma A.-G. gegen die M-

folter, Christen & Cie. A.-G. betreffend Patentverletzung

stellte das Bundesgericht mit Urteil vom 23. November

1948 fest, dass die Beklagte das klägerische Patent Nr.

186791 verletzt habe, verbot ihr die weitere Verletzung

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Verfahren. N° 52.

desselben und wies die Sache zur Beurteilung der Schaden-

ersatzbegehren der Klägerin an das Appellationsgericht von

Basel-Stadt zurück; die Widerklage der Beklagten auf

Nichtigerklärung des klägerischen Patentes wurde abge-

wiesen, die Klägerin zur Publikation des Urteils in ver-

schiedenen Zeitungen ermächtigt und die Kosten des Be-

rufungsverfahrens der Beklagten auferlegt.

In dem gleichzeitig beim Handelsgericht Zürich hängi-

gen Prozess der Therma A.-G. gegen den Verband Schweiz.

Elektro-Installationsfirmen wegen Verletzung des gleichen

Patentes wurde mit Urteil vom 11. März 1950 die Wider-

klage auf Nichtigerklärung des klägerischen Patentes ge-

schützt und demgemäss die Patentverletzungsklage abge-

wiesen. Das Bundesgericht wies die Berufung der Therma

A.-G. mit Urteil vom 27. Februar 1951 ab und bestätigte

den angefochtenen Entscheid.

B. -

Am 25. Mai 1951 reichte die Affolter, Christen &

Oie. A.-G. gestützt auf Art. 137 lit. b OG das Gesuch um

Revision des Urteils des Bundesgerichts vom 23. November

1948 ein mit dem Antrag, die Patentverletzungsklage der

Klägerin sei mit Rücksicht auf die nachträglich festge-

stellte Nichtigkeit des angeblich verletzten Patentes abzu-

weisen, die im Urteil vom 23. November 1948 an die ver-

meintliche Patentverletzung geknüpften Folgen seien rück-

gängig zu machen und die Revisionsbeklagte zum Ersatz

des der Revisionsklägerin erwachsenen Schadens zu ver-

pflichten.

Die Revisionsbeklagte beantragt Abweisung des Revi-

sionsgesuches.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

Gemäss Art. 137 lit. b OG ist die Revision eines bundes-

gerichtlichen Urteils zulässig, wenn der Gesuchsteller nach-

träglich neue erhebliche Tatsachen erfährt, die er im frü-

heren Verfahren nicht beibringen konnte. Darunter sind

Tatsachen zu verstehen, die bereits vor dem zu revidie-

renden Urteil bestanden. Nachher eingetretene Tatsachen

Verfahren. N° 52.

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rechtfertigen allenfalls eine neue Klage, nämlich wenn sie

