opencaselaw.ch

76_III_75

BGE 76 III 75

Bundesgericht (BGE) · 1950-01-01 · Deutsch CH
Quelle Original Export Word PDF BibTeX RIS
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Eigentumsvorbehalt. N° 17. ce que le recouvrement du droit de timbre cantonal soit confie a l' officier charge de la tenue du registre des pactes de reserve de. propriete et ace que celui-ci y procMe simul- tanement avec le recouvrement des emoluments dus pour l'inscription du pacte en vertu du droit federal. C'est a la condition toutefois que cette reclamation simultanee, par un meme acte, de droits et emoluments bases les uns sur le droit ftSdtSral et les autres Sur le droit cantonal, ne soit pas source de confusion et d'erreur. Or la manii~re dont le prepose a procede en l'espece etait critiquable sous cet aspect, car il a envoye a la recou- rante - sans aucune explication ni avertissement prea- Iable - un remboursement pour la somme totale de 195 fr. 10 comprenant les deux creances. Cela etait d'abord contraire a la regle generale selon laquelle, lorsqu'une communication de l'office est faite par la poste contre remboursement des frais, l'objet de la communication doit etre indique sur le pli (RO 59 III 66). Le procede etait ensuite de nature a surprendre la bonne foi de la recourante qui ignorait jusqu'alors tout des pretentions de l'enregis- trement a sonegard. Ce n'est en effet que par une lettre posterieure, du 23 decembre 1949, et en reponse a une demande d'explication, que la recourante a ete renseignee sur ce point. Le procede etait d'autant plus inadmissible que, sur le vu de la jurisprudence de la Cour de droit public (RO 72 I 85), le droit du canton du Valais de recla- mer a la recourante un droit de timbre proportionnel n'est nullement evident. Mais l'irregularite du premier remboursement postal a eM corrigee par la lettre d'explications de I'office, du 23 decembre 1949. A reception du second remboursement postal, la maison venderesse ne pouvait plus se plaindre d'ignorer l'objet du recouvrement et de n'avoir pas eM informee des pretentions du flsc valaisan. Le recours doit donc etre rejete. Par ces motifs, la Ohambre des poursuites et des faillites rejette le recours. Staat.sverträge. N° 18. C. Staatsverträge, Traites internationaux. 75 ENTSCHEIDUNGEN DER SCHULDBETREIBUNGS- UND KONKURSKAMMER ARRETS DE LA CHAMERE DES POURSUITES ET DES FAILLITES

18. Entscheid vom 16. September 1950 i. S. Tschechoslowakische Chokoladewerke. Schweizerische Betreibungsämter dürfen Zustellungen nach der Tschechoslowakei nicht direkt durch die Post vornehmen, sondern haben die Bestimmungen des Abkommens zwischen der Schweiz und der Tchechoslowakischen Republik vom 2l. Dezember 1926 über die gegenseitige Rechtshilfe in Zivil- und Handelssachen zu beachten. Art. 6 der Internationalen Übereinkunft betreffend Zivilprozess- recht vom 17. Juli 1905, der sowohl die Schweiz wie auch die Tschechoslowakische Republik beigetreten sind, erklärt für die Frage nach der Zulässigkeit· postalischer Zustellungen im Geltungsgebiete bilateraler Abkommen diese Im massgebend. Les offices de poursuite suisses ne sont pas autorises a notifier direc- tement par la poste les actes de poursuite destines a des person- nes se trouvant en Tchecoslovaquie, mais sont tenus d'observer les dispositions de l' Accord entre la Suisse et la Republique tchecos1ovaque concernant l'assistance judiciaire reciproque en- matiere civile et commerciale, du 21 decembre 1926. L'art 6 de la Convention internationale revisee relative a 1a p~cedure civile, du 17 juillet 1905, a laquelle ont adhere la Suisse et la Tchecoslovaquie prevoit que lorsqu'il est intervenu une convention bilaterale entre deux Etats, c'est a cette con- vention qu'il faut se reporter pour savoir ~i ~e notification par voie postale est admissible Bur le terntOlre de ces deux Etats. Gli uffici di esecuzione svizzeri non p088ono notificare diretta- mente per mezzo della posta· gli atti esecutivi destinati a per- sone ehe si trovano in Cecoslovacchia, ma debbono osservare i disposti dell'Aecordo tra la Svizzera e la Repubbliea cecos1o- vacca concernente l'assistenza. giudiziaria reciproca in materia civile e commerciale deI 21 dicembre 1926. L'art. 6 della Convenzione internaziona1e relativa alla proced~ civile del17luglio 1905, alla. quale la Svizzera e 1a Cecoslovacchla