einen neuen materiellen Anspruch begründen, aber nicht

die Revision des früheren Urteils. Das Urteil des Bundes-

gerichtes vom 27. Februar 1951 ist schon aus diesem

Grunde keine neue Tatsache im Sinne der angerufenen

Gesetzesbestimmung. Die Gesuchstellerin erblickt denn

auch die neue Tatsache weniger im Urteilsspruch als sol-

chem, als vielmehr darin, dass dieser das Patent rückwir-

kend, also auf einen vor dem zu revidierenden Urteil lie-

genden Zeitpunkt zurück, vernichte. Kraft der rückwir-

kenden Vernichtung des Patentes habe schon im Zeitpunkt

des ersten Urteils gar kein Patent mehr bestanden. Allein

die Nichtigerklärung durch den Richter bedeutet nicht eine

Rechtsgestaltung im Sinne einer Zerstörung des Patentes,

sondern sie stellt lediglich die von Anfang an bestehende

Nichtigkeit des Patentes fest. Darum kann die Nich-

tigkeit gegenüber der Patentverletzungsklage auch bloss

einredeweise geltend gemacht werden und ist sie im

Strafprozess wegen Patentverletzung vom Richter sogar

von Amtes wegen zu prüfen. Mit dieser Ordnung ist die

Zuerkennung rechtsgestaltender Kraft an die richterliche

Nichtigerklärung unvereinbar. Deren Besonderheit liegt ein-

zig darin, dass sie nicht bloss unter den Parteien, sondern

jedem Dritten gegenüber wirkt. Das ist aber nicht die Folge

richterlicher Rechtsänderung, sondern davon, dass an die

richterliche Feststellung die Löschung im Patentregister ge-

knüpft ist (BGE 33 TI 633). In BGE 59 I 99, auf den sich

das Revisionsgesuch beruft, hat das Bundesgericht aller-

dings die Patenterteilung als rechtsgestaltenden Akt der

Staatsgewalt bezeichnet. Aber damit soll nur gesagt wer-

den dass das Patent nicht vorher entsteht, nicht auch,

das~ es durch diesen Akt selbst dann entsteht, wenn in

Wirklichkeit die Voraussetzungen für die Patenterteilung

nicht vorliegen. Auch in dem vom Gesuchsteller weiter

angerufenen BGE 75 TI 170 ist nicht die Rede von einer

konstitutiven Wirkung der Patenterteilung, sondern es

wird lediglich im Zusammenhang mit der Beurteilung der

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Verfahren. N0 52.

Wirkungen eines Lizenzvertrages über ein nichtiges Patent

darauf abgestellt, dass das erteilte Patent tatsächlich doch

gewisse Wirkungen entfaltet habe. Wenn im deutschen

Recht, auf das das Revisionsgesuch Bezug nimmt, die

Frage der konstitutiven oder deklarativen Wirkung der

Patentnichtigerklärung überhaupt kontrovers sein kann, so

hat das seinen Grund darin, dass dort die Nichtigerklärung

nur durch Klage beim Sondergericht (Patentamt) betrie-

ben, die Nichtigkeit von den ordentlichen Gerichten nicht

bloss einrede weise geltend gemacht und vom Strafrichter

nur auf Grund des Urteils des Sondergerichtes berücksich-

tigt werden kann (vgl. DPatG § 37 Abs. 4; KIS~, Hand-

buch des deutschen Patentrechts, § 51 I).

Was die Gesuchstellerin rückwirkende Patentvernich-

tung nennt, ist also nicht die Herbeiführung einer Tatsache,

sondern höchstens die Feststellung einer bereits bestehen-

den Tatsache. Richtig ausgedrückt ist übrig~ns die dekla-

rative Nichtigerklärung nicht Feststellung einer Tatsache,

sondern eines Rechtsverhältnisses, d.h. Lösung einerRechts-

frage. Dass ein späteres Urteil eine Rechtsfrage anders löst

als ein früheres, ist aber kein Revisionsgrund (BGE 56 II

394). Selbst wenu übrigens die von Anfang an bestehende

Nichtigkeit des Patentes als Tatsache anzusprechen wäre,

so fehlte es an der weiteren Revisionsvoraussetzung, dass

sie im früheren Verfahren nicht beigebracht werden konute.

Mit ihrer Widerklage hatte sie die Gesuchstellerin ja gel-

tend gemacht, war aber damit nicht durchgedrungen, weil

sie dem Vorbringen zu ihrer Begründung nicht die vom

kantonalen Prozessrecht geforderte Sorgfalt hatte ange-

deihen lassen.

Das Revisionsgesuch führt deutsche Literaturmeinungen

an, welche die Nichtigerklärung des Patentes als neue

Tatsache im Sinne des § 399 Ziff. 5 DStPO und als Ein-

spruchgrund im Sinne von § 767 DZPO gegen die Zwangs-

vollstreckung eines wegen Patentverletzung verurteilenden

Erkenutnisses bzw. als Titel für die Rückforderung be-

reits bezahlter urteilsmässiger Entschädigung wegen unge-

Verfahren. N° 52.

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rechtfertigter Bereicherung behandeln. Diese Betrachtungs-

weise lässt sich verstehen unter dem Gesichtspunkte rück-

wirkend rechtsgestaltender Nichtigerklärung, wie die oben

erwähnte Unmöglichkeit, im deutschen Patentverletzungs-

prozess die Nichtigkeit einredeweise geltend zu machen,

sie nahe legt; angesichts dieser Unmöglichkeit dürfte übri-

gens diese Einstellung selbst für denjenigen unabweisbar

sein, der die Nichtigerklärung als deklarative ansähe, zu-

mal -

was den Bereicherungsanspruch anbelangt -

im

deutschen Prozessrecht solche Einbruche in die Rechts-

kraft eines Urteils der herrschenden Meinung keine Be-

denken bereiten (vgl. STEIN, dZPO, 17. Auf I. § 322 VIIlj4).

Für das schweizerische Recht sind diese Lehrmeinungen

jedoch in Anbetracht der abweichenden Ordnung der pro-

zessualen Geltendmachung der Nichtigkeit bedeutungslos.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten.

lMPRlMERIES REUNIES S. A., LAUSANNE