76 Staatsverträge. N° 18. hanno aderito, prevede ehe la questione dell'ammissihilitA di una notifieazione per mezzo deHa posta sul territorio di due Stati ehe hanno stipulato una eonvenzione bilaterale dev'essere decisa in base aHa convenzione bilaterlae. A. - Die in Frag domizilierte Rekurrentin erhielt am

27. Februar 1950 vom Betreibungsamt Basel-Stadt die Arresturkunde Nr. 13 durch die Post zugestellt. Sie be- schwerte sich am 9. März bei der kantonalen Aufsichts- behörde wegen ungesetzlicher (d. h. staatsvertragswidriger) Zustellungsart und verlangte die Aufhebung des Arrest- befehls, eventuell die Ungültigerldärung der postalischen Zustellung, wobei das Betreibungsamt anzuweisen sei, die Zustellung nach Vorschrift des Abkommens zwischen der Schweiz und der Tscheckoslowakischen Republik vom

21. Dezember 1926 über die gegenseitige Rechtshilfe in Zivil- und Handelssachen vorzunehmen. B. - Von der kantonalen Aufsichtsbehörde am 20. März 1950 abgewiesen, erneuert die Schuldnerin mit dem vor- liegenden Rekurs die Beschwerdebegehren. C. - Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer hat einen Bericht des eidgenössischen Justiz- und Polizeide- partements eingeholt, der am 17. Juli 1950 erstattet wor- den ist. Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer zieht in Erwägung:

1. - Art. 66 Abs. 3 SchKG stellt dem Betreibungsamte für Zustellungen nach dem Auslande die Inanspruchnahme der Rechtshilfe der ausländischen Behörden oder die un- mittelbare Zusendung durch die Post zur Wahl. Wohnt der Schuldner (Adressat) in einem Staate, mit dem die Schweiz kein Rechtshilfeabkommen getroffen hat, der ins- besondere auch nicht der Haager Übereinkunft betreffend Zivilprozessrecht vom 17. Juli 1905 angeschlossen ist, so zieht das eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement bisweilen die postalische Zustellung der umständlichen Rechtshilfe vor (vgl. den Briefwechsel der Schuldbetrei - bungs- und Konkurskammer mit der Polizeiabteilung vom \ Staatsverträge. N0 18. 77

3. und 17. November 1948). Indessen kann jeder Staat, sofern er sich nicht anderweitig durch Staatsvertrag ge- bunden hat, die Postzustellung aus dem Auslande verbieten und die Mitwirkung seiner Behörden bei der Zustellung ausländischer Gerichts- und Betreibungsurkunden vor- schreiben. Im übrigen sind gegenüber der eingangs er- wähnten Vorschrift des SchKG staatsvertragliche Bestim- mungen vorbehalten. Solche sind auch im vorliegenden Falle massgebend. Die Schweiz und die Tschechoslowa- kische Republik gehören der erwähnten Haager Inter- nationalen Übereinkunft betreffend Zivilprozessrecht (IÜ) an. Ferner haben sie miteinander am 21. Dezember 1926 ein Rechtshilfeabkommen abgeschlossen, das vorüberge- hend ausser Kraft trat, jedoch laut Notenaustausch vom

2. September und 11. Oktober 1946 neuerdings in Geltung steht (Sammlung der eidgenössischen Gesetze 1946, letzte Seite).

2. - Dieses bilaterale Abkommen weiss nichts von postalischer Zustellung. Nach seinem Art. 2 geschieht die Zustellung durch Vermittlung der Polizeiabteilung des eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements und des tschechoslowakischen Justizministeriums. Da sich das Ab- kommen indessen auf die Haager Zivilprozess-Überein- kunft stützt, hält die kantonale Aufsichtsbehörde dafür, neben der durch jenes besondere Abkommen vorgesehenen Art der Zustellung sei nach Art. 6 IÜ auch unmittelbare postalische Zusendung zulässig, weil die Tschechoslowa- kische Republik bisher gegen ein solches Vorgehen nie Einspruch erhoben habe. Gewiss ist das Rechtshilfeab- kommen vom 21. Dezember 1926 im Rahmen der Haager Übereinkunft auszulegen, auf die es sich in seiner Ein- leitung stützt. Und es ist der kantonalen Aufsichtsbehörde zuzugeben, dass das Verhältnis von Art. 2 jenes Abkom- mens zu Art. 6 lÜ nicht eindeutig festgelegt ist. Art. 6 IÜ bestimmt in Abs. I lit. a und Abs. 2, die unmittelbare Zu- sendung durch die Post sei durch die vorangehenden Be- stimmungen ce nicht ausgeschlossen», jedoch « nur statt-

78 Staatsverträge. N° 18. haft, wenn Abkommen zwischen den beteiligten Staaten sie einräumen oder wenn in Ermangelung von Abkommen der Staat, auf dessen Gebiete die Zustellung erfolgen soll, nicht widerspricht» (<< si des conventions intervenues entre les Etats interesses l'admettent ou si, a defaut de conven- tions, I'Etat sur 1e territoire duquel la signification doit etre faite ne s'y oppose pas »}. Man hat diese Ordnung etwa dahin verstanden, dass eine postalische Zustellung, sofern ein Staat sie nicht in einem Abkommen ausdrücklich weg- bedungen oder sonstwie sich verbeten hat, unter dem Vor- behalt eines jederzeit möglichen (und für die Zukunft zu beachtenden) Widerspruches gestattet sei (so BGE 41 UI 209 betreffend eine Zustellung nach Frankreich, wofür eine dem Abkommen mit der Tschechoslowakei ungefähr entsprechende « Erklärung» vom 13. Februar 1913 mass- gebend ist; an jene Entscheidung der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer lehnt sich dann eine solche der staats- rechtlichen Abteilung an, BGE 45 I 238}. Man kann aber auch die durch bilaterale Abkommen festgesetzte Art der Zustellung als die (nach Vertragsmeinung) einzig zulässige betrachten. Bei solcher Betrachtungsweise erscheint eine unmittelbare postalische Zustellung, sofern das betref- fende Abkommen sie nicht vorsieht, als unzulässig. Dahin geht eine Entscheidung der staatsrechtlichen Abteilung vom 13. Juli 1923 in der Rekurssache Bigorre hinsichtlich einer Zustellung nach Frankreich. Diese letztere Auffassung hat den oben wiedergegebenen Wortlaut des Art. 6 der Haager Übereinkunft für sich. Ferner liegt es nahe, das Spezialabkommen mit der Tschechoslowakischen Republik dahin auszulegen, dass die dort festgesetzte Art der Zustellung als die einzig zuge- lassene zu gelten habe. In der Tat gibt Art. 6 Abs. 2 IÜ der unmittelbaren postalischen Zustellung vorbehältlieh Widerspruches nur « in Ermangelung von Abkommen» Raum. Haben zwei Staaten unter sich ein Abkommen über die Zustellung amtlicher Urkunden getroffen, so soll also dieses allein Regel machen. Es ist solchenfalls eine Staatsverträge. N0 18. 79 Frage der Auslegung desselben, ob postalische Zustellung zulässig sei. Ist nun in einem solchen Abkommen die Zu- stellung durch Vermittlung bestimmter Behörden des einen wie des andern Staates vorgeschrieben und unmittelbare Postzustellung nicht vorgesehen, so kann diese nicht wohl als stillschweigend vorbehalten gelten. Dann geht es aber nicht wohl an, auf Art. 6 Abs. 2 IÜ in dem Sinne zurück- zugreifen, dass die Behörden des einen Staates gleichwohl die unmittelbare Postzustellung versuchen dürften, ohne sich zuvor des Einverständnisses des andern Staates, auf dessen Gebiete die Zustellung erfolgen soll, zu' vergewis- sern.

3. - Die von der Rekurrentin angefochtene postalische Zustellung erweist sich somit als ungültig. Um so mehr, als die Schweiz ihrerseits, wie aus dem Berichte des Justiz- und Polizeidepartements vom 17. Juli 1950 hervorgeht, allen der Haager Zivilprozess-Übereinkunft beigetretenen Staaten schon im April 1909 mitgeteilt hat, sie wünsche für die auf Schweizergebiet vorzunehmenden Zustellungen aus einem der andern Vertragsstaaten die Benützung des diplomatischen Weges (vgl. Bundesblatt 1910 1295 deutsch, U 87 französisch). Diese Erklärung war zunächst im Sinne von Art. 1 Abs. 3 IÜ zu verstehen (vgl. RIEZLER, Inter- nationales Zivilprozessrecht, S. 684, Fussnote 2). Nach dem erwähnten Berichte des Departements ist aber darin gerade auch ein allgemeiner Widerspruch gegen unmittel- bare postalische Zustellung enthalten. Man wird der vom Departement an diese Mitteilung geknüpften Schlussfol- gerung beizustimmen haben: « Da nun die Inanspruch- nahme eines vereinfachten Übermittlungsweges durch ein Land eigentlich voraussetzt, dass es selbst bereit ist, andern Ländern die gleiche Möglichkeit einzuräumen, scheint uns grundsätzlich - vor allem soweit es sich um der Haager Zivilprozessrechtskonvention angeschlossene Länder han- delt - die Vornahme postalischer Zustellungen durch schweizerische Behörden mit unserer eigenen Haltung nicht vereinbar zu sein I).

80 Staatsverträge. N0 18. Aus dieser Stellungnahme des Bundesrates ist zu schlies- sen, dass die Schweiz beim Abschluss des Rechtshilfeab- kommens mit der Tschechoslowakischen Republik nicht der Meinung gewesen sein kann, es sei daneben noch Raum für postalische Zustellung. Übrigens bezeichnet nun auch eine Note der Gesandt- schaft der Tschechoslowakischen Republik an das eidge- nössische Politische Departement vom 30. Mai 1950 den im Abkommen vorgesehenen Weg der Zustellung als den ein- zig zulässigen. Sie beklagt sich über davon abweichende Gepflogenheiten schweizerischer Gerichte. Für den Fall, dass der Bundesrat anderer Ansicht wäre, solle die Note als Widerspruch im Sinne von Art. 6 Abs. 2 10 gelten. Dies wäre natürlich für die hier angefochtene vor dem

30. Mai 1950 vorgenommene Zustellung nicht mehr mass- gebend. Allein, wie oben ausgeführt, bedarf es angesichts des Abkommens vom 21. Dezember 1926 eines solchen Widerspruches gar nicht. Die angefochtene Zustellung ist nach dem Abkommen ohnehin ungültig.

4. - Das führt zur Gutheissung des Eventualantrages des Rekurses, während der gegen den Arrestbefehl gerich- tete Hauptantrag unzulässig ist (Art. 279 Abs. 1 SchKG) und ja übrigens nur ein Fehler des Zustellungsaktes in Frage steht. Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkurslcammer: Der Rekurs wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen, der angefochtene Entscheid aufgehoben, die postalische Zustellung der Arresturkunde als ungültig erklärt und das Betreibungsamt angewiesen, die .Zustellung gemäss dem Abkommen zwischen der Schweiz und der Tschechoslo- wakischen Republik vom 21. Dezember 1926 vorzunehmen. IMPRIMERIES REUNIES S. A., LAUSANNE S~iuldbetreUtßngs- und Konkorsre.,bt. Ponrsnite et raillite. ENTSCHEIDUNGEN DER SCHULD- BETREIBUNGS- UND KONKURSKAMMER SI ARRETS DE LA CHAMBRE DES POURSUITES ET DES FAILLITES

19. Entscheid vom 30. Dezember 1950 i. S. Lindemann. Zahlung an das Bet1'eibungsamt (Art. 12 SchKG). Intervention des Arbeitgebers des Schuldners durch Ablieferung von nicht ge- pfändetem Lohn (Herbstzulage). Solche Zahlung ist nur wirk- sam mit Zustimnllmg des Schuldners oder kraft einer auf sie ausgedehnten Lohnprandung. Erw. 2. Rückerstattungsp{licht des Amtes gegenüber dem Schuldner im Rahmen des Existenzminimun1s. auch wenn es über den nicht gepfändeten Lohnbetrag bereits' verfügt hat. Erw. 3. Payement en mains de l'office des poursuites (art. 12 LP). Versement fait par l'employeur du debiteur d'un salaire non saisi (supple- ment de salaire d'automne). Un tel versement n'a d'effet Bur lapoursuite que moyennant le consentement du debiteur ou si la saisie eat etendue sur la somme versee (consid. 2). Obligation de restitution incombant a l'otfice envers le debiteur dans les limites du montant indispensable a l'entretien du debiteur, meme si l'office a deja dispose de 1a part du sa1aire non saisie (consid. 3). Pagamento aU'utficio di esecuzione (art. 12 LEF). Versamento di un sa1ario non pignorato (indennita autunnale) da parte deI datore di lavoro dei debitore. Questo versamento produce degli effetti soltanto se il debitore vi consente 0 se il pignora- mento e esteso alla somma pagat-a (consid. 2). Obbligo dell'ufficio di fa1' luogo aUa Testituzione entro i limiti dell'ammontare indispensabile al mantenimento deI debitore, quand'anche l'ufficio avesse gia disposto della parte di salario non pignorata (consid. 3) . .A. - Das Betreibungsamt Wald (Zürich) vollzog am

24. März 1950 beim Rekurrenten für die Betreibung Nr. 133 eine Lohnpfändung von Fr. 5.70 pro Zahltag 6 AS 76 ur - 1960